05:55
Tatiana-Mosio Bongonga lebt mit ihrer dreijährigen Tochter und der von ihr gegründeten Artistengruppe in einem pittoresken Dorf am Fuße der Cevennen. Die Reportage begleitet sie beim Training in den Tagen vor ihrem großen Auftritt am Stadion "Stade de France" vor den Toren von Paris. Für Tatiana ist der bevorstehende Auftritt eine technische, künstlerische und menschliche Herausforderung. Um sie herum ist ein ganzes Team im Einsatz. In Saint-Denis kümmert sich ihr Kompagnon und Mitstreiter Jan Naets drei Tage lang mit fünf Seilkletterern allein um die aufwendige Installation des Seils und die Einweisung des Bodenpersonals zur Absicherung. Seiltanz ist ein ständiges Ausloten der Grenzen zwischen Erdanziehungskraft und akrobatischer Eleganz: Die Artistin beherrscht das Gleichgewicht, das es ihr ermöglicht, sich tänzerisch vorwärtszubewegen, ohne in die Tiefe zu stürzen. Es ist eine Zirkuskunst, die sowohl die Darstellerin als auch das Publikum in ihren Bann zieht. Tatianas Anmut und ihre kalkulierte Risikobereitschaft ziehen alle Blicke auf sich. Jede Darbietung auf dem Hochseil ist ein luftiges und tänzerisches Abenteuer, begleitet von einprägsamer Live-Musik begleitet wird, aber auch von zahlreichen Helfern, die zur Stabilisierung des Seils beteiligen. Kein Zuschauer kann sich der Faszination eines scheinbar schwerelos zwischen Himmel und Erde balancierenden Menschen entziehen.
06:50
Die würzige omanische Fischsuppe: Paplou / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!
07:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Baztán, die baskische Wiege der Krimis von Dolores Redondo / Fernand Pouillon, Architekt der algerischen Entkolonialisierung / Mexiko: Evelias Tortillas / Auf dem Mont Blanc: 50 Shades of Blue
08:05
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Bonga: Die Stimme Angolas / Argentinisches Patagonien: Hier sind Algen Gold wert / Paris: Eine andere Reise ins Jenseits
08:55
Dank des Photogrammetrie-Verfahrens, das die Erstellung von 3D-Modellen ermöglicht, kann die Chauvet-Höhle bis ins Detail erkundet werden. Spezialisten untersuchen die Wandmalereien und versuchen, ihre Bedeutung zu ergründen. Sie interessieren sich aber auch für die Überreste von Feuerstellen. Diese deuten auf große Feuer hin, die Muster aus Licht und Schatten auf die Höhlenwände warfen und vielleicht rituelle Bedeutung hatten. Damit könnte die Chauvet-Höhle eines der ersten "Theater" der Menschheit gewesen sein. Auch Klänge mögen dabei eine Rolle gespielt haben: Die junge Disziplin der Archäoakustik erforscht, wie prähistorische Stätten bewusst so gestaltet wurden, dass sie Stimmen und Geräusche zur Geltung brachten. Parallel dazu liefern die Arbeiten über das Zusammenleben von Menschen und Tieren erstaunliche Ergebnisse: Knochen und Kratzspuren von Höhlenbären sowie Fuß- und Pfotenabdrücke von Menschen und Wölfen lassen vermuten, dass diese Arten sich die Höhle teilten. Mit Hilfe all dieser wissenschaftlichen Ansätze zeigt die Dokumentation die Chauvet-Höhle nicht nur als Stätte künstlerischen Schaffens, sondern auch als Ort des Zusammenlebens, an dem Mythen und Rituale gepflegt wurden.
