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TV Programm für ARTE am 18.10.2026

Die Mythen der Wikinger 05:20

Die Mythen der Wikinger: Die Prophezeiung der Völva

Geschichte

In Asgard wird Odins geliebter Sohn Baldr, der Gott der Schönheit und der Gerechtigkeit, von Alpträumen heimgesucht: Er sieht sich in der Totenwelt, die von Hel bewacht wird. Skadi, die Tochter des getöteten Riesen Thiazi, kommt ins Götterreich, um ihren Vater zu rächen. Odin bietet ihr eine Entschädigung an, doch Skadi stellt drei Bedingungen. Erstens: Sie will einen Gatten aus dem Göttergeschlecht erwählen. Zweitens: Einer der Götter soll ihr die verlorene Heiterkeit zurückgeben. Wird es Loki gelingen? Drittens: Die Erinnerung an ihren Vater darf nicht erlöschen. Odin begegnet einer mysteriösen Völva, die ihm prophezeit, dass sein Sohn Baldr in Kürze sterben wird. Ihm ist bewusst, dass mit dem Tod des ersten Gottes das ganze Götterreich untergehen wird und der Weltenuntergang Ragnarök beginnt. Frigg ist zu allem bereit, um ihren Sohn zu retten. Sie begibt sich auf eine lange Reise durch die neun Welten und lässt sämtliche Geschöpfe des Universums schwören, ihrem Sohn kein Leid anzutun. Um Asgard und Baldr zu beschützen, müssen die Götter außerdem den jungen Wolf Fenrir unschädlich machen, der zu so gewaltiger Größe herangewachsen ist, dass sich ihm niemand zu nähern wagt. Odin bittet die Zwerge um Hilfe.

Wildkatzen und Wildhunde 05:50

Wildkatzen und Wildhunde: Afrikas Wildkatzen: Anmutig, aber bedroht

Tiere

Das abgesperrte Gebiet um ein Heizkraftwerk? Perfekt für Servale! Augen auf die Kruppe einer Kuh malen, um Löwen abzuschrecken? Eine Initiative afrikanischer Bauern, die das Leben der Raubkatzen retten kann! Als Touristenführer arbeiten? Viele Einheimische erkennen, dass lebende Geparden mehr Geld einbringen als die Felle erlegter Tiere. Angesichts bedrohlich schwindender Populationen von Löwen, Geparden, Karakalen und Servalen setzen Tierschutzinitiativen auf raffinierte Methoden. "Wildkatzen und Wildhunde - Afrikas Wildkatzen: Anmutig, aber bedroht" wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren gedreht, verzaubert mit faszinierenden Tieraufnahmen und macht Hoffnung. Gleichzeitig werden die natürlichen Einschränkungen der Lebensräume besonders bedrohter Arten von Raubkatzen sachlich beschrieben, um die Maßnahmen zu ihrer Rettung verständlich zu machen.

Wildkatzen und Wildhunde 06:40

Wildkatzen und Wildhunde: Europas Wildkatzen: Rückkehr auf leisen Pfoten

Tiere

Europa ist sicherlich der letzte Ort auf Erden, wo man Wildkatzen erwarten würde. Im vergangenen Jahrhundert ging ihr Bestand so weit zurück, dass sie als vom Aussterben bedroht galten. Dank jüngster Erhaltungsmaßnahmen konnten einige emblematische Spezies gerettet werden, etwa die in Spanien und Portugal vorkommenden Arten Pardelluchs und Waldkatze. Zu Beginn der 2000er-Jahre gab es vom Pardelluchs nur noch knapp hundert Exemplare, und die letzten Waldkatzen überlebten im Schatten verstreuter Waldfragmente. Heute hat sich der Bestand beider Arten verzehnfacht und man trifft sie sowohl tagsüber als auch nachts in freier Wildbahn an. Dies bietet die Gelegenheit, ihre außergewöhnlichen Jagdtalente, ihre lautstarken Liebesspiele und ihr Familienleben zu beobachten. Aber auch die Hauskatze kommt in dieser Folge der Dokumentationsreihe zu Ehren - in einem besonders feindlichen Umfeld: beim Vulkanausbruch auf der Kanareninsel Palma. Der selbstlose Einsatz von Helferinnen und Helfern, die ihr Leben für die Rettung der Samtpfoten riskieren, beweist, dass die Katzen uns Menschen gezähmt haben - und nicht umgekehrt!

