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TV Programm für ARTE am 11.10.2026

Beachtliche Bauten und ihre wilden Nachbarn 05:20

Beachtliche Bauten und ihre wilden Nachbarn: Am Wasser

Dokumentation

Am Mont-Saint-Michel herrschen Gezeiten, die zu den stärksten in Kontinentaleuropa zählen. Sie machen die Bucht rund um die mehr als tausendjährige Abtei zu einem sich ständig wandelnden Lebensraum für Seehunde, Zugvögel und Trichterwürmer. Weiter nördlich, auf der schottischen Isle of Mull, tummeln sich Papageitaucher an der Küste, über der die Burg Duart Castle thront. Über den Klippen schwebt wieder der majestätische Seeadler. Der große Raubvogel war fast ausgestorben und gilt heute als Symbol für erfolgreichen Artenschutz. Im Loiretal bieten die Schlösser Chambord, Villandry und Chenonceau eine unerwartete Kulisse für eine vielfältige und verborgene Tierwelt. In den königlichen Wäldern verstecken sich Rothirsche, in den Feuchtgebieten seltene Salamander; Fledermäuse nisten auf alten Dachböden, und Schwalben bauen ihre Nester unter den Steinbögen. Weiter südlich offenbart die Alhambra in Granada eine weitere Facette der Beziehung zwischen Mensch und Wasser. Die Nasriden waren geniale Architekten und schufen mit ihrem wasserdurchfluteten Bauwerk eine wahre Oase für Insekten und seltene Amphibien. Die Reise endet am Pont du Gard, einem Meisterwerk römischer Ingenieurskunst. Am Fluss Gardon unter dem Aquädukt leben Biber, Vipernattern und Etruskerspitzmäuse. Ein weiterer Beweis, dass die größten Bauwerke zu Refugien für allerlei Lebewesen werden können, wenn Mensch und Natur in Einklang miteinander leben.

Die Mythen der Wikinger 06:05

Die Mythen der Wikinger: Sigurd und die Walküre

Geschichte

Erneut liegt der Fluch des Rings über dem Reich der Menschen. Regin, der Sohn des getöteten Zauberers, will sich an seinem Bruder Fafnir rächen, der sich in Gestalt eines Drachen des väterlichen Schatzes und des magischen Rings bemächtigt hat. Regin trifft einen jungen Mann namens Sigurd und bittet ihn, den Drachen herauszufordern. Als Sigurd merkt, dass Regin ihn manipuliert, tötet er zuerst den Drachen und dann Regin. Den Schatz verteilt er unter den Armen und Bedürftigen. Als Sigurd kurz darauf die junge Gudrun und ihren Bruder Gunnar kennenlernt, verkleidet er sich aus Freundschaft und Abenteuerlust als Gunnar und befreit Brünhild, Gunnars Angebetete. Brünhild ist eine ehemalige Walküre, die sich einst Odins Befehl widersetzte und zur Strafe in ewigen Schlaf fiel. Sollte sie jemand befreien, ist sie dazu verdammt, ihren Retter zu heiraten. Sigurd heiratet Gudrun und Gunnar heiratet Brünhild, die glaubt, Gunnar habe sie befreit. Als sie merkt, dass sie getäuscht wurde, will sie Sigurd töten lassen. Odin, der sich den tapferen Sigurd schon lange für sein Totenheer wünscht, hilft Gunnar, Sigurd zu töten. Währenddessen rettet Loki die Götter, indem er Idunn und ihre goldenen Äpfel unter den gefährlichsten Umständen zurück nach Asgard bringt. Trotz seiner Heldentat misstrauen ihm die Götter und halten ihn für einen Betrüger.

Bauen im Kreislauf 06:30

Bauen im Kreislauf

Dokumentation

Die Baubranche ist einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen - und doch beginnt gerade hier ein Umdenken. Einer der neuen Ansätze, die in Zukunft Ressourcen einsparen sollen, ist das zirkuläre Bauen. Es verfolgt eine radikale Idee. Gebäude werden so geplant, dokumentiert und errichtet, dass sie später selbst wieder als Materialspender dienen: zurückbauen statt abreißen, wiederverwenden statt wegwerfen. Das Ziel sind geschlossene Stoffkreisläufe, die bereits beim Entwurf neuer Gebäude mitgedacht werden. In der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland machen sich Architektinnen, Forschende und kommunale Entscheider daran, diese Vision Realität werden zu lassen. Sie retten Glasfassaden vor der Deponie, erproben Methoden des Rückbaus von Gebäuden, forschen an der Wiederverwendung von Betonteilen und entwickeln digitale Werkzeuge, die Angebot und Nachfrage von Bauteilen besser zusammenbringen. Der Ansatz des zirkulären Bauens gewinnt in immer mehr kommunalen, nationalen und europäischen Regelungen an Bedeutung. Der Kanton Basel fördert intensiv die Wiederverwendung von Baumaterialien bei kommunalen Neubau-Projekten. In den Pariser Banlieues lassen Architektinnen und Architekten ein Kultur- und Gemeindezentrum entstehen, Keramikfliesen und Treppen kommen aus Häusern in der Nachbarschaft. Die Dokumentation begleitet diese Pionierinnen und Pioniere. Sie zeigt eine Vision, die Mut macht: Städte, die immer wieder aus sich selbst heraus erneuert werden. Jede Siedlung kann so zur Mine werden - ein wertvolles Rohstofflager, mit den Baumaterialien für die Zukunft.

