22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
"auslandsjournal extra" zeigt politische Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen in den Ländern der Welt. Das Magazin berichtet über Hintergründe von Konflikten, beobachtet Entwicklungen der internationalen Politik, und Auslandskorrespondenten liefern Analysen.
22:59
In der Medizin gelten Männer als Norm. Frauen haben ein doppelt so hohes Risiko, an Herzinfarkt zu sterben, kämpfen eher mit Nebenwirkungen von Arzneien und leben mit unerkannten Krankheiten. Abseits biologischer Unterschiede finden Frauen oft kein Gehör. Der Schmerz des Mannes wird ernst genommen, Frauen kämpfen bis heute gegen den Mythos der "hysterischen Frau". Die Dokumentation sucht nach den Ursachen dieser Ungleichbehandlung. Für die über 80-jährige österreichische Schriftstellerin Erica Fischer kam die Notversorgung gerade noch rechtzeitig. Sie überlebte einen Herzinfarkt, weil sie die Symptome erkannte. Der Sanitäter hätte sie nach Hause geschickt. "Frauen erleben Symptome anders", weiß Gendermedizinerin Alexandra Kautzky-Willer von der Universität Wien. "Doch das ist nur eine von vielen Problemzonen einer auf Männer-basierten Medizin." Medikamente wurden lange ausschließlich an Männern erprobt, die seit Jahrhunderten im Fokus der Forschung stehen. Doch Frauen sind anders krank, dies wurde in der Coronapandemie weithin sichtbar: So zeigen sie kaum schwere Verläufe, dafür teils heftige Impfreaktionen. Die Wahrscheinlichkeit an Long COVID zu erkranken, ist insbesondere für jüngere Frauen fünfmal höher. "Frauen haben ein starkes Immunsystem", erklärt Alexandra Kautzky-Willer. "Doch dieses kann sich gegen den Körper richten. Deshalb sind Autoimmunerkrankungen bei Frauen häufig, erkannt werden die allerdings oft lange nicht." Das liege an der DNA eines Systems, das auf sexistischen Frauenbildern beruhe, meint die feministische Kulturwissenschafterin Elinor Cleghorn. Cleghorn hat die seltene Autoimmunerkrankung Lupus Erythematodes. Erst nach acht Jahren erhielt sie die Diagnose: "Ein einfacher Bluttest hätte gereicht, doch den hat kein Arzt gemacht. Erst als ich nach meiner zweiten Schwangerschaft fast gestorben wäre, ist man meinen Symptomen auf den Grund gegangen." Bereits Hippokrates, griechischer Urvater westlicher Medizin, definierte die Frau als "Gebärmaschine" und führte Krankheiten auf eine "unausgelastete Gebärmutter" zurück. Im 17. Jahrhundert entstand der Mythos der "hysterischen Frau" - und damit ein probates Mittel der Unterdrückung. "Die Medizingeschichte wurde überwiegend von Männern geschrieben und häufig dazu missbraucht, Frauen kleinzuhalten", so Cleghorn. Häufig fehldiagnostiziert werden Frauen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, auch bekannt als "Zappelphilipp"-Syndrom, kurz ADHS. Angelina Boerger hat ihre Diagnose erst mit 27 Jahren erhalten: "Für mich war das der fehlende Puzzlestein." Frauen mit ADHS sind eher verträumt als laut und auffällig, sie kämpfen mit innerer Unruhe, und es fällt ihnen schwer, sich zu konzentrieren. Depression und Angststörungen sind typische Begleiterkrankungen und verdecken die Ursache. Auch im Sport stand die weibliche Physis lange nicht im Fokus. Die ehemalige Triathletin Yvonne van Vlerken blickt auf eine erfolgreiche Karriere zurück, die ihrem Körper einen hohen Preis abverlangte: "Zu meiner Zeit hat niemand über den Zyklus gesprochen, das war Tabu! Trainiert haben wir genauso wie Männer. Heute weiß ich, dass das falsch und gefährlich ist." Wenn der Zyklus ausbleibt, ist das ein Warnsignal für RED-S, das "Relative Energiedefizit-Syndrom" im Sport. Unerkannt hat das schwerwiegende Folgen, wie zum Beispiel Knochenbrüche, Herzprobleme und hormonelle Störungen. "So sehr wir die soziale Gleichberechtigung von Männern und Frauen brauchen, so sehr brauchen wir in der Medizin die Ungleichbehandlung", meint Alexandra Kautzky-Willer. Diese gesunde Ungleichbehandlung gelte für alle medizinischen Bereiche: Forschung, Diagnose und Behandlung.
23:50
"#SRF global" ist das Auslandsmagazin des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Moderator Sebastian Ramspeck greift einmal im Monat ein aktuelles internationales Thema auf. Der Hashtag im Sendungsnamen nimmt Bezug auf den speziellen Fokus von "#SRF global": Das Magazin informiert nicht aus der Perspektive der Politiker und Staatsmänner, sondern aus der Sicht der Bevölkerung beziehungsweise der Mediennutzer.
