05:00
Mit dem Katamaran von Kap Verde nach Brasilien überzusetzen war letztlich nur ein kleines Abenteuer im Vergleich zur Weiterfahrt nach Madagaskar. Sechs Meter hohe Wellen und eine Windstärke von 50 Knoten haben das fragile Gleichgewicht an Bord völlig durcheinandergebracht. So ist die Besatzung der "Nomade des Mers" noch etwas aufgewühlt, als sie im Hafen von Toliara im Südwesten Madagaskars anlegt. Doch der Lowtech-Katamaran dürfte schnell wieder meerestüchtig sein: Lowtech bedeutet nämlich auch einfache Reparatur. In der Zwischenzeit entdecken die jungen Meeresnomaden eine wichtige Ressource Madagaskars: die erstaunlich nährstoffreiche Spirulina-Alge. Täglich dient sie Zehntausenden von Menschen als wichtiges Nahrungsergänzungsmittel - eine Wunderwaffe gegen Mangelernährung im Kindesalter. Dr. Haza, Spezialist für Spirulina-Kulturen, schaut sich die Kultur an Bord an und will ein neues System entwickeln, wie sich der Ertrag am besten steigern lässt. In einer von Nonnen geführten Krankenstation nehmen unterernährte Kinder an einem Aufbauprogramm teil, das auch die Eigenschaften der Spirulina-Alge nutzt.
05:25
Vom Raumfahrtzentrum in Französisch-Guayana starten regelmäßig europäische Raketen und Satelliten ins All. Vor jedem Countdown müssen die vorgelagerten drei Inseln aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Sie wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts auch als Gefängnisinseln genutzt. Danach verfielen sie und wurden von der Natur zurückerobert. Heute wachsen darin Pflanzen, die die Standfestigkeit der Gebäude bedrohen. Schlingpflanzen überwuchern das Gelände. Doch Frankreich hat mit der Vergangenheitsbewältigung begonnen, die Gebäude werden saniert, um dieses historische Erbe zu bewahren. Aurore Schneider ist mit der Freilegung und Renovierung der Anlagen beauftragt. Mit Hilfe der Fremdenlegion sollen sie bald Besuchern offenstehen. Immer wieder jedoch müssen die Arbeiten unterbrochen werden. Raketen, die vom Weltraumbahnhof der Stadt Kourou abgeschossen werden, überfliegen die ehemaligen Gefängnisinseln. Aus Furcht vor herabfallenden Teilen müssen die Inseln bei jedem Start geräumt werden. Auch jetzt wieder, und zwar für eine besonders heikle Mission: das größte bisher gebaute Weltraumteleskop soll schon in wenigen Tagen von Kourou aus in den Orbit fliegen.
06:20
Kokos-Tarte aus Guadeloupe: Tourment d'amour / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!
06:50
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Das erträumte Belgien des Malers Fernand Khnopff / Griechenland: Das Schönheitsideal der Nacktheit / Bretagne: Sophies Jakobsmuscheln mit Andouille-Wurst / USA: Baseball ist kein Spaß!
07:35
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Japan: Sawako Ariyoshi, Stimme der japanischen Frauen / Paris: Der rote Gürtel der französischen Hauptstadt / Panama: Catalinas geschmortes Hühnchen / Kanada: Jagd auf queere Menschen
08:25
Lahemaa bedeutet auf Estnisch "Land der Buchten". Entlang der Küste erstrecken sich vier Halbinseln, sieben Flüsse und ein riesiges Urwaldgebiet. Der Park ist dünn besiedelt, dadurch kann sich die Natur ganz unberührt entfalten. Die meisten Dörfer finden sich entlang der Küste, einige, wie das alte Kapitänsdorf Käsmu, sind heute vor allem bei Künstlern beliebt. Das alljährlich stattfindende Musikfestival Viru Folk zieht im Sommer viele Besucher an. In Käsmu finden sich auch die meisten Findlinge in Lahemaa. Große Felsbrocken, die vor Tausenden von Jahren mit der Eisschmelze an die Küste geschwemmt wurden und heute unter besonderem Schutz stehen. Hier gibt es einen Fluss, in dem noch Perlenmuscheln leben. In ganz Nordeuropa sind sie vom Aussterben bedroht. Hier werden sie liebevoll gepflegt und erhalten. Weitere Besonderheiten: der ehemalige sowjetische U-Boot-Hafen Hara, der inzwischen verfällt und Graffiti-Künstler inspiriert, eine große Braunbärenpopulation und alte Gutshäuser, in denen im 19. Jahrhundert vor allem deutsch-baltische und schwedische Adelige gelebt haben. Das größte von ihnen ist das Gut Kolga, das eine bewegte Geschichte hat und erst in jüngster Zeit von Kunststudenten restauriert wird.
