04:35
Die dritte Staffel des Kurzprogramms wirft in 30 Folgen einen humorvollen Blick auf unsere Gesellschaft und die Rolle des Sports. In dieser Folge: Joggen kann mühsam sein - vor allem, wenn man eine Schildkröte ist! Doch mit der richtigen Musik im Ohr wechseln die gepanzerten Kriechtiere in Windeseile auf die Überholspur.
05:20
Überall auf der Welt gibt es Tiere, die in der Lage sind, sich selbst medizinisch zu behandeln. Wissenschaftler nennen dieses Phänomen Zoopharmakognosie. Von der extrem starken Magensäure der Geier, die sogar Milzbrandbakterien zerstört, bis zu Ameisen, die ihre Ameisensäure mit Baumharz zu einem wirksamen antibakteriellen Mittel mischen, zeigt sich: Manche Tiere wissen genau, wie Heilung funktioniert. Um herauszufinden, welche Rolle dabei der Instinkt spielt, wagt der Film ein Experiment mit Kapuzineraffen, die trotz fehlender Wildnis-Erfahrung stark riechende Pflanzen in ihr Fell reiben, um Insekten abzuwehren. Krähen dagegen provozieren Ameisen, damit diese sie mit Ameisensäure besprühen - eine Art "Säuredusche" zur Gefiederpflege. Auch beim Schutz vor der Sonne zeigt die Tierwelt Einfallsreichtum: Flusspferde sondern eine rötliche Flüssigkeit ab, die UV-Strahlen streut und antiseptisch wirkt. Elefanten dagegen bedecken ihre Haut mit einer dicken Schlammschicht - nicht elegant, aber effektiv. Im Primatenreich wird es besonders spannend. Auf Sansibar fressen Stummelaffen Holzkohle, um sich selbst nach dem Verzehr von unverträglichen Früchten zu entgiften. Unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, sind wahre Meister der Selbstmedikation. Sie nutzen eine Vielzahl natürlicher Heilmittel gegen Beschwerden und behandeln nicht nur sich selbst, sondern auch einander. Jede Gemeinschaft verwendet dabei eigene Mittel - Hinweise auf unterschiedliche medizinische Kulturen. Schon lange vor der Erfindung des Aspirin war dieses Wissen in der Tierwelt vorhanden.
06:05
Die Dokumentation begleitet die traditionellen albanischen Feigen-Bauern in der Nähe der alten osmanischen Stadt Berat durch ein Naturjahr: vom Winterschnitt kurz vor dem Frühling bis zur Ernte der reifen, zuckersüßen Früchte im Spätsommer. Im Jahresverlauf entdecken wir die beeindruckende Schönheit der Natur und erleben zugleich vor welchen Herausforderungen die Obstbauern stehen. Wir erfahren, wie warme Winter die Ernte des traditionellen Feigendorfs Roshnik gefährden und warum manche Feigenhaine verwaisen, da viele junge Albaner ihre Heimat immer noch verlassen, um im Ausland ihr Glück zu suchen. Doch wir erleben auch, wie in den hochalpinen Bergen des benachbarten Tomorr-Gebirges eine bis heute fast unberührte Wildnis existiert. Albanische Naturschützer wie Joni Vorpsi setzen sich hier für den Schutz seltener Geier, bedrohter Vögel und Insekten, Braunbären und Balkan-Gämsen ein. Albanien ist bis heute eines der artenreichsten Länder Europas: 30 Prozent aller bekannten europäischen Tier- und Pflanzenarten kommen hier vor. Begleitet werden die Menschen und die Natur der Region über ein ganzes Jahr hinweg. Dabei wird gezeigt, wie gerade der traditionelle Feigenanbau die außergewöhnliche Artenvielfalt in dem kleinen Balkanland schützt.