Auf den Spuren der Cheops-Pyramide 07:25

Auf den Spuren der Cheops-Pyramide: Wunder der Architektur

Dokumentation

Die Cheops-Pyramide galt in der Antike als bedeutendstes der sieben Weltwunder, von denen sie heute als einziges noch erhalten ist. Mehrere Jahrtausende lang hielt die "Große Pyramide" den Rekord als höchstes Bauwerk der Welt mit der größten Masse und dem größten Volumen. Sie steht für die Perfektion sämtlicher Verfahren der Steinquaderarchitektur. In der Dokumentation werden die neuesten Erkenntnisse aus den archäologischen Forschungsarbeiten von Mark Lehner und Zahi Hawass vorgestellt, die das Verständnis für dieses faszinierende Baudenkmal revolutioniert haben. Wie gelang es den Ägyptern, ohne heutige Bau- und Vermessungstechniken und nur mit Kupferwerkzeugen ein derartiges Meisterwerk zu errichten? Woher kamen die Tausenden Arbeiter, die die schweren Steine bewegt haben? Waren sie Sklaven? Wie sahen Unterbringung und Speiseplan der Arbeitskräfte aus, und wie organisierten sie sich? In der Dokumentation kommt der französische Ägyptologe Pierre Tallet zu Wort, dessen Forschungsgruppe 4.500 Jahre alte Papyrusfragmente in einem Hafen am Roten Meer entdeckte, von dem aus Transportschiffe die großen Baustellen des ägyptischen Reichs belieferten. Unter den Papyri befindet sich das Logbuch des pharaonischen Beamten Merer, der für die Lieferung von Kalksteinblöcken für den Bau der Cheops-Pyramide zuständig war. Er beschreibt die Verschiffung der Steine über den Nil und die Herstellung der Kupferwerkzeuge, die beim Bau der Pyramide verwendet wurden. Außerdem erwähnt er die Kasernen und Hafenanlagen und den Namen des Verantwortlichen für den Bau der Cheops-Pyramide.

Legendäre Liebespaare des Kinos 08:20

Legendäre Liebespaare des Kinos: Steve McQueen und Ali MacGraw

Film/Kino/TV

Frauen schwärmten für seinen undurchdringlichen Blick mit den eisblauen Augen, Männer waren von Steve McQueens Stunts und seiner Liebe zum Motorsport begeistert. Sein Durchbruch gelang ihm 1958 mit der TV-Westernserie "Wanted: Dead or Alive" ("Der Kopfgeldjäger"). Mit Kinoproduktionen wie "Die glorreichen Sieben" (1960) oder "Le Mans" (1971) setzte er Maßstäbe für Actionfilme. McQueen fuhr selbst Rennmotorräder und -wagen und bestand darauf, möglichst viele Stunts in seinen Filmen selbst zu machen. Seine natürliche Lässigkeit brachte ihm den Spitznamen "King of Cool" ein. Genau wie McQueen traf auch Ali MacGraw den Zeitgeist. Zunächst arbeitete sie als Assistentin der "Vogue"-Chefredakteurin Diana Vreeland, die als "Modepäpstin" der 1960er galt, wurde dann Fotomodell und kam 1968 zum Film. Ihre Rolle als Jenny Cavilleri in "Love Story" (1970) machte sie über Nacht zum Star. Zwei Jahre später begegnete sie bei den Dreharbeiten zu Sam Peckinpahs Krimi "Getaway" (1972) Steve McQueen. Sie verliebten sich und Ali MacGraw verließ für ihn nicht nur ihren Ehemann, den Paramount-Chef Robert Evans, der damals zu den mächtigsten Männern in Hollywood zählte, sondern opferte auch ihre Schauspielkarriere. Doch hinter McQueens nonchalantem Auftreten verbarg sich ein Frauenheld, der egozentrisch, launisch und eifersüchtig war. Was als große Hollywood-Liebesgeschichte begann, endete als komplizierte Beziehung, die beide in den Drogenkonsum trieb. Bereits 1978, sechs Jahre nach ihrem Kennenlernen, trennten sie sich wieder. Doch sie werden für immer ein ikonisches Hollywood-Paar der 1970er Jahre bleiben.