Die Inquisition 07:35

Die Inquisition: Die Methode

Geschichte

Im Jahr 1231 rief Papst Gregor IX. die Inquisition ins Leben, um Andersdenkende und -gläubige zu überwachen, einzuschüchtern und zu bestrafen. Über sechs Jahrhunderte hinweg verbreitete diese Institution mit Geheimverfahren, Folter und Hinrichtungen Angst und Schrecken in Europa. Was als brutale Reaktion auf vermeintlich ketzerische Bewegungen begann, entwickelte sich zu einem hochorganisierten System der Repression. Die katholische Kirche sah sich im Mittelalter mit wachsender Kritik konfrontiert: Einfache Gläubige forderten eine Rückkehr zu den bescheidenen Werten des Evangeliums und stellten das religiöse Monopol des korrupten Klerus infrage. Als Antwort darauf entsandte der Papst Inquisitoren nach Frankreich, Deutschland und Italien - Richter mit fast unbegrenzter Macht, die völlig willkürlich Exempel statuierten und Menschen auf Scheiterhaufen hinrichten ließen. Doch die Inquisition als Apparat zur Verfolgung angeblicher "Glaubensverbrechen" schuf auch Strukturen, die bis heute nachwirken: Geheime Ermittlungen und ihre Dokumentation in Archiven, taktisch geprägte Zeugenbefragungen, erzwungene Geständnisse als zentrales Instrument der Beweisführung und Inhaftierungen als Druckmittel.

Die Inquisition 08:30

Die Inquisition: Kirche, Tod und Teufel

Geschichte

In Spanien, Portugal und Italien entstand ein streng hierarchisches Ermittlungs- und Unterdrückungssystem unter der Kontrolle eines Obersten Rates. Er war Sinnbild der "modernen Inquisition", die unter anderem auch Galileo Galilei verurteilte. Das um 1380 entstandene "Directorium Inquisitorum" wurde überarbeitet und um neue Gruppen von Verdächtigen ergänzt: zum Christentum konvertierte Juden und Muslime, denen die heimliche Rückkehr zu ihrer früheren Religion vorgeworfen wurde, Protestanten, Gelehrte, Philosophen, die indigene Bevölkerung der Neuen Welt, Homosexuelle, Bigamisten und Menschen, die die Bibel in ihrer Landessprache lasen. Die traditionellen Methoden der Inquisition und ihre Arbeit im Geheimen wurden weiter verschärft und sorgten landauf, landab für Angst und Schrecken. Gleichzeitig dienten die großen Autodafés, bei denen Dutzende verurteilter "Ketzer" öffentlich vorgeführt wurden, als wirkungsvolle Inszenierungen der gesellschaftlichen Rolle der Inquisition und ihrer engen Verbindung mit der weltlichen Macht. Der Einfluss der Inquisitoren in Südeuropa schien grenzenlos. Doch im 18. Jahrhundert geriet die sie unter den Druck neuer Ideale von Toleranz und Gewissensfreiheit. Außerdem sah sie sich mit dem zunehmenden Widerstand weltlicher Herrscher konfrontiert, die die Befugnisse von Polizei und Justiz nicht mehr mit der Kirche teilen wollten.