10:25
Seit einiger Zeit gilt als gesichert, dass sich die Spezies Homo sapiens vor über 300.000 Jahren in Afrika entwickelte. Doch wann genau sind die Fähigkeiten zum Geschichtenerzählen und der Herstellung von Kunstwerken entstanden? Seit den Entdeckungen der Höhlenmalereien in Lascaux (rund 18.000 Jahre alt) und Chauvet (etwa 36.000 Jahre alt) schien klar, dass der entscheidende kulturelle Entwicklungssprung vor ungefähr 40.000 Jahren in Europa stattgefunden haben muss. 2014 wurde diese Annahme jedoch durch einen wichtigen wissenschaftlichen Fortschritt infrage gestellt: Dank einer neuen Datierungsmethode konnte nachgewiesen werden, dass Felsmalereien auf der indonesischen Insel Sulawesi, die bislang nur auf einige Tausend Jahre geschätzt worden waren, mindestens 40.000 Jahre alt sind. Seither wurden auf Sulawesi Hunderte weiterer Höhlen mit Malereien entdeckt, deren Mindestalter inzwischen auf 51.200 Jahre datiert wurde. Diese Entdeckungen schafften es auf die Titelseiten renommierter Wissenschaftsjournale und sorgten für ein neues Verständnis der evolutionären Entwicklung des Homo sapiens. In der Januarausgabe 2026 der Fachzeitschrift "Nature" stellt ein Artikel die bislang älteste bekannte Malerei der Welt vor - sie soll mindestens 67.800 Jahre alt sein. Diese bahnbrechende Erkenntnis zeigt, dass Homo sapiens figurative Darstellungen mehr als 20.000 Jahre früher schuf als bislang angenommen. Die Funde auf Sulawesi legen zugleich nahe, dass die Fähigkeit zur Kunst bereits wesentlich früher entstanden sein könnte - möglicherweise noch in Afrika, bevor sich Homo sapiens von dort aus über andere Teile der Welt verbreitete.
11:55
Die XXL-Delikatesse aus Martinique: Meeresschnecken-Frikassee / Ein Biss'chen Heimat: Katia, von Martinique nach Saint-Quentin / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Türkei: Der rebellische Blick durch die Kamera von Emin Alper / Pubs, das zweite Wohnzimmer der Engländer / Norwegen: Josis Fleischbällchen / Paris: die Geburt des Boulevardjournalismus
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Das naturalistische Nancy von Émile Friant / Das Carabao: Treuer Helfer der philippinischen Bauern / El Salvador: Rinas gefüllte Tortillas / Großbritannien: Schottland macht nicht mit
14:00
Sie waren die Elite unter den Geheimagenten der DDR, die "Kundschafter des Friedens" retteten einst sogar Fidel Castro das Leben. Doch diese Zeiten sind vorbei. Jahre später versammeln sich die gealterten Agenten Falk, Tamara, Locke und Harry zur Beerdigung ihres Mentors Markus Fuchs. Dort bittet sie dessen Tochter Helene um Hilfe: Das Erbe ihres Vaters, die Ernst-Thälmann-Halbinsel auf Kuba, drohe durch ein manipuliertes Testament in die Hände skrupelloser amerikanischer Investoren zu fallen. Die Vier lassen sich auf einen letzten riskanten Coup ein und tauschen das Testament aus. Zum Dank spendiert Helene der Truppe einen endlosen All-inclusive-Urlaub in einem Luxusressort in Varadero, der den Vieren wie der wohlverdiente Lohn für ihr Lebenswerk erscheint. Doch bald entdeckt Falk, dass Helene selbst ein falsches Spiel treibt und mit einem korrupten Geheimdienstgeneral gemeinsame Sache macht. Die Kundschafter stehen vor einer Entscheidung: Halten sie am süßen Leben unter der Sonne fest? Oder riskieren sie alles, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und auf Kuba wieder Ordnung zu schaffen? "Kundschafter des Friedens 2" ist die Fortsetzung der erfolgreichen Agentenkomödie von Regisseur Robert Thalheim und wird erstmals auf ARTE ausgestrahlt, zusammen mit einer Wiederholung des ersten Teils. Im Fokus steht das titelgebende Dreamteam, bestehend aus Henry Hübchen, Katharina Thalbach, Thomas Thieme und Winfried Glatzeder auf ihrer wahrscheinlich letzten Mission. Ihnen gegenüber stehen Corinna Harfouch und Alberto Ruano.
15:45
Von Okinawa segelt Corentin auf seinem Katamaran über das Ostchinesische Meer in Richtung Norden, zum Hauptarchipel und dem Hafen von Tokushima. Im Westen liegt China, im Osten der Pazifische Ozean. In der Kleinstadt Kamikatsu möchte Corentin lernen, wie man möglichst wenig Abfall produziert. Die Bürger des Ortes sind dabei, mit Hilfe von Recyclingverfahren zur "Zero-Waste"-Stadt zu werden. Die Bausteine des Erfolgs: die lokale Kreislaufwirtschaft, eine Philosophie des Minimalismus und der Grundsatz: "Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht."
