04:35
Das Rennhuhn.
05:05
Was passiert, wenn traditionelle Zirkuskunst auf die Gegenwart trifft? Beim 44. Weltfestival des Zirkus von Morgen im Pariser Cirque Phénix wurde diese Frage wie jedes Jahr spektakulär beantwortet. Hier zeigte sich, wie lebendig diese Kunstform aktuell ist: Sie ist fest in der Gegenwart verankert und offen für neue ästhetische Ausdrucksformen. Zirkuskünstlerinnen und -künstler aus rund 15 Ländern - von Tansania bis Grönland, von der Ukraine bis Japan - präsentierten Nummern, die begeistern: Ein dänisches Schleuderbrett-Team (X-Board X) gewann die Goldmedaille, ein tansanischer Rola-Bola-Künstler (Hakuna Matata) wurde ebenfalls mit Gold belohnt, und ein japanischer Jo-jo-Virtuose (Toy Toy Toy) verzauberte das Publikum und erhielt dafür die Silbermedaille. Dazu kamen atemberaubende Nummern auf Klappstühlen, ein Hand-zu-Hand-Duo, das Rollenklischees aufbrach (Agathe und Adrien) sowie ein chinesisches Cyr-Wheel-Kollektiv, das mit perfekter Präzision glänzte. Ob Akrobatik, Jonglage oder poetisches Akro-Theater - dieses Festival ist ein faszinierendes Kaleidoskop heutiger Zirkuskunst. Und die Botschaft? Zirkus ist längst mehr als Tradition - er ist eine Kunstform, die sich ständig neu erfindet. Mit: - X-Board X, Schleuderbrett, Dänemark, Goldmedaille - Hakuna Matata, Rola-Bola, Tansania, Goldmedaille - Toy Toy Toy, Jo-jo, Japan, Silbermedaille - Franco Pelizzari del Valle, Akro-Theater, Argentinien, Bronzemedaille - David Trappes & Skip Walker-Milne, Stab, Australien - Agathe et Adrien, Hand-zu-Hand-Duo, Kanada/Frankreich - Maksym Vakhnitskyi, vertikales Seil, Ukraine - Sergiy Mishchurenko & Vladyslav Tsarov, doppelte Flugstange, Ukraine - Troupe de Guangzhou - Chen Tao, Cyr Wheel, China - David Yemishian, Jonglage, Ukraine - Malou Latrompette & Alizé Poitreau, Trapez, Frankreich - Marceau Bidal, Asymmetrische Träger, Frankreich Zu Gast: - Les Acrostiches - Excentriques (Frankreich)
06:40
Tatiana-Mosio Bongonga lebt mit ihrer dreijährigen Tochter und der von ihr gegründeten Artistengruppe in einem pittoresken Dorf am Fuße der Cevennen. Die Reportage begleitet sie beim Training in den Tagen vor ihrem großen Auftritt am "Stade de France" vor den Toren von Paris. Für Tatiana ist der bevorstehende Auftritt eine technische, künstlerische und menschliche Herausforderung. Um sie herum ist ein ganzes Team im Einsatz. In Saint-Denis kümmert sich ihr Kompagnon und Mitstreiter Jan Naets drei Tage lang mit fünf Seilkletterern allein um die aufwendige Installation des Seils und die Einweisung des Bodenpersonals zur Absicherung. Seiltanz ist ein ständiges Ausloten der Grenzen zwischen Erdanziehungskraft und akrobatischer Eleganz: Die Artistin beherrscht das Gleichgewicht, das es ihr ermöglicht, sich tänzerisch vorwärtszubewegen, ohne in die Tiefe zu stürzen. Es ist eine Zirkuskunst, die sowohl die Darstellerin als auch das Publikum in ihren Bann zieht. Tatianas Anmut und ihre kalkulierte Risikobereitschaft ziehen alle Blicke auf sich. Jede Darbietung auf dem Hochseil ist ein luftiges und tänzerisches Abenteuer, das von einprägsamer Livemusik begleitet wird, aber auch von zahlreichen Helfern, die zur Stabilisierung des Seils beitragen. Kein Zuschauer kann sich der Faszination eines scheinbar schwerelos zwischen Himmel und Erde balancierenden Menschen entziehen.
