04:10
04:15
Fotos können unser Weltbild beeinflussen. Und jedes Foto hat eine Entstehungsgeschichte. Das Magazin "Mit offenen Augen" ordnet Bilder ein und erklärt Hintergründe. Moderatorin Sonia Devillers liefert faszinierende Aufschlüsse, die über den ersten Blick hinausgehen.
05:00
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
05:55
Selim lebt mit seiner Familie in Yesiltepe, einem Dorf im Nordosten der Türkei. Umgeben vom Kaçkar-Gebirge, leben sie von Viehzucht und Teeanbau - insbesondere Kühe und Rinder sind eine wichtige Einnahmequelle. Nach dem islamischen Opferfest Kurban Bayram und mit dem Schmelzen des Schnees in den Bergen zieht die Familie mit den Kühen auf die auf 3.100 Meter gelegene Hochebene Tahpur. Die Vorbereitungen dauern eine Woche, denn drei Monate lang wird die Familie in den Bergen leben, das Vieh hüten und Käse herstellen, bevor es im Herbst wieder ins Tal geht. Am Tag des Aufstiegs herrscht reges Treiben: Der erste Lkw wird mit den älteren Kühen beladen, im zweiten Wagen folgen die Muttertiere mit ihren Kälbern. Im dritten Lkw befinden sich Hausrat, Vorräte, Hühner und alles, was die Familie zum Leben benötigt. Vor ihnen liegen 110 Kilometer und fast 2.000 Höhenmeter. Das anspruchsvolle Gelände und der Zeitdruck stellen die Familie vor große Herausforderungen. Doch die Freiheit und Weite der Berge entschädigen Selim und seine Familie für die Strapazen.
06:50
(1): Der Star jedes schwedischen Buffets: geräucherter Hering (2): Ein biss'chen Heimat: Agneta, eine Schwedin in Paris (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Nagasaki: Madame Butterflys verratene Liebe (2): Der Flamenco, Ausdruck der andalusischen Seele (3): Belize: Shellys Teigtaschen mit Kokosnuss (4): Bretagne: Résistance mit dem Fahrrad
08:05
(1): Triest: Boris Pahor und die Freiheit der Worte (2): Le Havre: Ein Meisterwerk aus Beton (3): Bali: Wiras würziger Schweinefleischsalat (4): Elfenbeinküste: Sag, wann bist du bei mir?
08:55
Seit mehr als einem Jahr läuft in Pompeji eines der ehrgeizigsten Grabungsprojekte unserer Zeit: Ein italienisches Archäologenteam entdeckte einen bisher unerforschten Häuserblock und förderte unter anderem eine Bäckerei, ein Wohnhaus und ein Wandgemälde, das eine Art Pizza zeigt, zutage. Die Ausgrabung beginnt mit der Entdeckung eines riesigen Steinofens. Viel zu groß, um zu einem Privathaus gehört zu haben, finden die Forscher heraus, dass er Teil einer Bäckerei war, in der Brot an die Bewohner von Pompeji verkauft wurde. Nicolas Monteix, Experte für das Backgewerbe in der Antike, besichtigt eine der 40 Bäckereien, die bisher in Pompeji gefunden wurden, und erzählt davon, wie das Leben der Sklaven vermutlich ausgesehen hat, die dort Tag für Tag bei gleißenden Temperaturen schufteten und permanent dem Mehlstaub ausgesetzt waren. In einem Nebenraum der Bäckerei entdecken die Archäologen drei Skelette. Ihr Zustand deutet darauf hin, dass die Menschen von der einstürzenden Decke erschlagen wurden. In den ersten 18 Stunden des Vulkanausbruchs fiel ein dichter Niederschlag aus Pyroklasten und Asche auf Pompeji. Unter dem Gewicht der Gesteinsfragmente brachen überall in der Stadt Gebäude ein. Neben der Bäckerei entdecken die Archäologen das Wohnhaus. In jedem Raum türmen sich unberührte Lapilli bis zu drei Meter hoch. Das bedeutet, dass seit dem Vulkanausbruch niemand dieses Haus betreten hat. Im Atrium finden die Forscher unbenutzte Dachziegel, Steine und Werkzeug. Daraus schließen sie, dass das Gebäude zum Zeitpunkt der Eruption renoviert wurde. Tatsächlich hatte 17 Jahre zuvor, im Jahr 62 nach Christus, ein Erdbeben viele Häuser in Pompeji zerstört, die längst noch nicht alle wieder aufgebaut waren.