16:10
Die Dokumentation führt in die ausgedehnten Wälder im Südosten Sloweniens. Dort hat der Habichtskauz ein Rückzugsgebiet gefunden. Hier studiert der slowenische Biologe Dr. Al Vrezec, einer der führenden Experten für Habichtskäuze, mit seinen Mitarbeitern die Welt des großen Raubvogels. In aufregenden Aufnahmen zeigt der Film, wie das Habichtskauzweibchen mutig seine Brut verteidigt. Es greift dabei gefährliche Räuber wie Wildkatzen oder Marder an und schreckt auch vor großen Eindringlingen wie Bären oder Menschen nicht zurück. Doch während der Habichtskauz in Slowenien sein Rückzugsgebiet gefunden hat, war er in Österreich bereits ausgestorben. Ein Wiederansiedlungsprojekt der Universität Wien züchtet den Vogel nun und siedelt ihn im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal wieder an. Die Dokumentation verfolgt die Arbeit der Wissenschaftler und begleitet ihre mühseligen Versuche, die Eulenart wieder in Österreich zu etablieren. "Eine Königin der Nacht" ist nicht nur die Geschichte faszinierender Vögel, sie zeigt auch, welche Verantwortung dem Menschen bei der Erhaltung der Art zukommt.
17:05
In Oxfordshire, an einem Nebenfluss der Themse, liegt ein fast unberührter Ufergarten - ein Refugium, das Henry und Sara, die Besitzer eines eintausend Jahre alten Mühlenanwesens, weitgehend der Natur überlassen haben. Hier regiert Wasser das Leben, und jedes Tier muss sich anpassen. Im Frühling steigt der Pegel, und das Wasser ist oft trübe. An einer klareren Stelle taucht ein Eisvogelmännchen in den Fluss, auf der Suche nach Beute, mit der er eine Partnerin für sich gewinnen kann. Bald wird es mit ihr in einer Brutröhre in der Uferböschung eine Familie gründen. Eine Rötelmaus huscht durchs Unterholz, beobachtet von einer hungrigen Wiesen-Natter. Otter durchstreifen das Revier und eine Stockente muss ihre neun Küken sicher durch alle Gefahren führen. Mit dem Frühsommer explodiert das Leben im und um das Wasser. Überall stellt sich Nachwuchs ein. Wasserfledermäuse jagen bis zu 3.000 Insekten pro Nacht. Ein Wolkenbruch lässt den Fluss über die Ufer treten: Der Garten wird überschwemmt, die Eisvogelküken drohen in ihrer Brutröhre zu ertrinken, und die Rötelmaus muss ihren überfluteten Bau im schützenden Unterholz verlassen. Die Natur zeigt in den britischen Wildgärten ihre Widerstandskraft. Wer wie Henry und Sara ein Stück Land sich selbst überlässt, schafft nicht nur einen Garten - sondern eine lebendige, artenreiche Oase.
17:50
In einem abgelegenen Tal in Wales leben Robin, Laura und ihre Söhne in einem alten Cottage - umgeben von einem der artenreichsten Gärten Großbritanniens. Doch seine Geheimnisse sind gut gehütet. Im Winter erreicht vier Monate lang kein Sonnenstrahl den Boden des Tals. Während die Haselmaus unter einer Laubschicht Winterschlaf hält, jagt ein Waldkauz nach Beute und wirbt erneut um seine langjährige Partnerin. Mit dem Frühling erwacht das Leben: Bärlauch sprießt aus dem Boden, eine Hummelkönigin gräbt sich aus der Erde, um einen neuen Staat zu gründen, und eine Dachsfamilie verlässt erstmals ihren Bau. Eines der Jungtiere hat es auf die Vorräte im Bienenstock abgesehen - doch die Anwesenheit der Menschen lässt es den Rückzug antreten. Am Fluss taucht eine Wasseramsel nach Insekten. Im Nistkasten der Waldkäuze tobt ein Konkurrenzkampf: Das schwächere Küken schubst vom Hunger getrieben sein stärkeres Geschwister aus dem Nest. Nach mehreren Monaten Winterschlaf labt sich die Haselmaus an roten Johannisbeeren. Bis zum nächsten Winter muss sie ihr Gewicht verdoppeln. Die Hummelkönigin stirbt nach einiger Zeit an Erschöpfung - doch ihre königlichen Nachkommen werden im nächsten Jahr neue Staaten gründen. Ein Kreislauf, der zeigt, wie widerstandsfähig das Leben in diesem Garten ist.
