15:34
Um Amerika zu durchqueren, haben die Menschen schon immer die schmalste Stelle des Kontinents in Panama benutzt - zunächst zu Fuß, dann auf Pferden und mit Kutschen. Später mit dem Zug. Ab 1855 wurden mit Zügen größere Waren von Schiff zu Schiff transportiert. Dieser erste Schienenweg des "Panama Canal Railway" liegt heute über weite Strecken unter Wasser. Über ihn fahren die großen Schiffe hinweg: auf dem Kanal und im aufgestauten Gatúnsee. Letzterer ist 1,3-mal so groß wie der Bodensee und versorgt die Kanalschleusen mit Wasser. Die "Panama Canal Railway" wurde entlang des Isthmus während der Jahre 1850 bis 1855 gebaut - also vor dem Bau des Kanals. Ihre Länge beträgt 47 Meilen, das sind 76 Kilometer. Sie verbindet Colón am Atlantischen Ozean mit Ciudad de Panamá am Pazifik. Beim Bau der Strecke starben schätzungsweise zwischen 6000 und 12.000 Arbeiter unter widrigsten Bedingungen, vorwiegend an Cholera und Malaria. Für die Entscheidung zum Bau des Kanals in Panama spielte die Existenz der Eisenbahnstrecke eine entscheidende Rolle. Während des Kanalbaus wurde auf der Bahnlinie das größte Frachtvolumen pro Zug in der Welt befördert. Im 19. Jahrhundert befand sich das Zentrum des Transportes über den Isthmus auf der karibischen Seite Panamas, das damals ein Teil Kolumbiens war. Dort, in Colón, im Gebäude des heutigen Hotels "Washington", residierte die Eisenbahngesellschaft und steuerte den interozeanischen Transport auf der Schiene. Der schnellste und bequemste Weg von San Francisco nach New York führte durch Panama. Die Bahn war so gefragt und erfolgreich, dass die Aktien der Panama-Railroad eine Zeitlang die teuersten an der New Yorker Börse waren. 1913, ein Jahr bevor der Panama-Kanal in Betrieb genommen wurde, transportierte die Bahn fast drei Millionen Passagiere und mehr als zwei Millionen Tonnen Waren. Ohne die Bahn und deren Transportkapazitäten hätte der Kanal niemals gebaut werden können. Der Transport von Passagieren - überhaupt erst seit sechs Jahren wieder möglich - ist heute sehr bescheiden: Ein einziger Zug fährt morgens von Panama-Stadt nach Colón und abends wieder zurück. Es ist die schnellste Verbindung zwischen den Ozeanen. 57 Minuten benötigt der Luxuszug der ersten Klasse, um über den Isthmus zu fahren. Auf der stets verstopften Straße benötigen die Reisenden unter Umständen zwei Stunden und mehr. Die Schiffe auf dem Kanal schaffen es - allerdings nach einer tagelangen Wartezeit draußen vor den Zufahrten zum Kanal - in rund acht Stunden. Genutzt wird der Zug von Reisenden und Kreuzfahrtpassagieren, die sich eine Auszeit vom Schiff nehmen, und von Geschäftsleuten. Kaum ist der Zug losgefahren, werden die Laptops aufgeklappt. Für die Händler aus der Freihandelszone in Colón ist der Zug mit seinen herunter gekühlten Waggons ein idealer Treffpunkt, um mit Einkäufern und Partnern noch Feinabstimmungen zu besprechen, Preise zu vergleichen und Angebote vorzulegen. Durch die großen Fenster können sie dabei das Grün des tropischen Waldes genießen. Immer wieder öffnet sich der dichte Vorhang und gibt den Blick frei auf den Gatúnsee, über den die großen Dampfer gleiten. An einigen Stellen gleitet auch der Zug, mitten durch den See, auf einem Damm knapp über die Wasseroberfläche dahin. Für Touristen und Fotografen ist der beste Platz im Zug der Panoramawagen mit gläserner Kuppel. Eine ganz andere Art von Eisenbahnsystem ist die sogenannte Treidelbahn, eine Schiffsschleppbahn, die die Schiffe durch die Schleusen ziehen und sie gegen die Strömungen in den Schleusenkammern beim Wasserein- und -auslass stabilisieren. Die Loks, auch "Mulis" genannt, wiegen rund 45 Tonnen und funktionieren mit einem Zahnstangensystem des berühmten Schweizer Konstrukteurs Riggenbach. So bewältigen die Lokomotiven, die erst seit 2012 im Einsatz sind, die bis zu 45 Grad steilen Rampen zwischen den Schleusenkammern. Eine faszinierende Arbeitswelt.
