21:45
Zum Auftakt der zweiten Staffel geraten die Bergretterinnen und Bergretter an ihre körperlichen und mentalen Grenzen. Ein Einsatz am Höllentalgletscher der Zugspitze eskaliert innerhalb kürzester Zeit zu einem komplexen Großeinsatz. Ein plötzlich aufziehendes Unwetter verschärft die Rettungssituation dramatisch - Blitze, Hagel und Steinschlag machen den Berg zur lebensgefährlichen Zone und den Einsatz für die Retter zu einer Gratwanderung zwischen Selbstschutz und Rettung. Erster Luftrettungseinsatz für jungen Bergretter Tobias Limmer (20) von der Bergwacht Grainau muss sich bei seinem ersten Einsatz als frisch ausgebildeter Luftretter unter schwierigsten Witterungsbedingungen beweisen. Der Notruf: "Zwei unterkühlte Personen ohne Sicherung - 200 Meter unterhalb des Zugspitzgipfels". Zwei Tourengeher haben sich verstiegen, sind völlig entkräftet und können sich kaum noch halten. Bei der Rettung mit dem Helikopter muss alles glatt laufen, denn aufgrund der Schneelage dort oben herrscht akute Lawinengefahr. "Aus einem einfachen Einsatz wurde schnell einer, der unvergessen bleibt" Ein heißer Sommertag auf der Zugspitze und damit viel zu tun für die ehrenamtlichen Bergretter aus Grainau. Am Höllentalgletscher ist ein Tourist 100 Meter abgerutscht und muss leicht verletzt mit dem Helikopter ins Tal geflogen werden. Bei ihrer Ankunft an der Einsatzstelle treffen die Retter plötzlich auf sechs weitere Bergsteiger, die sich verschätzt haben und mit mangelhafter Ausrüstung weder den Auf- noch den Abstieg allein schaffen. Jetzt muss es schnell gehen, denn zu allem Übel drückt auch noch ein schweres Hitzegewitter herein. Und dann kommt alles noch viel schlimmer: Während der erste verletzte Bergsteiger gerade in den Heli befördert wird, rutscht vor den Augen der Retter auch noch ein bislang unbeteiligter Mann in eine Gletscherspalte.
22:30
Am Höllentalgletscher ist die Lage mittlerweile dramatisch eskaliert. Ein unbeteiligter Bergsteiger ist in eine Gletscherspalte gestürzt, und das Gewitter hat die Einsatzstelle der Bergwacht Grainau schneller und heftiger erreicht als erwartet. Der Klettersteig wird zum Blitzableiter, Starkregen verwandelt die Spalten in reißende Bäche, Blitze schlagen ein, Hagel und Steinschlag prasseln auf Retter und Patienten ein, die alledem schutzlos ausgeliefert sind. Der Helikopter kann bei solchen Bedingungen nicht fliegen. Ohne Steigeisen ist ein Abstieg vom Gletscher zu Fuß lebensgefährlich. Also heißt es: ausharren und hoffen. Nicht nur die in Not geratenen Bergsteiger, auch die Bergretter selbst stoßen bei diesem Einsatz an ihre körperlichen und mentalen Grenzen. Erschöpft am Watzmann Die Bergregion um den Watzmann ist Einsatzgebiet der Bergwacht Ramsau. Bei der langen und kräftezehrenden Watzmann-Überschreitung geraten immer wieder Bergsteigerinnen und Bergsteiger an ihre konditionellen Grenzen. Diesmal hat es einen Vater und seine Tochter erwischt: Krämpfe, Unterzuckerung, völlige Erschöpfung. Bei über 30 Grad Hitze und nach stundenlanger Wanderung kein ungewöhnliches Szenario - für die Bergwacht dennoch jedes Mal eine ernstzunehmende Angelegenheit.