09:50
In Pompeji fördern die neuen Ausgrabungen weitere aufschlussreiche Funde zutage. Gleichzeitig ergeben Untersuchungen, dass viele Pompejaner den Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus wahrscheinlich überlebten. Bisher schätzten Experten die damalige Einwohnerzahl auf 10.000 bis 12.000 Menschen, aber der Forscher Steven Tuck enthüllt eine Grabinschrift im Süden der Stadt, die eher eine Bewohnerschaft von 30.000 Menschen nahelegt. Im Laufe der 300-jährigen Grabungsgeschichte wurden jedoch bisher nur gut 1.200 Tote gefunden - was bedeutet, dass der Verbleib von mehr als 90 Prozent der Pompejaner bis heute ungeklärt ist. Bei Ausgrabungen im Wohnteil des Gebäudes entdeckt das Team eine kunstvolle Regenrinne, die früher das Dach über dem zentralen offenen Bereich - dem Atrium - zierte und Regenwasser in ein großes flaches Becken leitete, das sogenannte Impluvium. Mit der zusätzlichen Freilegung wertvoller weißer Marmormöbel und Dekorelemente wird immer deutlicher, dass der Eigentümer ein wohlhabender Pompejaner war. Ein weiterer Fund gibt dem Team Rätsel auf: Ein ausgeklügeltes Netz aus 2.000 Jahre alten Rohren und Leitungen verbindet die Bäckerei und das Haus des reichen Bürgers mit dem benachbarten Gebäude. Der Archäologe Miko Flohr untersucht die Ausgrabungsstätte, um zu prüfen, ob es sich um eine römische Wäscherei handeln könnte, eine sogenannte Fullonica. Nur hochrangige Römer benutzten diese Walkereien zur Reinigung ihrer Kleidung; wer in Pompeji eine betrieb, hatte direkten Zugang zu den oberen Schichten der pompejanischen Gesellschaft.
10:45
In dieser letzten Folge bewerten die Archäologen die vollendete Ausgrabung einer Luxusvilla, einer Bäckerei und einer Wäscherei. Dabei entdecken sie auch Hinweise zu den Tätigkeiten der Pompejaner in den letzten Stunden vor dem Untergang ihrer Stadt. Den Ausgangspunkt bildet der Vesuv. Neunzehn Stunden nach dem Beginn des Vulkanausbruchs liegt Pompeji größtenteils unter einer Schicht aus pyroklastischem Material und Asche begraben. Allerorts sind Dächer unter dem Gewicht des Vulkangesteins eingebrochen und haben Menschen unter ihren Trümmern begraben. Doch es gibt auch Überlebende. Ist nach dem Abebben der ersten Eruption für sie das Schlimmste überstanden? Laut dem Vulkanologen Chris Jackson dürfte die letzte, tödlichste Phase des Vulkanausbruchs erst nach dem Gesteinshagel eingetreten sein: Pyroklastische Ströme, giftige Gase und sengende Hitze vernichteten alles noch in der Stadt befindliche Leben. An der Ausgrabungsstätte hat die Freilegung einer großen Villa neben der Bäckerei und der Wäscherei begonnen. Unter einer Treppe entdeckt das Team Kohlezeichnungen von kämpfenden Gladiatoren. Da Kohle schnell verblasst, glauben die Archäologen, dass jemand diese Bilder kurz vor der Eruption gezeichnet hat. Wer war der Künstler, und warum zeichnete er Gladiatoren? Abschließend reflektiert Teamchef Gennaro Iovino über die Verbindungen der modernen Neapolitaner zu den Pompejanern der Antike - und über den Vesuv, diesem noch heute in der ganzen Region sichtbaren Mahnmal zum Gedenken an die vergangene, aber auch zur Warnung vor einer möglichen neuen Katastrophe.