06:55
Seichtes Wasser kräuselt sich an den Ufern des Skutari-Sees. Imposante Krauskopfpelikane und Kormorane jagen hier - im größten Süßwassersee der Balkanhalbinsel - nach Fischen. Am Südufer des artenreichen Sees spiegeln sich die knorrigen Stämme jahrhundertealter Esskastanien in der Frühlingssonne. Die glänzenden, dunkelbraunen Nüsse sicherten hier, in der Region Kraja, viele Generationen lang die Ernährung im Winter. Der Film folgt den Menschen dieser atemberaubenden Kulturlandschaft und der Flora und Fauna der Biotope rund um den Skutari-See durch ein Naturjahr: vom Winterschnitt in den Esskastanienhainen über die Blütezeit im Frühsommer bis zur Erntezeit im November. Im Jahresverlauf lernen wir die Schönheit der Natur, aber auch die Herausforderungen der Kastanienbauern kennen: Krankheiten wie ein spezieller Rindenkrebs setzen den verwunschenen Esskastanienwäldern zu. Und auch die Flamingos und gefährdeten Watvögel in der stillgelegten Saline von Ulcinj leiden unter den hohen Temperaturen im Sommer. Doch der Film erzählt auch von spektakulären Neuanfängen: Vom Flüggewerden der seltenen Krauskopfpelikane auf den Brutinseln im Skutari-See, dem Reifen der Esskastanien in einem der größten zusammenhängenden Kastanienwälder Europas bis zum Herbst, wenn diese außergewöhnliche Naturlandschaft an der Adria zur Drehscheibe des Vogelzuges zwischen Arktis und Afrika wird. Begleitet werden die Kastanienbauern in beeindruckender Landschaft ein ganzes Jahr lang. Der Film zeigt, wie die Menschen seit Jahrhunderten die Pflege der Natur und ihrer Kastanienbäume fortführen.
07:50
Ohne Vorwarnung setzt das Gedächtnis des Neurologen Magnus Heier aus. Alles, was er sagte oder tat, war wenige Sekunden später wieder vergessen. Er hatte eine transiente globale Amnesie, kurz TGA genannt. Dabei zeichnet das Gehirn bis zu 24 Stunden lang keine Erlebnisse mehr auf. Für den Neurologen und Ich-Erzähler Magnus Heier wird der Vorfall zum Ausgangspunkt einer Expedition in die Welt unserer Erinnerungen. Warum ist sein Gedächtnis einfach ausgefallen? Wie funktionieren Erinnern und Vergessen eigentlich im Normalfall? Und warum beschäftigen ihn die verlorenen Stunden bis heute? Die Reise führt den Arzt zurück nach Finnland, quer durch Deutschland und bis nach Italien. Dabei besucht er Forscherinnen und Forscher, die einige der Geheimnisse unseres Gedächtnisses entschlüsselt haben. Er trifft einen Mann, der sich an jeden Tag seines Lebens erinnert - und jemanden, der alle seine Erinnerungen verloren hat. Magnus Heier legt sich ins MRT, schläft mit Elektroden auf dem Kopf und unterrichtet Fliegen. Nach und nach wird deutlich, dass unser Gedächtnis viel mehr für uns ist als ein Wissensspeicher - es ist das Fundament unserer Identität. Fällt es aus, bleibt nur ein Schatten unserer selbst zurück. Die Dokumentation ist ein aufwendig gedrehtes Roadmovie über unser Gedächtnis, das uns tief ins Gehirn blicken lässt. Der Neurologe Magnus Heier macht dabei aus abstrakter Neurowissenschaft eine persönliche, leichtfüßig erzählte Geschichte.