16:18
Mit der "St. Kitts Scenic Railway" erlebt man St. Kitts. Abseits des gängigen Karibik-Klischees überrascht die Insel der Kleinen Antillen durch schwarze Strände und hohe Berge. Ruinen von Zuckermühlen und Herrenhäusern erinnern an die Kolonialzeit, als versklavte Afrikaner Knochenarbeit leisten mussten, und die UNESCO-Weltkulturerbe-Festung Brimstone Hill an Seeschlachten zwischen Engländern und Franzosen. Die "St. Kitts Scenic Railway" zählt zu den wenigen Eisenbahnen der Kleinen Antillen. Bei einer Fahrt auf den Gleisen der ehemaligen Zuckerrohrbahn geht es an der Atlantikküste über Schluchten. Im urwüchsigen Norden beeindruckt ein erloschener Vulkan. Heimische Schildkröten und eingewanderte Affen bevölkern die tropische Natur. Menschen entlang der Strecke machen mit ihrer Kultur und den Bräuchen vertraut. Zu Ostern lassen sie Drachen steigen und bereiten aus Süßkartoffeln "Conkie" zu. Neben den Klängen von Steeldrums ist auch ein berühmtes Kirchenlied verbunden mit St. Kitts: John Newton beteiligte sich dort am Sklavenhandel und schrieb später geläutert "Amazing Grace".
17:01
Mitten im brasilianischen Pantanal, dem größten Feuchtgebiet der Erde, ist die Verhaltensbiologin Lydia Möcklinghoff den Geheimnissen der Großen Ameisenbären auf der Spur. Die Dynamik von Hochwasser und Trockenzeit lässt dort ein Mosaik aus Flüssen, Seen, Sümpfen, Galeriewäldern und Pampa entstehen. Weit ab von Städten liegen vereinzelt Farmen in der Wildnis. Auf der Farm "Fazenda Barranco Alto" wird traditionelle Rinderzucht betrieben. Dort befindet sich das Forschungsgebiet von Lydia Möcklinghoff. Mit dem Pferd oder Kanu kommt sie auch an schwer erreichbare Orte, um Kamerafallen aufzustellen. Auf ihrem Weg begegnen ihr kaum Menschen, dafür aber viele Tiere - darunter natürlich auch Große Ameisenbären. Einige von ihnen kennt sie schon seit Jahren. Sie sind für sie wie alte Bekannte. Sie hat erstmalig eine Methode entwickelt, mit der sie die einzelnen Ameisenbären unterscheiden kann. Dadurch konnte sie schon viel über das geheime Leben dieser beeindruckenden Tiere herausfinden. Während ihrer langjährigen Forschung hat sich ein zweites Projekt entwickelt: Mithilfe von Kamerafallen sollen alle Säugetiere im Forschungsgebiet erfasst werden. Gerade im Pantanal kann man den großen Erfolg von Artenschutzprojekten tagtäglich erleben. Viele Säugetiere und exotische Vögel waren im vergangenen Jahrhundert der Ausrottung nahe. Doch nur was man kennt, kann man schützen. Grundlage des Artenschutzes ist die Forschung. Deshalb sind Lydia Möcklinghoff und viele andere Biologen weiterhin im Pantanal unterwegs. Wie zum Beispiel der Jaguarforscher Ge, den Lydia am Fluss trifft. Mit ihm zusammen baut sie eine Falle für die größte Raubkatze Amerikas. Am Abend trifft Lydia Möcklinghoff die Pantaneiros der Farm. Sie erzählen von einem Pumariss und den verheerenden Feuern im Westen und Norden des Pantanals. Diese Brände vernichteten 2020 fast ein Drittel des Gebiets der Größe Großbritanniens. Gefährdet die Klimakrise die Erfolge im Artenschutz? Expertinnen und Experten befürchten eine zunehmende Trockenheit. Das wäre fatal für das riesige Sumpfgebiet. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Pantanals sind stolz auf ihre Heimat und beschützen sie gemeinsam gegen die vielfältigen Gefahren von außen. Unterstützt werden sie von Forschern wie Lydia Möcklinghoff, die die Geheimnisse der Wildnis erforschen.
17:45
Eine Schiffsreise entlang der patagonischen Pazifikküste zählt zu den spektakulärsten Seereisen der Welt. Das Fährschiff "Eden" begibt sich in die wundersame Abgeschiedenheit Patagoniens. Zwischen Atlantik und Pazifik auf dem Weg von Puerto Montt im Norden nach Puerto Natales in Südpatagonien führt die Reise durch traumhafte Fjorde, vorbei an zerklüfteten Bergmassiven, an atemberaubenden Gletschern und jahrtausendealten Regenwäldern. Auf dem Schiff und unterwegs trifft das Filmteam Menschen, die eng verknüpft sind mit der Region am Ende der Welt. Sie alle sind echte Patagonier: der junge Schiffsoffizier, der das Schiff sicher durch die Fjorde steuern muss, eine alleinerziehende Mutter, die sich in der Wildnis behauptet, ein Gaucho, der wilde Pferde zureitet, und der Wildhüter, der sich im neuen Patagonia-Nationalpark um die vom Aussterben bedrohten Andenhirsche kümmert.