09:10
Der Nationalpark Soomaa ist berühmt für seine fünfte Jahreszeit. So nennen die Einheimischen das Hochwasser nach der Schneeschmelze im Frühjahr. Dann bewegen sich die Bewohner Soomaas fast ausschließlich mit Kanus und traditionell gefertigten Einbäumen aus Espenholz von Tür zu Tür. Der Einbaum-Bootsbau ist estnisches Kulturgut, die Bautechnik gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Aivar Ruukel ist einer der bekanntesten Einbaum-Baumeister des Landes. Und einer von nur 50 Esten, die hier im Nationalpark leben. Soomaa ist äußerst feucht und menschenleer, was wiederum Kraniche und andere Vogelarten fast magisch anzieht. Der Nationalpark ist seit mehr als 30 Jahren ein Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung. Soomaa bedeutet auf Estnisch "Sumpf" oder auch "Moorland". Moorlandschaften spielen in der estnischen Mythologie eine wichtige Rolle und werden als geheimnisvolle Orte betrachtet. Das Moor von Öördi gehört zu den großen Mooren in Soomaa. Die Hochmoore sind die ältesten; ihre Geschichte reicht bisweilen über 10.000 Jahre zurück. Die jüngsten Einwohner Soomaas sind die Zwillinge Tuul und Torm und ihr Bruder Küü - die drei Söhne der Kanulehrer Rene Valner und Mariell Jüssi. Gemeinsam stellt sich die Familie den Naturgewalten. Dazu gehört der Kampf gegen Marder im Hinterhof oder die Organisation der Einkäufe nach Hochwasser. Das Wohnhaus der Familie steht auf einer der wenigen kleinen Inseln in Estland, die nur über eine Hängebrücke zu erreichen sind.
09:55
Das Herzstück des Nationalparks ist der gleichnamige Fluss Gauja, der sich in vielen Mäandern durchs Land schlängelt, gesäumt von alten Wäldern und roten Sandsteinfelsen, die im Devon entstanden und mehr als 400 Millionen Jahre alt sind. Im Gauja-Nationalpark befinden sich auch 200 Höhlen, die vom Wasser in den Sandstein gegraben wurden. Um sie ranken sich viele Sagen und Legenden. Schon im Altertum lebten hier die heidnischen Stämme der Liven und Lettgallen. Mehr als 500 Kulturdenkmäler - alte Burgen, Schlösser, Ruinen und archäologische Ausgrabungsstätten - zeugen von der langen Siedlungsgeschichte. Sanfter Tourismus ist im Nationalpark erlaubt. Wandern, Radfahren und vor allem Kanutouren auf der Gauja bieten ein atemberaubendes Naturerlebnis. Der höchste Feiertag im Jahr ist für die Letten der Johannistag. Am 23. Juni fahren alle aufs Land, um nach heidnischer Tradition die Sommersonnenwende zu feiern. In der Ligo-Nacht fühlen sich die Letten ihren heidnischen Wurzeln nah, ihrer Kultur und Naturverbundenheit. Festliche Trachten, selbst gebundene Blumenkränze und die überlieferten Volkslieder - die Magie der jahrhundertealten Rituale, die unter der Sowjetherrschaft verboten waren, vereint die Letten im Bewahren ihrer Identität.