08:45
Ohne das Multitalent Gehör wäre der Mensch in seiner Anfangszeit schutzlos vielen Gefahren ausgesetzt gewesen. Ohne funktionierendes Gehör kann er sich auch heute nur eingeschränkt verständigen, kann Probleme mit dem Gleichgewicht und der räumlichen Orientierung bekommen. Der blinde französische Unternehmer Didier Roche "sieht" beispielsweise mit den Ohren. Seine Erfahrungen macht er auch für andere Menschen erlebbar, indem sie in seinen Restaurants in kompletter Dunkelheit zu Abend essen können. Für einen Großteil der Weltbevölkerung sind die akustischen Reize seit der industriellen Revolution stark angewachsen. Das Gehör wird oft gewollt - beispielsweise durch Musikhören - und ungewollt durch Alltagslärm überfordert. Das führt bei Menschen heute schon in mittlerem Alter zu Höreinschränkungen und Hörverlust. Um Millionen von schwerhörigen Menschen wieder normal hören lassen zu können, arbeiten Forscher der Harvard Medical School und der University of Southern California an einem Ansatz, mit einem einfach einzunehmenden Medikament Zellen tief im Inneren des Ohres wiederzubeleben. Am Campus in Göttingen beschäftigen sich Tobias Moser und seine Teams neben der Grundlagenforschung zur Reizübermittlung mit der Wiederherstellung des Gehörs durch Optogenetik. Es ist der Versuch, nicht mehr auf Schall reagierende Nerven im Innenohr durch physikalische Lichtstimulanz zu aktivieren. Digitale Lichtquellen reizen dazu lichtempfindlich gemachte Synapsen in der Hörschnecke. Und Ellen Reisinger will mit einer Gentherapie Menschen mit bestimmten Formen von Taubheit wieder oder zum ersten Mal hören lassen.
09:40
Prachtstraßen sind monumentale Zeitzeuginnen. Ihre architektonische Schönheit und prunkvolle Anmutung überdauerten Jahrhunderte. Sie waren und sind Schauplatz für politische und kulturelle Zeitenwenden. Neben Regierungsgebäuden beherbergen sie die berühmtesten Kulturinstitutionen, sind Flaniermeilen und bis heute die erste Adresse für Besucher und Besucherinnen aus aller Welt. Doch die einstigen Symbole kultureller Repräsentation lassen sich nicht mehr ausschließlich mit romantischer Nostalgie betrachten. Wirtschaftliche Interessen und Fragen nachhaltiger Stadtentwicklung prägen heute ebenso den Blick auf Europas große Prachtstraßen. Ihre Transformation verlangt sensible Lösungen - denn sie sind zugleich Lebensraum, Arbeitsplatz und öffentlicher Raum für viele Menschen. Die Reihe porträtiert die berühmtesten Prachtstraßen Europas in Paris, Berlin, Budapest und Lódz - und erzählt ihre Geschichte: Was verbindet die Menschen mit diesen Straßen, die hier arbeiten und leben? Welche Veränderungen bringen die Herausforderungen der Zukunft? Unter den Linden ist Berlins berühmteste Prachtstraße: Vom Brandenburger Tor bis zur Schlossbrücke vereint sie historische Bauwerke wie Staatsoper, Adlon oder die Staatsbibliothek. Seit dem 16. Jahrhundert prägt sie Berlins Geschichte - vom kurfürstlichen Reitweg über Kriegszerstörung, DDR-Zeit und Wiederaufbau bis in die Gegenwart. Menschen wie eine Restauratorin der Staatsbibliothek, der Küchenchef des Adlon und ein Zukunftsforscher zeigen, wie Tradition bewahrt und Wandel gestaltet wird.
10:05
"Twist" ist das Kulturmagazin für relevante Themen unserer Zeit. Jede Woche liegt eine andere europäische Stadt im Fokus: Lokale Kulturschaffende sprechen über große Fragen der Gegenwart und die Beiträge leuchten aus, wie in verschiedenen Kunstdisziplinen dazu gearbeitet und gedacht wird. Eine halbe Stunde voller neuer Perspektiven!
