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19:40
August 2026: Eine historische Dürre lässt die Donau versiegen und bringt Ungarns einziges Atomkraftwerk an den Rand des Stillstands. Drei von vier Reaktoren mussten im AKW Paks abgeschaltet werden. "Das gab es noch nie", sagt Kraftwerksmitarbeiter Csaba Jantner. Sinkt der Pegel noch wenige Zentimeter, reicht das Wasser für die Kühlung nicht mehr aus, die vollständige Abschaltung droht. Um die Donau zu stauen, bauen Soldaten und Ingenieure eine gewaltige Sohlschwelle in den Fluss. Ministerpräsident Péter Magyar macht die Rettung zur Chefsache und verhängt zeitweise eine Nachrichtensperre über die Arbeiten. Im Café Pillangó, direkt gegenüber vom AKW, versorgen die Betreiber die Arbeiter rund um die Uhr mit Kaffee, Frühstück und Abendessen. Auch Csaba Jantner ist hier Stammgast. Seit 25 Jahren arbeitet er im Kraftwerk. Er ist nur drei Kilometer entfernt von ihm aufgewachsen, kennt die Donau wie seine Westentasche. Für ihn ist die Sohlschwelle nur eine Notlösung. Denn der Pegel wird wieder sinken, davon ist er überzeugt. Die Folgen des Klimawandels stellen auch eine Technologie vor neue Herausforderungen, die politisch wieder verstärkt als klimafreundlich diskutiert wird. Energieexperte Imre Mártha, ehemaliger Chef des staatlichen Energiekonzerns, warnt seit Jahren davor, dass die Kühlung großer Kraftwerke mit Flusswasser unter den Bedingungen des Klimawandels an ihre Grenzen stoßen könnte. Die Warnungen blieben folgenlos.
20:15
Dank eines privilegierten Zugangs zur Villa Windsor, den Aussagen von Wegbegleitern und seltenen Archivbildern zeichnet der Zweiteiler "Edward vs. George: Die Windsors im Krieg" das Leben der Königsbrüder sowie ihrer Ehefrauen eindrucksvoll nach. Die Dokumentation beleuchtet die Auswirkungen der durch die Abdankung ausgelösten Krise, die im Vereinigten Königreich eine Schockwelle auslöste und die Familie Windsor unversöhnlich spaltete. Der österreichische Journalist Georg Stefan Troller erinnert sich an sein Interview mit Edward in der Villa Windsor im Jahr 1966. Troller, ein vor den Nazis geflohener Jude, befragte den Duke of Windsor zu seiner Beziehung zu Adolf Hitler. Der Autor Alex Larman kommentiert eine private Fotosammlung mit nie veröffentlichten Bildern von der Hochzeit des Dukes und der Duchess of Windsor in Frankreich im Jahr 1937. Die Fotos enthüllen die enge Beziehung von Edward zu Charles Bedaux, dem Gastgeber der Hochzeit, einem französisch-amerikanischen Geschäftsmann und notorischen Nazi-Sympathisanten. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs begeben sich der Duke und die Duchess of Windsor ins Exil auf die Bahamas. Währenddessen werden George VI. und seine Familie in der britischen Heimat mit der harten Kriegsrealität konfrontiert. 1947 kommt George VI. stark geschwächt von einer langen Afrikareise mit Staatsbesuchen in den Ländern des British Empire zurück. Der Gesundheitszustand des langjährigen Kettenrauchers verschlechtert sich zusehends, bald kann er kaum noch gehen. Sowohl zu Hofe als auch in Regierungskreisen wächst die Sorge um seine Nachfolge.
21:00
1939 schreiben König George VI. und Königin Elizabeth Geschichte: Als erste britische Monarchen auf Staatsbesuch in den USA werden sie begeistert empfangen - ihr Besuch festigt die transatlantischen Beziehungen. Doch während das Königspaar die Herzen der Massen gewinnt, lebt Georges älterer Bruder Edward, der ihm den Thron überließ, mit seiner amerikanischen Frau Wallis ein ganz anderes Leben: als glamouröses Paar der New Yorker High Society. Der Designer Nicky Haslam erinnert sich an ihre erste Begegnung mit den Windsors - sie wirkten wie "Filmstars". Die Ehefrauen der Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein: Wallis, die als Stilikone gefeierte Duchess of Windsor, verleiht dem Paar ein mondänes Image. Königin Elizabeth hingegen steht für Pflichtbewusstsein - sie überlebt die Bombardierung des Buckingham-Palasts und hält im Krieg an der Seite ihres Volkes stand. Edward und Wallis brechen weiter mit royalen Konventionen: 1951 veröffentlicht der ehemalige König seine Memoiren "A King's Story" und wirbt dafür im US-Fernsehen. Doch als George VI. am 31. Januar 1952 zum letzten Mal öffentlich auftritt, um Prinzessin Elisabeth zu verabschieden, ist sein Tod nur Tage später ein Schock für die Nation. Edward erscheint allein zur Beerdigung - Wallis bleibt fern, sie wurde nicht eingeladen. Elisabeths II. Krönung 1953 markiert einen Neuanfang. Eine Vertraute, Lady Glenconner, beschreibt die Zeremonie aus nächster Nähe. Edward, der mit seiner Nichte zerstritten ist, verfolgt die Feierlichkeiten im französischen Exil vor dem Fernseher. 1970 sucht Prinz Charles seinen Großonkel heimlich in Frankreich auf - ein Zeichen der Versöhnung. Zwei Jahre später stirbt Edward. Nach Jahrzehnten im Exil findet er seine letzte Ruhestätte im königlichen Familiengrab der Windsors.