00:20
"10 vor 10" ist eine Informationssendung von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Vertiefende Berichte, Reportagen, Porträts und Live-Gespräche informieren über die wichtigsten Themen des Tages aus der Schweiz und der Welt.
00:45
- Armin Laschet, CDU Vorsitzender Auswärtiger Ausschuss - Natalie Amiri ARD-Nahostexpertin - Carsten Maschmeyer Unternehmer und Investor - Werner Sonne Journalist und Autor - Iris Sayram ARD-Hauptstadtstudio - Daniel Friedrich Sturm Der Tagesspiegel
02:00
Der Name "Ihr Herzbäcker" ist bei Alexandra Vogt Programm. Sie ist ständig zwischen Backstube und Kühlregal im Einsatz und hat einen unglaublichen Akku. Mit vier Stunden Schlaf ist die 42-jährige Bäckermeisterin voll aufgeladen für ihren 20-Stunden-Tag. Mit Mann, Mutti und Team backt sie für das 800-Seelen-Dorf Mönkebude am Stettiner Haff und serviert sogar selbst gekochtes Mittagessen. Damit es im Dorf weiterhin einen Laden gibt, hat Alexandra ihn übernommen: Sie verkauft, dekoriert, bildet aus. Egal, ob eine Feuerwehrfrau gebraucht wird, eine Gemeindevertreterin, eine Festival-Organisatorin: Jedes Anliegen findet Platz in ihrem riesengroßen Herzen. Aber wie lange hält sie das durch?
02:30
Nahe der Heimat des berühmten Gruyère-Käses thront das Juwel der Voralpen: das Vanil Noir. Der Gipfel zählt nicht zu den höchsten Bergen der Schweiz, besticht aber durch wilde Schönheit. Mit seiner außergewöhnlich vielfältigen Flora und der reichhaltigen Fauna formt der 2389 Meter hohe Gipfel an der Grenze zwischen den Kantonen Freiburg und Waadt das Herz eines Naturschutzgebietes. Ein Geheimtipp für Wanderer und Naturliebhaber.
02:45
Die zweiteilige Dokumentationsreihe "Schweizer Hundegeschichten" erzählt von der jahrtausendealten, tiefen Verbundenheit und der bedingungslosen Liebe zwischen Mensch und Hund. Porträtiert werden besonders bemerkenswerte Hunde und ihre Menschen. Hunde, die für das Seelenheil und Sicherheit sorgen. So sieht der Herdenschutzhund die Schafe als seine Familie und nicht den Urvater Wolf, den er, wenn es sein muss, bis aufs Blut bekämpft. Es ist frühmorgens. Noch liegt Nebel über den satten grünen Wiesen. Er streift langsam durch die Herde, beobachtet die Umgebung, bleibt immer wieder stehen und versucht verdächtige Gerüche auszumachen. Es ist Bello, der alte Herdenschutzhund. Irene Jauch ist die Hirtin der Alp Oberberg im Kanton Uri. Nach dem Wolfsangriff im Jahr 2015 hat sie den Alpbetrieb von ihrer Schwiegermutter übernommen und setzt seither auf die tatkräftige Unterstützung von Herdenschutzhunden. Das Filmteam begleitet sie und ihre Hunde bei ihrer Arbeit auf der Alp und gibt einen Eindruck von der atemberaubenden Idylle, aber auch von der harten Arbeit, die die Präsenz des Wolfes im Land mit sich bringt. David Gerke ist einer der wenigen Schäfer, die den Wolf in der Schweiz verteidigen. Er weiß um die Angst und den Mehraufwand der Hirtinnen und Hirten im Land, sieht die Existenz des Wolfs aber als natürliche und für die Regulierung des Wildtierbestands notwendige Fügung. Alfred Bernet züchtet Herdenschutzhunde italienischer Abstammung und bildet sie aus. Weil die Hunde die beste Option gegen Wolfsangriffe zu sein scheinen, steigt deren Nachfrage mit der Ausbreitung des Wolfs stark an. Die Herausforderung für Bernet besteht darin, Quantität und Qualität unter einen Hut zu bringen. Daniel Brechbühl gibt seine Schafe seit Jahren zu Irene Jauch auf die Alp. Auch ihm sitzt der Schock des Wolfsangriffs von 2015 noch immer in den Knochen. Die Herdenschutzhunde und zusätzlichen Schutzmaßnahmen von Seiten der Hirtin stimmen ihn jedoch positiv. Er besucht seine Schafe auf der Alp Oberberg und unterzieht sie einer Hufpflege.