10:40
Fortpflanzung ist das höchste Ziel in der Tierwelt. Kein Wunder also, dass viele Arten erstaunliche Tricks und raffinierte Verhaltensweisen entwickelt haben, die ihnen helfen, ihre Gene erfolgreich weiterzugeben. Tiere nutzen Pflanzen, Düfte oder sogar giftige Substanzen, um ihre Chancen zu erhöhen: Männliche Orchideenbienen sammeln komplexe Duftmischungen, um wählerische Weibchen anzulocken. Trächtige Elefanten suchen gezielt nach bestimmten Heilbäumen, die Wehen auslösen - es sind dieselben Pflanzen, die auch kenianische Frauen traditionell nutzen. Bei Ameisen herrschen Königinnen über riesige Kolonien, Weberameisen nutzen ihre Larven wie kleine "Seiden-Klebepistolen", und Holzameisen sichern ihre Dominanz durch verdeckte Machtübernahmen oder Paarungen über Artgrenzen hinweg. Im Meer kehren Seepferdchen und Clownfische klassische Rollen um: Seepferdchen-Männchen bringen den Nachwuchs zur Welt, während Clownfische ihr Geschlecht wechseln, um den Fortbestand ihrer Art zu sichern. Auch Vögel optimieren ihre Chancen, indem sie medizinische Kräuter in ihre Nester einarbeiten, die Keime abwehren und die Gesundheit der Küken stärken. Löwinnen und Dschelada-Paviane schützen ihren Nachwuchs durch clevere Strategien: etwa durch Paarung mit mehreren Männchen, um Vaterschaft zu verschleiern, oder durch spontane Fehlgeburten bei drohender Übernahme durch rivalisierende Männchen. Sogar winzige Fruchtfliegen nutzen ungewöhnliche Hacks: Sie legen ihre Eier in vergorene Früchte, deren Alkoholgehalt Parasiten abtötet.
11:25
High zu werden ist kein rein menschliches Vergnügen - auch Tiere suchen bewusst veränderte Bewusstseinszustände. Im Amazonas kauen Jaguare auf halluzinogenen Lianen und fallen in tranceartige Zustände. In Australien fressen Wallabys narkotische Mohnpflanzen und torkeln wie Diskobesucher. Seidenschwänze berauschen sich an vergorenen Beeren, während Delfine vorsichtig Kugelfische weiterreichen, die geringe Mengen Nervengift freisetzen - für eine scheinbar entspannte Unterwasser-Session. Auf St. Kitts stehlen Grüne Meerkatzen mit einer Vorliebe für Alkohol den Touristen die Cocktails. Auf Madagaskar kauen Rotstirnmakis auf giftigen Tausendfüßern, die stimmungsaufhellende Stoffe freisetzen. Sogar Dickhornschafe wagen riskante Klettertouren, um an ein angeblich psychedelisches Flechtengewächs zu gelangen. Doch all diese Verhaltensweisen dienen oft mehr als bloßer Lust. Häufig handelt es sich um Zoopharmakognosie - Selbstmedikation mit natürlichen Substanzen, die Stress und Schmerzen lindern, oder Parasiten abwehren. Manchmal stärken solche Erfahrungen soziale Bindungen oder schärfen kurzzeitig die Sinne. Was wie reiner Spaß wirkt, hat oft tiefere biologische Gründe. Die Wissenschaft entdeckt zunehmend, dass diese "Trips" kein Zufall sind, sondern ein instinktives Verhalten mit tiefen evolutionären Wurzeln. Ob Überlebenstaktik, medizinische Selbsthilfe oder ein Moment des Wohlbefindens - die Suche nach dem Rausch ist eines der faszinierendsten Phänomene im Tierreich.