11:55
Eine Reise zu den Anfängen des Speiseeises: von chinesischem und arabischen Schneesorbets bis zur Erfindung der ersten Kühlmethoden mit Eis-Salz-Mischungen in Eiskellern - denn: ohne Eis kein Eis! Von da war es nicht mehr weit zum italienischen Gelato und den ersten Kühlschränken. Der technische Wandel ließ Eis vom Luxus- zum Alltagsprodukt werden. Im schwedischen Västerbotten besuchen wir eine Familie, die die Milch ihrer Kühe mit der Hand zu Eis verarbeitet. Lucie zeigt ein schlichtes Rezept für eine spektakuläre Eistorte und wie Eis auch ohne eine Maschine cremig wird. Bei einer Blindverkostung wagt sie sich an ungewöhnliche Sorten: Wie wär's mit Colablatt- und Estragon-Eis? Außerdem erklären Expertinnen, warum Gehirnfrost entsteht und wie man den Schmerz schnell wieder loswird.
12:25
(1): Bewketu Seyoums poetisches Addis-Abeba (2): Baskenland: Von Menschen und Schafen (3): Laos: Bouagneuns Khanap Pa (4): New Orleans: Eine journalistische Pioniertat
13:10
(1): Kreta: Victoria Hislops "Insel der Vergessenen" (2): Kreta zur minoischen Zeit: Eine Geschichte mächtiger Frauen (3): Griechenland: Lenas traditionelles Brot mit Tomate und Käse (4): Der längste Tag auf Kreta
14:00
New Mexico, 1870: Der Geschäftsmann Frank Pierce hat den aufrechten Farmer Taw Jackson, auf dessen Land Gold gefunden wurde, durch eine Intrige um seinen Besitz und ins Gefängnis gebracht. Während der Betrogene hinter Gittern auf Rache sinnt, stößt Pierce auf die Hauptader des Golds. Als Jackson auf freien Fuß kommt, früher als gedacht und selbstsicher wie eh und je, will er Vergeltung. Doch Pierce will Jackson aus dem Weg räumen - diesmal für immer - und bietet dem Revolverhelden Lomax ein Kopfgeld von 10.000 Dollar. Jackson hat den Schachzug vorausgesehen und macht Lomax ein Gegenangebot, das dieser nicht ablehnen kann: Er verspricht dem treffsicheren Schützen einen Beuteanteil von 100.000 Dollar, wenn er bei einem Überfall auf die Kutsche mitmacht, mit der Pierce das geschürfte Gold regelmäßig zur Bank in El Paso transportiert. Doch der Plan hat eine Schwachstelle: Die Goldkutsche ist eine rollende Festung im Panzerkleid. Unterstützung bekommen die beiden von dem Ureinwohner Levi Walking Bear und dem Sprengmeister Billy Hyatt. Der Coup gelingt und Pierce scheint besiegt - doch beim Abtransport der Beute kommt es zu einem Scharmützel ...
15:35
1916, im nördlichen Texas: Der junge Bill hat zusammen mit seiner Geliebten Abby und seiner kleinen Schwester Linda die Industriestadt Chicago verlassen, um auf dem Land als Erntearbeiter mehr Geld zu verdienen. Der Farmer, auf dessen Besitz sie eine Anstellung finden und der an einer unheilbaren Krankheit leiden soll, verliebt sich bald darauf in Abby. Bill, der Abby auch als seine Schwester ausgegeben hatte, drängt seine Geliebte, den bald folgenden Heiratsantrag des Farmers im Hinblick auf dessen erwarteten Tod und das lukrative Erbe anzunehmen. Für kurze Zeit erleben die vier "himmlische Tage". Doch dann durchschaut der Farmer langsam das Spiel, in dem er der Betrogene ist, und auch Abby beginnt, Bill und seinen Plan kritisch zu sehen. In einer furchtbaren Nacht, als eine Heuschrecken-Invasion über die Ernte hereinbricht, kommt es zur unvermeidlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern. Die Eifersuchtsgeschichte, die Regisseur Terrence Malick in wunderbaren Bildern erzählt, verbindet sozialkritische Beschreibung und Melodramatik.