07:10
Die Karibikinsel Curaçao ist mit einer reichen Unterwasserflora und -fauna gesegnet. Hier gibt es seit 2004 auch ein Zentrum für Delfintherapie - eine Einrichtung für Menschen mit besonderen körperlichen oder seelischen Bedürfnissen. Fünf Delfine helfen den kleinen und großen Patienten dabei, ein Stück Lebensfreude und Hoffnung zurückzugewinnen. Das ist eines der wichtigsten Anliegen der Delfintherapie - idealerweise mit positiven Effekten für den ganzen Körper. Allerdings gibt es von Seiten der Wissenschaft auch Zweifel an der Seriosität und Wirksamkeit solcher Angebote. Die fünfjährige Ella ist bereits zum dritten Mal im Delfinzentrum. Sie lernt nur langsam, kann nicht sprechen, sich kaum konzentrieren und leidet unter einer Muskelschwäche. Aber Ella liebt Delfine und lässt sich von den freundlichen Riesen zur Therapie motivieren. Dieses Mal arbeiten Delfin Chabelita und Physiotherapeutin Merel Schuringa mit der Kleinen: "Chabelita schiebt Ella an Händen oder Füßen sanft durch das Wasser. Sobald sich Chabelita nähert, entspannt sich Ella. Das ist das Schöne bei der Arbeit mit Delfinen und besonders mit Chabelita. Sie kann sehr aktiv und laut sein, aber auch sehr sanft." Die kleinen, für Außenstehende oft kaum merklichen Fortschritte können eine große Wirkung auf den Alltag der ganzen Familie haben - Dinge, die bei anderen Kindern selbstverständlich sind, werden wahr: ein Lächeln, ein Wort, mehr Selbstständigkeit und Offenheit. Solche Effekte kann die Delfintherapie anscheinend bewirken. Die Therapeuten machen sich die Neugier und Freude der Tiere am Spielen zu Eigen - denn das wiederum animiert die Patienten, es motiviert und sensibilisiert sie.
08:05
Einmal im Jahr findet das Streetart-Festival "Hit the North" in Belfast statt. Kerrie Hanna ist eine der Künstlerinnen, die diesmal mit dabei ist. Die junge Malerin gehört zur neuen Generation von engagierten Künstlerinnen und Künstlern, die die Wände der Stadt "zurückerobern" wollen. Sie ist überzeugt, Belfast dadurch lebenswerter zu machen. Dass das schon gelungen ist, davon zeugen die vielen modernen Wandbilder Belfasts. Adam Turkington, der Gründer und Leiter des "Hit The North"-Events, ist für den Boom verantwortlich, den die Streetart in Belfast in den letzten Jahren erlebt hat. Aber Routine ist es nach all den Jahren noch immer nicht. Unzählige Kunstschaffende, Aktivisten, Kunstbegeisterte und Touristen werden in den nächsten Tagen erwartet. Jede Malerin braucht ihre Wand, jeder Künstler seinen Platz. Ganz große Flächen können nur per Hochgerüst, mitunter nur per Kran bemalt werden. An vielen Stellen der Stadt entstehen so neue farbige, fröhliche, romantische und poppige Wandbilder, die vor allem eines wollen: die Seele der Stadt heilen. Die alten Konflikte sollen endlich der Vergangenheit angehören.
09:00
(1): Laurent Voulzy: Der Mann mit dem guadeloupischen Herzen (2): Kreolische Trachten: Die feminine Seite von Guadeloupe (3): Guadeloupe: Eine Entscheidung für die Freiheit
09:40
Das, was die karibische Community in London zusammenhält wie ein Klebstoff, ist ihr Essen. Ob aus Jamaika, Trinidad oder Kuba, jeder verleiht mit seinen speziellen Gewürzmischungen und Marinaden Gerichten wie Jerk Chicken, Cou Cou und Callaloo, Ropa Vieja oder Ziegencurry das karibische Flair. Der Spaß beginnt für die Freunde Elaine Spence und Ray Mahabir schon beim Einkaufen auf dem Brixton Market, um später beim Sonntagsbrunch alles hervorzuzaubern, was nach Heimat schmeckt. Um ihre Wurzeln in Londons Boden zu bringen, will Elaine jetzt karibisches Gemüse anbauen. Jeder zeigt sich am Herd von seiner besten Seite. Auch Elaines Tochter Sam und ihre Nachbarin Marta aus Kuba. Am Ende geht es beim Barbecue nicht darum, wer besser kocht, sondern darum, das karibische Lebensgefühl nach London zu holen.