12:15
Entspannung wirkt wie ein Luxus, den nur Menschen kennen - doch auch Tiere nehmen sich bewusst Auszeiten. In Japan baden Makaken in heißen vulkanischen Quellen, um Winterstress abzubauen, während im Kongo-Regenwald Schimpansen einander ausgiebig pflegen und so ihre Stresshormone senken. In der afrikanischen Savanne legen Elefanten Wanderpausen ein, um in Wasserlöchern zu planschen und ihre Gelenke zu entlasten. In tropischen Riffen besuchen Fische "Reinigungsstationen", wo Putzerfische Parasiten entfernen - eine Art natürliche Spa-Behandlung mit klarem Gesundheitsnutzen. Doch all das ist keine Faulheit, sondern Überlebensstrategie: Entspannung hilft, Stress zu regulieren, den Körper zu reparieren, Energie zu sparen und soziale Bindungen zu stärken. Vögel verbringen Stunden mit sorgfältiger Gefiederpflege, um flugtauglich zu bleiben. Schweine suhlen sich in kühlendem Schlamm, der Muskeln entspannt, und Madenhacker befreien große Säugetiere wie Giraffen und Nashörner von Parasiten. Selbst Reptilien gönnen sich Momente der Ruhe beim Sonnenbaden, um Stoffwechsel und Wohlbefinden anzukurbeln. Studien zeigen: Verhaltensweisen wie gemeinsames Ruhen, Wälzen oder gegenseitige Pflege senken Cortisol und fördern Sicherheit sowie soziale Nähe. Für viele Arten sind diese stillen Momente ebenso wichtig wie Schlaf oder Nahrung. In einer Welt, die laut, gefährlich und unberechenbar ist, stellt Entspannung keinen Luxus dar, sondern ein Lebenselixier. Die verborgene Wissenschaft der tierischen "Downtime" zeigt, dass manchmal der klügste Überlebensinstinkt darin besteht, einfach abzuschalten.
13:00
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts, noch vor der Gründung Europas, verband der Orient-Express den Okzident und den Orient. Seine Passagiere legten in drei Tagen rund 3.000 Kilometer zurück: von Paris über Wien und Budapest bis nach Varna, später auch von den Alpen über Venedig bis zur Donau und auf den Balkan. Er galt als Zug der Könige, Diplomaten, Schriftsteller und anderer legendärer Passagiere wie Mata Hari, Josephine Baker, Marlene Dietrich und Agatha Christie, die sich zu ihrem Roman "Mord im Orient-Express" inspirieren ließ. Mit seinen Schlaf- und Speisewägen bot er einen für damalige Verhältnisse völlig neuartigen Luxus. Von der Einweihungsfahrt 1883 bis zum Ende der historischen Fernverbindung Paris-Istanbul war der Orient-Express ein prunkvoller und ruhmreicher Zug. Doch er erlebte auch Verfall, Revolutionen und Kriege. Als eine der wenigen internationalen Zugverbindungen, die den Eisernen Vorhang durchquerten, wurde er während des Kalten Kriegs zum Transportmittel für Arbeiter und Immigranten Der Dokumentarfilm "Der Orient-Express - Vintage auf Schienen" blickt auf beinahe ein Jahrhundert Eisenbahn-Abenteuer zurück und stützt sich dabei auf Erkenntnisse und Berichte von Historikern, Eisenbahn-Restauratoren und -Sammlern. Der Historiker für industrielles Kulturerbe Arthur Mettetal zeigt nicht nur die Hinterlassenschaften des Luxuszuges in Europa, sondern auch Restaurationswerkstätten und 13 ungewöhnliche Waggons, die an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland abgestellt und aufgegeben wurden. ARTE schickt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine grenzüberschreitende Reise zwischen Mythos und Realität.
14:25
Mitch McDeere ist ein junger und ehrgeiziger Juraabsolvent, der in der renommierten Anwaltskanzlei Bendini, Lambert & Locke eine vielversprechende Anstellung findet. Gemeinsam mit seiner Frau Abby genießt er die Vorteile und das Prestige seines Postens. Die Firma, wie die Kanzlei von den Angestellten genannt wird, bezahlt nicht nur gut, sondern engagiert sich auch für die Familien der Mitarbeiter. Das Leben des jungen Ehepaares scheint perfekt. Dass "die Firma" sich auch um eine andere Art von Familie kümmert, die Mafia, wird Mitch erst klar, als ihm ein FBI-Agent von mysteriösen Todesfällen unter ehemaligen Angestellten berichtet. Demnach würde die Kanzlei mit einem Clan gemeinsame Sache machen. Mitch soll für das FBI geheime Dokumente seines Arbeitgebers beschaffen, um die mafiösen Machenschaften beweisen zu können. Damit würde er jedoch nicht nur gegen seinen Eid als Anwalt verstoßen, sondern auch Gefahr laufen, selbst ins Fadenkreuz der Mafia zu geraten. Mitch muss sich entscheiden.