Alt wird Neu - Neues Leben für historische Gebäude 09:30

Alt wird Neu - Neues Leben für historische Gebäude: Sakralbauten

Architektur

Das postindustrielle Zeitalter hat auch die Säkularisierung mit sich gebracht, so dass neben zahllosen Industriegebäuden auch viele ehemalige Kirchen und Klöster als Wohnhäuser, Hotels, Restaurants oder sogar Fitness-Center fungieren. Dass und wie diese meist aufwendig gebauten religiösen Stätten umgenutzt werden, sind Indikatoren für den Zeitgeist und veranschaulichen, wie sich die Bedürfnisse und kulturellen Werte der Gesellschaft gerade verändern. Die Beispiele zeigen aber auch, dass der gelungene Umgang mit der kulturhistorisch wertvollen Bausubstanz respektvoll-sensibel und mutig-radikal zugleich sein kann. Wohnen unter Kirchenfenstern, Tanzen unter der Kanzel, Cocktails unterm Altar: Die dritte Folge zeigt eine sakrale Kriegsruine, die zusammen mit moderner Nachkriegsarchitektur ein spannungsreiches Ensemble bildet (Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin, Architekten: Franz Schwechten, Egon Eiermann). Eine Kirche, in der sich heute ein Restaurant befindet (GlückundSeligkeit, Bielefeld). Eine mittelalterliche Backsteinkapelle, die einen modernen Zwilling mit Cortenstahl-Fassade erhielt und jetzt ein Kulturzentrum ist (Les Brigittines, Brüssel, Architekt: Andrea Bruno). Eine Nachbarschaftskirche, die zum komplexen Wohnraum umgebaut wurde (Jakobus Kerk, Utrecht, Zecc Architects). Ein anglikanisches Gotteshaus im Greek-Revival-Stil, in das ein Food Market eingezogen ist (Mercato Mayfair, London, Architekt: John Peter Gandy). Ob Mahnmal, Performance-Center, Design-Refugium oder Tempel der Gaumenfreuden: Die gezeigten Projekte bringen neues Leben in nicht mehr genutzte Sakralbauten.

Twist 09:55

Twist

Magazin

"Twist" ist das Kulturmagazin für relevante Themen unserer Zeit. Jede Woche liegt eine andere europäische Stadt im Fokus: Lokale Kulturschaffende sprechen über große Fragen der Gegenwart und die Beiträge leuchten aus, wie in verschiedenen Kunstdisziplinen dazu gearbeitet und gedacht wird. Eine halbe Stunde voller neuer Perspektiven!

Surfing Hippos 10:30

Surfing Hippos: Der Strand der Dschungeltiere

Tiere

Tief im Herzen Afrikas liegt ein Ort, an dem zwei Welten aufeinandertreffen: der endlose Regenwald des Kongobeckens und der wilde Atlantik. An der Küste Gabuns verschmelzen Urwald und Ozean zu einem Grenzland von seltener Magie - dem Strand der Dschungeltiere. Hier zeigt sich das Leben von seiner überraschendsten Seite. Tiere, die man sonst nur tief im Dschungel erwartet, finden sich plötzlich am Meer wieder. Giganten wie Elefanten und Flusspferde, die in der Brandung surfen, teilen sich den Strand mit Antilopen, Affen, Reptilien und unzähligen kleineren Bewohnern. Jeder folgt seinen eigenen Bedürfnissen - auf der Suche nach Nahrung, Schutz oder Heilung. Und wenn die Nacht hereinbricht, verwandelt sich der Strand in eine Wiege des Lebens, die seit Jahrtausenden neue Generationen hervorbringt. Doch das Paradies hat Risse bekommen. Strömungen tragen Plastikmüll bis an diese Küste, an den letzten unberührten Strand Afrikas. Was für die Tiere seit Jahrtausenden ein Ort der Nahrung, des Schutzes und der Begegnung war, droht zur Müllkippe zu werden. Die Dokumentation ist eine filmische Reise an einen einzigartigen Ort, an dem Wald und Meer, uralte Rhythmen und moderne Bedrohungen aufeinandertreffen - ein Naturfilm voller Magie und eindringlicher Geschichten über ein Paradies, das aus dem Gleichgewicht zu geraten droht.