17:20
In China ist Liebe und Glück auch mit Verpflichtungen verbunden. So ist es ein ernstes Problem, wenn man bis zum 30. Lebensjahr noch nicht verheiratet ist. Eltern und Großeltern üben auf ihre Kinder und Enkel viel Druck aus, möglichst schnell Partner zu suchen. Dabei spielt der eklatante Männerüberschuss natürlich eine gravierende Rolle. Oft nehmen die Eltern die Partnerwahl selbst in die Hand, so auch Frau Ma. Der niederländische Fotograf Ruben Terlou trifft sich auf seiner Reise entlang des Yangtse mit Frau Ma und ihrer Tochter. Die Tochter legt ihren Fokus nicht auf das Heiraten, sondern auf ihre Karriere, was den Vorstellungen ihrer Mutter widerspricht. In China gilt es als unangebracht, wenn Frauen besser gebildet sind als Männer. Aus diesem Grund sind die meisten ledigen Männer schlecht und die meisten ledigen Frauen sehr gut ausgebildet. Die Tochter von Frau Ma ist ein solcher Fall, sie wird abschätzig als Leftover Woman bezeichnet. Des einen Leid, des anderen Freud: Der junge Amigo hat sich eine Karriere als Dating-Coach aufgebaut, indem er den Junggesellen mit schicken Frisuren und kitschigen Anmachsprüchen bei der Partnersuche hilft. Aber selbst mit der Hilfe von Dating-Coaches wie Amigo bleiben viele Singles alleine und haben weiterhin mit familiärem und gesellschaftlichem Druck zu kämpfen. Viele halten diesen Druck nicht aus, erzählt Mr. Chen, der bereits mehr als 280 Menschen auf einer berüchtigten Brücke in Nanjing, dem Ort mit der höchsten Zahl von Suiziden weltweit, das Leben gerettet hat.
17:50
In den Caprock Canyons lebt die letzte wilde Büffelherde von Texas. Vor rund 20 Jahren wurden die einzig verbliebenen 44 Bisons des Bundesstaates eingefangen und hierhergebracht. Mit der Kamera spürt der Fotograf Wyman Meinzer die Bisons auf. Texaner lieben ihr Rodeo. Überall im Bundesstaat finden Rodeo-Veranstaltungen statt, bei denen Pferde und Rinderbullen geritten werden. Sterling Spurr ist 19 Jahre alt und will professioneller Bullrider werden. Nach einer verletzungsbedingten Pause kehrt Sterling erstmals wieder in die Arena zurück. Ganz im Süden der Golfküste von Texas liegt unweit der Grenze zu Mexiko South Padre Island. Die Strände der Insel sind die bedeutendste Brutstätte in den USA für die vom Aussterben bedrohte Atlantik-Bastardschildkröte. Die Meeresbiologin Amy Bonker überwacht mit ihrem Team während der Nistsaison die Strände. Durch Fischernetze oder Schiffsmotoren verletzte Meeresschildkröten werden gesund gepflegt. Westtexas ist bekannt für seine Ghosttowns: verlassene Orte, deren Überreste von einer anderen Zeit erzählen. Die ehemalige Minensiedlung Terlingua erlebte ein erstaunliches Comeback: Inmitten von Ruinen leben Aussteiger und Glückssuchende. Terlingua ist für seine Bewohner so etwas wie der alternative Entwurf von Texas, ein Zufluchtsort in einer atemberaubenden Landschaft. Der Kontrast zwischen riesigen Canyons und weiten Wüstenlandschaften macht den Big-Bend-Nationalpark zu einem einzigartigen Naturschauspiel. Höhepunkt ist der atemberaubende Santa Elena Canyon, durch den sich ein legendärer Fluss schlängelt: der Rio Grande.
