13:16
Im Berner Oberland, am Ostufer des Brienzersees, ist die Brienz-Rothorn-Bahn täglich zwischen Mai und Oktober unterwegs. Sie ist die älteste Zahnradbahn der Schweiz, die auf unveränderter Streckenführung mit Originaldampflokomotiven und Originalwagen heute noch in Betrieb ist. In Sachen Bahnbau war die Idee und Realisierung dieser Hochgebirgsstrecke eine bahntechnische Pionierleistung. 1891 begannen die Bauarbeiten, und in nur 16 Monaten haben rund 600 italienische Bahnbauspezialisten die Strecke der Brienz-Rothorn-Bahn beinahe aus dem Berg "gerissen". Am 7. Juni 1892 fuhr zum ersten Mal die dampfbetriebene Zahnradlok in einer Stunde Fahrzeit von Brienz bis zur Endstation Rothorn Kulm in 2244 Metern Höhe. Seit 1992 werden von der schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur gebaute ölbefeuerte Dampflokomotiven zusätzlich im Regelbetrieb eingesetzt. Das Filmteam hat der Brienz-Rothorn-Bahn im Oktober 2019 einen Besuch abgestattet und außergewöhnliche Wetterverhältnisse auf dieser Gebirgsstrecke erlebt. In der Endstation erstreckt sich der Weitblick zu Eiger, Mönch und Jungfrau und auf den Brienzersee, wo in den Sommermonaten der Schaufelraddampfer "Lötschberg" die Passagiere zum Grandhotel Giessbach mit den spektakulären Wasserfällen bringt. Seit 1879 fährt die Standseilbahn von der Schifflände hinauf zum Grandhotel und zu den Giessbachfällen. Die Brienz-Rothorn-Bahn hat den Tourismus am Ende des 19. Jahrhunderts im Berner Oberland angekurbelt, war diese Gegend doch tief im Schatten der mondänen Berg-Orte wie Zermatt, St. Moritz oder Interlaken verborgen. Wohlhabende Engländer kamen schon im 18. Jahrhundert an den Brienzersee, um die eindrücklichen elf Wasserkaskaden der Giessbachfälle zu erleben. Giessbach liegt Brienz in südlicher Richtung gegenüber, und dort wurde 1875 das Grandhotel gebaut, welches bis heute erhalten ist und eine wechselvolle Geschichte aufbieten kann. Das Grandhotel war nur mit dem Boot erreichbar, und von Brienz aus boten junge, unverheiratete Mädchen in ihren Ruderbooten die Überfahrt an. Bis heute sind die "schönen Schifferinnen vom Brienzersee" tief verwurzelt in den Geschichten um den See und in der Entwicklung des Fremdenverkehrs dieser Region. Der aufkommende Schiffsverkehr hat dann ihre Dienste überflüssig gemacht. Das Wasser, die Berge und die Gebirgszahnradbahn bieten beeindruckende Facetten in dieser außergewöhnlichen Landschaft im Herzen der Schweiz.
14:02
Inmitten von 28 Viertausendern thront erhaben einer der bekanntesten Berge der Welt - das Matterhorn, 4478 Meter hoch, einer der höchsten Berge der Alpen. Das Bergdorf Zermatt ist untrennbar mit dem Matterhorn verbunden. Mitte des 19. Jahrhunderts lösten Engländer einen Run auf die Alpen aus, Erstbesteigungen waren in Mode gekommen. Edward Whymper war am 14. Juli 1865 der erste Mensch auf dem Matterhorn. Damals eine Sensation, die Zermatt weltberühmt machte. Seit 1898 fährt von Zermatt eine Zahnradbahn auf den mehr als 3000 Meter hohen Gornergrat. Dort offenbart sich ein atemberaubender Blick auf die wohl größte Attraktion der Schweiz - das Matterhorn. Ohne Gornergratbahn wäre die Entwicklung Zermatts vom Kuhdorf zum internationalen Alpen-Hotspot nicht möglich gewesen. Das Filmteamunternimmt die einzigartige Bahnfahrt durch die hochalpine Bergwelt im Sommer und Winter. Und es macht vom Theodulgletscher eine Mountainbike-Tour über Gletschereis und Geröll knapp 2000 Meter hinab nach Zermatt.