Nordamerikas Dschungel 11:15

Nordamerikas Dschungel: Verborgene Wälder

Landschaftsbild

Der Südosten der USA ist geprägt von einem ganz besonderen Naturraum. Amerikas Dschungel umfasst ausgedehnte Sümpfe und Wälder, schroffe Berge und zahllose Flüsse. Dieses einzigartige Ökosystem beherbergt eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt. Die erste Folge taucht ein in mystische Sumpfwälder mit echten Giganten. Sumpfzypressen gibt es schon seit mehr als 150 Millionen Jahren - einst wanderten Dinosaurier durch solche Wälder. Der älteste dieser Bäume steht seit mehr als 2.500 Jahren hier. Im Dschungel tummeln sich Schwarzbären. Immer wieder suchen sie einen freistehenden Baum, um sich wohlig den Rücken zu kratzen. Damit hinterlassen sie auch ihren individuellen Geruch - und kommunizieren so miteinander. Eine wichtige Nahrungsquelle für die Tiere der Wildnis sind Louisiana-Flusskrebse. Im Frühling tauchen sie in Massen aus dem Untergrund auf. Die Krebse sind Allesfresser - und umgekehrt werden sie auch von allen gefressen. Aber auch Pflanzen "jagen" hier: fleischfressende Schlauchpflanzen locken Insekten an. Fallen diese in die Flüssigkeit im Inneren der Blüten, werden sie zersetzt und verdaut. Die Sümpfe im amerikanischen Dschungel sind Heimat urzeitlicher Panzerechsen und in den Kronen der letzten verbliebenen Sumpfzypressen am Suwannee River in Florida versammeln sich Tausende Schwalbenweihe. Sie rasten hier, bevor sie ihre alljährliche Reise nach Südamerika antreten.

Nordamerikas Dschungel 12:00

Nordamerikas Dschungel: Geheimnisvolle Flüsse

Landschaftsbild

Die Dschungelgebiete im Südosten der USA umfassen ausgedehnte Sümpfe, Wälder, Berge und zahllose Flüsse. Ein einzigartiges Ökosystem mit einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt. Diese Folge der Dokumentation führt zu den Lebensadern der Region: ob Sumpf, Bach, oder Fluss - Wasser ist das wesentliche Element. Am Grund des Taccoa River in Georgia findet sich ein urzeitliches Wesen: der Schlammteufel, der einzige Vertreter der Riesensalamander in Nordamerika. In Florida ist ein lebendes Fossil vorzufinden: der Golfstör. Er galt fast als ausgestorben, aber die Bestände haben sich wieder erholt. Zu Beginn der Laichzeit versammeln sich die Fische. Da sie sich im trüben Wasser nicht sehen, kommunizieren sie mit Hilfe spezieller Rufe. In den Everglades von Florida lebt der Schneckenbussard, der sich ausschließlich von Schnecken ernährt, ursprünglich von einheimischen Apfelschnecken. Doch als sich eine größere, vom Menschen eingeschleppte Schneckenart verbreitete, passten sich die Bussarde an. Innerhalb von nur zwei Generationen entwickelten sie stärkere Flugmuskeln und größere Schnäbel, um der neuen Beute Herr zu werden. Angepasst haben sich auch die Manatis: Den Winter verbringen die Seekühe im wärmeren Wasser in der Nähe von Süßwasserquellen. Aber jeden Frühling beginnen sie eine weite Wanderung entlang der Küste im Golf von Mexiko, von Florida nach Alabama.

Die Freiheitsstatue 12:45

Die Freiheitsstatue: Wie eine Idee die Welt bewegte

Dokumentation

Die Errichtung des kolossalen Werks der Freiheitsstatue bedeutete eine enorme technische, künstlerische und finanzielle Herausforderung. Der Dokumentarfilm gibt Einblicke in die Meisterwerkstätten von damals und erzählt die Reise der weltberühmten Lady Liberty vom ersten Tonmodell bis zur endgültigen Fertigstellung der 46 Meter hohen Statue 15 Jahre später. Zudem wird die hohe Symbolkraft dieses außergewöhnlichen Werks im Zusammenhang mit den großen politischen Auseinandersetzungen und Ereignissen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beleuchtet: Amerikanischer Bürgerkrieg, Deutsch-französischer Krieg von 1870, Pariser Kommune, Dritte Französische Republik ... Anhand der Manuskripte von Frédéric-Auguste Bartholdi zeichnet der Film die engen Beziehungen zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert nach - einschließlich ihres gemeinsamen, bisweilen auch idealisierten Weltbilds. Eine Geschichte, die angesichts der politischen Krisen unserer heutigen Zeit stark nachhallt.