10:15
Am 10. August 1628 verließ die "Vasa" erstmals den Hafen von Stockholm. Das stark bewaffnete schwedische Kriegsschiff sollte dazu beitragen, die schwedischen Interessen im Konflikt mit Polen durchzusetzen und dem skandinavischen Land die Vorherrschaft über Nordeuropa zu sichern. Doch kurz nach den ersten Kanonenschüssen verwandelte sich der Jubel der Menschenmenge in sprachloses Erstaunen - die "Vasa" kenterte und versank vor aller Augen in den Fluten, nur rund einen Kilometer vom Kai entfernt. 1961 wurde das Schiffswrack in erstaunlich gutem Zustand im Hafen von Stockholm geborgen; inzwischen ist es im meistbesuchten Museum des Landes ausgestellt. Was war der Grund für diesen unverhofften Untergang? Welche archäologischen Schätze werden bis heute im Wrack gefunden? Immer wieder suchen Taucher an der Küste vor Stockholm nach weiteren Puzzleteilen, und auch in Deutschland, Frankreich und Dänemark fahnden Forscher nach Hinweisen zu den Ursachen des Unglücks. Die Analyse der Schiffsplanken und der am Wrack gefundenen DNA nach neuesten wissenschaftlichen Methoden sorgt für immer neue Überraschungen. So gelang es Wissenschaftlern, die Todesopfer zu identifizieren und die geopolitische Lage der damaligen Zeit neu zu beleuchten. Die zweiteilige Reihe "Vasa, Schwedens Geisterschiff" lässt das tragische Schicksal der "Vasa" anhand von Animationen und Aufnahmen aus dem Inneren des Kriegsschiffes wieder aufleben. Die Dokumentation erklärt, warum das Wrack nahezu unversehrt geborgen wurde, und erzählt, welche Geheimnisse die Wissenschaft noch lüften will.
11:05
Die 1961 in außergewöhnlich gutem Zustand geborgene "Vasa" gleicht einer Zeitkapsel, die 333 Jahre auf dem Meeresgrund überdauert und ihre archäologischen Schätze noch nicht vollständig preisgegeben hat. Gut 60 Jahre nach der Restaurierung des Wracks macht die Forschung noch immer neue Entdeckungen. Im Vasa-Museum, aber auch in Deutschland, Dänemark und Frankreich analysieren Archäologen die im Wrack gefundenen Dinge wie Knochen, Holzteile, Alltagsgegenstände und Stoffe. Bei der Bergung 1961 fand man nur drei der 64 Kanonen, die die "Vasa" am Tag ihres Untergangs an Bord hatte. Was passierte mit den anderen? Schließlich können auch die zahlreichen Handelsbeziehungen nachvollzogen werden, die es Schweden ermöglichten, sich seit Beginn des 17. Jahrhunderts mit Stoffen für Segel aus Tausenden von Kilometern Entfernung zu versorgen. Bei genauerer Untersuchung des Holzes, aus dem das Schiff gebaut wurde, konnte dessen Herkunft ausgemacht werden, was Aufschluss über den Handel mit strategischen Materialien in der turbulenten damaligen Zeit gibt. Die Forscher konnten außerdem den Männern und Frauen ein Gesicht geben, die bei dem Unglück ihr Leben ließen. Auch hier gab es Überraschungen. Die "Vasa" gleicht einem Geisterschiff, das Jahrhunderte nach seinem plötzlichen Untergang wieder auftaucht und seither immer wieder neue Geheimnisse ans Licht bringt.