14:46
Der Vierwaldstättersee ist der facettenreichste und symbolträchtigste See der Schweiz. Seine sieben Arme greifen weit ins Land hinein. Zusammen mit einer einzigartigen Moor- und Karstlandschaft gibt es eine Vielfalt unterschiedlicher Lebensräume zu entdecken. Die imposante Landschaft beeindruckt durch ihre Schönheit, birgt jedoch auch Herausforderungen. Ein Geologe klettert mehrmals pro Woche zu Messstellen im Felsen, um das Risiko von Erdrutschen, Gerölllawinen oder Felsstürzen zu minimieren. Einer der außergewöhnlichsten Köche der Schweiz - der "Hexer" - bezieht seine Produkte direkt aus der Natur. Die letzte noch verbliebene Berufsfischerin am Vierwaldstättersee leitet zusammen mit ihrem Vater den Familientrieb und muss sich wechselhaften Wetter und den Folgen des Klimawandels stellen. Die Dokumentation zeigt die einzigartige Landschaft der Zentralschweiz und erzählt dabei vom besonderen Verhältnis der dort beheimateten Menschen zum Vierwaldstättersee.
16:15
Verträumte Bergdörfer, köstliche Weine, eine Hauptstadt voller Kulinarik und Kultur: die Alpen im Westen, im Norden der Lago Maggiore, die Po-Ebene im Osten und mittendrin die Großstadt Turin. Das Piemont ist eine Region der Vielfalt. Über 4600 Meter ragen die Berge der italienischen Alpen im Westen auf und bilden die Grenze zu Frankreich. Wer dorthin kommt, findet ursprüngliche Natur und verschlafene Dörfer, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Für den Schutz der Bergwelt setzt sich die Rangerin Raffaella Miravalle im Nationalpark "Gran Paradiso" ein. Am Fuß der Berge durchstreift Trüffelsucher Michele Bertolusso mit Hündin Perla den Wald auf der Suche nach dem edlen Pilz. Das Städtchen Alba in den sanften Hügelketten im Nordwesten Italiens ist bekannt für seine Trüffelspezialitäten. Ob Trüffel, Reis, Haselnüsse, Wein oder das berühmte Vitello tonnato - in der Region im Nordwesten Italiens hat gutes Essen Tradition. In Turin entdeckt Foodjournalist Luca Iaccarino jeden Tag aufs Neue echte Piemonteser Delikatessen. Der Lago Maggiore zieht besonders im Sommer Touristen an. Eine Gruppe von Taucherinnen und Tauchern kämpft für die Artenvielfalt in ihrem See. In den Weiten der italienischen Po-Ebene lebt und arbeitet Tiziana Monterisi. Die Architektin geht beim Hausbau mit recycelten Abfällen neue, nachhaltige Wege.
17:46
Der Lago Maggiore - seit ein paar Jahren haben Touristen den oberitalienischen See wieder als Ziel entdeckt. Im Hinterland liegt ganz andere Welt: das Val Grande. Das Tal mit seinem gleichnamigen Nationalpark wurde von Menschen vor Jahrzehnten verlassen, Wald und Wildnis haben sich dort ungehindert ausbreiten können. Der Naturfotograf Dino Perrotta ist in beiden Welten zuhause. Sein Heimatort liegt am Westufer des Lago Maggiore. Hier treffen mediterrane Atmosphäre und alpine Bergwelt, Campari Soda und Wildnis aufeinander. Im verlassenen Bergland des Val Grande ist für ihn ein reizvoller Kontrast zur touristischen Geselligkeit am Seeufer. Mit dieser Vorliebe ist Perrotta nicht allein. Der Deutsche Rolf Platen, der seit mehr als 20 Jahren ein kleines Urlaubsdomizil über dem See besitzt, entdeckte das Val Grande als begeisterter Bergwanderer für sich. Beide Männer haben sogar ein Buch über ihre Liebe zu dem Bergland geschrieben. Während sich Rolf mehr mit seiner Geschichte und Bergtouren befasst, beschreibt Dino in einem Fotoband seine Liebe zu den wilden Tieren, die im Val Grande leben. Wenn es ihm gelingt, so nah an das Wild zu gelangen, dass es seine Anwesenheit zwar bemerkt, ihn aber nicht als Feind auf zwei Beinen sieht, befällt ihn ein unwahrscheinliches Glücksgefühl. Mit beindruckenden Flugaufnahmen zeigt der Film, wie nah die Wildnis des Val Grande an das Westufer des Lago Maggiore reicht - zwei Welten, verbunden durch Dino Perrotta und Rolf Platen.