Die Brücke am Kwai 14:15

Die Brücke am Kwai

Kriegsfilm

Burma, 1943: Britische Kriegsgefangene treffen in einem japanischen Lager ein und erhalten den Befehl, eine strategisch wichtige Eisenbahnbrücke über den Kwai zu errichten. Lagerkommandant Colonel Saito verlangt, dass auch die Offiziere körperlich mitarbeiten. Doch Oberst Nicholson verweist auf die Genfer Konvention und widersetzt sich den Anordnungen - selbst um den Preis schwerer Misshandlungen. Als Saito schließlich nachgibt, übernimmt Nicholson die Leitung des Brückenbaus. Was zunächst als Zeichen militärischer Disziplin gedacht ist, entwickelt sich zunehmend zu einem persönlichen Prestigeprojekt. Währenddessen entkommt der amerikanische Soldat Shears dem Lager und wird von den Alliierten für ein gefährliches Sabotagekommando rekrutiert. Ihr Auftrag: die Brücke vor ihrer Fertigstellung zerstören. David Lean verbindet Kriegskino mit einem vielschichtigen Drama über Pflichtbewusstsein, Stolz und die moralischen Grenzen militärischer Loyalität. David Leans "Die Brücke am Kwai", basierend auf Pierre Boulles Roman, gewann 1958 sieben Oscars, darunter für den besten Film, die beste Regie und den besten Hauptdarsteller Alec Guinness. Gedreht wurde überwiegend in Sri Lanka, wo eigens eine rund 130 Meter lange Brücke errichtet wurde. Heute gilt "Die Brücke am Kwai" als Meilenstein des Kriegsfilms, weil er spektakuläre Inszenierung mit einer kritischen Auseinandersetzung über Gehorsam, Ehre und die Absurdität des Krieges verbindet.

Gustave Fayet: Ein Leben für die Kunst 16:50

Gustave Fayet: Ein Leben für die Kunst

Künstlerporträt

Gustave Fayet (1865-1925) war Maler, Aquarellist, Keramiker und Innenarchitekt - doch vor allem einer der bedeutendsten Sammler moderner Kunst im frühen 20. Jahrhundert. Mit untrüglichem Gespür trug er über 800 Gemälde, Skulpturen und Keramiken zusammen, darunter Werke, die heute zu den Schätzen großer Museen und Privatsammlungen weltweit zählen. Die Dokumentation "Gustave Fayet - Ein Leben für die Kunst" beleuchtet sein Wirken durch die Perspektiven internationaler Kunsthistoriker. Sie zeichnen das Porträt eines Mannes, der die Genialität von Paul Gauguin, Redon, Vincent van Gogh, Henri Matisse, Paul Cézanne und Pierre Bonnard erkannte, lange bevor sie Weltruhm erlangten. Seine Sammlung war nicht nur ein privates Museum, sondern ein Ort, der zeitgenössische Künstler nachhaltig prägte. Fayet verstand Kunst als Dialog zwischen Schöpfung und Spiritualität. Seine Sammlung selbst war ein Kunstwerk - Ausdruck eines radikalen Engagements für die Moderne. Doch sein Wirken ging darüber hinaus: 1908 rettete er die südfranzösische Abtei Fontfroide vor dem Verfall und verwandelte sie in einen Ausstellungsort, der bis heute Bestand hat. Über ein Jahrhundert nach seinem Tod rückt Fayet wieder in den Fokus: Die Fondation Louis Vuitton widmet ihm eine große Retrospektive. Sie zeigt, was sein Lebensmotto hätte sein können: Schaffen. Teilen. Inspirieren. Die Ausstellung ist vom 9. Oktober 2026 bis zum 8. März 2027 zu sehen.

