04:00
Die Schweiz braucht sich hinter den exotischen Landschaften dieser Welt nicht zu verstecken. So klein sie auch ist, ihre abwechslungsreiche Natur ist einzigartig und steckt voller Wunder.. Die Reihe "Wunderwelt Schweiz" porträtiert vier verschiedene Regionen des Alpenlandes. Diese Folge führt in eine eher unbekannte Ecke: in die Jura-Region. Eine Entdeckungsreise in eine fast unberührte Natur im Wechsel der Jahreszeiten. Das Juragebirge ist der kleine Bruder der Alpen. Es verläuft im Nordosten der Schweiz entlang der französischen Grenze. Im Vergleich zu den touristischen Hotspots der Schweiz ist das facettenreiche Mittelgebirge noch relativ unbekannt. Dabei gibt es dort viel zu entdecken. Der Jura scheint fast wie in einem Dornröschenschlaf. Während der Rest der Schweiz vergleichsweise dicht besiedelt ist, gibt es in der Jura-Region noch viel Platz für unberührte Natur. Vom Frühling im bunt blühenden Ajoie, dem Obstgarten der Nordostschweiz, über den Sommer im idyllischen "Vallée de Joux" bis hin zum Winter im kältesten Ort der Schweiz - das Jahr im Jura steckt voller Überraschungen. Das Filmteam begegnet Füchsen und Fledermäusen und stattet einer der größten Ameisenkolonien Europas einen Besuch ab. Sogar der Luchs ist mittlerweile ins Jura zurückgekehrt. Die Jura-Region ist rau und lieblich zugleich. Die schroffen Kalkfelsen des Mittelgebirges sind dicht bewaldet, und auf ihren Gipfeln finden sich bunt blühende Bergwiesen. Im Zentrum ragt der "Schweizer Grand Canyon" empor, der "Creux du Van", ein einzigartiges Naturmonument, geschaffen durch Wasser, Eis und Zeit. Die Filmemacher tauchen ab in die Erdgeschichte und erfahren, warum das Jura-Gebirge zum Namensgeber einer ganzen Erdepoche wurde. Auf dem Hochplateau des Bezirks Franches-Montagnes leben die "Freiberger", eine Ur-Schweizer Pferderasse. Seit über 200 Jahren werden sie in der Schweiz gezüchtet. Besonders im Jura sieht man die Pferde häufig auf den Koppeln stehen - ein Abbild von Wildnis, Freiheit und Abenteuer inmitten der Schweiz. In aufwendigen Hochglanzbildern und liebevollen Tiergeschichten zeigt der Film die ganze Schönheit der Jura-Region.
04:50
Die Landschaft um die Engadiner Seenplatte bietet Superlative: die höchste Schifffahrtslinie Europas, die größte Steinbock-Population der Schweiz, die ältesten Zirbelkiefern Graubündens. Auf dem Weg dorthin geht es 200 schroffe Höhenmeter den Malojapass nach oben - nur abwärts geht es vorerst nicht. Stattdessen gibt es ein Hochplateau mit vier eindrucksvollen Seen inmitten einer bombastischen Bergwelt mit steil aufragenden Gipfeln. Obwohl das Wetter es nicht vermuten lässt, bestehen die Engadiner darauf, die Schnittkante zwischen Afrika und Europa zu sein. So verblüffend das klingt, plattentektonisch gesehen stimmt es: Dort stoßen die Afrikanische und die Eurasische Kontinentalplatte aufeinander. Als sie sich einst entschlossen, zu kollidieren, haben sie die Berge aufgeschoben, und es kam zu der sogenannten Blattverschiebung, die noch heute dafür sorgt, dass es hinter dem Malojapass erst sechs Kilometer später wieder ins Tal geht. Dazwischen liegen die vier Seen. Mit ihren knapp 10.000 Quadratkilometern Fläche sind sie von großer Bedeutung für den Wasserhaushalt, für das Klima und auch als reichhaltige Ökosysteme. Rund um die Seen und auf den höher gelegenen Bergwiesen, Hochmooren und Gipfelfelsen tummelt sich alles, was in der Flora und Fauna der Alpen Rang und Namen hat: Enzian und Edelweiß, Steinbock und Murmeltier, jahrhundertealte Zirbelkiefern. So kurz der Sommer dort ist, so gewaltig weiß er sich zu inszenieren: eine Symphonie aus Farben und Formen, aus dem plötzlich explodierenden Grün der Almen, gesprenkelt mit der weiß schäumenden Gischt schmelzwasserführender Wildbäche. Auch in Sachen Wetter wird an einem Tag schon mal das ganze Repertoire aufgefahren: Sonnenstrahlen im Morgennebel, gleißendes Mittagslicht, abgelöst von plötzlich aufziehenden spektakulären Wolkenformationen und wildem Gewitter. Alles zusammen ein Naturschauspiel, das schon Philosophen, Dichter und Maler beflügelte, die die Oberengadiner Seenplatte immer wieder bereisten und in deren Licht und Farben sie Inspiration und Frieden fanden.