18:30
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:22
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:24
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Luise Bohn wird bei einem Spaziergang angeschossen und schwer verletzt. Was zunächst wie ein unmotivierter Anschlag aussieht, entpuppt sich als Beginn eines perfide geplanten Rachefeldzugs. Krüger scheint sich mit seinem Leben als Pensionär arrangiert zu haben. In seine Ruhe platzt die Bitte von Fichte, dass er auf seine Tochter Fina aufpasst. Er befürchtet, dass sie auch Ziel des Attentäters sein könnte. Fina hat Luise Bohn bei dem Spaziergang begleitet, als diese angeschossen wurde. Warum hat der Schütze auf Luise gezielt? Hat er weitere Opfer im Visier? Krüger entspricht der Bitte von Fichte und kümmert sich um die geschockte Fina. Eigentlich will er viel lieber seine philosophischen Bücher lesen, und er interessiert sich aktuell für eine bevorstehende Vortragsreihe über Zeit und Wahrnehmung. Dass ihm im Alltag ab und zu Erinnerungen durcheinandergeraten, bereitet ihm Sorge. Der Beginn einer kognitiven Störung? Krüger kommt darüber ins Gespräch mit dem vortragenden Astrophysiker Prof. Levi A. Than, der die Einstein'sche These vertritt, dass die Zeiteinteilung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur eine menschengemachte Illusion sei, und daher Erlebnisse zwischen diesen physikalisch nicht existenten Grenzen denkbar seien. Bei den Ermittlungen, wer auf Luise geschossen haben könnte, tappt die Polizei zunächst völlig im Dunkeln. Dass der gesuchte Täter es auch auf Fichtes Tochter abgesehen haben könnte, da sie Zeugin des Anschlags war, ist nur eine von mehreren möglichen Gefahren. Vielleicht ist ein Polizistenmörder im Spreewald unterwegs? Im Verlauf der Ermittlungen begegnet Krüger einige Tage später zufällig dem Täter und erinnert sich, dass er diesen Mann vor 20 Jahren wegen Mordes hinter Gittern gebracht hat. Kurz bevor dieser gestellt werden kann, gelingt es dem Mörder, Fina in seine Gewalt zu bringen. Es kommt zu einem dramatischen Showdown mit einer fulminanten Wendung, wodurch es Krüger in letzter Sekunde gelingt, das eigentlich schon passierte Schlimmste zu verhindern.
21:45
- "The Testament of Ann Lee" Nachschub vom "Brutalist"-Team - "Nouvelle Vague" Verbeugung vor einem Godard-Klassiker - "Das geheime Stockwerk" Geschichtsstunde für Kinder - Besuch der Regensburger Kurzfilmwoche
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
1927 stand die NSDAP erstmals auf den Stimmzetteln der noch jungen Ersten Republik. Die Dokumentation zeichnet den Weg von der rechtswidrigen Vereinigung hin zur führenden Macht nach. Als Kleinstpartei fuhr die NSDAP jedoch lange Zeit keine nennenswerten Wahlerfolge in Österreich ein. Als die Mutterpartei in den 1930er-Jahren jedoch in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewann, drängten die Nazis auch in Österreich an die Macht. Das austrofaschistische Regime unter Engelbert Dollfuß reagierte darauf, indem es die Partei verbot. In den knappen fünf Jahren der Illegalität verbreiten die Nationalsozialisten Terror und verüben Anschläge. Im Untergrund bauen sie ihr Netzwerk weiter aus. 1934 scheitert ein Putschversuch der österreichischen Nationalsozialisten, Engelbert Dollfuß wird allerdings verletzt und stirbt. Als Antwort auf den Putschversuch werden Tausende Mitglieder der NSDAP inhaftiert. Hitler gelingt es jedoch von Deutschland aus, die Repressionen gegen seine Parteigenossen zu mildern und schafft es 1938 sogar, den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart als Innenminister in Österreich einzusetzen. Damit bewegen sich die Nazis nun endgültig nicht mehr in der Illegalität, und jegliche Einschränkung ihrer Partei wird aufgehoben. Besiegelt wird diese Wende durch den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938.