John Cranko choreographiert Onegin 1967 17:45

John Cranko choreographiert Onegin 1967: Sternstunden der Musik

Dokumentation

Im Jahr 1961 konnte der Intendant des Stuttgarter Theaters den in London lebenden jungen Südafrikaner John Cranko überreden, die Leitung des damals kaum bekannten Stuttgarter Balletts zu übernehmen. Cranko gelang es binnen weniger Jahre, das Ensemble zu einer der erfolgreichsten Compagnien der Welt zu machen. Wohl an keinem seiner Werke lässt sich besser zeigen, was Crankos Kunst ausmacht, als an "Onegin". Das Stück, das auf Alexander Puschkins Versroman "Eugen Onegin" zurückgeht und ohne Worte auskommt, wurde 1965 am Stuttgarter Ballett uraufgeführt. Die Musik hat Kurt-Heinz Stolze aus verschiedenen Werken von Peter Tschaikowsky zusammengestellt und orchestriert. Vor allem die gestraffte Neufassung von 1967 gilt als Crankos größter Erfolg und steht nach wie vor bei vielen Ballettcompagnien weltweit auf dem Spielplan. Cranko rafft Puschkins Roman, indem er das Drama auf fünf Figuren bündelt, mit der tragischen Liebesgeschichte zwischen Tatjana und Onegin im Mittelpunkt. Die Tanzszenen der beiden sind absolute Höhepunkte, die Psychologie der Figuren wird in jeder Bewegung deutlich. So zeigte Cranko, dass die Pas de Deux nicht nur tänzerische Höhepunkte eines Balletts sind, sondern Träger der Handlung sein können. Als Cranko ankündigte, seinen "Onegin" 1971 auch in Moskau zu zeigen, war das russische Publikum sehr misstrauisch. Cranko hatte es mit gleich zwei "heiligen" Werken der russischen Kultur aufgenommen, mit Puschkins Roman und mit Tschaikowskys Oper. Doch die Aufführung in Moskau wurde Crankos größter Triumph. Kurz danach starb er völlig überraschend im Jahr 1973.

Karambolage 18:35

Karambolage: In weiter Ferne / Die Séyès-Blätter / Der Quelle-Katalog

Magazin

(1) Claire Doutriaux wundert sich über verschiedene Ausdrücke im Deutschen und Französischen für etwas, das sich in weiter Ferne befindet. (2) Die Französin Chloé Bion wohnt seit sechs Jahren in Berlin. Was ihr fehlt: die Séyès-Blätter. (3) Philipp Seefeldt blättert durch den Quelle-Katalog, der den Deutschen jahrzehntelang Konsumwünsche erfüllt hat. (4) Und wie immer - das Rätsel.

Köstliches Ligurien 18:45

Köstliches Ligurien: Genua - Vom Handel zum Hochgenuss

Land und Leute

Über Jahrhunderte war Genua Seerepublik und Handelsmacht. Zwischen Meer und Bergen eingeklemmt, brachten ihre Schiffe Waren und Lebensmittel aus aller Welt in die Stadt. Das karge, schwer zugängliche Hinterland konnte den Nahrungsbedarf der Genueser kaum decken. So entstand eine Vielfalt von Einflüssen und Aromen, die die Küche der Stadt bis heute prägen. Im Val di Vesima arbeitet Dario Barone, einer der wenigen verbliebenen Landwirte der Gegend. Seine Landwirtschaft ist regenerativ: Der Boden erhält seine Fruchtbarkeit aus sich selbst, ohne externe Düngung. Frisch geernteter Mangold wird bei ihm zur Torta Pasqualina verarbeitet - einer herzhaften Spezialität, die längst nicht mehr nur zu Ostern auf den Tisch kommt. Im Stadtteil Pra', der Hauptstadt des ligurischen Basilikums, baut Chiara Ratto Basilikum an - sehr aromatisch, empfindlich und nur mit Erfahrung zu kultivieren. Im Mörser entsteht daraus Pesto nach traditioneller Art, serviert mit einer ebenso ligurischen Pasta: Trofie. In einer historischen Sciamadda backt Umberto Prestigiacomo Farinata, einen Fladen aus Kichererbsenmehl, im Holzofen. Ein Gericht aus einer Zeit, in der nahrhafte Speisen günstig sein mussten - bis heute ein Markenzeichen der ligurischen Küche. Vor der Küste Genuas ist Ivan Marelli als leidenschaftlicher Hobbyangler unterwegs. Die passenden Gewürze für seine Fischküche findet er in einer alten Drogerie der Altstadt, die noch immer Sorten aus aller Welt führt. Zu Hause verwandelt er seinen Fang in schlichte, geschmackvolle Fischgerichte: Aus Bonito entsteht ein mediterranes Sashimi. Die Thunmakrele veredelt Ivan mit einer aromatischen Panade, die die Aromen und Geschmäcker Liguriens bündelt.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur

