11:51
Dolce Vita ganz nah! Eine Reportage über deutsche Urlauber am größten See Italiens. Der Gardasee, ein Magnet für Reisende weltweit, zieht immer mehr Besucher an. Doch der Boom bringt die Kapazitäten ans Limit. Marko und seine Freunde aus München sind mit dem Auto in weniger als fünf Stunden am Ziel. Die sportbegeisterte Truppe hat auf einem Campingplatz ihr Basislager aufgeschlagen und will sich auf die neuen Radwege und -trails stürzen. Marko schwärmt: "Auf dem Wasser kannst du kiten, surfen, segeln, und in den Bergen kannst du klettern, wandern oder mountainbiken. Deshalb kommen wir immer wieder." Besonders früh morgens haben sie die schönsten Trails fast für sich allein. An anderen Orten herrscht dichtes Gedränge. Sirmione im Süden des Sees platzt fast aus den Nähten. Bei einer Einwohnerzahl von 8000 verzeichnet die Gemeinde jährlich 1,36 Millionen Übernachtungen. Entlastungsmaßnahmen werden daher dringend geprüft. Aber es gibt sie noch, die ruhigen Ecken und Geheimtipps rund um den Gardasee - wie beispielsweise die historische Limonaia, die Zitronenplantage von Fabio Gandossi. Seit dem 16. Jahrhundert wird dort der Zitronenlikör Limoncello hergestellt. Als einer der letzten seiner Art sagt Fabio: "Geht es den Zitronen gut, geht es mir auch gut", obwohl er leider auch die schlechten Ernten miterlebt. Die Nähe zu Deutschland macht die Region besonders für Bayern und Baden-Württemberger attraktiv und lässt den Immobilienmarkt boomen. Maklerin Christina Rossi hat sich auf deutschsprachige Kunden spezialisiert. Ihr aktuelles Highlight: ein sieben Hektar großes Anwesen mit Gästehaus, Pool, Tennisplatz, eigenen Weinbergen und grandiosem Seeblick - für satte sechs Millionen Euro. Wesentlich bescheidener, aber nicht weniger glücklich sind die deutschen Auswanderer Kai Aufrecht und Lucie Pfeiffer. Ihr Paradies: ein kleines Haus mit großem Grundstück am Ende einer Forststraße hoch über dem See. Dort oben bleibt der Touristentrubel fern. Mit Ziegen, Hühnern und einem Gemüsegarten leben sie fast autark. "Früher hatte ich nie ein Haustier", staunt Aussteigerin Lucie über ihr neues Leben. Lust auf Gardasee? Tauchen Sie ein ins Abenteuer! Die "ZDF.reportage" über Auswanderer, Touristen und Einheimische rund um den Gardasee.
12:22
Wie lebt es sich zwischen Acker und Alltag, zwischen harter Arbeit und Familienchaos? Und warum können sich Cindy und Helmut trotz aller Rückschläge kein anderes Leben vorstellen? Helmut (46) und Cindy (43) betreiben einen riesigen Bauernhof in der Soester Börde und ziehen neun Kinder groß! Die Reportage begleitet die Familie durch ein bewegtes Jahr - zwischen Saatgut, Schulstress, Lämmeraufzucht. Vor drei Jahren übernahm die Familie den Biohof. 60 Hektar Land, ein kleiner Hofladen, 30 Milchschafe und der große Plan, von der Landwirtschaft zu leben. Der Hof war teuer. Jetzt müssen Pacht und Kredite bezahlt werden. Keine einfache Herausforderung! Die Erntesaison brachte in den vergangenen zwei Jahren jeweils viel weniger ein, als erhofft. Doch dieses Jahr soll alles anders werden: neue Maschinen, gesündere Pflanzen, und hoffentlich die richtigen Wetterbedingungen für eine gute Ernte. Denn Landwirt sein heißt von und mit der Natur zu leben und die ist nicht berechenbar.