18:35
Im Norden zeigt sich Texas wie aus dem Bilderbuch - Prärie und große Rinderfarmen. Für den Ranchbesitzer Jerry Bob Daniel und seine Cowboys beginnt die tägliche Arbeit kurz nach Sonnenaufgang. Noch immer ist der zuweilen harte Beruf fest in Männerhand. Für manch einen ist das raue Cowboyleben wieder eine interessante Perspektive und hat viel mit gelebter Tradition zu tun. Während der Norden unter einer ständig wachsenden Wasserknappheit leidet, ist im äußersten Osten von Texas das Klima feucht und nass. An der Grenze zum Bundesstaat Louisiana liegt der wohl mystischste Märchenort von Texas: der Caddo Lake. Majestätisch ragen riesige Zypressenbäume aus dem See, jahrhundertealt und mit Spanischem Moos bewachsen. Doch das Paradies ist bedroht: Die Naturschützerin Laura Ashley-Overdike und ihre Kollegin Hattie Hackler kämpfen gegen einen sich schnell ausbreitenden Schwimmfarn, bekannt als Riesen-Salvinia. Mit der Zucht von kleinen Rüsselkäfern soll die Plage besiegt werden. Texas ist berühmt für sein Barbecue. Im Herzen von Texas, im Hill Country, verleiht der Grillmeister Jake Gandolfo dem Fleisch in speziellen Räucheröfen den typischen Geschmack. Am Golf von Mexiko sind die Biologinnen Kristi Fazioli und Vanessa Mintzer den Delfinen in der Bucht von Galveston auf der Spur. Die beiden Wissenschaftlerinnen wollen herausfinden, wie gut die Delfine in einer durch die umliegende Ölindustrie und Schifffahrt stark belasteten Umwelt überleben können.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Sie ist klein, unscheinbar und voller Power: Die Linse gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Was früher als Armeleuteessen galt, feiert heute als nachhaltiger Proteinlieferant ein Comeback auch bei jüngeren Köchen und Köchinnen. Die Familie Häußler auf der Schwäbischen Alb bewirtschaftet ihre Bio-Plantage und zaubert aus den Hülsenfrüchten traditionelle Gerichte wie Linsen mit Spätzle. Lucie Fischer-Chapalain zeigt die kulinarische Vielseitigkeit der Linse mit würzigen Tortillas und frischen Salaten. Die kleine Hülsenfrucht hat es in sich: Mit bis zu 25 Prozent Protein ist sie ein perfekter Fleischersatz und gilt in Äthiopien sogar als Glücksbringer für Hochzeitspaare.
20:15
In der Saar wird nahe einer Staumauer die Leiche einer jungen Frau gefunden: Die Arzthelferin Nathalie Bendig wurde mit einem starken Narkotikum betäubt und dann erstickt. Sämtliche DNA-Spuren sind durch die anschließende Ablage im Fluss allerdings vernichtet worden. Bei ihren Recherchen stoßen Hauptkommissarin Judith Mohn und ihr Kollege Freddy Breyer auf einen sehr ähnlichen Fall aus dem saarländischen Grenzgebiet, der nie aufgeklärt werden konnte. Der damalige Tatverdächtige, Pharmareferent und Familienvater Serge Roubaix, wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Judith geht der Sache weiter nach und kontaktiert dessen ehemaligen Pflichtverteidiger Alain Montand, der die Juristerei inzwischen an den Nagel gehängt hat und als Weinbauer arbeitet. Ihn plagen seit jenem Freispruch tatsächlich Schuldgefühle, weil er selbst nicht von der Unschuld seines Mandanten überzeugt war. Alain vertieft sich in die alten Fallakten und spielt Judith entscheidende Hinweise zu, denen die Polizei damals nicht nachgegangen ist. Gemeinsam finden die Kommissarin und der Ex-Anwalt endlich Beweise, die Serge Roubaix als Täter überführen könnten. Doch so einfach ist das nicht: Im damaligen Mordfall kann Roubaix nach dem rechtskräftigen Freispruch ohne ein Schuldgeständnis nicht noch einmal angeklagt werden. Und alles, was sie jüngst herausgefunden haben, ist vor Gericht als Beweismittel nicht zulässig. Judith muss erkennen, dass die Gerechtigkeit nicht immer zu ihrem Recht kommt. Sie setzt alles daran, den aktuellen Fall zu lösen - und damit hoffentlich auch den damaligen Täter zu überführen.