21:50
"Heir" und "Spare" - im Englischen ist es scheinbar nur ein kleiner Unterschied und doch stecken dahinter zwei völlig unterschiedliche Lebenskonzepte: Der eine ist der Thronfolger - auserkoren dazu, die Krone zu tragen, in die Geschichtsbücher einzugehen und den Fortbestand der Monarchie zu sichern. Der andere ist Reserve - sein Schicksal hängt ganz davon ab, was mit dem Älteren geschieht. Sollte dieser frühzeitig ums Leben kommen, dann rückt er nach und wird zum Thronfolger. Im Fall der Windsors ist dies gänzlich unrealistisch, denn inzwischen sind die Kinder von William in der Thronfolge vor Harry. In seinem Buch "Spare" (deutscher Titel: "Reserve") schildert Harry, wie er sich sein Leben lang an der Ungerechtigkeit abgearbeitet hat, dass die Thronfolge nichts mit Leistung oder Verdienst, sondern nur mit der Tradition und dem Recht des Erstgeborenen zu tun hat. Doch er genießt Freiheiten im Leben, die seinem Bruder William nicht gewährt werden. Als Thronfolger ist es dessen Aufgabe, dem Land zu dienen und den Fortbestand der Monarchie durch Nachwuchs zu sichern. Für ihn gilt die alte Losung: "never complain, never explain". Die Dokumentation beleuchtet Ehre und Bürde der Thronfolgerschaft, das Schicksal des Zweitgeborenen sowie die Rolle der Eltern, der Partnerinnen und der Medien - und ordnet sie mit Hilfe von Expertinnen und Experten ein. Sie verhandelt am Beispiel der Windsors aber auch Themen universeller Geschwisterkonflikte.
22:45
Italien, 1982: Enzo Tortora gehört zu den bekanntesten Fernsehgesichtern des Landes. Seine Sendung "Portobello", eine Mischung aus Unterhaltung, Kuriositäten und öffentlichem Marktplatz, erreicht bis zu 28 Millionen Zuschauer. Auch in den Gefängnissen wird die Show verfolgt. Dort schaut Giovanni Pandico zu, ein Vertrauter des Camorra-Bosses Raffaele Cutolo. Als handgefertigte Spitzendeckchen eines Mithäftlings, die über "Portobello" verkauft werden sollen, abhandenkommen, steigert sich Pandico in den Verdacht hinein, Tortora habe ihn betrogen. Aus Bewunderung wird Feindseligkeit und schließlich die Obsession, ihn zu vernichten. Gleichzeitig geraten die Machtstrukturen der Nuova Camorra Organizzata ins Wanken: Cutolo verschwindet plötzlich aus dem Gefängnis und mit ihm weitere hochrangige Mitglieder der Mafia-Organisation. Pandico fühlt sich verraten und beginnt, mit den Ermittlern zu kooperieren. Zu deren Überraschung nennt er einen bekannten Namen: Enzo Tortora. Marco Bellocchio zeichnet in der ersten Folge den Gegensatz zwischen Tortoras glanzvoller Fernsehkarriere und jener düsteren Welt nach, in der eine folgenschwere falsche Beschuldigung eine fatale Lawine auslöst. Die auf Tatsachen basierende sechsteilige Serie behandelt einen der größten Justizirrtümer der italienischen Geschichte. Der beliebte TV-Moderator Enzo Tortora, eines der bekanntesten Fernsehgesichter Italiens in den 70er und 80er Jahren, führte über sieben Staffeln lang durch die Primetime-Spielshow "Portobello", die beim italienischen Sender RAI ausgestrahlt wurde.
23:50
Juni 1983: Aufgrund der Aussagen mehrerer Camorra-Mitglieder, darunter Giovanni Pandico und Pasquale Barra, durchsucht die Polizei mitten in der Nacht Enzos Hotelzimmer. Da er verdächtigt wird, Teil einer kriminellen Organisation und in den Drogenhandel verwickelt zu sein, kommt er in Untersuchungshaft. Tortora beteuert seine Unschuld und muss hilflos mit ansehen, wie die Anschuldigungen von Zeitungen und Fernsehen aufgegriffen und immer abstrusere Spekulationen weiterverbreitet werden. Aus dem beliebten Showmaster, den Millionen Italiener aus "Portobello" kennen, wird ein mutmaßlicher Mafioso. Auch Enzos Lebensgefährtin Francesca ist verzweifelt: Da das Gefängnis nur Familienmitglieder als Besuch zulässt, kann sie nicht mehr an seiner Seite stehen. Nur seiner Schwester Anna gelingt es, ihn zu sehen. Hinter Gefängnismauern versucht Tortora zu verstehen, worauf die Vorwürfe überhaupt beruhen. Selbst sein Anwalt Raffaele Della Valle kann ihm das nicht erklären, denn die Staatsanwaltschaft verwehrt ihm die Verfahrensakten. Die einzigen Anhaltspunkte kommen aus der Zeitung: Pandico behauptet, die Spitzendeckchen, die Barbaro damals an "Portobello" verschickt hat, wären ein Codewort für Drogen gewesen. Das soll der Beweis dafür sein, dass Enzo Drogen verkauft habe. Raffaele versucht, Enzo Hoffnung zu geben, die Wahrheit werde sicher bald ans Licht kommen. Doch Enzo merkt schnell, dass er für die Staatsanwaltschaft schon lange nicht mehr nur angeklagt ist ...