Alt wird Neu - Neues Leben für historische Gebäude 09:15

Alt wird Neu - Neues Leben für historische Gebäude: Industriebauten

Architektur

Das industrielle Zeitalter ist vorbei. Viele Kraftwerke, Fabriken und Lagerhallen werden heute nicht mehr gebraucht. Es gibt vor allem zwei Gründe, sie trotzdem zu erhalten: ihr meist großes Volumen, das viel wertvolles Material und graue Energie birgt, sowie ihr kultureller Erinnerungswert. Zahlreiche Industriebauten stehen deshalb unter Denkmalschutz. Außerdem ist der Rückbau meist viel aufwendiger und teurer als die Sanierung und Modernisierung. Aufgrund ihrer räumlichen Großzügigkeit eignen sie sich oft für die Umnutzung zu Museen und Kulturzentren. Kathedrale aus Betonröhren, "Kissing Roofs", abgestürzter Planet, grüne Schlange: Diese Folge stellt aufregende Industrie-Umnutzungen vor, bei denen die Architektinnen und Architekten Mut und Kreativität bewiesen haben. Ein leerstehendes Korn-Silo wird zum spektakulären Museum mit einem über 30 Meter hohen, sakral anmutenden Atrium (Zeitz MOCAA, Kapstadt, Heatherwick Studio). Ein brachliegender Kohleumschlagplatz erhält geschwungene Dächer, die sich küssen, und wird zum belebten Einkaufszentrum (Coal Drops Yard, London, Heatherwick Studio). Ein kreisrundes UFO landet in einem Industriegelände (Niemeyer Sphere, Leipzig, Oscar Niemeyer). Ein giftgrünes Gebilde aus Glas schlängelt sich an einem entkernten Lagerhaus entlang (Cité de la Mode et du Design, Paris, Jakob + MacFarlane). Das Aufregende daran: Alle vier Projekte finden komplett unterschiedliche, innovative und originelle Lösungen für fast identische Aufgaben: aus nicht mehr gebrauchten und weitgehend maroden Objekten attraktive Landmarken mit neuer Funktion zu machen.

Twist 09:40

Twist: Digital Detox: Macht offline glücklich?

Magazin

Es fällt verdammt schwer, das Handy wegzulegen. Mal nicht schnell googeln, doomscrollen, Mails checken. Dabei stresst die ständige Bilder- und Nachrichtenflut, die Aggression im Netz, das Angeben auf Social Media. Es gibt eine große Sehnsucht nach Innehalten, Langsamkeit, dem Analogen.Handy aus! Aber können wir das überhaupt noch? Wie geht Offline-Sein?

Zu Tisch 10:15

Zu Tisch: Rhön, Deutschland

Essen und Trinken

Über 1.500 Quadratkilometer und die drei Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen erstreckt sich die Rhön. Wegen der weiten Ausblicke wird die Region auch das "Land der offenen Fernen" genannt. Im Naturschutzgebiet Lange Rhön hält Julia Djabalameli eine der ältesten Schafrassen der Welt: das Rhönschaf. Die Schäferin wohnt mit ihrem Sohn in Melperts, einem kleinen Dorf in der hessischen Rhön. Während sie sich um ihre Tiere kümmert, ist Adrian bei seinen Freunden nebenan: Die van Eyks und ihre drei Kinder sind Teil einer Hofgemeinschaft. Das Abendessen bereitet Vanessa van Eyk gemeinsam mit ihrem Schwiegervater Franz vor. Die beiden kochen Rhöner Mehlklöß' in einer Variante mit buntem Gemüsecurry. Franz hat den heruntergekommenen Hof in den 1980er Jahren gekauft und die erste Landkommune der Rhön gegründet. Heute leben in der Hofgemeinschaft vier Familien. Anfang Oktober feiern alle gemeinsam das Erntedankfest. Dafür probiert Vanessa typische Rezepte der Region wie den Rhöner Apfel-Schmand-Kuchen aus. Die Brüder Till und Samuel Vollmer, die in der Hofgemeinschaft aufgewachsen sind, bereiten eine Rhönlammkeule zu. Während die Kinder das Lagerfeuer vorbereiten, erntet Vanessa im Gemeinschaftsgarten Herbstgemüse für den Rhöner Ploatz, einen deftigen Blechkuchen mit Roggenmehl.