16:55
Porto liegt an der Mündung des Douro in den Atlantik und war schon unter den Römern eine bedeutende Hafen- und Handelsstadt. Die zweitgrößte Stadt Portugals ist heute unter Gästen aus aller Welt beliebt. In Porto treffen sich Tradition und Innovation. In ihrer über 2.000-jährigen Geschichte gelang es der Stadt, sich immer wieder zu erneuern. Die Meeresnähe hat Porto in der Vergangenheit goldene Zeiten beschert: Seefahrt, Kirche, Handel - sie alle haben prachtvolle Spuren hinterlassen. Und ein bedeutendes Kulturerbe. Dazu gehören sowohl die imposanten Sakralbauten mit teilweise überbordendem Blattgold-Interieur als auch der neoklassizistische Börsenpalast, die ikonische Eisenstahlbrücke, die an den Pariser Eifelturm erinnert, der Bahnhof São Bento mit seinen rund 20.000 Azulejos-Fliesen, die schmalen, bunten Häuser, die sich entlang des Flusses reihen und sogar die weltberühmten Portweinlager am gegenüberliegenden Ufer. Im Film erzählen Restauratorinnen und Mitarbeiterinnen der Stadtentwicklungsgesellschaft Porto Vivo auch, welche enormen Herausforderungen die Erhaltung der historischen Substanz mit sich bringt, die von der Unesco als Weltkulturerbe klassifiziert wurde. Dabei zehrt Porto nicht nur von seiner Vergangenheit, sondern steht inzwischen genauso für eine äußerst lebendige Kulturszene. International hat sich die Stadt als Hochburg moderner, wegweisender Architektur einen Namen gemacht und als Hotspot der Urban Art. Was als Stadt der Kontraste erscheinen mag, hat sich - und das zeigt die Dokumentation eindrücklich - tatsächlich zu einem faszinierenden Ganzen gefügt.
17:45
Auch 2026 findet das Concerto per Milano am 13. Juni als großes Open-Air-Ereignis in der Mailänder Innenstadt statt. Riccardo Chailly steht am Pult des Orchestra Filarmonica della Scala, als Solist ist der Pianist Hayato Sumino zu erleben. Wie immer bildet die Piazza del Duomo den Schauplatz des Konzerts, eingerahmt von der nächtlich beleuchteten Fassade des Mailänder Doms. Hayato Sumino spielt George Gershwins "Concerto in F". Den Abschluss bilden Leonard Bernsteins symphonische Tänze aus der "West Side Story".
18:35
(1) Marina Rumjanzewa ist Wahlschweizerin. Sie erzählt uns von einem kleinen Gegenstand, der für sie unverzichtbar geworden ist. (2) Celia Schütt ist eine junge Deutsche, die vor kurzem nach Frankreich umgezogen ist und eine Sache fehlt ihr besonders. (3) Isabelle Cossin ist ein Kind der FFA, der französischen Streitkräfte in Deutschland. (4) Und wie immer - das Rätsel.
