21:45
Auf geht's, für eine Woche zum Segelcamp nach Knarrholmen! Während sich Noras 12-jähriger Sohn Simon auf das Ferienabenteuer auf der kleinen Nachbarinsel freut, muss Benjamin von seinem Vater Christian regelrecht dazu gedrängt werden. Christian hofft, dass Benjamin endlich etwas selbstsicherer wird. Doch der in sich gekehrte Bücherwurm wird dort schnell zum Ziel gemeiner Späße der älteren Jungen. Bei einer Schnitzeljagd werfen sie Benjamins Kleider ins Wasser und lassen ihn vor Kälte zitternd am Strand zurück. Ein Mann kommt Benjamin mit einem trockenen Handtuch zu Hilfe. Es ist Pontus Lindqvist, der alles beobachtet hat und gerade erst nach einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs aus der Haft entlassen wurde. Am nächsten Morgen ist Benjamin spurlos verschwunden. Thomas Andreasson und seine Kollegin Mia Holmgren machen sich sofort auf die Suche nach dem Jungen und seinem mutmaßlichen Entführer ... Thomas hatte eigentlich in die Nachtschicht gewechselt und im Hafen Ausschau nach Treibstoffdieben gehalten. So wollte er tagsüber mehr Zeit für Pernilla haben, die sich alleine auf der Insel unwohl fühlt. Doch seit Benjamins Verschwinden ist Thomas wieder voll eingespannt, und Pernilla flüchtet in die Stadt. Unterdessen sieht Noras Stieftochter Vera in deren Freundschaft mit Thomas eine Gefahr für die Beziehung zwischen Nora und ihrem Vater Jonas. Tatsächlich kriselt es zwischen den beiden, nicht zuletzt wegen Jonas' aufkeimender Eifersucht ...
23:15
Für die 19-jährige Jojo geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird an der Münchner Kunstakademie angenommen und darf in der Klasse des berühmten Professors Robert Copley studieren. Doch der ersehnte Aufbruch in die Sphäre der bildenden Kunst wird rasch zum Härtetest. Schon am ersten Tag wird ihr signalisiert, dass sie um ihren Platz kämpfen muss. Die idealistische Studentin gerät in einen Betrieb, der von Selbstinszenierungen geprägt ist; Bewunderung und Erniedrigung liegen oft dicht beieinander, beruhend auf einem Bewertungssystem, das kaum greifbar ist. In einem toxischen Klima sucht Jojo nach ihrer eigenen künstlerischen Sprache. Intrigen und Missgunst prägen das Verhältnis unter den Studierenden, Freundschaften erweisen sich als brüchig und die Lehrenden nutzen ihre Macht auf unterschiedliche Weise aus. Ein Skandalprofessor überschreitet mit seinen Provokationen regelmäßig Grenzen; der charismatische Copley bleibt als gefeierter Mentor widersprüchlich und unberechenbar. Als Jojos Bilder verschwinden, im Umfeld der Akademie immer wieder ein unheimlicher Mann auftaucht und auch im Privaten Verluste und Enttäuschungen zunehmen, gerät ihr erstes Studienjahr zu einer Krise. Gerade daraus gewinnt ihre Arbeit jedoch eine neue Dringlichkeit. Camilla Guttner erzählt Jojos Weg als satirisch gebrochenen Bildungsroman und als Blick in einen Mikrokosmos aus künstlerischem Streben und institutionalisierter Grenzüberschreitung. Der Film verbindet groteske Figuren und Milieubeobachtung mit einer zunehmend melancholischen Atmosphäre, die nachdenklich macht.