12:52
Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, ist ein echter Geheimtipp, der gegen die Metropolen Wien und Prag bestehen kann. Die Stadt hat viele Adrenalinkicks zu bieten. Das erfährt Moderatorin Simin Sadeghi zu Beginn ihrer Reise. In schwindeligen Höhen erhält sie einen einprägsamen ersten Eindruck. Die Innenstadt ist voller Erinnerungen an eine Zeit, in der noch drei Sprachen gesprochen wurden: Deutsch, Ungarisch und Slowakisch. Durch die verwinkelten Gässchen lässt sich Simin Sadeghi von Jonathan führen, der die Leidenschaft für seine Heimat mit ihr teilen will.
13:22
Norwegen gilt als eine der einsamsten, aber auch schönsten Regionen der Erde. Die Reise beginnt in Bergen und führt über die Lofoten und Tromsø bis zum Nordkap und zum Kirkenes Bay. Es ist das Land der eisigen Polarnächte, in denen im Winter die Nordlichter über den Nachthimmel tanzen und die schneebedeckte Landschaft in ein spektakuläres Licht tauchen. Im Sommer geht die Mitternachtssonne über dem Polarkreis mehrere Wochen lang nicht unter.
13:52
Diese Weite! Diese Farben! Dieses Licht! Island bezaubert: Riesige Gletscher und einsame Kraterlandschaften, heiße Quellen und atemberaubende Fjorde machen Island zu einem Inseltraum. Rund 330.000 Menschen leben neun dunkle Wintermonate lang unter rauen Bedingungen. Im Sommer aber blüht Island auf: Die Mitternachtssonne taucht die Landschaft in Gold und Rot und Violett. Genau in dieser Zeit erkundet Autorin Barbara Lueg die Insel. Sie trifft etwa die Crossfitterin Björk. Die lässt gern die Muskeln spielen: "Ich wollte schon als Kind immer die Beste sein. Ich wollte immer gewinnen. Und jetzt bin ich 30 Jahre alt - und immer noch so!" In Akureyri, im Norden Islands, trainiert sie täglich stundenlang, hat schon mehrere Crossfit-Titel geholt. Gewichtheben, klettern, sprinten, turnen, darum geht es bei ihrem Sport. Das Zirkeltraining ist eines der härtesten Trainings der Welt. Genau deshalb passt es zu ihr und zu Island: Die Menschen dort, hoch oben im Norden, sind stark und eigenwillig. So wie auch der 42-jährige Hakon. Er lebt ganz im Süden Islands, auf einer kleinen Insel bei Traustholsthólmi. Schon als Jugendlicher hatte er nach Besuchen dort so ein Gefühl: "Es war für mich immer wunderbar, herzukommen. Statt von neun bis siebzehn Uhr irgendwo zu arbeiten, sollte man dorthin gehen, wo man sich zu Hause fühlt." Seit ein paar Jahren lebt Hakon deshalb auf der kleinen Insel, ganz ohne Wasser und Strom. Er lebt von dem, was die Landschaft hergibt, und dem, was ein paar Touristen bringen. "Ich folge eben meinem Herzen und baue mein Leben hier auf. Und auch, wenn ich hier allein bin: Einsam fühle ich mich nie!" Auch Robert ist seinem Herzen gefolgt: Einst verließ er Siglufjörður hoch im Norden der Insel, um die Welt zu sehen. Mit Fischfarmen machte er im Ausland Millionen - und investiert sie nun in seine Heimatstadt: Er holt Start-up-Firmen und Künstler, baut Hotels und Golfplätze, um der alten Heringsstadt Siglufjörður neues Leben einzuhauchen. "Wir Isländer sind eben Macher. Wir packen die Dinge anders an. Island ist als kleines Land schneller." Autorin Barbara Lueg und ihr Team zeigen ein Island, dessen Natur und dessen Menschen mitten ins Herz treffen. Weil sie Widrigkeiten trotzen und trotzdem Raum lassen. Weil die Menschen ihre Wurzeln nicht vergessen und trotzdem nach vorn schauen.