12:00
Die Geschichte beginnt in der Taiga, im Grenzgebiet zwischen Finnland und Russland. Dort zieht sich ein rund 20 Kilometer breiter und etwa 1.300 Kilometer langer Korridor durch unberührten Wald - ein Niemandsland, das im Lauf der Zeit zum Rückzugsraum für Grauwölfe geworden ist. Der Fotograf Olivier Larrey und der Aquarellmaler Yves Fagniart wollen, jeder auf seine Weise, die Verbundenheit eines Wolfsrudels in Bildern festhalten. Dazu beziehen sie eine winzige Jagdhütte. Vom Wintereinbruch bis zum darauffolgenden Herbst harren sie dort aus - mit kurzen Unterbrechungen, um Vorräte aufzufüllen. Sie lernen, sich wochenlang kaum zu bewegen, eins zu werden mit der Natur, so wenig und so leise wie möglich zu sprechen. Aus nächster Nähe werden sie zu faszinierten, aber auch besorgten Zeugen der fragilen Schönheit der Wildnis. Die Perspektive bleibt gleich - und verändert sich doch mit jedem Tag. Schwarze Kolkraben im weißen Schnee werden zum künstlerischen Motiv, ein vorbeiziehender Vielfraß sorgt für überraschende Momente. Schließlich wird ihre Geduld belohnt: Das Wolfsrudel erscheint. Yves Fagniart und Olivier Larrey erleben mit, wie der Vielfraß von den Wölfen angegriffen wird, und beginnen, das Rudel zu beobachten, zu zeichnen und zu fotografieren. Sie geben jedem Tier einen Namen. Das größte Geschenk: Nachwuchs, der im Lauf der Jahreszeiten vor ihren Augen heranwächst.
12:55
Tief in den japanischen Alpen, im mystischen Kamikochi-Tal, kämpfen Schneeaffen gegen eisige Kälte und Nahrungsknappheit. Die faszinierende Dokumentation zeigt, wie die cleveren Primaten mit erstaunlichen Tricks im Winter überleben: Sie drehen Steine um, um an Larven zu kommen, waschen Süßkartoffeln im Wasser und wagen sich sogar an den Fischfang. Doch nicht nur ihr Einfallsreichtum ist beeindruckend. In ihren von Weibchen geführten Gruppen herrscht ein erstaunlicher Zusammenhalt - gegenseitige Fellpflege, mütterliche Fürsorge und über Generationen weitergegebene Traditionen prägen ihr Leben. Im Sommer wandern sie in höhere Lagen, wo es süße Beeren und Zapfen gibt. Die Dokumentation zeigt nicht nur die beeindruckende Anpassung der Tiere an extreme Lebensbedingungen, sondern auch das soziale Miteinander. "Japans Schneeaffen hautnah" ist mehr als ein Porträt wilder Tiere - es ist ein beeindruckendes Beispiel für Überlebenskunst, Erfindungsgeist und Gemeinschaft.
13:40
Der renommierte kanadische Filmemacher Harold Arsenault dreht seit vielen Jahren Tierdokumentationen - in fernen Ländern ebenso wie nun erstmals in seiner Heimat, der Gaspésie-Halbinsel in Québec. Dort, im Sankt-Lorenz-Golf, leben ganzjährig Seehunde, die als relativ standorttreu gelten. Für die Dokumentation kehrt Arsenault nach 20 Jahren erstmals zur Unterwasserfotografie zurück - und muss den Umgang mit der Kamera unter Wasser neu erlernen. Er lebt über längere Zeit inmitten einer Seehundkolonie, die sich allmählich an seine Präsenz gewöhnt. So gelingt es ihm, zentrale Momente im Leben dieser faszinierenden Tiere einzufangen: von den ersten Atemzügen neugeborener Seehundbabys bis zu ihren ersten Jagdausflügen und den eindrucksvollen Paarungsritualen.