18:45
Das österreichische Mühlviertel ist bekannt für seine lange Brautradition. Hier wird Hopfen angebaut, eine unverzichtbare Zutat für das Bieraroma. Edeltraud Jungwirth und ihre Freundin Janina Wegscheider haben die Felder stets im Blick, doch gekocht haben sie mit Hopfen noch nie. In diesem Jahr wagen sie zum ersten Mal einen Versuch. Aus frischen Hopfendolden entstehen dabei Gerichte wie Hopfen-Bruschetta, gefüllte Hopfenblätter und Hopfenblüten im Bierteigmantel. Auf den Tisch kommen zudem traditionelle oberösterreichische Spezialitäten wie sogenannte Wespennester mit Spinat- oder Apfelfüllung sowie Bauernkrapfen mit Aprikosenmarmelade. Getafelt wird in historischer Kulisse: Auf Burg Reichenstein, einer Anlage mit Museum und Wohnturm, dem Lebensmittelpunkt von Edeltraud.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:40
Die Kaserne der Schweizergarde befindet sich auf einer Fläche von 500 Quadratmetern auf dem Territorium des Vatikanstaates. Seit Jahrhunderten Jahren wird hier eine Gruppe junger Männer rekrutiert, deren Aufgabe es ist, den Heiligen Vater, seine Kardinäle und den Vatikan zu schützen. In der historischen Renaissance-Uniform sichern die jungen Männer die Eingänge zum Vatikan und dem Apostolischen Palast, in dem der Papst mit seinen Kardinälen lebt, sie sind immer präsent bei den Gottesdiensten und Audienzen auf dem Petersplatz. Tag und Nacht stehen sie auf ihren Posten, stundenlang harren sie in Uniform und Rüstung aus. Lukas und Dominique stammen, wie alle Gardisten, aus der Schweiz. Aus ihren kleinen Dörfern kommend, haben sie sich entschlossen, der kleinsten Armee beizutreten, eine strenge und anstrengende Ausbildung in Kauf zu nehmen, Sprache und Kultur Italiens zu verinnerlichen. Nach einem Jahr der Ausbildung fiebern alle dem großen Moment der Vereidigung entgegen - mit einem Schwur besiegeln sie, sich in den Dienst des Schutzes des Heiligen Vaters zu stellen. Und wenn die Situation es erfordert, auch ihr Leben dafür zu geben. Was bewegt diese jungen Männer zu solch einem Schritt? Diesen und anderen Fragen folgt "360° Reportage" bei einem exklusiven Blick ins Herz des Vatikans.
20:15
Während der ersten Tage der deutschen Invasion Frankreichs im Zweiten Weltkrieg erhält der junge Schriftsteller Frédéric Auger einen Anruf von seiner Jugendliebe Viviane Denvers, die inzwischen ein Filmstar ist. Sie fleht ihn an, schnellstmöglich zu ihr zu kommen. Auf ihrem Sofa liegt eine Leiche. Viviane erklärt ihm, dass der Mann von der Galerie ihres Schlafzimmers einen Stock höher gefallen sei. Frédéric, aus dem Stand wieder in Viviane verliebt, ist einverstanden, die Leiche verschwinden zu lassen. Doch das Ganze geht schief und Frédéric landet wegen Mordverdachts im Gefängnis. Im Juni 1940, als sich die deutschen Truppen Paris nähern, wird das Gefängnis, in dem er einsitzt, evakuiert. Frédéric kann mit seinem Zellennachbarn Raoul fliehen. Im Zug nach Bordeaux lernen die beiden Camille kennen, die am Collège de France studiert und zusammen mit dem Professor Kopolski um jeden Preis verhindern möchte, dass angereichertes "schweres Wasser" in die Hände der deutschen Besatzer fällt ...
22:05
Verschollen geglaubtes Filmmaterial und bislang unbekannte Briefe von Romy Schneider ermöglichen neue Einblicke in ihr Leben - insbesondere in die Beziehung zu ihrer Mutter, Magda Schneider. Das Verhältnis der beiden Frauen gab immer wieder Anlass zu Spekulationen. So soll es etwa 1958 zum Bruch gekommen sein, als Romy spontan zu ihrer ersten großen Liebe, Alain Delon, nach Paris zog. Damit kehrte sie dem deutschen Nachkriegsfilm den Rücken - jenem Genre, in dem Mutter und Tochter zuvor als populäres Gespann die Kinokassen hatten klingeln lassen. Floh Romy regelrecht zu Alain, wie oft behauptet wurde? Hängte die Tochter ihre alte Karriere an den Nagel, weil sie unter dem Einfluss der Mutter litt? Zu Beginn von Romy Schneiders Karriere galt Magda Schneider als omnipräsente Helikopter-Mutter, als "Wachhund", der den Jungstar keine Sekunde aus den Augen ließ. Eifersüchtig soll sie verfolgt haben, wie Romy zum gefeierten Kinostar aufstieg und die Karriere der Mutter in den Schatten stellte. Und nicht nur das: Magda soll rigoros moderne Rollenangebote für die Tochter abgelehnt haben, damit die Minderjährige in Schmonzetten spielte und so das Familieneinkommen sicherte. Romys Briefe zeigen: Die beiden Schauspielerinnen waren zeitlebens engste Vertraute. Romy erzählte Magda viel Persönliches, vertraute sich ihr an und suchte Rat und Trost bei ihrer Mutter - etwa, als Alain Delon sie nach fünf Jahren über Nacht verließ oder nach der komplizierten Geburt ihrer Tochter Sarah.