14:36
Die schottische Nordseeküste ist geprägt von schroffen Felsenklippen, einsamen Inseln und kleinen Hafenstädten. Nördlich des Festlandes liegen die Orkneys. Dieser Archipel aus etwa 70 Inseln ist seit Jahrtausenden bewohnt. An der Küste erzählen Burgruinen die Geschichte Schottlands. Geheimnisvolle Steinkreise, wie der "Ring of Brodgar", geben bis heute Rätsel auf. Auf North Ronaldsay, der nordöstlichsten der Orkney-Inseln, leben nur gut 70 Menschen und über 4000 Schafe. Die North-Ronaldsay-Schafe sind sehr genügsam und ernähren sich hauptsächlich von Seetang. Dunrobin Castle wirkt mit seinen vielen Türmchen wie ein Märchenschloss am Meer. Die kleine Hafenstadt Arbroath ist berühmt für ihren Räucherfisch den "Arbroath Smokie". Die Klippen bei Arbroath sind von unterirdischen Höhlen durchzogen. Dort verkauften früher Schmuggler ihre Waren. In der alten Hafenstadt Wick liegt eine der nördlichsten Whisky-Destillerien Schottlands. Die Fässer lagern in einer Halle direkt am Meer. Das gibt dem Whisky ein besonderes Aroma. Auf der "Isle of May" lebten früher Mönche. Heute gehört sie ganz den Seevögeln. Die einzigen menschlichen Bewohner sind heute Wissenschaftler, die von Frühjahr bis Herbst für eine Langzeitstudie die Vögel beobachten. Das Wetter an der schottischen Nordseeküste ist wechselhaft. Manchmal erlebt man vier Jahreszeiten an einem Tag. Die Schotten nehmen das gelassen und mit Humor. In St Monans suchte eine Lehrerin aus dem Ort eine Verwendung für ausgediente Gummistiefel. Sie bepflanzte sie mit Blumen und machte daraus einen Gummistiefelgarten.
15:20
Englands Nordseeküste ist vielfältig und bietet manche Überraschung. Weiße Sandstrände, Klippen und die von Kanälen durchzogenen Norfolk Broads. In Bamburgh, nahe der Grenze zu Schottland, thront "Bamburgh Castle" hoch über einem der schönsten Strände Englands. Ein Paradies für Surfer, die sich dort bei einer Wassertemperatur von kühlen zwölf Grad in die Wellen stürzen. Etwas weiter südlich, an der Küste von Yorkshire, türmen sich Klippen auf. Über eine schmale Straße erreicht man den kleinen Ort Staithes am Fuß der Klippe. Bei Ebbe ist der Strand ein Geheimtipp für Fossiliensammler. Die Hafenstadt Cromer war im 19. Jahrhundert ein mondäner Badeort. Heute kommen die Besucher hauptsächlich wegen der berühmten "Cromer Crabs". Die handtellergroßen Krabben schmecken so gut, weil sie auf einem Kreideriff vor der Küste leben. Eine andere Delikatesse wird auf der schmalen Landzunge Spurn gezüchtet. Heimische Austern, die aber auf keinen Fall gegessen werden sollen! Naturschützer züchten sie, um sie auszuwildern. Sie sollen ein neues Austernriff bilden. Die Norfolk Broads sind eine von Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Die vielen Kanäle entstanden, weil dort früher Torf gestochen wurde. Heute schippern Freizeitkapitäne gemütlich durch das Labyrinth von Kanälen und Flüssen. An den Ufern wächst Schilfrohr, das zu Reet verarbeitet wird. Die Reetschneider sind mit einem Kahn unterwegs und transportieren ihre Ernte ab. Viele Häuser in den Norfolk Broads sind noch mit Reet gedeckt.