14:25
Matt Masters ist der Direktor eines berühmten Zirkus in den USA. Eines Tages beschließt er, seine Show "Wild West" in den Städten Europas aufzuführen. Insgeheim hofft er, seine Geliebte Lili wiederzufinden. Sie ist vor 14 Jahren, nach dem tödlichen Unfall ihres Mannes Alfredo, des besten Trapezkünstlers des Zirkus, spurlos verschwunden. Alfredo hatte sich damals aus Eifersucht in den Tod gestürzt, als er erfuhr, dass seine Frau einen anderen liebt. Voller Schuldgefühle ließ Lili ihre Tochter Toni zurück, die von Matt erzogen wurde wie sein eigenes Kind. Bei der Ankunft des Zirkus in Barcelona geschieht eine Katastrophe: Das Boot sinkt mitsamt dem Zirkuszelt. Matt Masters ist ruiniert und beschließt, mit seinem Partner Steve McCabe einen neuen Zirkus zu gründen. Gemeinsam wollen sie die besten zeitgenössischen Künstler rekrutieren. Eine Reise durch Europa beginnt. Als Erstes stellen sie die junge Seilkünstlerin Giovana und den Clown Tojo ein, der niemand anderes ist als Aldo Alfredo, der Bruder des verstorbenen Trapezkünstlers. Er meint, Lili hielte sich in Hamburg auf ...
16:40
Der Rothirsch gilt als der "König der Wälder". Er wurde schon oft gefilmt, meist als liebestoller, röhrender Brunfthirsch, der im Herbst um die Weibchen kämpft. Was aber machen Rothirsche den Rest des Jahres? Während der Brunft buhlen die Tiere mit lautem Röhren und aggressiven Kämpfen um die Gunst der Hirschdamen. Dabei verausgaben sich die Hirsche bis zur Erschöpfung. Am Ende der anstrengenden Paarungszeit müssen sie den Rest des Jahres extremen Aufwand betreiben, um die körperlichen Reserven wieder aufzufüllen. In den kommenden Monaten ziehen die männlichen Tiere in Junggesellenrudeln umher und konzentrieren sich aufs Fressen. Ihre Nachkommen und die Weibchen interessieren sie kaum. Auch die Hirschkühe leben zunächst in Rudeln. Ende Mai vertreiben sie den Nachwuchs aus dem Vorjahr und bringen im Verborgenen ihre Jungen zur Welt. Anschließend führen sie ihre Kälber an versteckte Spielplätze und beschützen sie vor drohenden Gefahren. Ehe ein Hirschkalb die Chance bekommt ein Platzhirsch zu werden, vergehen mindestens fünf Jahre. Eine lange Zeit, die aufregende Begegnungen, aber auch entspannte Momente mit sich bringt. Rothirsche sind keine langweiligen Wiederkäuer: Versteckte Kameras an Suhlen oder anderen "Rendezvous-Plätzen" geben ungewöhnliche und seltene Einblicke in ihr geheimes Leben.
17:25
(1) Venezuela: Pro-Maduro und nun Trump? Nach dem Angriff auf Venezuela und der Festnahme seines Präsidenten Nicolás Maduro durch die US-Armee und seiner Anklage wegen "Narco-Terrorismus", filmte das ARTE-Team, das schon seit Wochen die Anhänger Maduros begleitet hatte, deren Reaktionen und die ersten Tage nach Maduro in Caracas, der Hauptstadt des Landes. (2) Somalia: Der IS tötet weiter Nach ihrem Scheitern im Irak und in Syrien verstärkte die Terrorgruppe Islamischer Staat ihre Kräfte auf anderen Kontinenten, vor allem in Afrika: Somalia ist ihre Hochburg. In der Region Puntland am Horn von Afrika, siedeln sie in einem 5.000 km2 großen Bergmassiv.
18:20
Das einzigartige Magazin kombiniert wirtschaftliche, politische und historische Gesichtspunkte mit Geografie: Geschichtliche und aktuelle Entwicklungen werden dabei anhand von geographischen Karten erläutert.
