22:29
Während Kommissar Krüger sich wie ein einsamer Wolf in den Spreewald zurückzieht, versucht Fichte, die Hintergründe von zwei Unfällen und vom Auftauchen einer Rockerbande aufzuklären. Bei Forstarbeiten und bei einem Motorradunfall sterben kurz hintereinander zwei Menschen. Fichte vermutet einen Zusammenhang mit der kurz vorher aus Süddeutschland aufgetauchten Rockerbande "Die Wölfe". Er braucht für seine Ermittlungen aber Kommissar Krüger. Doch Krüger verweigert sich, er steckt in einer tiefen Sinnkrise. Es kommt zum Bruch zwischen den beiden Ermittlern. Während Fichte zusammen mit der ehrgeizigen Polizeianwärterin Luise Bohn versucht, die mysteriösen Todesfälle aufzuklären, hat sich Krüger tief in den Wald zurückgezogen. Sein Einsiedlerdasein wird nur durch den Jäger Drilling gestört. Der will einen eingewanderten Wolf zur Strecke bringen, der Schafe in der Umgebung reißt. Krüger erkennt in dem einsamen Tier eine Metapher für die zunehmende Vereinsamung und Verrohung in der Gesellschaft und für sich selbst. Denn Krüger hat seine Intuition verloren, die ihm bisher half, seine Kriminalfälle zu lösen. Fichte tappt im Dunkeln. Wie die Toten miteinander in Verbindung stehen und was es mit dem anonymen Gönner zu tun hat, der im Spreewald Geld an soziale Einrichtungen verteilt, wird so lange ein Rätsel bleiben, bis Krüger und Fichte wieder einen Weg gefunden haben, Seite an Seite zu ermitteln.
23:58
"Wie kamen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ums Leben?", fragt ein Unbekannter. Obwohl die Antwort für ihn eigentlich klar ist, nimmt Privatermittler Georg Dengler den Auftrag an. Mundlos und Böhnhardt erschossen sich selbst. So lautet jedenfalls die offizielle Version. Absurd, sagen Insider. Dengler braucht die in Amsterdam untergetauchte Hacker-Aktivistin Olga Illiescu, um an entscheidende NSU-Akten auf dem Server des BKA zu kommen. Olga ist zunächst überzeugt davon, dass nur die rechte Ecke mit so einem Schwachsinnsauftrag an Dengler herantreten könne, und dass er sich hat kaufen lassen, um die Täter zu Opfern zu machen. Doch als Dengler und Olga beginnen, sich mit dem NSU-Komplex und den Vorfällen in Eisenach-Stregda zu beschäftigen, tauchen immer mehr Widersprüche auf. Unglaubliche Ermittlungspannen treten zutage. Die Polizei vor Ort, der Verfassungsschutz, das BKA - eine Verstrickung verschiedener V-Leute, ein unübersehbares Netz von Abhängigkeiten stülpt sich über die NSU-Thematik. Beraten von seinem Mentor Dr. Schweikert und mithilfe von LKA-Mann Marius Brauer rekonstruieren Dengler und Olga die Vorkommnisse im und um das Wohnmobil in Eisenach-Stregda. Sie stoßen auf Schlampigkeiten, mysteriöse Vorfälle und Widersprüche am Tatort, so auch auf irritierende Autopsie-Berichte von Böhnhardt und Mundlos. Warum hatte Mundlos keinen erhöhten CO-Hb-Wert? Warum sieht man kein Blut an den Wänden? Keine Fingerabdrücke? Wie konnten sich die beiden jahrelang im Untergrund Lebenden mit einem Arsenal an Waffen von zwei Streifenpolizisten so aus der Ruhe bringen lassen, dass sie umgehend Selbstmord begingen? Warum wurde das Wohnmobil vom Tatort abgeschleppt? Dengler steigert sich hinein in Verschwörungstheorien. Er und Brauer sprechen mit involvierten Zeugen: Vermutet man eine Antwort auf eine Frage, taucht schon die nächste Widersprüchlichkeit auf. Dengler, Olga und Brauer tauchen ein in die Untiefen des NSU-Komplexes und das Netzwerk von Staatsschützern und Neofaschisten. So tief, dass Dengler nicht bemerkt, dass die vermuteten Drahtzieher sie selbst ins Visier genommen haben. Er hat in ein Wespennest gestochen.