360° Reportage 19:40

360° Reportage: Im Einsatz für Nepals bedrohte Krokodile

Reportage

Die Bemühungen der einheimischen Bevölkerung, die Überlebenschancen der Gaviale zu erhöhen, sind immens. Vor allem im Frühjahr, wenn eine neue Generation der selten gewordenen Krokodilspezies das Licht der Welt erblicken soll. Im Norden Nepals ragen die Gipfel des Himalayas in die Höhe und ziehen Wanderer und Bergsteiger aus der ganzen Welt an. Weniger bekannt ist Nepals Landschaft im Süden, wo die Berge auslaufen und im Tiefland ein warmes, subtropisches Klima herrscht. Die weite Flusslandschaft des Chitwan-Nationalparks ist ein Paradies für Wildtiere. In den 1970er Jahren wurde die Region um den Fluss Rapti vor allem zum Schutz der dort lebenden Nashörner und Elefanten zum Reservat erklärt. In der Graslandschaft am Flussufer und in den angrenzenden Wäldern ist die Biodiversität hoch. Hier leben über 500 Vogelarten und eine Vielzahl von Säugetieren, Reptilien und Fischen. Zu den seltensten und ungewöhnlichsten Bewohnern gehören die Gaviale. Ende März haben die Muttertiere ihre Eier auf Sandbänken am Fluss vergraben, in jedem Nest bis zu 60 Stück. Wildhüter wie Prakash Basnet kümmern sich darum, dass während der Brutzeit die Eier nicht beschädigt werden. Am Ende der Brutzeit im Mai gräbt das Muttertier seine Eier wieder aus, bis dahin wartet es in der Nähe der Brutstätte. Der Schlupf der Krokodil-Babys könnte jederzeit losgehen. Bei der Kontrolle der Nester bekommt Prakash tatkräftige Unterstützung. Phoebe Griffith aus England ist eine renommierte Reptilienforscherin. Sie hat viele Jahre ihrer Kindheit in Nepal verbracht und für ihre Doktorarbeit über Verbreitung und Bewegungsmuster von Gavialen in Chitwan geforscht. Gemeinsam wollen die engagierten Natur- und Reptilienschützer alles dafür tun, die seltenen und einzigartigen Gaviale vor dem Aussterben zu bewahren.

Interstellar 20:15

Interstellar

Science-Fiction-Film

In einer nahen Zukunft drohen Dürren und Ernteausfälle die Menschheit auszulöschen. Der ehemalige NASA-Pilot Cooper lässt seine Kinder zurück, um mit einem Forschungsteam durch ein Wurmloch nach einer neuen Heimat zu suchen. - Christopher Nolans Science-Fiction-Epos (2014) verbindet ein kosmisches Abenteuer mit einer emotionalen Geschichte über Zeit, Familie und Verlust. Die Erde wird von Ernteausfällen und einer Nahrungskrise heimgesucht. Der ehemalige NASA-Pilot Cooper lebt mit seinen Kindern Murph und Tom auf einer Farm, bis ihn rätselhafte Hinweise zu einer Forschungsstation führen. Dort erfährt er, dass die Menschheit womöglich nur noch eine Chance hat: Durch ein Wurmloch nahe dem Saturn wurden mehrere potenziell bewohnbare Planeten entdeckt. Cooper schließt sich einer Expedition unter der Leitung der Wissenschaftlerin Amelia Brand an und verlässt dafür seine Familie - ohne zu wissen, ob er jemals zurückkehren wird. Auf ihrer Reise geraten die Astronauten in Welten, in denen Gravitation und Zeit völlig anderen Gesetzen folgen ... Christopher Nolan verbindet in "Interstellar" spektakuläre Science-Fiction mit einem Familiendrama über Verantwortung, Verlust und die Grenzen menschlicher Erkenntnis. Matthew McConaughey, Anne Hathaway und Jessica Chastain führen durch eine Geschichte, in der die Rettung der Menschheit untrennbar mit der Bindung zwischen Vater und Tochter zusammenhängt. Für die wissenschaftlichen Grundlagen von "Interstellar" arbeitete Christopher Nolan eng mit dem theoretischen Physiker und späteren Nobelpreisträger Kip Thorne zusammen. Besonders die Darstellung des schwarzen Lochs Gargantua entstand auf Grundlage physikalischer Berechnungen und lieferte sogar Material für wissenschaftliche Veröffentlichungen. Hans Zimmers markante Orgelmusik prägt den Film ebenso wie seine visuellen Effekte, für die "Interstellar" 2015 den Oscar erhielt.