23:16
Die Nationalsozialisten duldete keine Gegenstimmen. Wer als Gegner des Regimes galt, wurde verfolgt, in Konzentrationslagern festgehalten oder gar ermordet. Schon vor der offiziellen Machtergreifung der Nationalsozialisten in Österreich führten diese Listen über politisch oppositionell gesinnte Personen. Wenige Wochen nach dem "Anschluss" Österreichs an Deutschland verließ abends ein Zug den Wiener Westbahnhof. Im Zug waren Politiker aus der Zeit der Ersten Republik und des Austrofaschismus. Sozialisten, Kommunisten, Monarchisten und andere Gegner des Nationalsozialismus wurden gemeinsam in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Nach dem Krieg wird diese Deportation unter dem Namen "Prominententransport" bekannt, weil unter den Abtransportierten bekannte Persönlichkeiten wie Leopold Figl, Franz Olah und Alfons Gorbach waren. Die Erlebnisse im Konzentrationslager prägen die Überlebenden über die Zeit der Verfolgung hinaus. Viele von ihnen bekleiden in der Zweiten Republik wichtige politische Ämter. Das geteilte Erlebnis der Verfolgung durch die Faschisten bestärkt die Politiker darin, über Gesinnungsgrenzen hinaus für ein friedliches Österreich der Kooperation einzustehen.
00:05
Bei einem Unfall mit dem Schweißgerät erlitt Philipp Bosshard schwere Verbrennungen. Seine Überlebenschance betrug zehn Prozent. Doch Aufgeben war nie eine Option für ihn. Mithilfe seiner Familie und seiner Freunde kämpfte sich der heute 33-Jährige zurück ins Leben. "Was Philipp auszeichnet, ist sein Wille", sagen Menschen aus seinem Umfeld. Nie hat er sich beklagt über die Schmerzen - im Spital und später im Alltag. Nie hat er den Glauben daran verloren, dass er wieder ein selbstständiges Leben führen kann - obwohl das zum Zeitpunkt seines Unfalls unmöglich schien angesichts seiner Verbrennungen, die ihn 88 Prozent seiner Haut kosteten. Halt fand Philipp im Sport. Um seine Beweglichkeit nicht zu verlieren, musste er ohnehin ständig seine vernarbte Haut dehnen. Er begann zu laufen, zu schwimmen, Rad zu fahren - und landete beim Triathlon. Mit seiner positiven Art beeindruckte er die anderen Athleten, die ihn rasch ins Herz schlossen. Doch auch heute noch ist Philipps Leben ein Kampf. Täglich muss er sich überwinden, sich den Blicken seiner Mitmenschen zu stellen. Philipps Äußeres überfordert jeden, der ihn zum ersten Mal sieht. Und das ist selbst für einen Kämpfer wie ihn schwer auszuhalten, obwohl auch bei dieser Herausforderung Aufgeben keine Option ist.
00:35
"10 vor 10" ist eine Informationssendung von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Vertiefende Berichte, Reportagen, Porträts und Live-Gespräche informieren über die wichtigsten Themen des Tages aus der Schweiz und der Welt.
