21:45
Obwohl die Hälfte der Weltbevölkerung die Menopause erlebt und viele Frauen so schwere Beschwerden haben, dass ihr Alltag stark beeinträchtigt ist, ist diese Lebensphase noch immer wenig erforscht. Über Jahrhunderte trugen historische Vorurteile dazu bei, dass viele Betroffene im Stillen litten und Wissen bis heute begrenzt ist. Nun suchen Forschende weltweit nach Antworten, um die Auswirkungen des Östrogenrückgangs auf Körper und Gehirn zu ergründen. Warum haben vier von fünf Frauen Hitzewallungen, mehr als ein Viertel Schlafstörungen? Warum leiden 41 Prozent unter Gedächtnisproblemen? Warum hat die Altersgruppe 45 bis 54 Jahre die höchste Selbstmordrate? Wie hängen Menopause-Symptome mit dem dreifach höheren Alzheimer-Risiko von Frauen und Depressionen zusammen? Welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzuwirken? "Menopause Mystery" bricht Tabus, deckt Mythen und Fehlinformationen auf und rückt die Menopause in ein neues Licht.
22:40
Der politische Aufbruch an der Universität Vincennes kippt in Misstrauen, Paranoia und groteske Selbstentlarvung. Nachdem Jimmy verhaftet wurde und das versteckte Arsenal in Gérards Wohnung unentdeckt blieb, wächst innerhalb der Gruppe der Verdacht, dass es einen Informanten geben muss. Claudine gerät schnell in den Fokus der Anschuldigungen. Während Gérard und Françoise fieberhaft nach einem Verräter suchen, zeigt sich, wie fragil Solidarität wird, sobald Angst, Schuld und Eitelkeit ins Spiel kommen. Claudines Situation verschärft sich, denn Jacques drängt sie, ihm brisante Informationen über die linke Gruppe zu liefern. Doch Claudine beginnt, sich diesem Zugriff zu entziehen. Während ein Foucault-Vortrag über Überwachung und staatliche Kontrolle die Ereignisse auf theoretischer Ebene spiegelt, wird auf dem Campus immer deutlicher, wie eng politische Praxis und Beobachtung miteinander verknüpft sind. Schließlich entladen sich die inneren Spannungen der Gruppe in einer Reihe schmerzhafter Selbstbekenntnisse. Klassenherkunft, Begehren, Eifersucht und revolutionäre Pose brechen offen hervor. Was als Suche nach einem Verräter beginnt, wird zu einer bitteren Offenlegung bürgerlicher Widersprüche und politischer Illusionen. Claudine erkennt dabei endgültig, dass ihr weder Jacques noch die Polizei einen Ausweg bieten können. Indem sie sich von ihm lossagt, entscheidet sie sich erstmals klar für die eigene Wahrheit. Doch der Preis bleibt hoch: Jimmy kehrt geschunden von der Polizei zurück und bekommt die Folgen der temporären Festnahme zu spüren.
23:10
In Vincennes wird aus politischer Theorie offene Konfrontation. Die Entlassung von Jimmy und die prekäre Lage der Reinigungskräfte lösen an der Universität einen Streik aus, den Gérard und Françoise zu einem größeren Aufstand ausweiten wollen. Mit Parolen, Liedern und wachsender Entschlossenheit versuchen sie, Studierende und Beschäftigte zu mobilisieren und die Arbeitskämpfe der "Unsichtbaren" ins Zentrum des Campus zu rücken. Für einen kurzen Moment scheint die Vision einer gemeinsamen Bewegung greifbar. Doch die politische Dynamik kollidiert schnell mit institutionellen Zwängen, persönlichen Interessen und sozialer Realität. Während Merloux sich gesprächsbereit zeigt und Zugeständnisse macht, verweigert er gleichzeitig die zentrale Forderung nach einer direkten Anstellung der Reinigungskräfte durch die Universität. Damit bleibt die strukturelle Unsicherheit der Arbeiter bestehen. Zugleich droht Claudines eigener Lebensentwurf zu zerbrechen: Weil der Streik den Lehrbetrieb lahmlegt, geraten ihre Prüfungen, ihre Stipendienchancen und damit ihre gesamte Zukunft ins Wanken. Währenddessen wird auch Jacques wieder aktiv und versucht, im Schutz des Chaos Informationen für die Polizei zu sammeln. Auch innerhalb der Gruppe verschieben sich die Beziehungen: Zwischen Françoise und Gérard knistert es - sowohl intellektuell als auch körperlich. Doch der Traum einer solidarischen Revolte hält nicht lange. Als die Universitätsleitung die Müllberge räumen lässt und damit den Streik faktisch bricht, kippt die Stimmung.
23:40
Die Lage in Vincennes spitzt sich zu: Präsident André Merloux wird seit Tagen von einer Gruppe maoistischer Studierender festgehalten. Was als politische Aktion begann, kippt zunehmend in ein gefährliches Machtspiel zwischen Ideologie, persönlicher Verzweiflung und moralischer Grenzüberschreitung. Während Jimmy und Ahmed auf konkrete Zusagen für Arbeit und ein würdiges Leben drängen, macht die Kerntruppe die Besetzung zum symbolischen Tribunal über Klassenkampf, Gewalt und Verrat. Mitten im Chaos aus Vollversammlungen, improvisierter Bürokratie und revolutionärer Rhetorik werden auch die Widersprüche der Institution selbst sichtbar: Opportunismus, Manipulation und die Frage, wie viel Befreiung ein System verträgt, das sich doch permanent selbst verwaltet. Claudine sieht angesichts brennender Zertifikate ihren Klassenaufstieg sich in Luft auflösen. Sekretärin Nino versucht, den Universitätsalltag im Krisenmodus aufrechtzuerhalten; Merloux verteidigt sich in seiner Notlage mit philosophischer Schärfe. Als aus dem politischen Schauprozess existenzieller Ernst wird, droht die Situation endgültig zu eskalieren. Doch ausgerechnet im Moment größter Zuspitzung offenbart sich, dass nicht nur die Revolution, sondern auch die Universität selbst auf Fiktionen, Improvisationen und Täuschungen gebaut ist. Auf Regierungsseite sieht sich Jacques durch einen Mitschnitt aus Merloux' verwanztem Büro schon als entscheidender Akteur bei der Auflösung von Vincennes triumphieren.