Wilde Kunst 10:40

Wilde Kunst

Dokumentation

Was soll man von der Elefantendame Suda halten, die mit Pinsel und Farbe ihren Freund porträtiert? Echte Begabung? Könnte es sein, dass die Wurzeln unserer Kunst weit zurück ins Reich der Tiere reichen? Kunst macht Mühe und kostet Zeit. Lauter Nachteile im Überlebenskampf. Wenn aber Tanz, Gesang und Architektur zu Verführungskünsten werden, zahlt es sich aus. Dass manche Tiere dabei sogar Kreativität und ihren "persönlichen Stil" entwickelten, ist nicht verwunderlich. Schließlich will man sich von Mitbewerbern abheben. Auch in der frühen Menschheitsgeschichte galten die Anfänge der Kunst wohl dem anderen Geschlecht. Dafür sprechen kunstvoll gefertigte Riesenfaustkeile, die zu groß waren, um sie als Werkzeug zu verwenden. Waren sie Schaustücke, um den Frauen zu imponieren? Es vergingen Jahrhunderttausende, bis den Menschen ein Kunststück gelang, was den Tieren bis heute versagt bleibt: die Abbildung ihrer Umgebung. Erst die Eiszeitkünstler vor 43.000 Jahren schnitzten Elfenbein-Figürchen von Mammuts, Pferden und Wasservögeln. Und als sie auf ihren Knochenflöten die ersten Melodien spielten, war die Kunst endgültig zur "Sprache der Gefühle" geworden. Unsere Kunst ist längst über biologische Zwecke hinausgewachsen. Aber ihr Ursprung ist schon bei Tieren zu finden. Schließlich ist auch die Kunst nicht vom Himmel gefallen.

Tierisch aufgeforstet 11:25

Tierisch aufgeforstet: Im Herzen des Regenwaldes

Tiere

Angeführt von einem Trupp Kapuzineräffchen geht es tief hinein in den mittelamerikanischen Regenwald. Fernab vom lauten Treiben der Menschen gewinnt die Natur die Oberhand zurück. Mit jedem Schritt unter dem dichten Blätterdach lassen sich Tiere auf wichtiger Mission entdecken: Der Jaguar, unsichtbarer Herrscher des Unterholzes, streift lautlos umher. Hoch oben in den Wipfeln lassen sich Rotgesicht-Klammeraffen ganze Früchte schmecken, verbreiten deren Samen und säen damit die Bäume von morgen. Am Boden suhlen sich Weißbartpekaris im Dreck und graben dabei temporäre Tümpel im ausgetrockneten Wald, in denen neues Leben entsteht. Das umtriebige Aguti vergräbt jede Menge Samen und vergisst einen Teil davon; daraus werden neue Baumriesen. Nach der Trockenzeit kehrt der Regen zurück, und der Wald erwacht zu neuem Leben. In einer beeindruckenden Flugshow kommen tropische Laubfrösche aus dem Blätterdach herab und paaren sich. Krötenmännchen locken mit ihrer leuchtend gelben Farbe Weibchen an. Die von den Pekaris gegrabenen Tümpel füllen sich und werden zum Kinderzimmer für unzählige Kaulquappen. Der Stoffwechsel der Kolibris läuft auf Hochtouren: Sie sammeln den Nektar von bis zu 3.000 Blüten am Tag und sorgen so für die Bestäubung Tausender Pflanzenarten. Diese Folge enthüllt die faszinierenden Wechselwirkungen der Natur: Eine erlegte Beute düngt den Boden, ein transportierter Samen schließt eine Lücke im Blätterdach, eine von Nabelschweinen gegrabene Wasserstelle wird zum Treffpunkt für die gesamte Fauna. Nach und nach wird klar: Regeneration ist ein konkreter Prozess, bei dem die Artenvielfalt wieder die Oberhand gewinnt.