01:05
- Mario Voigt (CDU) Ministerpräsident von Thüringen - Felix Banaszak (B'90/Grüne) Parteivorsitzender - Jana Hensel, Buchautorin "ZEIT"-Journalistin - Christian Rach, Spitzenkoch Podcaster ("Dreimal freie Meinung") - Christina Scheib, Selbstständige Lkw-Fahrerin aus Bayern - Özge Inan, Journalistin und Autorin
02:20
Luise Bohn wird bei einem Spaziergang angeschossen und schwer verletzt. Was zunächst wie ein unmotivierter Anschlag aussieht, entpuppt sich als Beginn eines perfide geplanten Rachefeldzugs. Krüger scheint sich mit seinem Leben als Pensionär arrangiert zu haben. In seine Ruhe platzt die Bitte von Fichte, dass er auf seine Tochter Fina aufpasst. Er befürchtet, dass sie auch Ziel des Attentäters sein könnte. Fina hat Luise Bohn bei dem Spaziergang begleitet, als diese angeschossen wurde. Warum hat der Schütze auf Luise gezielt? Hat er weitere Opfer im Visier? Krüger entspricht der Bitte von Fichte und kümmert sich um die geschockte Fina. Eigentlich will er viel lieber seine philosophischen Bücher lesen, und er interessiert sich aktuell für eine bevorstehende Vortragsreihe über Zeit und Wahrnehmung. Dass ihm im Alltag ab und zu Erinnerungen durcheinandergeraten, bereitet ihm Sorge. Der Beginn einer kognitiven Störung? Krüger kommt darüber ins Gespräch mit dem vortragenden Astrophysiker Prof. Levi A. Than, der die Einstein'sche These vertritt, dass die Zeiteinteilung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur eine menschengemachte Illusion sei, und daher Erlebnisse zwischen diesen physikalisch nicht existenten Grenzen denkbar seien. Bei den Ermittlungen, wer auf Luise geschossen haben könnte, tappt die Polizei zunächst völlig im Dunkeln. Dass der gesuchte Täter es auch auf Fichtes Tochter abgesehen haben könnte, da sie Zeugin des Anschlags war, ist nur eine von mehreren möglichen Gefahren. Vielleicht ist ein Polizistenmörder im Spreewald unterwegs? Im Verlauf der Ermittlungen begegnet Krüger einige Tage später zufällig dem Täter und erinnert sich, dass er diesen Mann vor 20 Jahren wegen Mordes hinter Gittern gebracht hat. Kurz bevor dieser gestellt werden kann, gelingt es dem Mörder, Fina in seine Gewalt zu bringen. Es kommt zu einem dramatischen Showdown mit einer fulminanten Wendung, wodurch es Krüger in letzter Sekunde gelingt, das eigentlich schon passierte Schlimmste zu verhindern.
03:50
1927 stand die NSDAP erstmals auf den Stimmzetteln der noch jungen Ersten Republik. Die Dokumentation zeichnet den Weg von der rechtswidrigen Vereinigung hin zur führenden Macht nach. Als Kleinstpartei fuhr die NSDAP jedoch lange Zeit keine nennenswerten Wahlerfolge in Österreich ein. Als die Mutterpartei in den 1930er-Jahren jedoch in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewann, drängten die Nazis auch in Österreich an die Macht. Das austrofaschistische Regime unter Engelbert Dollfuß reagierte darauf, indem es die Partei verbot. In den knappen fünf Jahren der Illegalität verbreiten die Nationalsozialisten Terror und verüben Anschläge. Im Untergrund bauen sie ihr Netzwerk weiter aus. 1934 scheitert ein Putschversuch der österreichischen Nationalsozialisten, Engelbert Dollfuß wird allerdings verletzt und stirbt. Als Antwort auf den Putschversuch werden Tausende Mitglieder der NSDAP inhaftiert. Hitler gelingt es jedoch von Deutschland aus, die Repressionen gegen seine Parteigenossen zu mildern und schafft es 1938 sogar, den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart als Innenminister in Österreich einzusetzen. Damit bewegen sich die Nazis nun endgültig nicht mehr in der Illegalität, und jegliche Einschränkung ihrer Partei wird aufgehoben. Besiegelt wird diese Wende durch den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938.
04:35
Die Nationalsozialisten duldete keine Gegenstimmen. Wer als Gegner des Regimes galt, wurde verfolgt, in Konzentrationslagern festgehalten oder gar ermordet. Schon vor der offiziellen Machtergreifung der Nationalsozialisten in Österreich führten diese Listen über politisch oppositionell gesinnte Personen. Wenige Wochen nach dem "Anschluss" Österreichs an Deutschland verließ abends ein Zug den Wiener Westbahnhof. Im Zug waren Politiker aus der Zeit der Ersten Republik und des Austrofaschismus. Sozialisten, Kommunisten, Monarchisten und andere Gegner des Nationalsozialismus wurden gemeinsam in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Nach dem Krieg wird diese Deportation unter dem Namen "Prominententransport" bekannt, weil unter den Abtransportierten bekannte Persönlichkeiten wie Leopold Figl, Franz Olah und Alfons Gorbach waren. Die Erlebnisse im Konzentrationslager prägen die Überlebenden über die Zeit der Verfolgung hinaus. Viele von ihnen bekleiden in der Zweiten Republik wichtige politische Ämter. Das geteilte Erlebnis der Verfolgung durch die Faschisten bestärkt die Politiker darin, über Gesinnungsgrenzen hinaus für ein friedliches Österreich der Kooperation einzustehen.