16:04
Die Reise beginnt im Westen Belgiens, wo ein jahrhundertealtes Handwerk lebendig ist: das Krabbenfischen zu Pferd. In den Niederlanden geht es an den Strand von Den Haag, wo Theo Jansen seine bizarren Strandbiester zum Laufen bringt. Weiter östlich in Friesland belebt eine junge Müllerin eine alte Mühle wieder. Breite Strände und Bettenburgen - so kennt man die kurze belgische Küste. In Westflandern betreiben Fischer ein uraltes Handwerk: das Krabbenfischen zu Pferd. Auf dem Rücken ihrer Kaltblüter pflügen sie mit Netzen durch den Meeresboden, auf der Suche nach einer besonderen Köstlichkeit: Nordseekrabben. Auch Muscheln sind in Belgien beliebt - nur kamen die bisher alle aus den Niederlanden. Das soll sich jetzt ändern: Vor der Küste wird die erste Hochsee-Muschelfarm installiert. Ganz im Osten liegt der Nationalpark Het Zwin - Rastplatz für Tausende Zugvögel und Arbeitsplatz für Ornithologen, die dort Daten über die Vögel sammeln und dabei Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Evolution studieren. Gleich hinter der Grenze zu den Niederlanden beginnt Zeeland - die Region an der Nordsee, die stark unter Sturmfluten zu leiden hatte. Die Dämme der gigantischen Deltawerke, eines Schutzsystems gegen Hochwasser und Sturmfluten, sind ein Bollwerk gegen das Meer und haben ganze Landstriche verändert. In Südholland, am Strand von Den Haag, versucht der Künstler Theo Jansen, seinen Strandskulpturen mit Hilfe des Windes Leben einzuhauchen. Das ist nicht immer leicht, denn seine Kreaturen sind riesig und die Elemente launisch. Weiter nördlich in der Marinestadt Den Helder trainiert Gert-Jan Wit für seine Überquerung des Ärmelkanals. Noch schwimmt er an der niederländischen Küste, aber in wenigen Tagen will er es von Dover nach Calais schaffen. Die Reise endet auf der westfriesischen Insel Schiermonnikoog. Dort ist Thijs de Boer zu Hause, ein leidenschaftlicher "Strandräuber", der seit 50 Jahren Schätze sammelt, die die Nordsee anspült.
16:48
Weiße Sandstrände, wilde Stürme, das weite Wattenmeer - die deutsche Nordsee und ihre Küste sind aufregend und beruhigend zugleich wie kaum eine andere Region Deutschlands. Es gibt zahlreiche Deiche und Moore, Schafe und Rinder - und traditionelle Krabbenkutter. Diese Folge von "Leben an der Nordsee" führt an "Deutschlands wilde Küste", vom kleinen Hafen Dornum zur Seehundstation in Norddeich. Die deutsche Nordseeküste am UNESCO-Weltnaturerbe-Wattenmeer mit ihren Inseln und Halligen gilt als Sehnsuchtsort. Dort leben die Menschen von und mit dem Meer, ihrer Nordsee - wo die Krabbenkutter dazugehören wie der salzige Wind. Einer von ihnen ist Stephan Hellberg. Er fischt seit rund 33 Jahren Krabben. Früher sind sie im kleinen Kutterhafen Dornum in Kolonnen rausgefahren, heute stechen nur noch zwei Schiffe in See. Jeden Tag das gleiche Spiel. Bei Wind und Wetter, immer noch mit der gleichen Leidenschaft, fängt er das "rote Gold" der Nordsee. Die Küste dort ist auch Heimat der Kegelrobben und Seehunde. Zwischen Anfang Juni und Mitte Juli kommen die Seehundbabys auf einer Sandbank zur Welt. Leider kommt der Mensch ihnen immer wieder zu nahe. Aus Stress verstoßen die Mütter dann ihre Jungen. Mit viel Glück bringt dann jemand "die kleinen Heuler" in die Seehundstation nach Norddeich, wo Ramona Fetting sie wieder aufpäppelt. Auf der Halbinsel Eiderstedt, in St. Peter-Ording, liegt einer der längsten Strände Deutschlands - ein Paradies für Kinder, Surfer und Sonnenanbeter. Die Reise endet auf Sylt, der größten deutschen Nordseeinsel, bei Christoffer Bohlig, der auf der einzigen Austernfarm des Landes arbeitet. Die Zuchtfläche zwischen List und Kampen ist etwa 30 Hektar groß. Dort nimmt sich eine spezielle Sorte vier Jahre Zeit, um zum Edelhappen zu gedeihen: die Sylter Royal.