Tierisch aufgeforstet 12:10

Tierisch aufgeforstet: Am Rand des Regenwaldes

Tiere

Ein Trupp Kapuzineräffchen führt uns an den Rand des Regenwaldes, wo Dschungel, Mangroven und Ackerland ineinander übergehen. Hier wird jedes Tier zum Entdecker, Landwirt oder Lebensspender. In den Mangroven bewegen sich die Kapuzineräffchen zwischen zwei Welten hin und her und tragen dabei Samen von einem Ökosystem zum anderen. Am Strand ist die Arribada in vollem Gange: Mehr als hunderttausend Oliv-Bastardschildkröten marschieren im Schutz der Nacht an Land, um ihre Eier abzulegen. Ein hungriger Jaguar nutzt diese Gelegenheit, um sich den Magen vollzuschlagen und die Reste seines Festmahls dienen wiederum als Nahrung für Nasenbären, Rabengeier und Kahlkopfgeier. Letztere sind fliegende Düngemaschinen und transportieren Nährstoffe vom Waldrand bis tief ins Herz des Dschungels. Etwas weiter entfernt trampelt eine Herde Weißbartpekaris durch einen Palmenhain, frisst sich an den Früchten satt und trägt zur Verbreitung von Samen bei. Die Montezumastirnvögel weben ihre Hängenester in Eukalyptusbäume und integrieren diese Eindringlinge nach und nach in das Ökosystem. Ein Rotaugenlaubfrosch laicht im Wasserbehälter einer Kaffeeplantage und verwandelt diesen unwahrscheinlichen Ort in einen biologischen Korridor. Am Waldrand wacht der Bechsteinara über die letzten Bergmandelbäume, schneidet mit dem Schnabel tote Äste ab und baut sein Nest in das weiche Holz. Die Folge "Am Rand des Regenwaldes" zeigt, wie die Tierwelt geduldig die Lücken des Regenwaldes schließt und die Natur wieder zu ihrem Recht kommt, wenn Mensch und Fauna respektvoll zusammenleben.

Tierisch aufgeforstet 12:55

Tierisch aufgeforstet: Die Verbündeten des Regenwaldes

Tiere

In Mittelamerika entsteht ein neues Bündnis zum Schutz des Regenwaldes. Ob Klammeraffen oder Fregattvögel, jede Tierart leistet ihren Beitrag. Die einen bringen Samen für neue Baumriesen ein, die anderen versorgen die Küsten mit Nährstoffen und verbinden Meer und Land. Doch die Tiere sind nicht länger auf sich allein gestellt. Seit zwanzig Jahren beobachtet ein Biologe die Rotgesichtklammeraffen hoch oben in den Baumwipfeln. Er kennt jedes Tier beim Namen, notiert jede Bewegung und jede Geburt. Die Daten zeigen, wie diese Gärtner des Dschungels den Regenwald von morgen gestalten. Am Waldrand hat sich ein Dorf dafür entschieden, mit den Weißbartpekaris zusammenzuleben, statt die Nabelschweine zu jagen. Mit den Tieren ist ein neues Gleichgewicht zurückgekehrt. Oben in den Bergen spürt ein Forscher Harlekinkröten auf, Überlebende einer Epidemie, die die Amphibien weltweit dezimiert hat. Jedes einzelne Tier ist ein kleiner Sieg! In der Ebene wacht ein Vogelkundler über die Bechsteinaras und ihre Nester im weichen Holz der Mandelbäume, ohne die sich die Papageienvögel nicht fortpflanzen könnten. Auf einer Insel im Pazifik beobachtet ein Biologe eine große Fregattvogelkolonie. Ihr Kot düngt die Küsten und Trockenwälder und schlägt eine Brücke zwischen Meer und Land. Die Folge "Die Verbündeten des Regenwaldes" zeigt, wie Menschen und Tiere zusammenarbeiten, um den Regenwald wieder zu einem wilden Biotop zu machen und die Wunden von Kultur- und Naturlandschaft zu schließen.

Der Schimmelreiter 13:40

Der Schimmelreiter

Drama

Nordfriesland heute: Nach dem Tod seines Schwiegervaters übernimmt Hauke Haien zwei wichtige Funktionen im Küstenschutz. Er wird Deichgraf und Direktor des Küstenschutzes. Fachlich ist Hauke der beste Mann für diese Aufgabe, er ist ein Visionär, der im Einklang mit der Natur lebt und denkt. Allein die Menschen sind nicht seins. Als Eigenbrötler weiß Hauke kaum, wie er ein Publikum begeistern und Mitstreiter gewinnen kann. Seine Warnungen vor den Auswirkungen des Klimawandels werden im Dorf als Hysterie abgetan, obwohl die Küstenbewohner wissen, dass eine drastische Kurskorrektur der Klimapolitik unvermeidlich ist. Aber sobald diese die eigene Existenz betrifft, hält man lieber am Bewährten fest. Zu Haukes Glück unterstützt ihn seine Frau Elke. Umsichtig und klug gelingt es ihr, Hauke Gehör zu verschaffen. Seine Ansätze stoßen sogar in der Politik auf ein positives Echo. Man verspricht, ihn zu unterstützen, doch bald wird bekannt, dass seine Pläne sehr viel weiter reichen, als er selbst bisher kundgetan hat. Die moderne Adaption von Theodor Storms "Der Schimmelreiter" durch Francis Meletzky (Drehbuch: Léonie-Claire Breinersdorfer) überträgt die Vorlage in die Gegenwart und macht daraus einen spannenden Fernsehfilm, der mit dem Klimawandel eines der relevantesten Themen unserer Zeit in den Mittelpunkt stellt.

