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TV Programm für ARTE am 22.09.2026

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Mit dem Zug durch Hokkaido 17:50

Mit dem Zug durch Hokkaido

Tourismus

Blumenfelder unweit rauchender Vulkane - Kontraste prägen das Bild Hokkaidos, der nördlichen Hauptinsel Japans. Die Reise durch Hokkaido beginnt an ihrem Südzipfel, in der Hafenstadt Hakodate. Die Stadt war und ist das Tor zur Insel, und sie hat noch eine gut erhaltene Altstadt. Von hier aus gibt es eine Nebenstrecke, die immer am Meer entlangführt. Später geht es mit dem Hokuto Express in die Millionenmetropole Sapporo, wo es im "In-Viertel" Ramen-Lokale aber auch eine stille Jazzbar gibt. Von Sapporo geht es zur Steilküste von Shakotan, dort werden spektakuläre Shinto-Rituale praktiziert. Beim Bikuni-Schrein-Festival tragen Dutzende Frauen und Männer schwere Schreine durch loderndes Feuer. Mit dem "Lavendelexpress" geht es zu den Blumenfeldern Furanos. Rund um das Städtchen haben sich einige Blumenfarmen angesiedelt, die ganz Japan beliefern. Um die Farmen erheben sich aktive Vulkane, nicht weit entfernt ist der berühmte "blaue Teich", der durch vulkanische Einflüsse türkis gefärbt ist. Zur nächsten Etappe geht es mit dem Zug ins Landesinnere, zum Akan-Nationalpark mit seinen Vulkanen und Seen. Kengo Takiguchi ist ein Mitglied der indigenen Ainu-Volksgruppe. Nur noch einige Zehntausend der Ureinwohner Hokkaidos leben auf der Insel. Schließlich geht es noch einmal an die Küste, nach Akkeshi einem kleinen Fischerort, der inzwischen durch eine junge Whiskydestillerie eine gewisse Bekanntheit erhalten hat. Hokkaido ist eine der facettenreichsten Inseln Japans.

Danach

Phänomenale Natur 18:35

Phänomenale Natur: Yakushima - Insel des mystischen Waldes

Dokumentation

Die japanische Insel Yakushima liegt im Ostchinesischen Meer und ist ein Ort der Extreme: Während die Küsten von subtropischem Klima geprägt sind, herrscht in den bis zu 2.000 Meter hohen Bergen ein gemäßigtes Klima. Vor etwa 15 Millionen Jahren entstand die Insel durch vulkanische Aktivität - ihr Granitgestein wurde durch seismische Kräfte aus der Tiefe an die Oberfläche gedrückt. Ihre abgelegene Lage und das Fehlen großer Raubtiere ermöglichten eine einzigartige Tierwelt: Hier leben endemische Unterarten japanischer Makaken und Sikahirsche in enger Wechselbeziehung. Doch Yakushimas wahre Schätze sind die Wälder der Insel. In den Hochlagen findet sich das wahrscheinlich letzte Ökosystem der Welt, das von japanischen Zedern dominiert wird. Einige dieser uralten Bäume - sogenannte Yakusugi - wachsen bereits seit der Jomon-Zeit, der Vorgeschichte Japans, und überstanden jahrhundertelange Abholzung. Ihre mystische Erscheinung inspirierte Hayao Miyazaki zu seinem Animationsfilm "Prinzessin Mononoke". 1993 wurde Yakushima als erste japanische Naturstätte in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen - ein Zeichen für ihre herausragende Artenvielfalt. Über 1.900 Pflanzenarten, darunter zahlreiche Endemiten, prägen die Insel. Doch der Massentourismus stellt eine wachsende Bedrohung dar: Jährlich besuchen mehr als 250.000 Menschen die nur 13.000 Einwohner zählende Insel. Besonders gefährdet sind empfindliche Ökosysteme wie der Strand von Nagata, das größte Brutgebiet der Unechten Karettschildkröte im nördlichen Pazifik. Doch nicht nur der Tourismus, sondern auch der steigende Meeresspiegel und die Verschmutzung durch Plastikmüll setzen der Insel zu. Lange Zeit prägten menschliche Eingriffe das Gesicht Yakushimas. Heute steht der Schutz und die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts im Vordergrund, um dieses einzigartige Naturjuwel zu bewahren.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur

Mit offenen Karten - Im Fokus 19:35

Mit offenen Karten - Im Fokus: Landtagswahlen: Gesellschaft im Umbruch

Infomagazin

Deutschland im Umbruch: Nach dem Sieg der rechtsextremen AfD am 6. September in Sachsen-Anhalt wurde am Sonntag in Berlin gewählt: "Die Linke" bekam die meisten Stimmen, Friedrich Merz' CDU wurde auf die Plätz verwiesen. In Mecklenburg-Vorpommern gewann knapp vor der SPD die AfD - sie konnte ihr Wahlergebnis von 2021 verdoppeln.

