22:00
"Y.M.C.A." von der Band Village People zählt zu den größten Hits der Popgeschichte. Die Abkürzung bezieht sich auf den Namen der christlichen Bewegung "Young Men's Christian Association". Die Dokumentation erzählt die Geschichte hinter dem Welterfolg und zeigt, wie zwei Franzosen die Band mit dem uramerikanischen Image erfanden und zu Weltstars machte. Ausgangspunkt ist das krisengeschüttelte New York der 1970er Jahre, von wo aus sich Disco aus Underground Clubs schnell zum Massenphänomen entwickelte. Auch die beiden französischen Musikproduzenten Henri Belolo und Jacques Morali sind begeistert von der neuen Musik. In New York gründen sie die Village People: Sechs Sänger und Tänzer, die mit ihren Kostümen das popkulturelle Amerika verkörpern. "Jacques und Henri waren fasziniert von Hollywood und dem Mythos von Amerika", erklärt Randy Jones, der Original-Cowboy der Village People, im Film die Idee hinter den ikonischen Outfits. Produzent Morali ist homosexuell, und auch die Band umgibt das Image einer Gay-Group: Sie spielen mit queeren Codes, erobern den Mainstream und werden wahlweise als Vorbilder der LGBTQI+-Bewegung gesehen oder für den Ausverkauf einer Underground-Kultur verantwortlich gemacht. Auch die Entstehung ihres größten Hits "Y.M.C.A." bildet diese Gegensätze ab. Doch mit dem Ende der Siebziger Jahre kommt es zum Backlash: Bei der Disco Demolition Night werden Tausende Platten zerstört - es ist das Ende der Disco-Ära und auch die Glanzzeit der Village People ist nun vorbei. Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen und erzählt die faszinierende Geschichte einer Band zwischen Kult und Kommerz.
22:55
In den 1970er Jahren erlebten die USA einen tiefgreifenden Kulturwandel, den der rasante Aufstieg der Discomusik zusätzlich beschleunigte. Disco entstand ab 1974 aus Funk, Phillysound und lateinamerikanischen Rhythmen. Zunächst war sie vor allem in Schwulenclubs zu Hause. Den Durchbruch im Mainstream brachte 1977 der Film "Saturday Night Fever" mit John Travolta: Von da an wurde Disco zur Lieblingsmusik vieler Amerikanerinnen und Amerikaner und verdrängte den Rock von seiner Spitzenposition. Dabei war Disco mehr als ein Musikstil; sie wurde auch zum Ausdruck einer Pride-Bewegung diskriminierter Minderheiten. Viele Rockfans hielten Disco dagegen für seicht und oberflächlich. "Disco war elektronische Musik, und Discofans mochten Clubs, in die man nicht reinkam, wenn man nicht schick genug angezogen war", sagte Lee Abrams, Erfinder des Rundfunkformats "Album Oriented Rock" (AOR). "Rocker hingegen mochten Riesenkonzerte mit echten Drummern und echten Gitarristen. Ihre Uniform war Jeans und T-Shirt. Rocker fanden Disco vor allem deshalb blöd, weil sie sich bedroht fühlten." Ihren Höhepunkt erreichten diese Spannungen am 12. Juli 1979 bei der "Disco Demolition Night" während eines Baseballspiels in Chicago mit rund 50.000 Rockfans, die meisten waren eigens dafür angereist. Bereits während des ersten Spiels flogen Disco-LPs wie Frisbees von den Rängen, mehrere Menschen wurden getroffen und verletzt. Als die Veranstalter zwischen den beiden Spielen eine Kiste mit Disco-Alben sprengten, stürmten die meist weißen Disco-Gegner das Spielfeld, zertrampelten den Rasen und beschädigten die Technik. Erst die Polizei brachte die Lage wieder unter Kontrolle. "Disco sucks! - Amerikas erster Kulturkampf" handelt deshalb von weit mehr als Musik. Die Dokumentation zeigt, wie die mächtige Anti-Disco-Bewegung eine kulturelle Spaltung offenlegte, die auch von Rassismus und Homophobie geprägt war.
23:49
Ende der 1970er Jahre lief dieser Hit vermutlich in allen Gay-Clubs von San Francisco. Sylvesters androgyne Stimme machte "You Make Me Feel" zu einer Disco-Hymne für homosexuelle Selbstbehauptung und queere Sichtbarkeit.
23:55
Olivia, eine junge Frau, die im Ausland lebt, kehrt in ihre Heimatstadt in Mexiko zurück - in der Hoffnung, mit ihrer Vergangenheit ins Reine zu kommen. Doch die Gewalt, die sie in ihrer Kindheit miterlebt hat, hat nicht nachgelassen, und die Reise ruft Erinnerungen wach, mit denen sie sich unmöglich versöhnen kann.