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ttt extra 23:05

ttt extra: Die 78. Frankfurter Buchmesse

Magazin

In Frankfurt findet wieder die größte Buchmesse der Welt statt, zum 78. Mal. Unter dem diesjährigen Motto "This changes everything" wird vom 7. bis 11. Oktober wieder über Bücher und Autor:innen diskutiert, es wird gestritten, gehandelt, gestaunt und gefeiert. Die Frankfurter Buchmesse ist aber nicht nur ein Ort der Debatte, sondern auch der Selbstverständigung: Wo stehen wir gerade? Was bewegt uns? Und welche Bücher, Stimmen und Gedanken helfen weiter in einer Zeit, in der autoritäre Kräfte weltweit Erfolge feiern, hybride Bedrohungslagen durch Kriege zunehmen und dystopische Meldungen über sich verselbstständigende KI Angst machen? Die ermutigende Antwort ist: In diesem Herbst gibt es durchaus einige Hoffnungsschimmer, ob in der Belletristik oder im Sachbuch, die helfen, die Gegenwart besser zu verstehen - oder zumindest Trost zu finden. Eine der hervorstechendsten Stimmen dieser Messe ist der Friedenspreisträger Philippe Sands, der sich als Anwalt für das Völkerrecht engagiert und in seinen literarischen Sachbüchern eindringlich für universelle Menschenrechte und die juristische Verfolgung von Genozid, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen eintritt. Er kommt nach Deutschland mit einer wichtigen Botschaft. Und die US-Historikerin Jill Lepore, eingeladen von der Buchmesse als Eröffnungsrednerin, bringt ein Buch mit, das aufrüttelt: "Die Regierung der Maschinen - Vom Aufstieg und Fall des Künstlichen Staates". Darin erforscht sie, was es bedeutet, wenn KI und Algorithmen zunehmend Einfluss auf Mensch, Staat und demokratische Diskurse nehmen - und wie sich dem entgegentreten lässt. Um die Verteidigung des Menschseins geht es auch in der Debatte, die gerade lebhaft geführt wird, wenn es um den Einfluss von KI auf Literatur geht und die Frage: Lesen wir bald Bücher, die nicht mehr von Menschen, sondern von Maschinen geschrieben wurden? Noch aber sind in Frankfurt echte Menschen und ihre Bücher zu treffen. Dieses Jahr kommen Publikumsmagneten wie Colson Whitehead, Cornelia Funke, Caroline Wahl, der Fußballweltmeister Christoph Kramer oder auch Gisèle Pelicot. "ttt" ist mittendrin und hat die wichtigsten Bücher des Herbstes im Programm. Weitere Themen: - Mut in schwierigen Zeiten: Die Stimmen der Buchmesse - Interview mit Fußballweltmeister und Romanautor Christoph Kramer - Der Tod des Autors? - Wenn KI in der Lage ist, Literatur zu schaffen - Literaturnobelpreisträgerin Anne Carson

Green Book - Eine besondere Freundschaft 23:50

Green Book - Eine besondere Freundschaft

Tragikomödie

New York, im Jahr 1962: Der berühmte Pianist Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) plant eine nicht ungefährliche Konzertreise durch die US-Südstaaten. Als Afroamerikaner muss er sich nicht nur auf die dort vorherrschende Rassentrennung einstellen, sondern auch gegen unliebsame Überraschungen wappnen. Mit dem Nachtklub-Türsteher Tony "Lip" Vallelonga (Viggo Mortensen) verpflichtet er nicht nur einen erfahrenen Chauffeur, sondern auch einen bewährten Mann fürs Grobe. Zwar ist Tony alles andere als frei von rassistischen Ansichten, bei seiner Arbeit jedoch ein Profi durch und durch. Tony löst Probleme notfalls mit einer Ohrfeige oder einem Bündel Dollarnoten. Wie versprochen sorgt der Tourbegleiter dafür, dass sein Chef Shirley jeden Abend pünktlich am Flügel sitzt. Sobald der Virtuose jedoch von der Bühne abtritt, erlebt er die Rassentrennung auf bittere Weise: Während sein Fahrer in guten Hotels schläft, muss er oft in heruntergekommenen Unterkünften übernachten, die ein Reiseführer für Afroamerikaner empfiehlt: das "Green Book". Je mehr Tony die Unmenschlichkeit der Rassentrennung erlebt, umso mehr wundert er sich, warum sich sein weltgewandter Auftraggeber bewusst diesen Demütigungen aussetzt.