17:32
An Dänemarks Nordseeküste gibt es spektakuläre Dünenlandschaften, verwunschene Küstenwälder und endlose Sandstrände. Die Fischer nutzen den Strand als Liegeplatz für ihre Boote. Im Norden bei Skagen treffen Skagerrak und Kattegat aufeinander. Dort ziehen im Herbst große Thunfischschwärme vorbei. Nicht weit entfernt: die schwedische Nordseeküste, geprägt von Schären. An Dänemarks Nordseeküste weht selbst in den kurzen Sommermonaten ein frischer Wind. Die Küste ist wegen ihrer Wellen bei Surfern aus ganz Europa beliebt. An Dänemarks Nordspitze verhinderten über Jahrhunderte der lockere Sand und die Dünen, dass richtige Häfen gebaut werden konnten. Fischer nutzen bis heute den Strand als Liegeplatz. Sten Christensen hat hierbei den wohl wichtigsten Job. Als "Windenmann" bedient er die Seilwinde, mit der die Boote vom Strand aufs Wasser und vom Wasser auf den Strand gezogen werden. Bei Skagen ziehen seit rund zehn Jahren wieder große Thunfischschwärme vorbei. Seit 2017 organisiert der Meeresbiologe Kim Aarestrup einmal im Jahr das große "Thunfisch-Rennen". Rund 70 Hobbyangler stechen in See, um im Auftrag der Wissenschaft Thunfische zu fangen. Die Tiere bekommen Sender, die den Wissenschaftlern ein Jahr lang wichtige Daten schicken. Nur etwa 60 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schweden. Dort ist das Meer überall, wenn der Skagerrak sich in etwa 3000 Schären auflöst. Diese kleinen Inseln entstanden als Folge der Eiszeit, als die Eismassen sich zurückzogen und die darunter liegenden Gesteinsmassen durch den Druck erodierten. Im malerischen Fjällbacka beginnt Ende September die Hummersaison. Fischer Ingemar Granqvist darf zur legendären Hummerpremiere 40 Fangkörbe im Wasser auslegen - das Fest zur Eröffnung der Saison ist in dem kleinen Ort fast so wichtig wie Weihnachten.
