20:15
Berlin in naher Zukunft: Kameradrohnen dringen illegal in ein Geheimtreffen von Carl Montik (Sabin Tambrea), Vorstandsmitglied des marktbeherrschenden Internetkonzerns "Freemee", mit Regierungsmitgliedern ein und dokumentieren das Geschehen live im Internet. Die anonyme Netzaktivistengruppe "Zero" bekennt sich öffentlich zu dem medialen Angriff. Online-Journalistin Cynthia Bonsant (Heike Makatsch), Witwe und alleinerziehende Mutter, wird von Tony Brenner (Axel Stein), Chef des Online-Magazins "Daily", auf die Hintergrundrecherche zu "Zero" angesetzt. Die Gruppe wird vom Verfassungsschutz als terroristische Organisation eingestuft. Als ein Freund von Cynthias 17-jähriger Tochter Viola (Luise Emilie Tschersich) bei einer öffentlich im Netz übertragenen Hetzjagd auf einen Kriminellen erschossen wird, lenkt das Cynthias Verdacht in diese Richtung: Die neuesten Algorithmen des Internetkonzerns "Freemee" geben ihren User*innen in Echtzeit für alle Verhaltensbereiche Empfehlungen, um ihr Leben angeblich zu optimieren und sie glücklicher zu machen. Cynthia vermutet, dass diese sogenannten "Act Apps" mitverantwortlich für den Tod des Jungen sein könnten. Und dass hinter alledem ein noch weitaus größerer Komplott des Act-App-Anbieters "Freemee" mit der Regierung stecken könnte. Währenddessen beginnt "Zero" ein gefährliches Spiel hinter Cynthias Rücken: Heimlich rekrutiert die Gruppe ihre Tochter Viola für ihre Aktivitäten.
21:45
Die Moderatoren des Magazins informieren die Zuschauer über Themen aus Wirtschaft und Sozialpolitik. Die Beiträge sollen es den Konsumenten ermöglichen, sich selbst ein Bild der Lage zu machen und selbst reflektieren zu können.
22:15
mit Wetter
22:50
Deutschland steht offiziell fest an der Seite der Ukraine. Sanktionen sollen verhindern, dass westliche Technologie in russischen Waffen landet. Politik und Wirtschaft versichern immer wieder, dass Lieferketten unterbrochen seien. Doch stimmt das wirklich? Filmemacher Michael Höft und sein Team machen sich im kältesten Winter der Kriegsjahre auf den Weg nach Kyjiw. Der Himmel über der ukrainischen Hauptstadt wird fast jede Nacht vor allem von einer Waffe bedroht: der Drohne Geran-2. Diese Drohne wurde ursprünglich im Iran als Shahed-Drohne entwickelt und wird inzwischen in Russland selbst produziert. Immer wieder schlagen diese unbemannten Flugkörper in Wohnhäusern ein. Zivilisten sterben in ihren Wohnungen. Bei einem Termin beim ukrainischen Militärgeheimdienst erhält das ARD-Team Zugang zu den Überresten abgeschossener Drohnen. Auf Tischen liegen zerlegte Elektronikteile, Kabel und Chips. Experten zeigen den Journalisten Bauteile aus westlicher Produktion. Besonders häufig tauchen elektronische Komponenten deutscher Hersteller auf. Ohne diese Bauteile würden viele der Drohnen nicht fliegen, erklären die Spezialisten dem Team. Doch wie gelangen solche Komponenten trotz der Sanktionen nach Russland? Geleakte russische Zollpapiere zeigen detailliert, welche Firmen welche Waren nach Russland geliefert haben und welchen Weg diese Güter genommen haben. Die Spur führt nach Zentralasien. Vor allem Kasachstan spielt eine Schlüsselrolle. Die ehemalige Sowjetrepublik hat eine Zollunion und ein Freihandelsabkommen mit Russland. Gleichzeitig können europäische Firmen ihre Produkte problemlos nach Kasachstan exportieren. Seit Beginn des Krieges sind die Handelszahlen explodiert. Mithilfe eines russischen Journalisten im Exil macht sich Michael Höft auf die Suche nach den Zwischenhändlern. In unauffälligen Lagerhallen in Almaty liegen Produkte "Made in Germany". Von hier aus werden sie weiterverteilt, oft Richtung Russland. Das ARD-Team verfolgt Lieferketten, spricht mit anonymen Händlern und konfrontiert deutsche Unternehmen mit ihren Recherchen. Dabei zeigt sich: Offiziell liefert niemand nach Russland. Doch über Umwege funktioniert der Handel weiterhin, präzise organisiert und äußerst lukrativ. Die "ARD Story" folgt den Spuren deutscher Technologie von deutschen Industriegebieten über Zentralasien bis nach Russland. Der Film zeigt ein System aus Zwischenhändlern, Freihandelszonen und logistischen Schlupflöchern und stellt eine unbequeme Frage: Wenn Sanktionen den Krieg stoppen sollen, warum funktionieren die Lieferketten trotzdem weiter?
23:35
Rebecca Assif ist Pastorin in Hamburg-Wilhelmsburg. Sie predigt, tauft und versucht, einen Ort zu schaffen für Menschen, die sonst wenig Berührung mit der Kirche haben. Wer sie auf der Kanzel erlebt, sieht eine selbstbewusste junge Frau, die anderen Menschen Halt und Orientierung gibt - Dinge, die ihr selbst lange gefehlt haben. Denn Rebecca wächst unter schwierigen Bedingungen auf. Sie verliert früh ihre Mutter und nach und nach auch den Rest ihrer Familie, kommt in eine Pflegefamilie, in der sie Gewalt erlebt. Lange bleibt ihre Situation im Verborgenen, bis ein Lehrer und eine Schulsozialarbeiterin eingreifen, sie aus der Pflegefamilie herausholen und im Kinderheim unterbringen. Inmitten dieser Unruhe findet Rebecca früh einen Anker in der Kirche. Eines ihrer kostbarsten Besitztümer ist eine Kinderbibel, die sie bei jedem ihrer Umzüge mit sich nimmt. Der Film begleitet die heute 34-Jährige in ihrem privaten und beruflichen Alltag, erlebt sie zwischen Verantwortung und Selbstbehauptung. In ihrer Gemeinde entwickelt sie neue, niedrigschwellige Angebote, sucht den direkten Kontakt zu Menschen im Stadtteil und versucht, traditionelle Strukturen aufzubrechen. Gleichzeitig bewegt sie sich in einem System mit festen Rollen und Erwartungen, in das sie nicht immer ganz reinzupassen scheint. Das Gefühl, eine Außenseiterin zu sein, lässt Rebecca nie ganz los. Immer wieder öffnet sich der Blick zurück: beim Durchsehen alter Kinderfotos, die Erinnerungen wachrufen. Bei der Rückkehr an den Ort, an dem sie als Kind mit ihrer Mutter gelebt hat. Ein Wiedersehen mit den Menschen, die ihr als Kind geholfen und damit entscheidende Weichen in ihrem Leben gestellt haben. Und in vertrauten Momenten mit ihrer besten Freundin aus dem Kinderheim, mit der sie bis heute eng verbunden ist. Ein Film über eine Frau, die sich allen Widerständen zum Trotz ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben aufgebaut hat - und sich trotzdem immer wieder fragen muss, wo sie wirklich hingehört.