Jetzt 20:15 22:30
Zeit auswählen
Datum auswählen
Mo Di Mi Do Fr Sa So 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25

TV Programm für Das Erste am 12.10.2026

Jetzt

Tagesthemen 22:30

Tagesthemen

Nachrichten

mit Wetter

Danach

Die Wechseljahre 23:05

Die Wechseljahre: Zu heiß für Deutschland?

Dokumentation

"Bin ich schon in den Wechseljahren - und wenn ja, was heißt das eigentlich?" Moderatorin Sabine Heinrich ist 49 und merkt: Da verändert sich etwas. Körperlich, emotional, hormonell. Und sie ist damit nicht allein. Neun bis elf Millionen Frauen in Deutschland befinden sich derzeit in den Wechseljahren - oft einhergehend mit Hitzewallungen, Schlafproblemen, Erschöpfung oder Konzentrationsstörungen. Trotzdem wird über die Wechseljahre noch immer nicht genug gesprochen. Das ist nicht nur für Frauen ein Problem. Eine Studie der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten durch Wechseljahresbeschwerden auf rund 9,4 Milliarden Euro im Jahr. Und viele betroffene Frauen arbeiten in Branchen, in denen Fachkräfte dringend gebraucht werden. In der ARD Story "Die Wechseljahre: Zu heiß für Deutschland?" fragt Sabine Heinrich nach: Warum bleiben die Bedürfnisse von Frauen in dieser Lebensphase so oft unsichtbar - im Job, in der Medizin und in der Gesellschaft generell? Obwohl zwei Drittel der Betroffenen Beschwerden haben, fehlt es vielerorts an guter Aufklärung, passender medizinischer Versorgung und echter Anerkennung. Sabine Heinrich spricht mit Frauen, die offen erzählen, was die Wechseljahre mit ihnen machen. Sie trifft Ärztinnen, Forscherinnen, Aktivistinnen, Unternehmerinnen, Polizistinnen und Politikerinnen. Außerdem reist sie nach England, wo ein neues Gesetz Arbeitgeber dazu verpflichtet, Frauen am Arbeitsplatz konkret zu unterstützen. Die ARD Story zeigt: Die Wechseljahre sind kein privates Problem von Frauen. Sie betreffen Gesundheit, Arbeit, Gleichberechtigung - und die Frage, wie ernst unsere Gesellschaft Frauen in dieser Phase nimmt.

Staatsgeheimnis RAF - Terroristen in der DDR 23:50

Staatsgeheimnis RAF - Terroristen in der DDR

Dokumentation

Die DDR gewährte in den 1980er Jahren zehn Top-Terroristen Unterschlupf. Die Staatssicherheit gab den RAF-Aussteigern eine neue Identität, ein neues Leben. Während blutige Attentate die Bundesrepublik erschütterten - und Ermittler fieberhaft nach der RAF fahndeten - versuchten die Aussteiger, in der DDR ein bürgerliches und unauffälliges Dasein zu führen. Der Film rollt diesen Cold Case neu auf. Ab Spätsommer 1980 gehen zehn junge Leute von West nach Ost, tauchen unter in der DDR. Im konspirativen "Objekt 74" des Ministeriums für Staatssicherheit bei Briesen werden sie zu DDR-Bürgern "ausgebildet". Sie erhalten gefälschte Papiere und neue Identitäten. Sie gehören zu den meistgesuchten Personen der Bundesrepublik Deutschland. Unter ihnen ist die damals 30-jährige Silke Maier-Witt, die seit 1977 Mitglied der Roten Armee Fraktion war, zur zweiten Generation der RAF zählte und zu den Entführern des ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer gehörte. Silke Maier-Witt und einige andere RAF-Mitglieder wollten schließlich aussteigen, das Leben im Untergrund war gefährlich, das Morden brutal. Der aktive Teil der zweiten Generation kann mit den zögerlichen Zweiflern nichts anfangen, sie sind Ballast für die Bewegung. Man will sie loswerden, in irgendein sozialistisches Land. Über Kontakte zur Stasi landen sie schließlich - überraschend - in der DDR. Ein scheinbar sicherer Rückzugsort. Aus Silke Maier-Witt wird Angelika Gerlach, aus einer im Westen mit Steckbrief gesuchten Top-Terroristin wird im Osten eine unscheinbare Krankenschwester. Dass die DDR zehn RAFlern Unterschlupf und ein bürgerliches Leben im eigenen Land gewährt, ist ein Staatsgeheimnis. Ein Bekanntwerden der Stasi-RAF-Kollaboration hätte zu schweren innerdeutschen Verwerfungen geführt. Das kann sich die DDR nicht leisten, denn sie ist auf finanzielle Unterstützung aus Bonn angewiesen. Deshalb setzt die Stasi alles daran, dass die Ex-Terroristen im eigenen Land nicht auffliegen. Eine RAF-Attentatsserie Mitte der 80er Jahre, zu der die Ermordung des Ministerialdirektors im Auswärtigen Amt Gerold von Braunmühl am 10. Oktober 1986 gehört, erhöht den Druck auf die Stasi, ihre "Schützlinge" noch besser zu verstecken. Maier-Witt wird mit neuem Namen und neuer Identität als Sylvia Beyer nach Neubrandenburg "versetzt". Als 1989 die Mauer fällt, weiß sie aber, dass das Versteckspiel aus ist. Im Frühsommer 1990 wird sie verhaftet. Die Zeit des Asyls im Arbeiter- und Bauernstaat ist für die Ex-Terroristen zu Ende. Silke Maier-Witt kooperiert bei der Aufklärung. Sie wird nach fünf Jahren Haft zur Bewährung entlassen. Der preisgekrönte Filmemacher Claus Räfle rekonstruiert die Umstände, die zur Aufnahme der zehn RAF-Aussteiger in der DDR führten. Er erzählt am Beispiel von Silke Maier-Witt vom Leben im DDR-Alltag, vom Versuch, hier unauffällig heimisch zu werden, von den Ermittlungen westdeutscher Behörden und den Verschleierungstaktiken der Stasi. Claus Räfle redet mit Experten und Zeitzeugen - und mit Silke Maier-Witt. Wie schon in seinem Doku-Drama "Die Unsichtbaren - Wir wollen leben" (2017), das von Juden in der Zeit des Nationalsozialismus handelt, spürt Claus Räfle erneut einer Ausnahmesituation nach, die mit einem Identitätswechsel verbunden ist. Die Dokumentation verwebt Interviews und Archivmaterial mit KI-animierten Szenen (von Helmut Fischer und Parviz Balucci). So entsteht ein zeitgeschichtlicher Doku-Thriller.