18:15
In den Schären von Kristiansand entlang der Nordseeküste im Süden Norwegens gibt es unzählige idyllische Fischerdörfer, einsame Buchten und ertragreiche Angelplätze. Norwegen ist Europas größter Exporteur für Fisch und die Gegend rund um Kristiansand gilt als eine der fischreichsten Norwegens. Meeresbiologen fangen Kabeljau im flachen Wasser der Schären, sie untersuchen, wie sich die Population durch Umwelteinflüsse verändert. Nicht weit von der Küste entfernt, in den von Seen durchzogenen Wäldern, lebt das Nationaltier Norwegens - der Elch. Rund 300.000 gibt es, doch die scheuen Einzelgänger sind schwer zu finden. Eine von ihnen ist Elchkuh Anna. Sie lebt in den Wäldern von Kristoffer Kallhoud. Im seichten Gewässer vor der geschäftigen Hafenstadt Bergen sind zwischen den kleinen Inseln Algenfischer unterwegs. 450 verschiedene Sorten Algen gibt es in Norwegens Nordsee. Alle sind essbar, aber nicht alle schmecken - wie Algenfischer Runar Trellevik festgestellt hat. Die Leckeren liefert er an Gourmetrestaurants. Zusätzlich produziert er Gewürze, Hautcremes und Schokolade aus den Meerespflanzen. Die Reise entlang Norwegens Nordseeküste endet in Ålesund. Mit ihren Jugendstilhäusern gilt sie als eine der schönsten Städte Norwegens. Jedes Jahr baut die Jugend der Stadt in wochenlanger Schwerstarbeit einen riesigen Holzturm und in der Mittsommernacht, wenn die Sonne nicht untergeht, brennt er bei einem Volksfest über Stunden nieder.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:19
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:21
Seit 100 Jahren zuckeln die historischen Garnituren am Wochenende durchs Furkagebiet mit seinen Lärchenwäldern, reißenden Flüssen und imposanten Gletschern. Das gemächliche Reisen mit der Dampfbahn versprüht Nostalgie pur. Der Weg ist das Ziel, das Ankommen wird zur Nebensache. Mit der 100-jährigen "Lok Nummer 9" startet die Reise in Realp und führt auf 18 Kilometern durch eines der schönsten Alpintäler der Schweiz. Den Furkareuss entlang zuckelt die historische Garnitur vorbei an eindrücklichen Landschaften und einzigartigen Attraktionen. Wie etwa die berühmte Furkapassstraße, auf der schon James Bond durch die Haarnadelkurven jagte. Unterwegs kreuzt der Zug die Wege zahlreicher Menschen, die in der Region heimisch sind. Wie etwa den der Ziegenzüchterin Sanna Laurén, die Wanderungen mit ihren Grauziegen entlang der Bahnstrecke anbietet. Hoch oben auf der Alp Galenstock geben die Meyers Einblick in die Herstellung ihres Käses, der laut eigenen Angaben schon fast an Hexerei grenzt. Und am Rhonegletscher tickt die Uhr für eine der schönsten Eisgrotten der Schweiz. Zugführer Oliver Studer und Zugbegleiterin Monika Fäh garantieren den Passagieren eine unvergessliche Nostalgiefahrt durchs Furkagebiet. Mit den Schweizer Bergbahnen durch majestätische Landschaften auf die spektakulärsten Gipfel. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Tradition und Technik, Natur und Kultur beeindrucken die Bergbahnen heute genauso wie vor 150 Jahren. Mit viel Dampf und unter Aufbringung von viel Schweiß und Fingerspitzengefühl befahren auch heute noch historische Loks und Triebwagen aus dem 19. Jahrhundert regelmäßig die Strecken. Genauso wie ihre modernen Nachfolger, die mit dem neuesten Stand der Technik und Technologie glänzen.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:16
In der Serengeti kümmert sich ein Löwenrudel liebevoll um seine insgesamt neun Jungen. Doch so idyllisch es auch scheint, für die Kleinen geht es darum, einen Platz in der Savanne zu finden. Ihre Reise beginnt tragisch: Einer der Brüder ermordet eine Schwester. Seitdem sind die Männchen auf sich allein gestellt. Der Film begleitet die fünf Brüder fünf Jahre lang mit der Kamera und zeigt, wie sie die Herausforderungen der Serengeti meistern. Die Voraussetzungen sind gut: Zusammen haben sie viel bessere Chancen, sich gegen Konkurrenten durchzusetzen als allein. Doch auf die "Königskinder" kommen noch raue Lehrjahre zu. Bald geben ihnen die Masai Namen nach ihren individuellen Eigenschaften: Olomina, der Lahme. Er trägt keine Schramme im Gesicht, denn er beteiligt sich weder an der Jagd noch an Kämpfen. Olosiadu, der Nachzügler. Bedächtig und zurückhaltend, sondert er sich oft ab. Lorkulup, der Assistent. Ein Huftritt brach sein Nasenbein - seitdem läuft ihm dauernd die Nase. Orrpadan, der Jäger. Immer vorneweg und als erster an der Beute. Und schließlich Oloborr, der Schwestermörder. Als stärkstes Männchen ist er der unangefochtene Chef der Brüder. Vom Hunger vorangetrieben, versuchen die Brüder sogar manchmal, Beute von alten Löwen zu stehlen - was böse enden kann. Oft haben sie Glück und kommen mit ein paar Schrammen davon, doch einer der Fünf wird bei so einem Versuch schwer verletzt und für sein Leben gezeichnet. Eines Tages kommt es zu einer Überraschung: Bei den Löwenbrüdern tauchen ihre Mütter auf. Diese unerwartete Wiedervereinigung sorgt allerdings für eine ungewöhnliche Konstellation.