Jessica Chastain - Starke Besetzung 22:55

Jessica Chastain - Starke Besetzung

Künstlerinnenporträt

Was macht Jessica Chastain zu einer der prägendsten Schauspielerinnen ihrer Generation? Die Dokumentation zeichnet ihren Weg anhand unveröffentlichter Archivaufnahmen und exklusiver Interviews nach - unter anderem mit Al Pacino, Liv Ullmann, Marthe Keller, Jeff Nichols und Hagai Levi. Sie zeigt, wie Chastain mit künstlerischer Entschlossenheit und kompromissloser Haltung ihre Karriere gestaltet. Chastain wählt ihre Rollen bewusst so, dass sie sich jeder Festlegung entzieht. Auf die anmutige Mutterfigur in "The Tree of Life" folgt mit "Mama" demonstrativ ein Gegenbild zum traditionellen Mutterideal; auf Independent-Filme lässt sie große Studio- und Genrestoffe folgen. Gerade in dieser Beweglichkeit liegt ihre künstlerische Handschrift. Ihre Rollen spiegeln dabei immer wieder zentrale gesellschaftliche Themen wider: Emanzipation, Machtstrukturen, Ungleichheit und das Recht auf Selbstbestimmung. Von "The Tree of Life" über "Zero Dark Thirty" und "Interstellar" bis zu "Scenes from a Marriage" zieht sich ein roter Faden durch ihr Schaffen: der Anspruch, weibliche Figuren jenseits von Klischees neu zu denken. Mit großer Präzision durchdringt sie ihre Figuren und arbeitet deren Tiefe und innere Widersprüche heraus. Die Dokumentation gewährt intime Einblicke in Chastains Schaffensprozess, in dem jede berufliche Entscheidung zugleich ein politisches Bekenntnis ist.

Der Krieg der Welten 23:50

Der Krieg der Welten: Klassiker der Science-Fiction

Literatur

Mit dem Roman "Der Krieg der Welten" revolutionierte der Schriftsteller, Wissenschaftler und Politiker H. G. Wells 1898 die Literatur und legte den Grundstein für die moderne Science-Fiction. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert, das den Aufstieg von Industriegesellschaft, Wissenschaft und Technologie mit sich bringen sollte, schuf er ein neues Genre, um Kritik an den gesellschaftlichen Entwicklungen und am technischen Fortschritt zu üben. George Orwell sagte über Wells, kein moderner Schriftsteller habe seine Zeitgenossen so tiefgreifend beeinflusst, wie er. Der Roman schlug ein wie eine Bombe: Die Vorstellung vom feindseligen Marsmenschen verbreitete sich wie ein Lauffeuer. "Der Krieg der Welten" thematisiert dabei die Angst, von unbekannten Mächten vernichtet zu werden, gegen die man nichts ausrichten kann. Die Handlung spielt auf dem Höhepunkt des westlichen Imperialismus, als die europäischen Mächte dank ihrer militärischen Übermacht den Großteil der Welt unter sich aufgeteilt hatten. Wells nahm sich etwas für damalige Verhältnisse Ungeheuerliches heraus und vertauschte die Rollen: Nun war es an der westlichen Zivilisation, von gnadenlosen Monstern überfallen und wie eine minderwertige Spezies behandelt zu werden. Damit war der Autor seiner Zeit weit voraus. Wells' Werk wurde zahlreich adaptiert, je nach Zeitgeist und aktueller Bedrohung: bei Orson Welles war es der Aufstieg des Faschismus, bei Byron Askin der Kalte Krieg, bei Steven Spielberg der Terrorismus, bei Tim Burton der US-amerikanische Imperialismus und bei jüngeren Umsetzungen die ökologische Katastrophe.