10:40
Ein schmaler Streifen Land an der Ostsee, nur wenige Hundert Meter bis vier Kilometer breit, vereint einzigartige Ökosysteme in einem Unesco-Welterbe, der Kurischen Nehrung. Seit 1991 wird das Gebiet als Nationalpark geschützt. Früher war die Halbinsel ein einziger Wald, doch die anhaltende Rodung gab dem Sand seinen Raum, so viel, dass er ganze Dörfer verschluckte. Heute, nach Jahren der Wiederaufforstung, liegen riesige Dünen neben schützenden Wäldern. Vereinzelte einfache Häuser erzählen noch von der Zeit, bevor die Kurische Nehrung als Bade- und Fischerort zu etwas Geld kam und Thomas Mann hier ein Sommerhaus bauen ließ. In dem Nationalpark ist das Wechselspiel von Mensch und Natur auch an der Population der Kormorane zu beobachten. Erst nahezu vertrieben und erfolgreich zurückgebracht, wuchs ihr Bestand so weit, dass sie das Gleichgewicht der Wälder und Fischbestände gefährden. Der Fischfang ist aber eine der wenigen Arbeiten, die ein Leben auf der Kurischen Nehrung überhaupt ermöglichen. Der Holzrauch der Räuchereien liegt deshalb oft in der Luft und lockt wilde Katzen an, die es auf den Fisch abgesehen haben. Karolis Tamulis sieht die Situation pragmatisch: "Das Haff hat uns vieles genommen, aber wir sind ihm nicht böse". In den Dünen verstecken sich zahlreiche endemische Pflanzen, die den Sand verwurzeln und in bunten Farben leuchten. Weiter landeinwärts gibt der "Tanzende Wald" Forschern Rätsel auf: Warum sich seine Bäume in allen erdenklichen Formen verrenken, vermögen Wissenschaftler bis heute nicht zu beantworten. Es lässt ihn aber umso magischer erscheinen.
11:25
TikTok, Snapchat, Instagram & Co. prägen den Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Nach Australiens Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige plant nun auch Frankreich ein Verbot. Ein EU-weites Gesetz träte frühestens 2027 in Kraft. Viele Eltern wollen nicht darauf warten und organisieren sich selbst.
11:55
Zartes Lamm nach Omanischer Tradition: Shuwa / Ein Biss'chen Heimat: Alexandre, ein Omaner in Paris / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Kate Bushs geliebtes London / La Réunion: Die Kraft der Heilpflanzen / Norwegen: Henriks Kabeljau / Griechenland: Sesam, öffne dich!
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Paris: Kateb Yacines literarisches Exil / New York: Die Baumeister der Maßlosigkeit /Japan: Rettet die Nori-Alge!
14:00
Tagsüber rast die 29-jährige Valeska aka Les für einen kleinen, alternativen Kurierdienst durch Hamburg, von Lieferung zu Lieferung. Nach Feierabend feiert sie mit ihrer Kurier-Gang, die wie eine Familie für sie ist, und genießt ihre Situationship mit Roya. Diesen Alltag aus körperlicher Kontrolle auf dem Rad und Kontrollverlust, sobald sie vom Sattel steigt, würde Les um nichts auf der Welt aufgeben. Als sie erfährt, dass sie schwanger ist, steht für sie fest, keine Mutter werden zu wollen. Doch dann steht ihr Vater, Norbert, nach langer Funkstille vor ihrer Haustür. Les ist überfordert, flieht aus dem Haus und wird von einem Auto angefahren. Mutter und Kind kommen glimpflich davon. Als selbstständige Kurierfahrerin bekommt sie kein Krankengeld. Ohne Les' Wissen heuert Vater Norbert bei dem Kurierdienst als Ersatzfahrer an. Währenddessen versucht Les, ihre Abtreibung vorzubereiten. Doch als sie ihrem Kollegen Tyler, dem werdenden Vater, von der Schwangerschaft erzählt, ist er überglücklich und auch Roya möchte das Kind zusammen mit ihr großziehen. Les gerät ins Straucheln ... "Sommer auf Asphalt" ist inspiriert von Wolf Schmids Roman "Pedalpilot Doppel-Zwo", Regie führte Simon Ostermann. Premiere feierte der Film 2026 als Eröffnungsfilm des Internationalen Filmfests Emden-Norderney, mit Mala Emde und Christoph Maria Herbst in den Hauptrollen.