Re: 19:40

Re:: Ein Käse als Streitfall

Reportage

Der Comté ist aus der französischen Gastronomie nicht wegzudenken. Die Produktion der Käsesorte gilt oftmals als Vorzeigemodell: Familienbetriebe, lokale Verankerung, generationenübergreifendes Know-how. Heute stellt sich jedoch mehr und mehr die Frage, wie diese Erfolgsgeschichte fortgeführt werden kann, ohne dabei die Flusslandschaft im Juragebirge langfristig zu schädigen. Die Reportage beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven die Folgen der landwirtschaftlichen Praktiken für die Flüsse im Jura. Sie lässt beispielsweise Milchproduzenten zu Wort kommen, die sehr an ihrem Beruf hängen und sich gleichzeitig der ökologischen Folgen bewusst sind. Zwischen wirtschaftlichen Herausforderungen, administrativen Vorgaben und dem Wunsch, zukunftsorientiert zu handeln, versuchen sie ihre Arbeitsweisen zu modernisieren, ohne dabei ihre Identität zu verlieren. Die Realität der Fischer an den Flussufern sieht hingegen anders aus. Seit mehreren Jahren gehen die Fischbestände zurück und das ehemals beispielhafte Ökosystem ist zunehmend belastet. Verschmutzung, starkes Algenwachstum und ein biologisches Ungleichgewicht haben erheblichen Einfluss auf die Zukunft der für die Region bedeutsamen Flussläufe. Landwirte haben sich neue Arbeitsansätze überlegt: weniger Düngemittel, bessere Abwasserbewirtschaftung, Anpassung der Tierhaltungspraktiken, Wiederherstellung natürlicher Lebensräume. Sie sind überzeugt, dass die landwirtschaftliche Produktion und der Umweltschutz Hand in Hand gehen können, und veranschaulichen resilientere Betriebsmodelle.

Die Inquisition 20:15

Die Inquisition: Die Methode

Geschichte

Im Jahr 1231 rief Papst Gregor IX. die Inquisition ins Leben, um Andersdenkende und -gläubige zu überwachen, einzuschüchtern und zu bestrafen. Über sechs Jahrhunderte hinweg verbreitete diese Institution mit Geheimverfahren, Folter und Hinrichtungen Angst und Schrecken in Europa. Was als brutale Reaktion auf vermeintlich ketzerische Bewegungen begann, entwickelte sich zu einem hochorganisierten System der Repression. Die katholische Kirche sah sich im Mittelalter mit wachsender Kritik konfrontiert: Einfache Gläubige forderten eine Rückkehr zu den bescheidenen Werten des Evangeliums und stellten das religiöse Monopol des korrupten Klerus infrage. Als Antwort darauf entsandte der Papst Inquisitoren nach Frankreich, Deutschland und Italien - Richter mit fast unbegrenzter Macht, die völlig willkürlich Exempel statuierten und Menschen auf Scheiterhaufen hinrichten ließen. Doch die Inquisition als Apparat zur Verfolgung angeblicher "Glaubensverbrechen" schuf auch Strukturen, die bis heute nachwirken: Geheime Ermittlungen und ihre Dokumentation in Archiven, taktisch geprägte Zeugenbefragungen, erzwungene Geständnisse als zentrales Instrument der Beweisführung und Inhaftierungen als Druckmittel.

Die Inquisition 21:10

Die Inquisition: Kirche, Tod und Teufel

Geschichte

In Spanien, Portugal und Italien entstand ein streng hierarchisches Ermittlungs- und Unterdrückungssystem unter der Kontrolle eines Obersten Rates. Er war Sinnbild der "modernen Inquisition", die unter anderem auch Galileo Galilei verurteilte. Das um 1380 entstandene "Directorium Inquisitorum" wurde überarbeitet und um neue Gruppen von Verdächtigen ergänzt: zum Christentum konvertierte Juden und Muslime, denen die heimliche Rückkehr zu ihrer früheren Religion vorgeworfen wurde, Protestanten, Gelehrte, Philosophen, die indigene Bevölkerung der Neuen Welt, Homosexuelle, Bigamisten und Menschen, die die Bibel in ihrer Landessprache lasen. Die traditionellen Methoden der Inquisition und ihre Arbeit im Geheimen wurden weiter verschärft und sorgten landauf, landab für Angst und Schrecken. Gleichzeitig dienten die großen Autodafés, bei denen Dutzende verurteilter "Ketzer" öffentlich vorgeführt wurden, als wirkungsvolle Inszenierungen der gesellschaftlichen Rolle der Inquisition und ihrer engen Verbindung mit der weltlichen Macht. Der Einfluss der Inquisitoren in Südeuropa schien grenzenlos. Doch im 18. Jahrhundert geriet die sie unter den Druck neuer Ideale von Toleranz und Gewissensfreiheit. Außerdem sah sie sich mit dem zunehmenden Widerstand weltlicher Herrscher konfrontiert, die die Befugnisse von Polizei und Justiz nicht mehr mit der Kirche teilen wollten.