05:40
(aus der SRF-Reihe "Cuntrasts") Baumriesen sind Persönlichkeiten, sie trotzen Wind und Wetter - am gleichen Ort, oft seit Jahrhunderten. Es sind große und großartige Exemplare, unverwechselbar, monumental, einzigartig. In seinem Film über verwurzelte Giganten zeigt Arnold Rauch fünf Baumriesen: eine Fichte, die höchste Europas, eine gewaltige Buche, einen sehr seltenen Kastanienbaum, eine riesige Esche und die wohl älteste Arve weltweit.
06:20
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
07:00
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
07:30
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
08:00
Die "Früh-ZIB" informiert von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen aus Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Reportagen und Hintergrundberichte vertiefen das Verständnis der aktuellen Ereignisse.
08:05
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08:30
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08:33
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
09:00
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09:45
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10:20
Kein Name ist so mit der Wiener Ringstraße verbunden wie der der Firma Wienerberger. Der Film porträtiert den Werdegang des Unternehmens und zeigt die Bedeutung der Firma für Wien auf. Dem Unternehmer Heinrich Drasche gelang es, auf dem Wienerberg mit seinem Ziegelunternehmen ein gigantisches Monopol zu errichten, das so gut wie jeden Ziegel produzierte, der in der Ringstraßenzeit in Wien verbaut wurde. Dort verdingten sich die "Ziegelböhmen" - Arbeiter, die überwiegend böhmisch/mährischer Abstammung waren - deren soziale Lage später mit verantwortlich für die Gründung der Sozialdemokratie in Österreich wurde.
11:00
Wo einst hohe Gebirge aus den Urmeeren emporragten und heute eine sanfte, hügelige Landschaft das nördliche Waldviertel in Niederösterreich prägt, entspringt der Kamp. Er durchfließt bis zu seiner Mündung in die Donau eine vielfältige Kulturlandschaft. Er ist Lebensader für eine breite Palette an Flora und Fauna, aber auch für die Menschen, die dort eine spezifische Lebenskultur entwickelt haben. Der Film folgt dem Verlauf des Kamp von seinem unscheinbaren Ursprung über seine kaum berührten und idyllischen ersten 50 Kilometer, vorbei an Stiften und Schlössern, Sommerfrischen und archäologischen Sensationen - bis zu dem Punkt, wo die Täler von Kamp und Donau aufeinandertreffen und die besten Lagen für Riesling und Veltliner geschaffen haben. Auch die Jahreszeiten und ihre für das Kamptal spezifischen Ausprägungen spiegeln sich in dem Film wider: von der Ankunft der Störche auf den Türmen von Stift Zwettl im Frühjahr über die sommerlichen Vergnügungen auf den Kellerstraßen bis zur eindrucksvollen Atmosphäre beim herbstlichen "Abfischen" in den Teichen rund um Rappottenstein.