03:35
Ein treuherziger Blick und ein Fässchen um den Hals: Der Bernhardiner ist der Nationalhund der Schweiz. Die zweite Folge stellt Besitzer von Bernhardinern vor. Bernhardiner haben ihre Bekanntheit vor allem dem berühmten "Barry I" zu verdanken, der in seinem Hundeleben 40 Menschenleben gerettet hat. Daher ist es auch heute noch in den Köpfen der Schweizer, dass er als Lawinenhund unzählige Menschenleben rettet. Doch das ist schon lange nicht mehr so. Der heutige Bernhardiner ist viel zu groß und zu schwer für die Lawinensuche. Daher hat er eine neue Aufgabe bekommen, nämlich als Sozialhund. Claudia Müller lebt mit ihren zwei Bernhardinerhunden Alba und Halix sowie ihrem Wolfshund Tarek in einem kleinen Dorf namens "Fang" im Kanton Wallis. Claudia ist ausgebildete Heilpädagogin und hat sich in Richtung "tiergestützte Interventionen" spezialisiert. Sie führt mit ihrer Bernhardinerhündin verschiedene Sozialeinsätze in verschiedenen Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Spital Brig, durch. Toni Britschgi lebt mit seinen drei Bernhardinerhunden Emma, Sofie und Bubbel in St. Antönien. Diese Gemeinde befindet sich auf 1450 Metern über dem Meer im Kanton Graubünden. In der unberührten Natur befindet sich der "Michelshof". Dieses Berggasthaus ist die Grundlage der Existenz, die sich Britschgi zusammen mit seiner Frau Käthi aufgebaut hat. Seit Käthis Tod führt er den Berggasthof Michelshof allein weiter. Die zweiteilige Dokumentation "Schweizer Hundegeschichten" erzählt von der jahrtausendealten, tiefen Verbundenheit und der bedingungslosen Liebe zwischen Hund und Mensch. Sie porträtiert bemerkenswerte Hunde und ihre Besitzer. Hunde, die fernab vom lauten Trubel der Orte für Seelenheil und Sicherheit sorgen.
04:25
Die Dokumentationsreihe "Schweizer Hundegeschichten" erzählt von der jahrtausendealten, tiefen Verbundenheit und der bedingungslosen Liebe zwischen Hund und Mensch. Porträtiert werden besonders bemerkenswerte Hunde und ihre Menschen. Hunde, die fernab vom lauten Menschentrubel für Seelenheil und Sicherheit sorgen. Schweizer Laufhunde werden zum Beispiel von der Polizei bei der Personensuche eingesetzt. Lilly ist aufgeregt, es geht auf Hasenjagd. "Ob wir wirklich einen Hasen erwischen, ist Nebensache", sagt Fritz Keller. Er ist der Besitzer der Laufhündin Lilly. Er kennt sie bestens und weiß, dass sie eine besondere Hündin ist. Wenn sich Fritz Keller früh morgens bereit für die Pirsch macht, scheint Lilly mit ihm zu sprechen. Die Laute, die sie dann von sich gibt, erinnern an die menschliche Sprache. Lilly gehört zur Rasse der Laufhunde, eine Schweizer Hunderasse, die in den letzten Jahrzehnten beinahe ausgestorben wäre. Vorgaben in der Hundezucht bewirkten, dass die Schweizer Jäger zunehmend auf andere Rassen setzten. Vier Varietäten des Schweizer Laufhundes existieren heute noch: Berner Laufhund, Jura Laufhund, Luzerner Laufhund und Schwyzer Laufhund. Alle haben sie einen außergewöhnlichen Geruchsinn und sind sehr ausdauernd. Pierre Alain Troillet ist einer der Zu¨chter, der erkannte, dass die Laufhunde mehr können, als nur durch den Wald zu stöbern. Der Walliser erfreut sich dieser Tage an einem Wurf. Er hat keine Probleme, Abnehmer für die Tiere zu finden. Als Begleiter fu¨r naturbegeisterte Menschen ist der zutrauliche Laufhund bestens geeignet und inzwischen wieder geschätzt. Selbst die St. Galler Kantonspolizei setzt Schweizer Laufhunde bei der Personensuche ein. Gioia heißt die Hündin, welche Lilo Schwarz zurzeit an neue Aufgaben gewöhnt. Gioia sei sehr lernwillig, sagt die Psychologin. Dass Laufhunde einst den Ruf hatten, nicht als Familienhunde zu taugen, hält sie für einen Irrtum. Genau wie Lilly ist auch Gioia anhänglich und zutraulich. Doch wenn es losgeht, auf Hasenjagd, wenn die Berge rufen und die Luft rein und klar ist, dann legen Lilly und Gioia alle Zurückhaltung ab und stürmen los. Stundenlang können sie dann durchs Unterholz rennen, schnüffeln, suchen und laut heulen, wenn sie fündig geworden sind.