Schloss Schönbrunn 15:15

Schloss Schönbrunn: Hinter der Fassade der Macht

Dokumentation

"Schloss Schönbrunn" zeigt beeindruckende Bilder einer der schönsten herrschaftlichen Residenzen Europas so, wie es selbst die Habsburger Kaiser nie gesehen haben. Denn erst aus der Vogelperspektive, die moderne Drohnenkameras ermöglichen, offenbart sich die ganze Pracht und Größe dieses spätbarocken Juwels in Wien. Das gewaltige Ensemble mit Schloss, Park, Tiergarten und zahlreichen Nebengebäuden diente vom 18. Jahrhundert an den Herrschern aus dem Hause Habsburg als Wohnung, aber auch als repräsentativer Herrschaftssitz. Zwei Frauen stehen für die wechselhafte Geschichte des Schlosses: Kaiserin Maria Theresia und Kaiserin Elisabeth, bekannt als Sisi. Kaiserin Maria Theresia baute das Schloss aus, als Sommerresidenz war es gedacht. Wohnlich sollte es sein, zugleich aber repräsentativ. Und vor allem sollte es der Idee des Absolutismus sichtbar Ausdruck verleihen. Alles an diesem Schloss ist auf die Verherrlichung eines absolutistischen Herrschers ausgerichtet, der nur Gott untertan ist, sich selbst aber sein Land, sein Volk, ja Fauna und Flora untertan macht. Daher die Ornamentik der Beete, die Alleen aus in Form geschnittenen Bäumen, das Bildprogramm von Gloriette und Neptunbrunnen. Hieß es für Maria Theresia am Ende eines Sommers Abschied nehmen, so wollte Franz-Joseph mit seiner Sisi dort das ganze Jahr zubringen - allerdings wie auf einem Präsentierteller, denn der Park war schon lange den Wienern zugänglich. Sisi floh von Schönbrunn. Franz-Joseph blieb und starb dort vereinsamt. Glück hat der Prunk den beiden nicht gebracht.

Claude Monets Seerosen 16:50

Claude Monets Seerosen: Schönheit für die Ewigkeit

Dokumentation

Claude Monets Begegnung mit den Seerosen begann 1889 auf der Pariser Weltausstellung, wo der Gärtner Joseph Bory Latour-Marliac die exotischen Pflanzen präsentierte. Fasziniert schuf Monet in den folgenden 30 Jahren einen künstlichen Teich und einen Garten als lebendige Farbpalette samt großem Atelier - um dort über 250 Gemälde zu schaffen, darunter zwölf Meter lange Panoramaformate. Mit dieser radikalen Bildsprache trieb er den Impressionismus an die Grenzen der Abstraktion. Als Monet 1926 starb, ehrte Frankreich den Meister des Impressionismus. Doch als 1927 seine "Nymphéas" in der Pariser Orangerie gezeigt wurden, blieben die Säle leer. Die Wasserlandschaften wirkten auf das Publikum befremdlich. Die Wiederentdeckung begann in den USA. 1952 stieß der damals junge Maler Ellsworth Kelly in Monets verfallenem Atelier in Giverny auf staubbedeckte Seerosen-Paneele. Für ihn und seine Zeitgenossen - darunter Jackson Pollock, Mark Rothko und Barnett Newman - verkörperten diese späten Werke genau das, wonach sie selbst suchten: eine Malerei der totalen Immersion. Sie überzeugten das MoMA, zwei der Panels zu erwerben. Von dort sprang der Funke nach Japan über. Dort fanden die Seerosenbilder eine besondere Resonanz - sie erinnerten an die Ukiyo-e-Holzschnitte, die Monet selbst gesammelt hatte. Auch Giverny selbst erlebte eine Renaissance: Dank amerikanischer Spenden wurde der verwilderte Garten restauriert und 1980 wiedereröffnet. "Claude Monets Seerosen" erzählt die Geschichte eines Werks, das seiner Zeit voraus war - und wie es schließlich sein Publikum fand.