15:45
Am Attersee in Oberösterreich ist Zwetschgenzeit. Gina Brandlmayr hat zum Glück Helfer: Sommerfrischler aus Salzburg und Wien unterstützen sie beim Ernten und beim Kochen. Aus der tiefblauen, fruchtig-süßsauren Zwetschge entstehen ein Salat mit Aprikosen und Wirsing, der zu geflämmtem Rinderfilet serviert wird oder Schweinebraten "à la Pekingente" mit Kartoffelfladenbrot und Zwetschgen-Chutney. Süß schmecken die Früchte im Zwetschgenfleck oder in Pofesen, gefüllt mit aromatischem Powidl. Clemens Schnaitl, Leiter des Naturparks "Attersee-Traunsee", erforscht seit Jahren alte Zwetschgensorten und setzt sich für den Erhalt der alten Streuobstwiesen ein. Ein besonderes Ereignis ist für ihn Neumond: Da erstrahlt der Sternenhimmel über dem Attersee in seiner ganzen Schönheit.
16:20
Der Gran Chaco zählt zu den wildesten und ursprünglichsten Regionen Südamerikas - extrem im Klima, faszinierend in seiner Vielfalt. Eine Landschaft der Gegensätze: Dornwälder und flirrende Hitze prägen das Bild. Doch plötzlich öffnet sich ein verborgenes Paradies: Wenn sich die seltenen Salzlagunen mit Wasser füllen, bieten sie unzähligen Vögeln und Wildtieren einen lebenswichtigen Rückzugsort. Eindrucksvolle Naturaufnahmen und seltene Tierbeobachtungen gewähren Einblicke in ein verborgenes Ökosystem - etwa ein frisch geborenes Ameisenbärenjunges, eine Boa in ihrer natürlichen Umgebung oder der nahezu unbekannte Burmeister-Gürtelmull, ein Tier, das Menschen kaum je zu Gesicht bekommen. Begleitet werden auch Wissenschaftlerinnen wie Dr. Rafaela Laino, die sich für den Schutz sensibler Ökosysteme einsetzen. Ihr Ziel: die Rinderzucht und den Erhalt der Biodiversität miteinander zu vereinbaren. Gleichzeitig zeigt die Dokumentation ein außergewöhnliches kulturelles Miteinander: Indigene Gemeinschaften, paraguayische Viehzüchter und mennonitische Siedler leben seit fast 100 Jahren nebeneinander - drei Lebensweisen, die voneinander profitieren. Einige indigene Gruppen, einst Jäger und Sammler, betreiben heute Rinderzucht - ein Schritt hin zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit. Der Gran Chaco ist eine verborgene Welt - voll rauer Schönheit, seltener Tiere und stiller, aber tiefgreifender Veränderungen.
17:05
Paraguay - ein Land voller verborgener Schätze. Zwischen dichten Wäldern und weiten Landschaften entfaltet sich eine Welt, in der Geschichte und Natur auf besondere Weise miteinander verwoben sind. Im Süden des Landes zeugen imposante Jesuitensiedlungen wie La Santísima Trinidad de Paraná und Jesús de Tavarangue von einer außergewöhnlichen Zeit: Hier verschmolzen einst europäische und indigene Kulturen zu einer einzigartigen Gemeinschaft. Musik wurde zum verbindenden Element - bis heute erklingt die paraguayische Harfe, die Guarani. Doch Paraguay bietet mehr: Üppige Naturschutzgebiete wie das Mbaracayú-Reservat offenbaren vielfältige Flora- und Fauna-Welten. Die artenreichsten Biosphären Südamerikas sind voll mit Vogel- und Säugetierarten wie Tukanen und Brüllaffen. In den dichten Wäldern erhalten Menschen wie die Yerba-Bauern uralte Traditionen wie den Anbau des Mate-Tees im Einklang mit der Natur. Majestätische Wasserfälle wie die Saltos del Monday und die gewaltigen Wassermassen des zweitgrößten Staudamms der Welt - dem Itaipú-Staudamm - stehen für die Kraft und Kontraste Paraguays. Zwischen Natur und Kultur entfaltet sich ein Land, das mit Schönheit und Rätseln fasziniert.