18:35
An der rauen Westküste Schottlands liegt ein besonderer Garten - eingebettet in ein tiefes, bewaldetes Tal. Über 40 Jahre lang hat sein Besitzer Matt hier eine typisch schottische Landschaft durch gezielte Bepflanzung und Pflege in ein Refugium für Schleiereulen und Baummarder verwandelt. Der Winter ist hart: In der Hoffnung dort Futter zu finden, verlässt ein Mäusebussardweibchen seine schneebedeckten Jagdgründe und landet in Matts Garten. Nach der Schneeschmelze sucht ein junges Baummarderweibchen - die Art war in Schottland bereits kurz vor dem Aussterben - ein Revier. Matt hofft, dass sein Garten ihr Schutz bieten wird. Eine Schleiereule, die hier bereits zehn Küken großgezogen hat, lässt sich von ihrem Partner mit Geschenken verführen. In diesem Jahr legt sie vier Eier - doch ob der Nachwuchs überlebt, hängt davon ab, ob die Eltern genug Nahrung finden. Das Frühjahr kommt in diesen Breiten spät. Blindschleichen, Eidechsen und Erdkröten versammeln sich an Matts Teich, dem einzigen im Tal, um sich fortzupflanzen. Drei Schleiereulenküken schlüpfen und werden von den Eltern bis zum Flüggewerden versorgt. Uferschwalben kehren aus Afrika zurück, um an einer sandigen Böschung zu brüten - doch eine von ihnen fällt in der Nacht einem Baummarder zum Opfer, der sie in ihrer Bruthöhle aufgeschreckt hatte. Im Herbst finden sich Rotdrosseln aus Skandinavien ein, während kleinere Tiere Schutz in einem alten Gartenhäuschen suchen. Das Baummarderweibchen findet keine Höhle - Matt baut ihm einen Unterschlupf auf seinem Dachboden. Bei Wintereinbruch kommt ein weiterer Baummarder hinzu, was für das Frühjahr auf Nachwuchs hoffen lässt. Nach Jahrzehnten hingebungsvoller Arbeit ist es Matt gelungen, einen Garten zu erschaffen, der einer Vielzahl wilder Bewohner ein Zuhause bietet.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Martine Willot lebt in Lys, einem idyllischen Ort im Burgund. Vor sechs Jahren erhielt sie die Diagnose Parkinson. Als die ersten Symptome ihren Alltag zunehmend prägten, entschied sie sich, einen ungewöhnlichen Weg zu gehen: regelmäßiges Heilfasten. Seitdem fastet sie alle fünf Wochen für jeweils eine Woche - meist zu Hause. Wenn möglich aber auch alle Jahre unter ärztlicher Aufsicht in der privaten Buchinger Klinik am Bodensee. Martine ist überzeugt, dass ihr dieses strenge Ritual hilft, die Krankheit in Schach zu halten. Seit sie fastet, hat sie keine spürbaren Schübe mehr erlebt. Außerdem hatte sie jedes Mal nach dem Fasten für zwei Wochen keine Symptome. Auch Vinia Deutsch hofft auf eine Linderung ihrer Beschwerden. Die Friseurin leidet unter chronischen Schulterschmerzen und Arthrose. Jeder Arbeitstag als Friseurin ist von Schmerzen begleitet. Als sie vor einigen Jahren mit Saftfasten begann, bemerkte sie, dass die Schmerzen nachließen und ihre Beweglichkeit zurückkehrte. Seitdem fastet sie immer wieder, wenn die Beschwerden zu stark werden. Nun hat sich Vinia für eine Therapie in einer Berliner Klinik entschieden, in der das Scheinfasten Teil der Behandlung ist. Ihre Hoffnung: Entzündungen zu reduzieren und ihren belastenden Arbeitsalltag besser bewältigen zu können. Die Reportage begleitet beide Patientinnen in ihrem Alltag und beim Fasten. Bringt das Fasten wirklich Linderung bei chronischen Krankheiten? Was sagen die Ärzte? Und was ist der Unterschied zwischen Heilfasten und Scheinfasten?