21:00
Nach einem tragischen Vorfall sind die Brüder auf sich allein gestellt, und aus den fünf kleinen Männchen werden bald selbstbewusste Löwen - ihr Leben ist von Gewalt geprägt. Gemeinsam gelingt es ihnen, ein Rudel zu übernehmen. Doch es wird unerwartet kompliziert. Solange die Gnus wandern, gibt es Beute im Überfluss. Sind die Herden fort, müssen sie wieder in riskante Kämpfe gehen - mit den mächtigen Büffeln. Die Wildrinder sind für Löwen deutlich schwieriger zu erlegen als die Antilopen. Nicht nur weil sie mit bis zu 800 Kilogramm massiger sind - sie haben auch einen entscheidenden Vorteil: Im Gegensatz zu allen anderen Huftieren Afrikas lassen Büffel einen in Not geratenen Artgenossen nicht im Stich. Ihr Geheimnis liegt in ihrer Sozialstruktur. Die Herden bestehen aus miteinander verwandten Kühen, die von zugewanderten Bullen begleitet werden. Gemeinsam schaffen sie es immer wieder, die Angriffe der Löwen abzuwehren - und aus Jägern werden oft Gejagte. Bei einem Kampf mit konkurrierenden Löwen wird Orrpadan, der beste Jäger der fünf Löwenbrüder, schwer verletzt. Das ist die andere Seite des "Paschadaseins": Es ist nicht nur ein bequemes, sondern auch ein sehr gefährliches und deshalb manchmal kurzes Leben. Ohne diesen Schutz der Männchen ist es für eine Löwin kaum möglich, ihren Nachwuchs durchzubringen. Auch die ersten Jungen der fünf Brüder deuten auf Veränderungen in diesem besonderen Rudel hin.
21:44
Die höchsten Sanddünen der Welt, tiefe Schluchten, Afrikas größte Wildtiere: Das ist Namibia. Das Land im südlichen Afrika zählt zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Welt. Eine Mischung aus afrikanischen und europäischen Einflüssen machen Namibia zu einem unvergesslichen Reiseziel. Der 3000 Kilometer lange Roadtrip ist ein einzigartiges Erlebnis.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
Sarah Klewes ist zwölf, als sie die 65 Jahre ältere Schriftstellerin Claretta Cerio in der Toskana kennenlernt. Sie beginnen eine Brieffreundschaft, die 15 Jahre lang hält. Dann stirbt Claretta. Die Welt verliert eine spannende Autorin - und Sarah eine liebgewonnene Freundin. Ihr bleibt ein Schuhkarton voller Briefe - und das Gefühl, dass Claretta dadurch irgendwie noch da ist. Mit den Briefen im Gepäck reist sie 2022 wieder nach Italien. Sie möchte sich an ihre Freundin zu erinnern - und damit einen Blick in die Vergangenheit wagen. Der Dokumentarfilm "Die Brieffreundin" von Sarah Klewes ist eine Ode an alterslose Freundschaft, an wohl gewählte Worte und den Tod als Teil des Lebens.