23:15
mit Wetter
23:50
Es ist eine andere Erzählung über den FC St. Pauli. Heute steht der Verein für Antifaschismus, Toleranz und gesellschaftliches Engagement im deutschen Fußball. Doch hinter dem Image des rebellischen Kiezklubs verbirgt sich eine komplexe Geschichte mit dunklen Kapiteln. Der Verein hat sich seit den 1980er-Jahren zu einem der bekanntesten Fußballklubs weltweit entwickelt, nicht wegen sportlicher Glanzleistungen, sondern wegen seiner einzigartigen Fankultur und eines politischen Selbstverständnisses, das weit über den Hamburger Kiez hinaus strahlt. Der Kiezklub und seine Widersprüche Diese neue Story wagt den unbequemen Blick in die Vergangenheit des Vereins. Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte - eine Arbeit, die vor allem das Museum des FC St. Pauli seit einigen Jahren aktiv vorantreibt. Während der jüdische Spieler Selig Cahn 1942 mit einem der ersten Transporte nach Auschwitz deportiert und dort in der Gaskammer ermordet wird, erhält ein ehemaliger Spieler und hochrangiger Vereinsfunktionär trotz düsterer NS-Vergangenheit die goldene Ehrennadel des Klubs. Erst 2010 wird sie ihm posthum aberkannt. Zwei Schicksale, ein Verein. Warum hat der FC St. Pauli sein "braunes Erbe" so lange nicht aufgearbeitet? Reichsadlerflagge und Rassismus am Millerntor Fan und Zeitzeuge Nazim Evren erlebt Anfang der 1990er-Jahre eine entscheidende Wende mit: Ein türkischer Freund wird bei einem Heimspiel im Stadion zusammengeschlagen. Ein rassistischer Übergriff - und das zu einer Zeit, in der am Millerntor schon die Totenkopf-Flagge weht. "Die Ausländerfeindlichkeit im Stadion war überraschend und unerwartet", erzählt Evren. Darauf folgt etwas, das den Verein bis heute prägt. Erstmals werden Fans aktiv - sie vertreiben Neonazis und Altnazis von den Rängen. Die Metamorphose des Vereins beginnt. Bis Ende der 1990er-Jahre spielt die Mannschaft am Millerntor, das den Namen Wilhelm-Koch-Stadion trägt. Dann kommt heraus: Der Namensgeber war NSDAP-Mitglied. Ein Naziname für den antifaschistischen Verein? Eine Tatsache, die der Aktivist Ronny Galczynski nicht akzeptieren kann. Er engagiert sich für die Aufarbeitung der Vereinsgeschichte und reicht 1998 den Antrag für die Umbenennung des Stadions ein. "Ich bin persönlich angegangen worden: 'Leute wie Sie brauchen wir nicht im Verein' und: 'Wären wir mehr Alte gewesen, hätten wir Sie heute rausgeschrien'", erinnert sich Galczynski an die Mitgliederversammlung damals. Zwischen Totenkopf-Flagge und Hakenkreuz: das Porträt eines Vereins im Widerstreit mit sich selbst Was ist der FC St. Pauli wirklich? Und wofür steht er? Ein Verein ist mehr als Sport und Stadionbesuch. Er stiftet Identität und trägt damit auch gesellschaftliche Verantwortung. In Zeiten, in denen Rechtsextremismus und Antisemitismus wieder an Sichtbarkeit gewinnen, stellen die Filmemacherinnen unbequeme Fragen: Wie geht ein Verein mit seinem "braunen Erbe" um? Und wie kann ein Fußballklub dieses Erbe nutzen, damit sich die Geschichte nicht wiederholt? "Wir müssen daran erinnern, wo uns Faschismus und Rechtsextremismus hinführen und auch, wie selektiv das Gedächtnis der Menschen ist. Gerade beim FC St. Pauli, wo es nicht nur um Sport geht, sondern auch darum, Dinge zu verändern", sagt Christopher Radke vom FC St. Pauli-Museum. Die Vergangenheit des FC St. Pauli ist kein abgeschlossenes Kapitel - sie ist ein lebendiger Teil der Vereinsidentität, mit dem gerungen wird. Die bildstarke Dokumentation lässt jene zu Wort kommen, die die Umbrüche damals eingeleitet haben und die komplexe Geschichte des FC St. Pauli heute aufarbeiten. Der Film folgt den Spuren der Geschichte im Stadion, in den Archiven bis an Orte des Holocausts und erzählt die tragische Biografie des Stürmers Selig Cahn nach - so entsteht das vielschichtige Bild eines Klubs, der gelernt hat, seine eigene Geschichte zu hinterfragen.