20:15
Während das westliche Bündnis an Geschlossenheit verliert, formiert sich unter Führung autoritärer Staaten eine Gegenkoalition, die seit fast 20 Jahren im Hintergrund an Macht gewinnt. Die ersten BRICS-Staaten - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - repräsentieren über die Hälfte der Weltbevölkerung und erwirtschaften fast 40 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Damit übertreffen sie die G7 bereits heute. Sie haben eine eigene Entwicklungsbank gegründet, eigene Mediennetzwerke aufgebaut und führen gemeinsame Militärübungen durch. Ein eigenes Parlament und eine gemeinsame Währung könnten bald folgen. Ursprünglich von Russland und Brasilien initiiert, später von China vorangetrieben, arbeitet das Bündnis gezielt daran, die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern und sich vom Westen zu lösen. Dabei stellen sie zentrale Pfeiler der internationalen Ordnung infrage: Menschenrechte, liberale Demokratie und Völkerrecht. Immer mehr Länder des Globalen Südens schließen sich den BRICS an und übernehmen die antiwestliche Rhetorik Moskaus und Pekings. Doch welche neue Weltordnung entsteht hier? Und welche Rolle bleibt Europa in diesem Umbruch? Der Dokumentarfilm rekonstruiert - ausgehend vom BRICS+-Gipfel in Rio im Juli 2025 - erstmals die Entstehung dieses "postwestlichen" Bündnisses. Anhand bisher unveröffentlichter Aussagen von Gründern und Vordenkern wird der geopolitische Kontext der vergangenen zwei Jahrzehnte analysiert, der diesen Schulterschluss erst möglich machte.
21:50
Kokain ist heute weltweit so verbreitet wie nie zuvor. Die USA und Europa bleiben die größten Abnehmer, doch kein Kontinent bleibt verschont. Die beschlagnahmten Mengen erreichen Jahr für Jahr neue Rekordwerte - 2023 waren es allein 2.275 Tonnen. Kolumbien deckte drei Viertel des globalen Bedarfs und ist nach wie vor der Hauptlieferant. Die Produktion boomt, und mit ihr nehmen Gewalt und Chaos zu. Die Zustände erinnern an die 1980er Jahre, als Pablo Escobar und die Kartelle das Land in Angst versetzten. Doch die Zeiten haben sich geändert: Die Ära der allmächtigen Kartelle ist vorbei. Heute organisiert sich der Handel in kleinen, spezialisierten Zellen - für Transport, Sicherheit oder Verarbeitung. Die Dokumentation folgt der Spur des Kokains durch Kolumbien: vom Anbau im Cauca-Tal über geheime Labore im Dschungel und in den Städten bis hin zum Export. Sie zeigt, wie das Land zum weltweit größten Produzenten dieser Droge wurde - und welche Mechanismen den Handel am Laufen halten.
22:45
Schon als Kind hatte Alejandro Quezada stets das Gefühl, nicht ganz dazuzugehören. Von seinen niederländischen Adoptiveltern wurde er liebevoll aufgezogen - und doch wuchs er mit diesem unsichtbaren Riss in seiner Seele auf: dem tiefen Gefühl, entwurzelt zu sein, ohne es wirklich benennen zu können. Jahrzehnte vergingen, bis er entdeckte, dass seine Adoption illegal war. Während der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet wurde Alejandro in den 1980er Jahren über ein Netzwerk illegaler Adoptionen aus Chile verschleppt. Kein Einzelfall: Heute weiß man von etwa 20.000 Betroffenen. Alejandro Quezada schließt sich mit anderen Adoptierten zusammen und gründet die Organisation "Chilean Adoptees Worldwide". Seine Recherchen führen ihn zurück nach Chile und es gelingt ihm, seiner leiblichen Mutter zu begegnen. Dabei stellt er fest, dass seine Mutter - wie viele andere - damals getäuscht wurde. Man hatte ihr das Baby nach der Geburt weggenommen und erklärt, ihr Sohn wäre tot geboren worden. Nach und nach entdeckt Quezada die dunkle Seite des Skandals. Wie viele andere illegal aus Chile Adoptierte gehört er eigentlich zum Volk der Mapuche und ist damit Teil der indigenen Bevölkerung Chiles, die seit langer Zeit politischer Unterdrückung ausgesetzt ist. Was als Suche nach seiner leiblichen Mutter beginnt, entwickelt sich zu etwas Größerem: ein Kampf um Erinnerung, Gerechtigkeit und um die Wiedererlangung seiner gestohlenen Identität.