18:35
Inmitten des Victoriasees, dem flächenmäßig größten See Afrikas, liegen die Ssese-Inseln. Eine tropische Inselwelt voller Schönheit - und voller Gefahren. Hier beginnt für die Brüder Filidaus (12) und Hamidhu (11) der Tag noch vor Sonnenaufgang. Ihr Ziel: der Schulbesuch. Der Weg ist eine wahre Odyssee: Es geht durch Dunkelheit und tropischen Regen auf ein Boot, das sie zur Nachbarinsel bringt, in die nahe gelegene Provinzstadt, wo sich ihre Schule befindet. Nicht selten ist das Wetter wechselhaft und der Victoriasee daher nicht befahrbar. Dann fällt der Besuch der Schule aus. Doch die Brüder träumen auch unter diesen widrigen Bedingungen von einer guten Ausbildung, um es einmal besser zu haben als ihre Eltern, die oft kaum lesen und schreiben können. Auch Daphine (12) von der Nachbarinsel Bugala macht sich in aller Frühe auf. Gemeinsam mit ihren Brüdern Dan (11) und Masereka (6) kämpft sie sich durch Felder, dichtes Buschwerk und schier endlose Palmölplantagen. Im Wald lauern Giftschlangen, vor denen sie sich fürchtet, denn sie wurde selbst schon einmal gebissen. Doch Aufgeben ist keine Option - denn Bildung ist ihre einzige Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Ursulae ist schwer gefordert: Die Mitarbeiterin des Waldkindergartens im indonesischen Nyaru Menteng ist mit zwei ihrer Schützlinge unterwegs, um ihnen das Leben im Regenwald beizubringen. Selfie und Nia sind Orang-Utan-Waisen, die von der Nichtregierungsorganisation Borneo Orangutan Survival Foundation (BOSF) krank und unterernährt aus Privathaushalten gerettet wurden. Die Organisation bemüht sich seit Jahren darum, Waisen wie diese beiden nach der Rettung auf ein Leben in der Natur vorzubereiten. Eine Arbeit, die Jahre dauert - denn nach uns Menschen pflegen Orang-Utans die längste Bindung zu ihren Nachkommen: Bis zu neun Jahre verbringen die Mütter mit ihrem Nachwuchs, bevor sie diesen in die Selbstständigkeit entlassen. In dieser Zeit bringen sie ihren Jungen alles bei, was sie wissen müssen, um zu überleben. Eine Aufgabe, die nun die Mitarbeitenden der Auffangstation übernehmen. Um jedem Alter gerecht zu werden, ist die Aufzucht der jungen Menschenaffen in mehrere Teile gegliedert - in einen Kindergarten, eine Schule und einen anschließenden mehrjährigen Aufenthalt auf sogenannten Vorauswilderungsinseln. Erst wenn sie all diese Stationen durchlaufen haben, sind die jungen Tiere bereit, in ihre ursprüngliche Heimat, die Wildnis, zurückzukehren. Seit Bestehen der Auffangstation in Nyaru Menteng erlangten mehr als 800 Orang-Utans ihre uneingeschränkte Freiheit in einem der sicheren Waldschutzgebiete auf Borneo. Auch Selfie und Nia sollen eines Tages dorthin zurückgebracht werden. Und Ursulae wird sie auf diesem langen Weg ein gutes Stück begleiten.
20:15
Mitten im Pazifik liegt Hawaii - eine der isoliertesten Inselketten der Erde: mehr als 130 Inseln, geformt von Vulkanen, 3.000 Kilometer vom nächsten Kontinent entfernt. Hier entstand ein Labor der Evolution mit einzigartiger Flora und Fauna. In der aufwendig produzierten Naturdokumentation zeigen Lars Pfeiffer und Florian Graner in spektakulären Bildern die Naturparadiese des Archipels über und unter Wasser. Singende Buckelwale ziehen vor Maui ihre Kälber auf, Spinnerdelfine, Mönchsrobben und Mantarochen bevölkern die Küsten, bunte Vögel und leuchtende Blüten prägen die Regenwälder. Doch die empfindlichen Ökosysteme sind bedroht: Eingeschleppte Axishirsche und Chamäleons setzen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu. An Land kämpft Biologe Rick Barboza für die Rückkehr endemischer Pflanzen, im Meer befreit Aktivistin Ocean Ramsey Tigerhaie von Leinen und Haken. Auf entlegenen Atollen tanzen Laysan-Albatrosse ihren Balzritualen entgegen - bedroht durch Plastikmüll, den Projekte wie das Papahanaumokuakea Marine Debris Project mühsam aus dem Ozean bergen. Exklusive Aufnahmen dokumentieren den Ausbruch des Mauna Loa - ein Schauspiel aus Feuer und Erneuerung. Tief verwurzelt in dieser Landschaft ist die Kultur Hawaiis, getragen vom Prinzip malama ?aina - "sich um das Land kümmern". Aktivistin Hawane Rios kämpft für heilige Orte wie den Mauna Kea, Symbol der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Eine bildgewaltige Reise zu einem Ort, an dem Natur und Kultur untrennbar verbunden sind.
