12:35
Nach dem tragischen Tod seiner Frau zählt für Michael Bender nur noch seine neunjährige Tochter Sammy. Ihr zuliebe hat er seine Karriere als Modefotograf auf Eis gelegt. Eigentlich müsste er Sammy ins Internat stecken. Doch der liebevolle Vater denkt nicht daran, sich von seiner Tochter zu trennen. Dadurch hat er Probleme, seine Schulden abzuzahlen, die er für die teure Krebsbehandlung seiner Frau machen musste. Mit der drohenden Pfändung ist auch das Sorgerecht für seine Tochter in Gefahr. Sammy freundet sich unterdessen mit der patenten Konditormeisterin Julia an. Auch Michael ist sofort bezaubert von Julias natürlichem Charme - und von ihren köstlichen Pralinen. Bei Julia hat es ebenfalls gefunkt, doch sie ist trotzdem fest entschlossen, ihren Jugendfreund Wolfgang zu heiraten. Und dass, obwohl der staubtrockene Jurist und die sinnliche Zuckerbäckerin in völlig verschiedenen Welten leben. Der Kostverächter rührt ihre unwiderstehlichen Torten nicht an und erinnert sie ständig ans Abnehmen. Dabei fühlt Julia sich eigentlich pudelwohl in ihrer Haut. Als Sammy, die in Julia bereits ihre neue Mutter gesehen hatte, von deren bevorstehender Hochzeit erfährt, läuft sie verzweifelt davon. "Die Schokoladenkönigin", eine romantische Komödie über Liebe, Familie und viele Kalorien, ist mit Hardy Krüger jr. und Christine Neubauer in den Hauptrollen hervorragend besetzt.
14:00
Uli ist ein Waisenkind. Nach anfänglichen Irrwegen wird er Meisterknecht und schließlich Pächter des Glungge-Hofs. Auf seinem Weg helfen ihm sein Meister und Vreneli, seine spätere Frau. Zum 100. Todestag des Schweizer Bauerndichters Jeremias Gotthelf verfilmte Franz Schnyder 1954 das Epos. Hannes Schmidhauser verkörpert darin den Uli, Liselotte Pulver Vreneli. Der Film wurde zum Kinorenner und machte die beiden Hauptdarsteller zu Stars. In der Folge adaptierte Franz Schnyder - ab 1957 als eigener Produzent - vier weitere Gotthelf-Romane für die Leinwand und wurde dadurch einer der erfolgreichsten Schweizer Kinoregisseure.
15:45
Das Waisenmädchen Heidi lebt mit seinem verbitterten Großvater, dem Alpöhi, auf der Alm. Am liebsten verbringt Heidi ihre Zeit mit dem Ziegenhirten Peter. Doch dann ändert sich ihr Leben. Der 1952 in Schwarz-Weiß gedrehte Spielfilm "Heidi" nach der Erzählung "Heidis Lehr- und Wanderjahre" von Johanna Spyri gilt noch heute als beste Adaption des Kinderbuchs. Eines Tages taucht Heidis Tante Dete auf der Alm auf. Sie steht in Frankfurt bei der vornehmen Familie Sesemann im Dienst. Die Tochter des Hauses, Klara, ist gehbehindert. Unter einem Vorwand entführt die Tante die ahnungslose Heidi, damit sie dem Mädchen Gesellschaft leistet. Bald gewinnt Heidi Klaras Zuneigung. Klara blüht auf und überwindet sogar ihre Krankheit. Vielmehr noch gewinnt Heidi die Sympathie des ganzen Hauses, mit Ausnahme der strengen Gouvernante Fräulein Rottenmeier. Doch Heidi hat starkes Heimweh.
17:20
Heidi ist wieder in den Bergen bei ihrem geliebten Alpöhi. Sie haben sich den Winter über im Dorf bei Peters Mutter einquartiert. Die Sesemanns aus Frankfurt wollen sie besuchen kommen. In den Sommerferien soll es endlich klappen. Doch Herr Sesemann macht wieder einen Rückzieher. Das freut Fräulein Rottenmeier und lässt Klara in Tränen ausbrechen. Da übernimmt Großmutter Sesemann kurzerhand die Reiseleitung. Doch im "Dörfli" hat der schusselige Peter vergessen, Heidi den Brief von Klara zu übergeben. Als sie die freudige Nachricht endlich liest, stehen die Frankfurter bereits vor der Alphütte. Heidi und Klara, die wegen eines Rückfalls wieder den Rollstuhl benötigt, sehen einem unbeschwerten Sommer entgegen. Nur Peter, der heimlich in Heidi verliebt ist, hat eine harte Zeit. Eines Tages zerstört er aus Eifersucht Klaras Rollstuhl. Dieser Racheakt hat ungeahnte Folgen.
