19:40
Mit Beginn der Pandemie 2020 startete der digitale TikTok-Trend "BookTok" seine Erfolgsgeschichte. Allen voran nutzen ihn junge Frauen, die eine besondere Art von Literatur feiern: New Adult. Die neuen Bücher sind bunt und glitzernd, ihre Sprache leicht zugänglich, die Geschichten romantisch, spannend und mit viel Erotik aus weiblicher Sicht. Aber nicht nur online kultivieren die jungen Frauen den leidenschaftlichen Austausch über ihre Lieblingsbücher. Buchbloggerin Jess "miss.Nerdstagram" trifft ihre Follower auf Events wie dem Buchball auf Burg Namedy. Auch Autorin Kim Leopold aus Rheine ist oft unterwegs, um ihren Fans nahe zu sein. Sie ist "Own Voice"-Autorin und bedient mit ihren Geschichten den Hunger nach authentischen Geschichten. Themen wie psychische Gesundheit, Body Positivity und ADHS liegen ihr am Herzen. Kim erwartet nervös den Launch ihres neuen Buches, das sich in neue Gefilde vorwagt: Es steht nicht mehr die Singlefrau im Zentrum, sondern ein junges Ehepaar. Wird auch diese Story bei ihren Fans ankommen? Die beiden Riekes leben in Jever ihren Traum: Mitten im Ort haben sie einen Laden rund um das Phänomen New Adult eröffnet. Die Jungunternehmerinnen sind auch privat ein Paar und posten in den sozialen Medien Clips als komisches Duo. Für die beiden, genau wie für Kim und Jess, ist der Besuch der Frankfurter Buchmesse ein Höhepunkt im Jahr. Doch gerade hier spüren sie auch Gegenwind. Die etablierten Kritiker fremdeln mit den bunten Büchern. Werden sie sich trotzdem behaupten?
20:15
45 Sekunden nach Abwurf explodierte 1945 eine über Hiroshima abgeworfene Atombombe. Eine einzige Nuklearbombe war für die Auslöschung einer Stadt und den Tod von mehr als 100.000 Menschen verantwortlich. Sie wurde damit zur verheerendsten Waffe in der Geschichte und hat die Welt für immer verändert. Der Dokumentarfilm rekonstruiert die wichtigsten Ereignisse vor, während und nach dem Abwurf der Atombombe. Er zeigt das Geschehen in den Hauptquartieren der Alliierten und der japanischen Streitkräfte, die Gespräche in den Flugzeugen und die verwüsteten Straßen Hiroshimas. Zugleich stellt der Film die maßgeblichen Akteure vor und erläutert die Situation an den strategischen Punkten vor Ort. Reichhaltiges Archivmaterial, spektakuläre Bilder, vielfältige Quellen und berührende Gespräche mit Augenzeugen machen ihn zu einem wertvollen Zeitdokument. Überlebende, die sich nie zuvor darüber geäußert haben, sprechen über die Folgen der Bombardierung in der zerstörten Stadt: Waisenkinder wurden an Prostitutionsnetzwerke verkauft, Yakuza-Banden plünderten die Straßen und die letzten Stadtbewohner kämpften teils mit Gewalt ums Überleben. Unveröffentlichte Dokumente aus Regierungskreisen und neu entdecktes Archivmaterial der japanischen Rundfunkgesellschaft NHK bringen neue Erkenntnisse über die Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen den Konfliktparteien vor der Explosion. Neue Einblicke gibt es auch in die verheerenden Schäden, die der Atomwaffenabwurf anrichtete. Der Film konzentriert sich besonders auf die japanische Sicht der Ereignisse.
21:50
Die Entwicklung der amerikanischen Atombombe in Los Alamos verlief unter strengster Geheimhaltung. Trotzdem wurde das Projekt "Manhattan" von Spionen beider Seiten bespitzelt. Das FBI beschattete den Leiter der Operation, Robert Oppenheimer, bereits seit seiner Zeit als Professor in Berkeley und setzte dies auch in Los Alamos und in den Jahren danach fort, als er sich für eine internationale Kontrolle der Atomwaffen einsetzte. In der Anhörung durch die Atomenergiekommission, die damit endete, dass Oppenheimer der Zugang zu atomaren Geheimnissen entzogen wurde, versorgte das FBI die Anklage mit über 7.000 Seiten Abhörprotokollen - und verwanzte obendrein während des ganzen Verfahrens das Telefon seiner Anwälte. Doch auch die Gegenseite hatte ihn im Visier. Der deutsche Physiker Klaus Fuchs, ein enger Mitarbeiter Oppenheimers, spionierte für die Sowjetunion in Los Alamos. Außer ihm waren noch drei weitere Spione am "Manhattan Project" beteiligt. Theodore Alvin Hall, Deckname MLAD, übergab schon 1944 wichtiges Material über die Implosionsmethode und andere Aspekte der Konstruktion einer Atombombe an die Sowjetunion. Er wurde bereits 1950 verdächtigt, bestritt aber zu jener Zeit alle Anschuldigungen und wurde nie verurteilt. Der letzte der russischen Spione, Oscar Seborer, wurde erst vor wenigen Jahren enttarnt. Der Dokumentarfilm rekonstruiert, wie das Klima des Misstrauens und die Beschattung durch beide Seiten die Entwicklung der Atombombe beeinflusste, wie der Mensch Oppenheimer davon geprägt wurde und was das für den sich entwickelnden Kalten Krieg bedeutete.
23:20
Der Film blickt hinter die Kulissen politischer Machtzentren. Politikerinnen und Politiker, Militärs sowie Beraterinnen und Berater sprechen offen über die Prozesse und Konflikte, die ihre Entscheidungen prägten. Was waren ihre wahren Gründe? Warum intervenierten sie in einigen Gebieten und in anderen nicht? Empfinden sie Reue? Und wie analysieren sie ihre Entscheidungen im Nachhinein, wenn sie die Welt sehen, wie sie heute ist? Durch die Verbindung ausführlicher Interviews mit seltenem Archivmaterial und digitalen Animationen rückt der Film die dramatischen Entscheidungsprozesse hinter Krieg und Intervention in den Mittelpunkt. Von Kuwait bis Bosnien, von Ruanda bis zum Kosovo und, vom Irak über Libyen bis nach Syrien beleuchtet der Film die politischen und militärischen Entscheidungen hinter internationalen Konflikten.