21:45
Faszinierende Landschaften, eine artenreiche Tierwelt und abenteuerliche Geschichten: Das sind die 7.000 Inseln der Karibik. Die Karibik mit ihren Inseln und Atollen ist für heutige Forscher ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis geologischer, klimatischer und biologischer Vorgänge auf unserem Planeten. Kaum eine Region bietet eine solch überwältigende Biodiversität und so viele Superlative. Flora und Fauna sind hier einzigartig: Etwa 72 Prozent der rund 11.000 Pflanzen in der Karibik gibt es nur hier. Im Karibischen Meer tummeln sich etwa 1.400 Arten, darunter allein 76 Haigattungen. Nicht nur Wale suchen die Karibik als Rückzugsgebiet auf. Über 700 Tierarten, die global vom Aussterben bedroht sind, finden hier Lebensraum. Außerdem ist diese Traumregion ein geologischer Hotspot: Vulkane bilden einen kleinen "Ring of Fire". Sie halten die Menschen in Atem. Doch die Karibik war nie das friedliche Paradies, als das es vielen scheint. Katastrophen prägen ihre Geschichte von Anbeginn an: Sei es der Einschlag des Meteoriten, der vermutlich zum Untergang der Dinosaurier führte, oder Erdbeben und tropische Wirbelstürme mit tödlicher Kraft. Grandiose Natur, bewegte Geschichte, so viele Chancen, so viele Risiken. Die Dokumentation "Abenteuer Karibik" beleuchtet ein außergewöhnliches Naturparadies, an dem die Zivilisation nicht spurlos vorübergangen ist.
22:40
Vulkanismus und eruptive Tätigkeit verändern das Gesicht der Erde immer wieder von Grund auf. Und auch an der Entwicklung der Arten haben die feuerspeienden Berge einen wesentlichen Anteil. Die Dokumentation veranschaulicht am Beispiel eines vor 65 Millionen Jahren im Indischen Ozean entstandenen Hotspots den Einfluss von Vulkanen auf Pflanzen, Tiere und Menschen. Während die Dinosaurier den Eruptionen und ihren Folgen wie giftigen Gaswolken und glühenden Lavaströmen zum Opfer fielen, bot die Nähe zu Vulkanen zahlreichen Meerestierarten günstige Lebensbedingungen. Und die Menschen machten sich die fruchtbaren Lavaböden heute noch zunutze. In fünfjährigen Dreharbeiten wurde die Entwicklungsgeschichte des für die Entstehung der Insel Réunion verantwortlichen Hotspots an rund 30 aktiven Vulkanen im Indischen Ozean nachgezeichnet. Im Laufe der Jahrmillionen entstand aus der ständig durch diese Anomalie im Erdmantel austretenden, sehr flüssigen Lava die Insel Réunion, die sich auch heute immer noch ausdehnt.
00:05
Das Bridges-Kammerorchester - The composing orchestra - baut musikalische Brücken und überwindet kulturelle und geografische Grenzen. Musikerinnen und Musiker aus Indien, Syrien, der Türkei, dem Iran, Uruguay, Japan, den USA und Deutschland bringen teils klassische, teils folkloristische Musiktraditionen ihrer Heimatregionen zusammen und kreieren mit ihren Konzerten faszinierende neue Klanglandschaften. Dafür sorgt eine Fülle unterschiedlicher Streich-, und Zupfinstrumente aus Asien und Afrika wie die Langhalslaute Tar, die geigen-ähnliche Rebab, die Sitar sowie zahlreiche Perkussionsinstrumente. Die Stücke werden von Ensemblemitgliedern komponiert und arrangiert. Das Debütalbum "Identigration" wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik 2021 in der Kategorie "Grenzgänge" ausgezeichnet. In diesem Konzert sind zwei Uraufführungen zu hören das Stück "alterity 2.0" von Hindol Deb, Peter Klohmann, Alireza Meghrazi und Tar-Solist Sahib Pashazadeh. Ensemble-Mitgründerin und Flötistin Johanna-Leonore Dahlhoff hat eine Hommage an Ludwig van Beethovens 5. Klavierkonzert komponiert. Die Violinistin und Gastkomponistin Ceren Türkmenoglu ist mit ihrem Stück "Solstice" ("Sonnenwende") zu hören, das sie als Solistin auf der Rebab, einem in West-, bis Ostasien verbreiteten Streichinstrument, interpretiert. Die "Milonga Alfredo" von Gervasio Tarragona Valli ist vom Tango inspiriert. Zahia Ziouani dirigiert.