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle 22:05

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle: Dem Himmel entgegen

Dokumentation

Angesichts des beispiellosen Ausmaßes der vor ihnen liegenden Arbeiten begannen Architekten und Wissenschaftler mit der Untersuchung der Blöcke des eingestürzten mittelalterlichen Gewölbes, dessen Steine das Herzstück des beschädigten Baukörpers der Kathedrale bildeten. Um die Anordnung und Struktur der zu Hunderten aus den Gewölben gefallenen Blöcke zu verstehen, sammelten die Forscher monatelang das Material. Da es kaum Texte über die Entstehung der Kathedrale und den Ablauf der mittelalterlichen Bauarbeiten gibt, mussten die Wissenschaftler sich anhand ihrer eigenen Entdeckungen ein mehr als 800 Jahre altes Know-how neu aneignen. Wohl kein Architekt von heute hatte jemals mit der Rekonstruktion von Bögen und mittelalterlichen Gewölben einer solchen Dimension zu tun. Tatsächlich sind die Gewölbe von Notre-Dame der Schlüssel für die gesamte Statik und die Struktur der Kathedrale. Angesichts dieser beträchtlichen Herausforderung, von der das Weiterbestehen der Kathedrale abhing, wurde eine spezielle 3D-Software entwickelt, um die mittelalterliche Kirchenarchitektur zu entschlüsseln. Notre-Dame de Paris hat acht Jahrhunderte einer bewegten Geschichte überstanden. Wird es den Restauratoren nun gelingen, die Kirche auch für die zukünftigen Jahrhunderte zu bewahren?

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle 22:55

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle: Harmonie der Kräfte

Dokumentation

Die im 12. Jahrhundert auf der Île de la Cité errichtete Kathedrale Notre-Dame de Paris war zur Zeit ihrer Erbauung eines der höchsten Kirchengebäude der Welt. Mit ihrem Grundriss, ihrer einzigartigen Steinmetzkunst und der Form ihrer Gewölbepfeiler markiert sie den Eintritt der gotischen Architektur in eine neue Epoche. Durch den Brand vom 15. April 2019 stürzte die Turmspitze über den Gewölben ein und zerbrach auf der Höhe des Querschiffs. Das mit Bleiblech gedeckte Dach und der Dachstuhl, die von den Flammen verschlungen wurden, lasteten nicht mehr auf den Mauern, was die Stabilität des Gebäudes beeinträchtigte. Doch trotz der schweren Schäden stürzte die Kathedrale in den Tagen nach der Katastrophe nicht ein. Welches sind die Geheimnisse der außergewöhnlichen Widerstandskraft von Notre-Dame? Wie konzipierten die Erbauer die Struktur der Kirche? Und kann die Rekonstruktion des Gebäudes dieselbe Stabilität wie früher garantieren? Oberhalb der Steingewölbe und unter dem riesigen Bleidach befand sich ein eindrucksvoller hölzerner Dachstuhl aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Das Privileg, ihn zu sehen, hatten nur wenige. Da er aus mehr als tausend Eichen bestand, wurde er auch "forêt" (Wald) genannt. Unter den Trümmern fanden die Archäologen auch zahlreiche Nägel und andere Metallbefestigungen, die nicht nur im hölzernen Dachstuhl, sondern auch an den Umfassungsmauern um den Chorraum verwendet wurden. Ein regelrechtes Metallskelett haben die Architekten und Wissenschaftler hier entdeckt. Wann wurde dieses Metall eingebaut? Im Mittelalter oder in späteren Jahrhunderten? War es von Anfang an geplant oder diente es dazu, später auftretende statische Probleme zu beheben? Die Antworten auf diese Fragen könnten wichtige Schlüssel für die Rekonstruktion sein.

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle 23:50

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle: Ein Raum aus Klang und Licht

Dokumentation

Damit die Orgel in Notre-Dame wieder gespielt und zur Geltung gebracht werden kann, muss die Kathedrale zunächst ihre ursprüngliche Akustik zurückerhalten. Aber auch Licht und Farbe sind durch den Brand verloren gegangen. Glücklicherweise sind alle Glasfenster der Kathedrale unbeschädigt geblieben. Doch mehr als tausend Quadratmeter Glas müssen von einer dicken Schicht aus Ruß und Bleistaub befreit werden. Unter den Restaurierungsschichten scheinen sich auch Hinweise auf die ursprüngliche Farbfassung des Mauerwerks zu verbergen: Die Archäologen finden Beweise dafür, dass Notre-Dame ursprünglich vollständig bemalt war. Als Notre-Dame brannte, trauerten Menschen weltweit. Waren sie von ihren Emotionen und ihrer Fassungslosigkeit überwältigt - oder vom Verlust einer gemeinsamen Geschichte? Hatte man geglaubt, die Kathedralen seien für die Ewigkeit gebaut? Die Männer und Frauen, die auf der Baustelle von Notre-Dame arbeiten, wissen, wie zerbrechlich das Bauwerk ist. Dennoch hat es die Kriege und Revolutionen überlebt. Vom Untergeschoss bis zur Turmspitze muss die Restaurierung dem Geist gerecht werden, der die Menschen in Vergangenheit und Gegenwart fasziniert hat.