23:00
Céline Dion, Jahrgang 1968, ist eine der berühmtesten Diven der Popmusik und fünffache Grammy-Gewinnerin. Ihre Aufnahme von "My Heart Will Go on" (1997) für den Blockbuster "Titanic" war ein Welterfolg, der Song wurde mit dem Oscar ausgezeichnet; und auch ihr Titelsong für "The Beauty And the Beast" (1991) erhielt einen Oscar. Damit gelang ihr Anfang der 1990er Jahre der Durchbruch in den USA. Zuvor hatte sie 1988 den Eurovision Song Contest (ESC) für die Schweiz gewonnen, obwohl sie selbst aus Québec stammt, wo sie bereits mit mehreren französischsprachigen Alben bekannt war. Dies verrät viel über Dions Karriere und ihre etwa 40-jährige Beziehung zu ihrem Manager und Ehemann René Angélil. Beim ESC in Dublin entdeckten 600 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die junge Sängerin, und Céline Dion entwickelte sich vom jungen Mädchen mit altmodischem Look und schiefen Zähnen zu einem zielstrebigen Popstar. Im Jahr 2007 landete sie auf der Forbes-Liste hinter Madonna und Barbara Streisand, und ihr fünfjähriger Aufenthalt in Las Vegas brachte ihr 400 Millionen Dollar ein. Gleichzeitig betonte sie als Jüngste von 14 Geschwistern immer, dass ihr Familienleben wichtiger sei als das Singen. Die Dokumentation blickt mit viel Humor und Empathie zurück auf den legendären Eurovision Song Contest, den Céline Dion in einem spannenden Finale für sich entschied, und zeigt, wie ihr Auftritt für die Schweiz den Grundstein für ihre Weltkarriere legte.
23:55
Marcel Marceau ist der wohl berühmteste Pantomime der Welt. Als tragikomischer Clown "Bip" im Ringelhemd mit dem weiß geschminkten Gesicht, dem zerbeulten Seidenhut und der roten Blume begeisterte er die Menschen rund um den Globus. Doch der tragische Hintergrund seines Schaffens blieb lange verborgen. Marcel Marceau, gebürtig Marcel Mangel, stammt aus einer jüdischen Familie in Straßburg. Sein Vater Karl Mangel betrieb dort eine koschere Metzgerei und gab als Opernliebhaber nebenher Konzerte in seinem Laden. 1944 wurde der Vater nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Sein Sohn Marcel schloss sich der französischen Résistance an und schmuggelte zusammen mit seinem Cousin Georges Loinger jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz. Mit Gesten und Pantomime brachte er ihnen bei, in Gefahrensituationen zu schweigen. Stille konnte Leben retten. Beeinflusst durch Stummfilmgrößen wie Buster Keaton und Charlie Chaplin schuf Marcel Marceau nach dem Krieg eine einzigartige Kunstform, die seine Familie und Weggefährten bis heute weiterführen. In "Die Kunst der Stille" vereint der Schweizer Filmemacher Maurizius Staerkle Drux exklusive Archivmaterialien aus dem facettenreichen Leben von Marcel Marceau mit einem persönlichen, zeitgenössischen Blick auf die Kunst der Stille. Die Dokumentation feierte ihre Weltpremiere auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis und war danach in den Kinos zu sehen.