18:30
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:20
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:22
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Die Schweiz ist das Dach Europas: In Tausenden Metern Höhe, wo Menschen das Atmen schwerfällt, übernimmt die Natur. Beeindruckende Aufnahmen zeugen vom vielfältigen Leben in luftigen Höhen. Größe, die einem den Atem verschlägt: Weit über 4000 Meter ragen die gewaltigsten Gipfel der Schweiz in den Himmel. Eine spektakuläre Reise, die die Wolkendecke durchbricht, vorbei an der Heimat von Hirten und Bartgeiern, und bis in die höchsten Höhen vordringt. Die Schweiz kennt nur eine Richtung: hinauf. Jenseits der Alpweiden, wo die Luft dünn wird, spielen sich faszinierende Geschichten ab. Ultra-Bergläufer aus aller Welt testen dort ihre körperlichen Grenzen aus. Für ihren Marathon überwinden sie Bergpässe und legen dabei Tausende Höhenmeter zurück. Schmetterlingsfans wollen keine Sport-Rekorde brechen, wenn sie auf über 2000 Metern mit Fangnetzen und Kameras unterwegs sind. Der Grund ist vielmehr: Seltene Schmetterlinge wie der Rote Apollofalter sind oft nur noch in hoch gelegenen Gegenden mit Wildpflanzen zu finden. Für ihren Nachwuchs sind die Blumen überlebenswichtig. Noch eine Etage höher ziehen im Alpenraum rund 350 Bartgeier ihre Kreise. Waren sie Ende des 19. Jahrhunderts noch ausgerottet, wurden sie dort wieder angesiedelt - mit Erfolg. Der Film zeigt, wie aufwendig es ist, die großen Tiere in die Natur zurückzubringen. Im Wallis beringen Forscher in schwindelerregender Höhe Zugvögel, um deren Bestand in der Schweiz im Blick zu behalten. Die Tiere, die sie dort beim Überflug nach Frankreich registrieren, liefern ihnen fortan wichtige Daten. Der Film erzählt mit eindrucksvollen Landschafts- und Tieraufnahmen von einem überraschend vielfältigen Leben in luftigen Höhen.
21:07
Wasser prägt die Schweiz wie kaum ein anderes Land in Europa. Flüsse, Moore und Seen schaffen in allen Höhenlagen artenreiche Lebensräume. Der Film feiert die Macht des Wassers als Quelle des Lebens. Von den höchsten Bergen bis ins tiefe Erdreich: Wasser ist allgegenwärtig. Es gestaltet Landschaften und ist Heimat hochspezialisierter Tiere und Pflanzen. Eine Entdeckungsreise durch die Schweizer Natur. Wer das Glück hat, die Schweiz von oben zu betrachten, sieht es überall glitzern: Mehr als 1500 Seen verteilen sich über das ganze Land. Der Neuenburgersee beispielsweise ist ein wahres Vogelparadies: Jeden Winter wird er zum Treffpunkt für Zehntausende Wasservögel. Auf dem Vierwaldstättersee verkehren historische Schaufelraddampfer. Doch nicht nur Touristen erkunden den See trockenen Fußes. Auch Haubentaucher-Küken genießen die Fahrt über den See - auf den Rücken der Eltern. Der Riffelsee dagegen besticht mit grandioser Aussicht auf das berühmte Matterhorn und hat auch unter Wasser einiges zu bieten. Doch die Schweiz ist nicht nur ein Land der Seen. Auch viele große Flüsse haben ihren Ursprung in den Schweizer Bergen. So finden an Inn und Thur zahlreiche seltene Tiere eine Heimat - von Biber bis Königslibelle. Im Verborgenen entfaltet sich die Macht des Wassers in den Schweizer Mooren: Dort leben Spezialisten, etwa fleischfressende Pflanzen wie der Sonnentau. Und auch der Lac Souterrain von Saint-Léonard - Europas größter unterirdischen See - hält so manche Überraschung bereit. In opulenten Bildern lädt der Film dazu ein, die Schweiz und ihre vom Wasser geprägte Natur zu erkunden. Atemberaubende Luftaufnahmen - aufwendig mit Drohne und Helikopter gefilmt - führen die landschaftliche Schönheit der Schweiz vor Augen. Extreme Makroaufnahmen und Superzeitlupen lassen den Zuschauer teilhaben an erstaunlichen Tiergeschichten: ob Kolbenenten und Bergmolche auf Partnersuche oder Eisvögel und Wasserskorpione auf der Jagd nach Beute. In großartigen Bildern gibt der Film Einblick in das heimliche Leben einer faszinierenden Tierwelt - geprägt durch die Macht des Wassers.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
"YUMI" erzählt die Geschichte dreier Jurastudierender aus dem Südpazifik, die sich aufmachen, den Klimawandel über die Vereinten Nationen vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen. Ihr Ziel: ihre Heimatinseln vor dem Untergang zu retten. Die drei Studierenden lernen mit Ministern, Botschaftern und Kommissaren umzugehen, erfahren die Frustration diplomatischer Arbeit und stellen sich den Herausforderungen, die ihr ehrgeiziges Ziel mit sich bringt. Sie versuchen eine historische Resolution in den Vereinten Nationen durchzusetzen, welche die Pflichten von Staaten hinsichtlich des Klimawandels juristisch festlegt. Am 23. Juli 2025 wird das Oberste Gericht der Vereinten Nationen eine unverbindliche Stellungnahme abgeben zur Frage, inwieweit Staaten zum Klimaschutz rechtlich verpflichtet sind und ob sie für die von ihnen verursachten Schäden verantwortlich gemacht werden können. Das Rechtsgutachten kann entscheidenden Einfluss auf Klimaprozesse weltweit haben.
