19:20
Melancholie, Humor und Provokation: "Metropolen des Pop: Prag" zeigt die Popkultur einer Stadt zwischen Kommunismus-Erbe und künstlerischem Aufbruch. Prag ist heute einflussreiche Pop-Hauptstadt. Aus Zensur und Begrenzung ist eine lebendige Kulturszene erwachsen, die Melancholie und Optimismus gleichermaßen feiert. Prag liegt im Herzen Mitteleuropas, wo slawische, deutsche, österreichische und jüdische Einflüsse seit Jahrhunderten aufeinandertreffen. Aus einem von Zensur geprägten System ist eine vielfältige Popkultur hervorgegangen, die Freiheit neu verhandelt. Die Dokumentation "Metropolen des Pop: Prag" folgt dieser Entwicklung durch Musikclubs, Filmstudios und Kunsträume. Künstler wie Adam Mišík und Marta Jandová greifen die Melancholie der Vergangenheit auf und übersetzen sie in zeitgenössische Musik. Gleichzeitig verkörpern Künstler wie Karel Gott und Miroslav Žbirka die Spannungen zwischen staatlicher Kontrolle und internationalem Erfolg. Orte wie der legendäre Lucerna-Palast machen diese Geschichte bis heute erfahrbar. Auch als Filmstadt hat Prag eine lange Tradition: Die Barrandov-Studios gelten als "europäisches Hollywood". Regisseur Martin Kopp bricht mit Tabus, Produzent Petr Jákl setzt auf historische Stoffe wie den Mythos um Jan Žižka. Einer der größten Exportschlager sind nach wie vor Märchenfilme. Heute nostalgische Erinnerungen an die Kindheit, boten sie früher kreative Freiräume in einem streng kontrollierten System. Der Einfluss Franz Kafkas bleibt überall spürbar - in Literatur, Musik und Kunst. Künstler wie David Cerný übersetzen dieses kafkaeske Lebensgefühl in Arbeiten im öffentlichen Raum, die irritieren und zugleich typisch für die Stadt sind. Prag ist eine Stadt voller Widersprüche. In Kneipen, auf Bühnen und in Ausstellungen wird diese Vielfalt sichtbar - als Popkultur, die aus ihrer Geschichte lebt.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Vor der Kulisse der toskanischen Hügel lädt Andrea Bocelli auf die Bühne des "Teatro del Silenzio" zu einem musikalischen Sommerabend voller Emotionen, großer Stimmen und besonderer Gäste. Unter freiem Himmel präsentiert Andrea Bocelli ein vielseitiges Programm mit internationalen Gästen. Zu hören sind Opernklassiker und populäre Hits - darunter natürlich auch "Time to Say Goodbye" von Francesco Sartori. Andrea Bocelli steht im "Teatro del Silenzio" in der Toskana auf der Bühne, unweit seines Geburtsortes Lajatico. Der Ort wird nur einmal im Jahr für ein Konzert geöffnet und bietet mit seiner Landschaft eine besondere Kulisse für diesen Abend. Das Programm verbindet Opernklassiker mit bekannten Stücken aus Bocellis Repertoire. Im Mittelpunkt stehen seine Stimme, die offene Bühne und die Atmosphäre eines Sommerabends unter freiem Himmel. Begleitet wird Bocelli von internationalen Gästen aus Oper, Pop und Klassik. Mit dabei ist auch Henry Maske: Der frühere Boxweltmeister beendete 1996 seine Karriere zu Sartoris Abschiedslied.
21:45
Programm: - Henry Purcell: Suite aus "The Fairy Queen" - Kristine Tjøgersen: "Wolpertinger" (Auftragswerk des WDR Sinfonieorchesters) - Felix Mendelssohn Bartholdy: "Ein Sommernachtstraum" Marie Jacquot verbindet Purcells "The Fairy Queen", Mendelssohns "Sommernachtstraum" und Musik der norwegischen Komponistin Kristine Tjøgersen zu einer Reise durch Shakespeares Zauberwelten. Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" inspiriert dieses Programm des WDR Sinfonieorchesters. Unter der Leitung von Marie Jacquot treffen Henry Purcells barocke "Fairy Queen" und Felix Mendelssohns romantische Schauspielmusik auf die fantasievollen Klangwelten. Ein Konzert zwischen Traum, Natur und Märchenwelt.
23:30
Adri identifiziert sich selbst als Junge und macht unter dem Pseudonym Andrea ihre erste Liebeserfahrung. Zu Hause entdeckt sie in ihrer Identitätssuche unerwartete Parallelen zu ihrer Mutter. Wie Adri fühlt sich auch Clara im patriarchalen Alltag gefangen. Aufgrund der Untreue von Adris Vater und ihrer Sehnsucht nach ihrer spanischen Heimat gerät sie psychisch an ihre Grenzen. Stumm verbünden sich die beiden in ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung. Im Rom der 1970er-Jahre sehnt sich die zwölfjährige Adri danach, ein Junge zu sein. Überzeugt davon, dass sie "falsch" geboren wurde, sucht sie sowohl spirituell als auch außerirdisch Beistand. Adris Verunsicherung wegen ihres Körpers und ihrer Identität wird durch die Schönheit ihrer Mutter Clara verstärkt. Dabei hat die gebürtige Spanierin angesichts von Heimweh sowie der Untreue ihres Ehemanns Felice selbst mit einer schwierigen psychischen Belastung zu kämpfen. Die toxische Ehekrise von Clara und Felice spitzt sich schließlich aufgrund einer schwerwiegenden Enthüllung zu. Auch Adri und ihre jüngeren Geschwister Gino und Diana bleiben davon nicht unberührt - wobei Adri eine neue Sensibilität für die Mental-Health-Probleme ihrer Mutter entwickelt und zu ihrer stillen Verbündeten wird. Abseits ihrer Familie macht Adri erste Liebeserfahrungen mit dem Roma-Mädchen Sara, das sie beim heimlichen Besuch einer baufälligen Arbeitersiedlung kennenlernt. Dabei lebt Adri unter dem Pseudonym Andrea erstmals ihren Traum aus, ein Junge zu sein. In seinem mit großen Bildern inszenierten Drama "L'Immensità" verarbeitet der italienische Filmemacher Emanuele Crialese lose Erinnerungen an seine eigene Kindheit in Rom. Im Zuge der Premiere des Films bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2022 machte der zu diesem Zeitpunkt 57-jährige Regisseur erstmals seine Transidentität publik, wobei er in seinem privaten Umfeld bereits seit seinen frühen Zwanzigern offen als Transmann lebte. In "L'Immensità" gibt die jugendliche Hauptdarstellerin Luana Giuliani ihr Schauspieldebüt an der Seite von Oscarpreisträgerin Penélope Cruz ("Volver - Zurückkehren", "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten", "Vicky Cristina Barcelona"). Vor ihrem Casting war Giuliani als Nachwuchsrennfahrerin im Motorradsport erfolgreich. Der vor einer italienischen Sommerkulisse in Rom und am Mittelmeer gedrehte Kinofilm ist immer wieder von zum Teil in Musicalform eingebundenen Italo-Schlagern untermalt, von denen einer titelgebend für den Film war.