17:50
Malawi ist eines der kleinsten Länder Afrikas, und doch gibt es fünf Nationalparks. Und jeder ist auf seine Weise einzigartig. Ranger kümmern sich um den Bestand der Wildtiere wie Elefanten und Löwen. Freiwillige setzen sich ein für den Erhalt des Regenwaldes. Der Malawisee liegt mitten im afrikanischen Grabenbruch und erreicht an einigen Stellen bis zu 700 Meter Tiefe. In seinem klaren Wasser lebt eine einzigartige Fischwelt. Malawi hat nicht nur einen großen See, sondern auch einen "großen Tanz", den Gule Wamkulu, der zu Ehren der Ahnen getanzt wird - mit kunstvollen Masken, prächtig bemalten Gesichtern und Federschmuck. Dieser Tanz ist so besonders, dass er auf der Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit steht. Am Ausgang des Malawisees, direkt am breiten Shire River, liegt der 1973 gegründete Liwonde Nationalpark. Er ist von Flusssümpfen, Waldland und weitem Grasland durchzogen. Kurz nach der Regenzeit im Mai zeigt sich der Park in üppigem Grün. Der relativ kleine, aber aufgrund seiner hohen Pflanzendichte sehr artenreiche Park hat in den letzten Jahren neue Maßstäbe bei der Rückführung und Wiederansiedlung vor allem von Elefanten gesetzt. Täglich patrouillieren Ranger im Park, um Wilderer aufzuspüren und Fallen zu entfernen. Neben den großen Wildtierarten wie Elefanten, Flusspferde und Löwen sind in Malawi noch diverse andere Tierarten wie die Nyala und Kuh-Antilopen, Krokodile und seltene Greifvogelarten zuhause.
18:30
Malawi, das kleine Binnenland im Südosten Afrikas, gehört zu den wenig bekannten Regionen des Kontinents. Auf vergleichsweise engem Raum entfaltet sich eine beeindruckende landschaftliche Vielfalt: weite Savannen, dichte Regenwälder, Buschland und markante Gebirgszüge prägen das Bild. In dieser abwechslungsreichen Natur sind Elefanten, Flusspferde, Löwen und Krokodile beheimatet. Ein besonderes Naturwunder ist das Mulanje-Massiv im Süden des Landes. Mit 3.002 Metern ragt es als höchste Erhebung aus der Landschaft. Steile Granitgipfel und tiefe Schluchten kennzeichnen dieses uralte Gebirge. Einst war es von Zedernwäldern bedeckt - heute kämpfen Naturschützer dafür, die Bestände wieder aufzuforsten und das empfindliche Ökosystem zu bewahren. Auf dem Malawisee, dem drittgrößten See Afrikas, zieht seit 1951 ein schwimmendes Wahrzeichen seine Bahnen: das Fährschiff MV Ilala. Als einziges motorisiertes Linienschiff verbindet es die Dörfer entlang der Ufer und ist für viele Menschen bis heute die einzige Verbindung zur Außenwelt. Jede Woche folgt das Schiff seiner festen Route von Monkey Bay bis nach Chilumba im Norden und wieder zurück. Die Fahrt ist mehr als Transport - sie bedeutet für die Passagiere Austausch, Versorgung, Wiedersehen. Seit über 70 Jahren hält die Ilala das Land zusammen.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Im norditalienischen Valsesia, gut 100 km von Mailand entfernt, finden immer mehr Israelis ein neues Zuhause. Seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 sind viele Familien in das abgelegene Alpental gekommen - auf der Suche nach Sicherheit und einem anderen Leben. Möglich macht den Neuanfang Ugo Luzzati. Der italienischstämmige Israeli kam selbst vor vier Jahren ins Valsesia und vermittelt heute Wohnungen und Jobs. Er hilft Neuankömmlingen, in Italien Fuß zu fassen. Eine von ihnen ist Anna Kogen. Gemeinsam mit ihrem Sohn Niko lebt sie seit drei Jahren in Varallo. Während Anna die Beschaulichkeit im Tal schätzt, fällt Niko genau deswegen die Eingewöhnung schwer. Er vermisst Tel Aviv, seine Freunde und das Leben in der Großstadt. Und auch im Valsesia wird der 14-Jährige mit den Folgen des Nahostkonflikts konfrontiert. Für andere ist der Neuanfang bereits gelungen. Die pensionierte Krankenschwester Dina Cohen engagiert sich in ihrer neuen italienischen Heimat. Künstlerin Yael Touitou träumt davon, mit Kunstaktionen Valsesia zu neuem Leben zu verhelfen, da das Tal in der Vergangenheit eine massive Abwanderung verkraften musste. Mehr als 70 israelische Familien sind inzwischen mithilfe von Ugo Luzzati ins Valsesia gekommen. Doch seine Vision reicht noch weiter: Er möchte auch eine Familie aus Gaza ins Tal holen. Zwischen Hoffnung und Neuanfang zeigt die Reportage auch, wie schwer es ist, dem Nahostkonflikt zu entkommen.