11:45
Frauen verdienen im Job immer noch weniger als Männer. Zusätzlich schmeißen sie noch den Haushalt, erziehen Kinder und pflegen Angehörige. Ihr Armutsrisiko im Alter wird völlig unterschätzt. Viele Frauen kümmern sich zu wenig um ihre Finanzen. Rund 70 Prozent der heute berufstätigen Frauen fürchten, sich im Alter drastisch einschränken zu müssen. Hilde Fromm ist wütend. Über die gesellschaftliche Ungerechtigkeit, dass sie ihr Leben lang für ihre Arbeit generell schlechter bezahlt wurde als Männer. Aber auch über sich selbst, weil die 68-Jährige sich immer zu wenig Gedanken über ihre finanzielle Situation gemacht hat. "'Über Geld spricht man nicht', sagte man früher. So wurde ich erzogen, und so habe ich es ein Leben lang gehalten." Diese Sprachlosigkeit hat jedoch krasse Folgen: Als Rentnerin kommt Hilde Fromm finanziell kaum über die Runden. Unterstützung findet sie beim Verein Lebenshilfe e. V. Dort bekommt sie regelmäßig Einkaufsgutscheine, eine warme Mahlzeit und trifft Frauen, denen es genauso geht wie ihr. Mandy Mewes und Jana Schütze befinden sich in der Mitte des Lebens. Das heißt vor allem eins: viel Arbeit. "Haushalt, Familie, Job - sitzen tue ich eigentlich nur, wenn ich esse", berichtet Jana. Die 51-Jährige arbeitete früher als OP-Assistenz. Doch mit inzwischen vier Kindern, zwei Hunden und einem vollzeitarbeitendem Ehemann musste sie ihre Arbeitszeit einschränken. Der neue Teilzeitjob als Sterilisationsassistentin bringt rund 50 Prozent weniger Gehalt. Das hat drastische Auswirkungen auf Janas Rentenniveau. "Das macht man sich erst mal gar nicht klar, was Teilzeit für langfristige Folgen hat." Mandy Mewes droht die Armut nicht erst im Alter, sondern schon jetzt. Die heute 47-Jährige war jahrelang Gutverdienerin mit Dienstwagen, regelmäßigen Urlaubsreisen und schicker Wohnung. Mit der Geburt ihrer Tochter und der Trennung vom Partner kam der finanzielle Absturz: "Wir müssen jeden Cent zweimal umdrehen. Ein Besuch im Eiscafé ist für mich heute ein kaum bezahlbarer Luxus." Studentin Laura Stuhldreier will gar nicht erst in eine solche Situation kommen. "Wenn's um die eigenen Finanzen geht, sollte jede Frau selbst aktiv werden", findet die 22-Jährige. Jeden Monat legt sie kleinste Beträge ihres Studentenbudgets in Aktien an. Was erst mal nach sehr wenig aussieht, rechnet sich langfristig sehr wohl. Eine "ZDF.reportage" über Frauen in der finanziellen Armutsfalle.
12:15
Das Verbraucher- und Ratgebermagazin im WDR-Fernsehen. Verbrauchertipps für jeden Tag. Wirklich preiswert? Wirklich praktisch? Wirklich lecker? Ob Gesundheit oder Geld, Wohnen oder Ernährung, Multimedia oder Verkehr - "Servicezeit" beleuchtet Hintergründe, schafft Orientierung und gibt praktische Ratschläge - und zwar unabhängig und neutral.
12:45
Blaues Meer, raues Land und noch kein Massentourismus: Die Zehenspitze Italiens ist eine Entdeckungsreise wert. Michael Friemel erkundet die Provinz Reggio Calabria an der Straße von Messina. Seit Odysseus' Zeiten ist die Meerenge zwischen dem italienischen Festland und Sizilien der Schauplatz von Mythen und Legenden. Die Reise beginnt beim Seeungeheuer Skylla, nach dem das kleine pittoreske Fischerstädtchen Scilla benannt ist. Dort erlebt Michael Friemel eine einzigartige Schwertfischjagd, besucht den "schönsten Kilometer Italiens", den Lungomare von Reggio Calabria, und taucht ein in die Antike. Weiter erkundet er verlassene Bergdörfer im "Aspromonte", dem "rauen Berg" mit dem größten Waldgebiet Italiens, und streift durch die Bergamotten-Plantagen, in denen 90 Prozent der Weltproduktion des Bergamotteöls entstehen. Schließlich landet er am südlichsten Punkt des europäischen Festlandes - an Stränden, die man eher in der Karibik vermutet. Eine spannende Reise in den - beinahe - unbekannten Süden Italiens.