21:45
Hauptkommissar Fredo Schulz bekommt eine überraschende Diagnose: Der Arzt eröffnet ihm, dass er Darmkrebs hat und nur noch knapp drei Monate zu leben. Er solle mal was Schönes machen. "Was soll das sein?", fragt sich Fredo und geht arbeiten. Er wird mit seinem Kollegen Radu Lupescu zu einem Wohnblock gerufen, vor dem ein Sicherheitsmann erschossen wurde. Der hatte den Eigentümer Samir Berri begleitet, der die Räumung und Sanierung des Wohnblocks plant. Fredo hat Samir schon mal festgenommen - wegen Drogenhandels. Er vermutet, dass Samir mit seinen vermeintlich sauberen Immobiliengeschäften nur Geldwäsche betreibt. Die Kriminalfilmreihe geht in die nächste Runde: Wenn Fredo Schulz nichts mehr zu verlieren hat, wird es spannend. Der Polizist ahnt, dass die Verbrechen im Clanmilieu auf einen Krieg hindeuten und die Lage weiter eskalieren wird. Entgegen der Anweisung seines Chefs, sich eine Auszeit zu nehmen, ermittelt er trotz Schmerzen auf eigene Faust weiter. Damit bringt er allerdings nicht nur sich selbst in Lebensgefahr ...
23:15
Das Konzert findet statt an einem Ort, der nicht besser passen könnte: Der Smetana-Saal in Prag, der Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde - genau in der Zeit, als die Bilder laufen lernten. Gemeinsam mit dem Czech National Symphony Orchestra unter der Leitung von Jochen Rieder präsentiert Jonas Kaufmann Werke aus der frühen Zeit des Kinos, aber auch aktuelle Soundtracks: Von "Moon River" über "Singin' In The Rain" bis hin zu "Maria" oder "What a Wonderful World" - große Hits, die die Bilder der Filmklassiker vor dem inneren Auge entstehen lassen. Zur Filmmusik kam Jonas Kaufmann durch die legendären Tenöre der Tonfilm-Ära, Joseph Schmidt und Richard Tauber, aber auch durch die eigentlich aus der Klassik kommenden Komponisten wie Erich Korngold oder Max Steiner. Es ist aber nicht nur das professionelle Interesse, das den Star-Tenor zu seinem Programm inspiriert hat. Denn Kaufmann ist ein echter Filmfan. Wann immer er in seinem dicht gefüllten Tourkalender eine Lücke findet, geht er ins Kino - egal wo auf der Welt er sich gerade befindet. Das Programm, das Kaufmann zusammengestellt hat, trägt durch 90 Jahre Filmgeschichte. Werke der Weimarer Republik über Filmmusik von Ennio Morricone oder Hans Zimmer bis hin zu Klassikern aus Musical-Verfilmungen - Kaufmann bringt die Magie der Filmmusik eindrucksvoll auf die Bühne und lässt das Publikum in eine andere Welt eintauchen. Ein facettenreicher Abend aus Prag - und gleichsam Kino für die Ohren.