23:59
Was zählt nach 100 Jahren Leben? Zwei Menschen erzählen von Liebe und Mut, Humor und Freundschaft - und von der Haltung, die sie bis ins hohe Alter trägt. "37°" begleitet Helmut Luft (101) und Friedel Zimmermann (106). Sie erzählen ihre Geschichten von Flucht, Liebe, Verlust und Neuanfang und zeigen, wie Haltung, Humor und Neugier helfen, auch im hohen Alter verbunden und lebendig zu bleiben. Immer mehr Menschen erreichen heute ein Alter von 100 Jahren und darüber. Doch was bedeutet es wirklich, ein ganzes Jahrhundert zu leben? Welche Erfahrungen prägen, welche Haltung hilft dabei, Krisen, Verluste und Umbrüche zu überstehen? "100 Jahre Leben: Was wirklich zählt" geht diesen Fragen nach - nah, persönlich und überraschend lebensfroh. Im Mittelpunkt stehen zwei Menschen, die schwere Zeiten überstanden, geliebt, gearbeitet und immer wieder neu angefangen haben. Ihre Erinnerungen sind persönlich - und zugleich Zeitgeschichte. Sie geben Antworten auf eine Frage, die viele bewegt: Wie gelingt ein langes Leben - und was ist am Ende wirklich wichtig? Friedel Zimmermann ist 106. Ihren Mann sieht sie nach dem Krieg nie wieder. Sie zieht ihre zwei Söhne alleine groß, erlebt Flucht, Hunger und Unsicherheit. Später erfüllt sie sich einen Traum: Sie geht an Bord eines Segelschiffs, arbeitet dort, reist um die Welt, kommt bis nach Alaska. Neugier und Freiheitsdrang haben sie ihr Leben lang begleitet. Seit zwei Jahren lebt sie nun im Seniorenheim. Der feste Tagesrhythmus, die Abhängigkeit von Hilfe fallen ihr nicht leicht. Und doch versucht sie, Würde und Eigenständigkeit zu bewahren: "Man kann sich ja auch angewöhnen, im Leben immer unglücklich zu sein. Oder die lächelnde Seite zu wählen. Ich hab' die lächelnde Seite gewählt. Ich glaube, die ist besser." Helmut Luft ist 101 Jahre alt, Psychoanalytiker, Autor und leidenschaftlicher Golfer. Seine "vier L", Laufen, Lachen, Lernen und Lieben, gehören für ihn zu einem erfüllten Leben. Seine Sicht aufs Alter ist überraschend positiv: "Leute, werdet alt. Die zweite Hälfte des Lebens ist die weit bessere!" Als junger Mann erlebte er den Krieg und verlor Freunde. Seine Lehre daraus: Selbst denken, Mensch bleiben, Haltung entwickeln. Der Film ordnet das hohe Alter nicht als Ausnahmezustand ein, sondern als eigenständige Lebensphase mit Entwicklung, Reife und neuen Perspektiven. Die Hundertjährigen sprechen offen über Einsamkeit, Verlust und Grenzen, aber auch über Humor, Freundschaft und Lebensfreude. "100 Jahre Leben: Was wirklich zählt" ist ein Film über Haltung. Über die Kraft, sich dem Leben immer wieder zuzuwenden. Und über Menschen, die uns daran erinnern, dass es nie nur auf die Zahl der Jahre ankommt - sondern darauf, wie man sie lebt.