20:15
Der alkoholkranke und zunehmend demente Woody Grant ist überzeugt, dass er eine Million Dollar gewonnen hat. Während seine Frau Kate droht, das Geld dafür zu verwenden, den alten Griesgram in ein Seniorenheim zu stecken, will der jedoch unbedingt seinen vermeintlichen Gewinn im 800 Meilen entfernten Lincoln, US-Bundesstaat Nebraska, abholen. Woodys Sohn David weiß, dass sein Vater die Reise allein nie schaffen kann. Auch mit dem Wunsch, seinem Vater näherzukommen, bricht er gemeinsam mit ihm auf. Die Hoffnung ist schon früh dahin, als Woody sich bei der ersten Gelegenheit betrinkt, sich eine böse Schnittwunde am Kopf zuzieht und an den Gleisen einer Bahnstrecke seinen Zahnersatz verliert. Schließlich übernachten die beiden bei lange nicht gesehenen Verwandten in der Stadt, in der Woody aufgewachsen ist. Hier glauben Woodys Familie und alte Freunde - und ein paar Feinde - zunächst an seine Behauptung, dass ihm bald großer Reichtum bevorsteht, und ihre hässlichen und gierigen Seiten kommen zum Vorschein. Der zweimalige Oscargewinner Alexander Payne (für die Drehbuch-Adaptionen von "Sideways" und "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten") inszenierte ein ergreifendes Roadmovie über Würde, das Älterwerden und eine tiefe Vater-Sohn-Beziehung. "Nebraska" besticht durch seine brillante Mischung aus trockenem Humor, eindrucksvoller Schwarz-Weiß-Fotografie und einem tiefgründigen Blick auf das Familienleben.
22:05
11. September 2001: Bei den Al-Kaida-Terroranschlägen in den USA kommen mehr als 3.000 Menschen ums Leben. Die Verzweiflung der Notrufe wirkt auch ohne Bilder. Dann Schnitt: Es wird die brutale Foltermaschine der CIA zwei Jahre später gezeigt. Die CIA-Ermittlerin Maya erhält den Auftrag, Osama bin Laden aufzuspüren. Nach zahlreichen Verhören glaubt sie, in Abu Ahmed einen der wichtigsten Kuriere gefunden zu haben. Doch während sie ihre Spur verfolgt, überwiegt in Washington die Sorge vor einem nächsten Anschlag durch Osamas Nachfolger. Maya zur Seite steht das Team Six der Navy Seals um Anführer Patrick, eine der besten Spezialeinheiten der Welt. Normalerweise arbeiten sie im Verborgenen, doch diesmal ruht die Hoffnung einer ganzen Nation auf ihnen. Ihre Jagd führt sie von Afghanistan und exterritorialen Geheimgefängnissen der CIA ins Grenzgebiet Pakistans. Bigelows ungeschönte Kriegschronik legt nahe, dass durch Folter gewonnene Erkenntnisse zwar Verwendung fanden, aber nicht den Durchbruch brachten. Der entscheidende Faktor war aus ihrer Sicht die Recherchearbeit einer CIA-Agentin. Der Titel "Zero Dark Thirty" steht für die militärische Zeitangabe 0.30 Uhr, jenen Moment, als der Angriff der Navy Seals begann. Der Film verbindet auf kunstvolle Weise investigatives Drama mit Action-Elementen. Regisseurin Kathryn Bigelow gewann 2010 mit "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" als erste Frau den Regie-Oscar. Der Film brachte auch dem Journalisten Mark Boal einen Oscar, der hier erneut das Drehbuch schrieb, basierend auf intensiven Recherchen und Interviews mit Beteiligten der Operation.