18:45
Das Schicksal meint es gerade nicht gut mit der sympathischen Rosa Echte: Ihr Exfreund hat die Kölner Spitzenköchin nicht nur um ihr Restaurant, sondern auch um ihr gesamtes Geld gebracht. Dann ist auch noch ihre Tochter Tanja im Teenie-Alter schwanger und hat es sich in den Kopf gesetzt, als Dichterin Karriere zu machen - und ihren neuen Job als Verkäuferin in einem Warenhaus ist Rosa wieder los, bevor sie ihn überhaupt richtig angetreten hat. Kurzum, Chaos an allen Ecken und Enden. In dieser Situation scheint es wie eine glückliche Fügung, als Rosa durch einen Zufall den exzentrischen Schlagerstar Harry Hansen vom berühmten Hansen-Duo kennenlernt. Nach dem überraschenden Tod seines Gesangs- und Lebenspartners Charles hat der gefeierte Musiker jegliche Antriebskraft verloren: Er will nicht mehr komponieren, nicht mehr aufstehen und nicht mehr essen. Einzig sein Nachbar kümmert sich um ihn, der verwitwete Chirurg Nicolaus Roeder. Um Harry endlich aus seiner Depression herauszureißen, drängt er ihn, Rosa als Haushälterin einzustellen. Zwar kommt es zwischen dem launenhaften Künstler und der unbekümmerten Köchin zu so manchen Reibereien. Mit ihrer herzlichen Art gelingt es Rosa jedoch, frischen Wind in Harrys Villa zu bringen und seine Lebensgeister zu aktivieren. Auch ihre beste Freundin Anastasia ist von Rosas neuem Job hellauf begeistert, gehört sie doch zu den größten Fans des Hansen-Duos. Und Rosa selbst scheint in Nicolaus einen charmanten Verehrer zu finden. Dann aber taucht Vivien auf, die in Neuseeland lebende Zwillingsschwester des verstorbenen Charles. Einst hatte sie sich mit ihrem Bruder zerstritten, nun gibt sie vor, an seinem Grab Frieden mit ihm schließen und endlich seinen Lebenspartner kennenlernen zu wollen. Während Harry sich von Viviens nostalgischen Geschichten über Charles den Kopf verdrehen lässt, ahnt Rosa, dass Vivien nicht mit offenen Karten spielt. Irgendetwas scheint an der Geschichte über ihre kranke Tochter, die dringend eine teure Operation benötigt, nicht zu stimmen. Gemeinsam mit Nicolaus macht Rosa sich daran, Licht in die Sache zu bringen.
20:15
Deutschland kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Siggi Jepsen, ein junger Mann, muss in einer Strafanstalt einen Aufsatz schreiben zum Thema "Die Freuden der Pflicht". Er findet keinen Anfang, das Blatt bleibt leer. Als er die Aufgabe am nächsten Tag nachholen muss, diesmal zur Strafe in einer Zelle, schreibt er wie besessen seine Erinnerungen auf. Erinnerungen an seinen Vater Jens Ole Jepsen. Dieser zählte als Polizist zu den Autoritäten in einem kleinen norddeutschen Dorf und war den Pflichten seines Amtes rückhaltlos ergeben. Während des Zweiten Weltkrieges muss er seinem Jugendfreund, dem expressionistischen Künstler Max Ludwig Nansen, ein Malverbot u¨berbringen, das die Nationalsozialisten gegen ihn verhängt haben. Er überwacht es penibel, und Siggi, elf Jahre alt, soll ihm helfen. Doch Nansen widersetzt sich - und baut ebenfalls auf die Hilfe von Siggi, der für ihn wie ein Sohn ist. Der Konflikt zwischen den beiden Männern spitzt sich immer weiter zu - und Siggi steht zwischen ihnen. Anpassung oder Widerstand? Diese Frage wird für Siggi entscheidend.
22:10
Trommelnd und als Schreihals mit unglaublicher Stimmkraft bekundet der kleinwüchsige Oskar Matzerath sein Missfallen an dem befremdlichen Treiben der spießig-fanatischen Erwachsenen. Volker Schlöndorffs "Oscar"-gekrönter Film entstand nach dem berühmten Roman von Günter Grass und zeichnet ein Panorama deutscher Vorkriegsgeschichte ab den 1920er-Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Anna Bronski, eine junge Bäuerin aus der Kaschubei, kommt auf ungewöhnliche Weise zu ihrem Mann und ihrer Tochter Agnes. Die herangewachsene Agnes heiratet die rheinische Frohnatur Alfred Matzerath und betreibt mit ihm einen Kolonialwarenladen im Danziger Vorort Langfuhr. Zugleich teilt sie ihre Liebe zwischen ihm und ihrem Vetter Jan Bronski. So bleibt offen, wer der Vater ist, als Oskar Matzerath im Spätsommer 1924 geboren wird. Er kann es kaum erwarten, drei Jahre alt zu werden, weil seine Mutter ihm für diesen Geburtstag eine Blechtrommel versprochen hat. Andererseits missfällt ihm das Treiben der großen Leute so gründlich, dass er an besagtem Geburtstag beschließt, von nun an nicht mehr zu wachsen. Ein arrangierter Sturz von der Kellertreppe liefert die vermeintliche Erklärung dafür. Ganz unerklärlich bleibt dagegen Oskars bald darauf entdeckte Fähigkeit, mit erhobener Stimme Glas zu zersingen. Schreiend und trommelnd betätigt sich Oskar als Störenfried in der ungeliebten Welt der Erwachsenen. Er bringt Naziaufmärsche durcheinander und seine beiden mutmaßlichen Väter ins Grab. Anders als der berühmte Roman von Literaturnobelpreisträger Günter Grass aus dem Jahr 1959 endet dieses "sehr deutsche Fresko" von Regisseur Volker Schlöndorff bei Kriegsende. Neben einem "Oscar" 1980 für den besten ausländischen Film, der zum ersten Mal nach Deutschland ging, erhielt "Die Blechtrommel" in Cannes die "Goldene Palme". Die internationale Kritik war vor allem fasziniert vom Spiel des jungen David Bennent, der den unheimlichen Trommler Oskar verkörpert. Neben ihm sind mit seinem Vater Heinz Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Katharina Thalbach und Tina Engel namhafte Charakterdarstellerinnen und -darsteller des westdeutschen Nachkriegskinos zu sehen.