21:45
Alpenpanorama, eine kleine Berghütte, Schweizer Käse, angenehme Ruhe - so hatte sich der Bankangestellte Sven seine Auszeit vorgestellt. Doch dann wird er Zeuge eines Fahrradunfalls. Der windige Geschäftsmann Achim hat mit seinem teuren Mountainbike bei einer Talabfahrt den Wanderer Willi über den Haufen gefahren. Sven eilt natürlich zu Hilfe und bietet den beiden an, mit zu seiner Hütte zu kommen. Achim will sich seine Verletzung nicht eingestehen und am liebsten direkt weiter. Da sein Körper aber nicht ganz mitspielt, muss er wohl oder übel die Nacht auf Svens Hütte verbringen. Willi dagegen, der von Hartz IV lebt, nutzt gern die Gelegenheit, an eine kostengünstige Unterkunft zu kommen. Der überaus gastfreundliche Sven freut sich über die Gesellschaft der beiden Herren. Nach ersten Startschwierigkeiten, politischen und charakterlichen Differenzen zwischen Achim und Willi, freunden sich die drei dann doch etwas an und verbringen ein paar schöne Tage in den Bergen zusammen. Bis am letzten Abend ein Unfall passiert, der für Sven tödlich endet. Willi und Achim müssen nun ihre Differenzen überwinden und gemeinsam eine Lösung finden. Hier auf der Hütte lassen können sie Sven unmöglich. Sie befürchten, für seinen Unfalltod verantwortlich gemacht zu werden. Deshalb wollen sie seinen Leichnam wunschgemäß auf See bestatten. Achim und Willi müssen Sven also nur noch unbemerkt aus der Schweiz nach Sylt schmuggeln, was sich natürlich alles andere als einfach gestaltet. Noch dazu ist Achims Interesse an der körperlichen Unversehrtheit des Toten weniger seinem Pietätsgefühl geschuldet als der Tatsache, dass laut Sven im Tresor seines Arbeitgebers ein Haufen Schwarzgeld lagert. Ein Roadtrip quer durchs Land beginnt ... mit einer Leiche im Kofferraum.
23:10
Alles begann 1958 in einem Pariser Café: Claude Chabrol, vertieft in eine Partie Flipper, würdigt die junge Frau kaum eines Blickes, als sie ihn anspricht. Sie ist 26 und heißt Stéphane Audran. Die Schauspielerin verkörpert jenen Frauentypus der Bourgeoisie, der den Regisseur zeitlebens faszinierte: elegant, kühl, scharfsinnig, manchmal boshaft. Sie wird Chabrols Muse und 1964 auch seine Ehefrau. Das Duo Chabrol-Audran zählt zu den produktivsten der Kinogeschichte. Gemeinsam schufen sie 22 Filme von "Schrei, wenn du kannst" (1959) über "Die untreue Frau" (1969) und "Der Schlachter" (1970) bis zu "Betty" (1992).