23:48
Über 20.000 Fans kommen seit 40 Jahren in das kleine Städtchen Eschwege zum Open Flair Festival - das nur stattfinden kann, weil die Einwohner über alle Grenzen hinweg zusammenarbeiten. Das war nicht immer so: Anfangs befürchteten viele der 20.000 Einwohner das völlige Chaos. Wie und warum alles anders kam und welche Anstrengungen jedes Jahr neu unternommen werden müssen, damit Fans und Einwohner gemeinsam feiern können, zeigt dieser Film. Alexander, Festivalgründer der ersten Stunde, gilt als cool und abgeklärt, geht aber durch viele Gefühlsbäder: "Nichts, aber auch gar nichts an Freud und Leid ist mir fremd." Angefangen hat er 1985 mit der Idee als junger Student im "Zonenrandgebiet", weil immer mehr junge Leute abwanderten in die Ballungsgebiete. Aus dem Zirkuszelt mit ein bisschen Kleinkunst und ein paar Klampfen, wurde mit Unterstützung von Stadt und Kreis ein gemeinnütziger Verein und jährliche Open-Air-Festivals. "Statt tote Hose an der Mauer kamen die Toten Hosen auf die Eschweger Bühne." Die kulturelle Ausrichtung des Open Flair im eher konservativen Osthessen ist über all die Jahre gleich geblieben: antifaschistisch, antirassistisch, linksliberal. Über allem schwebte aber "stets das Insolvenz-Gespenst" und die fehlende Akzeptanz der Bürger. Dann die große Offensive in die Stadt hinein. Aufklärung in Bürgerversammlungen, freier Eintritt für alle Rentner sowie Führungen und Touren für die Bewohner des Altersheimes über das Festivalgelände. "Das war der große Durchbruch", sagt Alexander. Die älteste Besucherin wurde mit 106 Jahren registriert. Inzwischen verkaufen ganz normale Bürger Getränke aus ihren Wohnzimmerfenstern, räumen einfache Leute ihre Erdgeschosswohnungen leer, um sie für die fünf wilden Tage als Kneipen zu betreiben oder räumen die Dachdecker ihren Betriebshof frei, damit dort vegane Döner und Gemüsebällchen gebrutzelt werden können. Gitte, Mutter von neun Kindern, ist mittlerweile eine Institution rund um das Festival. Seit das letzte Kind aus dem Haus ist, hat sie für die Festivalwoche eine Kneipe in einem leer stehenden Laden eingerichtet, die längst zum Mythos "Bei Gitte" geworden ist. "Ich habe es nicht immer leicht gehabt, acht Jungs und ein Mädchen, die musst du erst mal durchbringen", sagt sie und weiß selbstverständlich wie man auch Rock'n'Roller nachts um drei höflich, aber bestimmt auf den Campingplatz schickt. So eine Woche mit täglich 100 Punks und Rockfans in ihrer Wohnzimmer-Kneipe sei "ein Kinderspiel", weil die "alle so freundlich" sind. Bürgermeister Alexander Heppe unterstreicht die "Besonderheit dieses Ereignisses, das Ausnahmezustand bedeutet", weil es eben nicht auf der grünen Wiese außerhalb der Stadt, sondern "mittendrin in der Altstadt mit abgesperrten Straßen, vier Bühnen, großer Lautstärke, ungewöhnlichen Menschen und viel Toleranz der Bevölkerung stattfindet". Und die muss jedes Jahr aufs Neue erarbeitet werden. Dabei weiß er, dass die 20.000 Besucher aus ganz Deutschland "jede Menge Geld hier lassen, das der strukturschwachen Region guttut". Deshalb rennt auch er "von Pontius zu Pilatus, damit das so bleibt und immer gut geht". Dazu passt die Erfolgsgeschichte, dass der Verein Open Flair e. V. Arbeits- und Ausbildungsplätze im Veranstaltungsbereich schafft. "Das alles ist aber jedes Jahr aufs Neue bedroht", weil die Finanzierung immer auf tönernen Füßen steht.