01:20
Im Sommer 1853 klopft ein junger Mann an die Tür von Clara und Robert Schumann. Es ist Johannes Brahms (1833-1897). Die Schumanns sind zu diesem Zeitpunkt die Musikstars in Europa - Brahms ein Niemand. Nachdem sich die Schumanns seine Kompositionen angehört haben, ist für sie klar: Brahms ist der neue Messias der deutschen Musik. Für alle Drei ist es Liebe auf den ersten Blick: Clara und Robert Schumann fühlen sich magisch von dem Jüngling aus Hamburg angezogen. Und Brahms verehrt die Künstlerin, die international gefeiert wird, ebenso wie den Komponisten und Dichter, der als romantisches Genie gilt. Robert Schumann sieht in Johannes ganz offenbar seinen natürlichen Nachfolger an Claras Seite. Als er stirbt, scheint der Weg für Johannes Brahms frei, doch Clara ist zwölf Jahre älter, Johannes ohne Vermögen, ohne Stellung. Als Komponist hat er noch nichts zustande gebracht. In Brahms klafft ein sich mehr und mehr verhärtender Widerspruch zwischen der Liebe zur Kunst und der Liebe zum Leben. Zwei Seelen wohnen in seiner Brust: Schweren Herzens entscheidet er sich für die Musik und trennt sich von Clara. Das Dokudrama lässt Brahms Leben Revue passieren und erzählt den Werdegang des Genies aus einfachen Hamburger Verhältnissen, der sich zum weltberühmten Komponisten entwickelt und unter anderem in Wien Musikgeschichte schreiben sollte.
02:55
Ein Jahr nach München, Ost-Berlin im August 1973: Die DDR hat die Welt zu Gast. Die X. Weltfestspiele der Jugend sind der sozialistische Gegenentwurf zu den Olympischen Spielen. Unliebsame Gäste erhalten kurzerhand Einreiseverbot, andere werden inhaftiert. Das Sicherheitsaufgebot ist überdimensioniert. Einer der offiziellen "Staatsgäste" ist Jassir Arafat, der an der Seite von Erich Honecker hofiert und von den Massen gefeiert wird. Passend dazu eröffnet damals die offizielle PLO-Vertretung in Ost-Berlin. Wie und warum konnte es passieren, dass sich der "antifaschistische" sozialistische deutsche Staat daran beteiligte, Organisationen und Länder zu unterstützen, die an der Auslöschung des Staates Israel arbeiteten? Was taten beide Seiten dafür, aus der internationalen Isolation auszubrechen? Und welche Rolle spielten die Geheimdienste, vor allem die ostdeutsche Staatssicherheit, die "Stasi"? Antworten geben unter anderem Dominique Vidal, der als französischer Student bei den Weltfestspielen der Jugend für internationales Renommee sorgen soll und sogar zum Posterboy in den WG-Zimmern ostdeutscher Studentinnen wird, und der Historiker Jeffrey Herf von der Universität Maryland, der mit seinem Buch "Unerklärte Kriege gegen Israel" mit der Vorstellung des "konsequent antifaschistischen" Staates DDR aufräumt.
03:45
Wer bislang dachte, Seniorinnen und Senioren hätten keinen Humor, wird in dieser amüsanten Kurzfilmreihe eines Besseren belehrt. Die siebte Staffel der "Alten Schachteln" kommt aus Belgien. In dieser Folge geht es um wesentliche Eigenschaften, um im Medizinstudium erfolgreich zu sein.
03:50
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.