Riccardo Chailly & Lukas Sternath 17:45

Riccardo Chailly & Lukas Sternath: Lucerne Festival 2026

Konzert

Im Mittelpunkt steht Sergej Rachmaninows "4. Klavierkonzert", ein Werk, das weit seltener zu hören ist als seine berühmteren Vorgänger und gerade deshalb besondere Aufmerksamkeit verdient. Das "Klavierkonzert Nr. 4 g-Moll, op. 40" ist das letzte Klavierkonzert des Komponisten und zeigt ihn von einer konzentrierten und stellenweise überraschend modernen Seite. Entstanden 1926 im Exil und 1927 in Philadelphia uraufgeführt, stieß das 4. Klavierkonzert zunächst auf eine eher zurückhaltende Resonanz; bis heute steht es etwas im Schatten der populäreren zweiten und dritten Konzerte, gilt aber gerade wegen seiner verdichteten Sprache und seines ungewöhnlichen Tons als besonders reizvoll. Den Solopart übernimmt der junge Wiener Pianist Lukas Sternath, der sich in den vergangenen Jahren als eine der markantesten Stimmen seiner Generation profiliert hat. Das 4. Klavierkonzert spielt in seinem Repertoire eine besondere Rolle: Anfangs, so berichtet Sternath, sei ihm das Werk nicht unmittelbar nahe gewesen. Erst eine intensive Beschäftigung habe ihm den Zugang eröffnet. Heute gehört es zu jenen Stücken, mit denen er sich künstlerisch besonders stark identifiziert. Begleitet wird er vom Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly. Diese Aufzeichnung rückt mit Rachmaninows 4. Klavierkonzert in der Fassung von 1941 bewusst ein Werk ins Zentrum, das selten im Rampenlicht steht und gerade darin seinen besonderen Reiz entfaltet.

Karambolage 18:35

Karambolage: Mille-Feuilles / Der Berliner Bär / Das Berghain

Magazin

(1) Nikola Obermann liefert sich ein Duell mit der französischen Süßspeise Mille-Feuilles. (2) Das Symbol von Berlin ist ein Bär. Er ist überall in der deutschen Hauptstadt präsent. (3) Remi Ryterband besucht einen der coolsten Clubs der Welt: das Berghain. (4) Und wie immer - das Rätsel.

Köstliches Ligurien 18:45

Köstliches Ligurien: Golf Paradiso und Golf von Tigullien - Aromen zwischen Gischt und Erde

Land und Leute

Der "Maestro" Franco Casoni ist eine Institution in Chiavari. In seinem Atelier in der Altstadt schnitzt er zwischen Holzspänen und Figuren kunstvolle Corzetti-Stempel - kleine Holzkunstwerke, mit denen er die traditionellen Pastataler prägt. Am Herd wird daraus ein schlichtes Gericht, das Handwerk und Küche unmittelbar verbindet. Mario Benvenuto ist Grafiker und Dozent für Kunst und Design. Er versteht es, aus dem Golfo Paradiso das Beste zu ziehen: den Espresso am Hafen von Camogli - und die Ruhe seines Hauses in den Hügeln oberhalb von Recco. Vegane Restaurants sind in Ligurien noch selten, Mario ist auf die eigene Küche angewiesen. Aus wenigen Zutaten entsteht ein veganes Gericht: Erbsenpüree, dazu Gemüse, Couscous sowie die Aromen von Salbei und Dill. Im ligurischen Hinterland hält Luca Quirini eine fast ausgestorbene Rinderrasse am Leben: die Cabannina. Klein, trittsicher und widerstandsfähig bewegen sich die Tiere durch Wälder und über steile Hänge - und erinnern eher an Bergziegen als an Kühe. Aus ihrem Fleisch entsteht ein langsam geschmorter Braten, geprägt von den Kräutern und Blumen der Weiden. Bei Rapallo, am Golfo von Tigullio, hat Laura Bianchi ihr Leben neu geordnet. Nach einem Unfall ließ sie die Modewelt hinter sich und verwandelte ein jahrzehntelang verwildertes, terrassiertes Grundstück in einen produktiven Garten. Gemeinsam mit ihrem Partner kocht sie Gatafin - gefüllte Teigtaschen, entstanden aus dem, was das Land rund um ihr Haus hergibt.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur

360° Reportage 19:40

360° Reportage: Vietnam: Brücken bauen für bedrohte Affen

Reportage

Die Halbinsel Son Tra an der Küste Vietnams ist für die Rotschenkligen Kleideraffen der wichtigste Rückzugsort. Trotz der Nähe zur Millionenstadt Da Nang ist der Dschungel hier noch weitgehend intakt, vor allem aufgrund der Geschichte des Ortes. Hier landete zu Beginn des Vietnamkriegs die US-amerikanische Navy, später blieb die Halbinsel wegen ihrer strategisch bedeutsamen Lage militärisches Sperrgebiet. So konnten sich die empfindlichen Kleideraffen hier weitgehend ungestört entwickeln. Rotschenkel-Kleideraffen gehören zur Primatengruppe der Languren. Sie sind reine Vegetarier und ernähren sich hauptsächlich von Blättern aus den Baumkronen. Einst lebten sie weit verbreitet in Vietnam, doch insbesondere der Krieg ließ ihre Zahl drastisch sinken: Weite Waldbestände wurden zerstört, und viele hungernde Vietnamesen ernährten sich notgedrungen auch von Wildtieren. Jahrzehnte nach Kriegsende gilt der Rotschenkel-Langur als stark vom Aussterben bedroht. Es gibt verschiedene Languren-Arten, aber die Rotschenkel-Languren haben ein einzigartiges Farbenkleid und gelten als die schönsten Primaten der Welt. Auf der Halbinsel Son Tra überwachen Tieraktivisten wie Tuan Bui Van und Luc Nguyen seit Jahren den Bestand der auffallend schönen und geschickten Kletterer. Die Tiere hier müssen überleben, um ihre Art in freier Wildbahn erhalten zu können. Rotschenkel-Kleideraffen werden ausgewachsen etwa 70 Zentimeter groß und sind äußerst friedliche Tiere. Sie leben in kleinen Gruppen, meist mit nur einem Männchen. Der größte Teil ihres Lebens spielt sich in den Wipfeln der Bäume ab - dort, wo sie sich ernähren und vor Raubtieren sicher fühlen. Doch seitdem das Militär eine Straße mitten durch den Affenwald gebaut hatte, haben viele Languren Schwierigkeiten bei der Nahrungssuche. Tierschützer sind alarmiert: Kann es gelingen, mittels Kletterbrücken diese Languren in freier Wildbahn zu retten?

Der Sternwanderer 20:15

Der Sternwanderer

Fantasyfilm

Wall ist ein verschlafenes englisches Dorf, benannt nach der Steinmauer, welche die Bewohner seit Äonen vor dem übernatürlichen Paralleluniversum sichert, das direkt auf der anderen Seite liegt. In Wall verspricht der junge Tristan Thorn dem hübschesten Mädchen, dass er ihr einen herabgefallenen Stern bringen wird. Dazu muss er jedoch die Mauer überwinden und taucht auf der anderen Seite in eine geheimnisvolle Welt voller Magie und sich entfaltender Legenden ein. In diesem fantastischen Reich, bekannt als Stormhold, entdeckt Tristan, dass der herabgefallene Stern gar nicht das ist, was er erwartet hat - es handelt sich um eine temperamentvolle junge Frau, die bei ihrem kosmischen Sturz verletzt wurde. Jetzt ist sie in großer Gefahr, denn sie wird von kolossalen Mächten gesucht. Darunter die intriganten Söhne des verstorbenen Königs, die nur durch sie den Thron erlangen können, und eine bösartige Hexe, die verzweifelt versucht, den Stern zu nutzen, um ewige Jugend und Schönheit zu erlangen. Tristan wird schnell klar: Alle, denen der Stern begegnet, haben eigene Absichten, manche sind gut, manche böse, aber alle wollen nur eines - ihr Herz. "Der Sternwanderer" ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Neil Gaiman. Laut Gaiman handelt es sich bei der Verfilmung um eine getreue Adaption in komprimierter Form, mit nur wenigen Unterschieden zu seinem Buch. Der Film wurde in England, Schottland, Wales und Island gedreht.

Shutter Island 22:15

Shutter Island

Psychothriller

Der US-Marshal Teddy Daniels und sein neuer Partner Chuck Aule sollen im Jahr 1954 im Ashecliffe Hospital auf Shutter Island das Verschwinden der Patientin Rachel Solando aufklären. Das Besondere an dem Fall: Shutter Island ist eine geschlossene Nervenklinik, die ihre Patienten wie Gefangene behandelt. Alle Türen sind verriegelt, das Gebäude ist mit einem elektrischen Draht umzäunt - eine Flucht ist unmöglich. Besonders Teddy Daniels reagiert verstört auf die Patienten und die Klinik. Ein Hurrikan verhindert bis auf weiteres eine Rückkehr auf das Festland, und während die Ermittlungen den Verdacht immer mehr erhärten, dass auf Shutter Island geheime Experimente an Patienten durchgeführt werden, wird Teddy immer wieder mit den Erinnerungen an seine verstorbene Ehefrau und seine Zeit als Soldat konfrontiert. Teddy gesteht seinem Partner Aule, dass er den Fall angenommen habe, weil die USA auf der Insel verheerende Versuche an hilflosen Menschen durchführten wie einst die Nazis, und dass der Mörder seiner Familie sich dort aufhalte. Je tiefer Teddy in die Geheimnisse der Klinik eindringt, desto undurchsichtiger wird, was tatsächlich geschieht und was seiner inneren Wahrnehmung entspringt. Martin Scorseses Psychothriller basiert auf dem gleichnamigen Roman des US-Autors Dennis Lehane aus dem Jahr 2003; das Drehbuch schrieb Laeta Kalogridis. Premiere feierte "Shutter Island" 2010 im Wettbewerb der 60. Berlinale. Mit Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley, Michelle Williams und Max von Sydow ist das Ensemble prominent besetzt.