13:15
Mallorca ist nach wie vor die Lieblingsinsel der Deutschen. Viele kennen jedoch nur Strand und Meer. Dabei hat Mallorca noch ein ganz anderes Gesicht abseits der großen Touristenströme. Im Westen der Insel liegt ein Wanderparadies: die Serra de Tramuntana, eine ausgedehnte Gebirgskette mit einer spektakulären Landschaft. Sie ist geprägt von aussichtsreichen Gipfeln über 1000 Meter und einer wild zerklüfteten Küste mit steilen Kalksteinklippen. Im Tramuntana-Gebirge ist die Vegetation noch ursprünglich und die Natur noch weitgehend intakt. Der Gebirgszug ist daher geschütztes UNESCO-Welterbe. Quer durch die Serra de Tramuntana führt der europäische Fernwanderweg GR 221, der auch "Ruta de Pedra en Sec" - Trockensteinmauerweg - heißt, da er oft auf mauergestützten Pfaden verläuft, die die Steilhänge landwirtschaftlich nutzbar machen. Die Inselquerung zu Fuß, überwiegend auf dem GR 221, beginnt in Port d'Andratx, führt dann in mehreren Etappen weiter über die südwestlichen Bergdörfer Estellencs und Esporles bis ins westliche Sóllertal. Von dort geht es vorbei an den höchsten Riesen Mallorcas hoch zum Cap Formentor ganz im Norden der Insel. Die Wanderungen führen mitten hinein in die gewaltige Bergwelt der Tramuntana, unter anderem auf den knapp 1000 Meter hohen Mola de s'Esclop und über den berühmten, eigens ausgebauten Reitweg des Erzherzogs Ludwig Salvator zu Füßen des Teix-Massivs.
14:00
Kristallklares, türkisblaues Wasser, endlose weiße Strände, Wander- und Radwege, Leuchttürme und Mühlen, Pinien und Rosmarin sattgrün. Wo bitte gibt es das noch auf der Welt? Auf Formentera! Die zweitkleinste Baleareninsel wird nicht umsonst die "europäische Karibik" genannt. Ein echtes Miniparadies, gerade mal 19 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle 1,5 Kilometer breit. Die Filmemacherin Natascha Rhein stellt die Insel im Mittelmeer vor. Zwischen Ibiza und Formentera wächst eine der größten Posidonia-Seegraswiesen der Welt. Sie ist acht Kilometer lang, rund 100.000 Jahre alt und UNESCO-Welterbe. Diese grüne Lunge des Mittelmeers ist verantwortlich für das außergewöhnlich klare Wasser. Formentera hat dem Schutz dieses besonderen ökologischen Lebensraums höchste Priorität eingeräumt. Natascha Rhein geht mit Ivan, dem Seegrasschützer von Formentera, auf Posidonia-Kontrolltour und lässt sich von Sven, dem Chef des legendären "Pirata Bus", den vielleicht weltbesten Mojito mixen. Sie besucht die hessische Auswanderin Ina, die vor 40 Jahren nach Formentera kam, um am Strand selbst genähte Hosen zu verkaufen und die Insel auch nach der Hippiezeit nicht mehr verlassen wollte. Außerdem lernt die Filmemacherin Ele und Natalia kennen - die eine feministische Künstlerin, die andere genderqueere Extremkletterin -, und Joel aus Argentinien ertaucht für sie den seiner Meinung nach schönsten Platz der Insel. Formentera - so klein, aber umso fortschrittlicher in Sachen Offenheit, Diversität und Natur!
14:45
Das gibt es nur auf Madeira: mit der Seilbahn rauf auf den Monte, runter mit dem Korbschlitten. Die Insel gehört zu Portugal und liegt 1000 Kilometer entfernt vom Festland mitten im Atlantik. Moderatorin Anne Willmes erkundet Besonderheiten der Insel: spektakuläre Steilklippen und Lavapools, einen Unterwasser-Naturschutzpark voller exotischer Fische und in der Hauptstadt Funchal eine Outdoor-Galerie aus kunstvoll bemalten Haustüren. Außerdem wandelt sie auf den Spuren von Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der in Funchal aufgewachsen ist, und erforscht das Geheimnis des berühmten Madeiraweins. Spektakulär ist die Wanderung durch den uralten Lorbeerwald entlang der berühmten Wasserkanäle, der sogenannten Levadas. Madeira hat viele schroffe Steilküsten, einige kleine Steinstrände und nur wenige Sandstrände. In Porto Moniz im Nordwesten der Insel badet Anne Willmes in einem Lavapool, geschützt vor den hohen Atlantikwellen. Einen neun Kilometer langen Traumstrand findet sie auf der Nachbarinsel Porto Santo. In Caniço an der Südküste von Madeira kann man in einem Unterwasser-Naturschutzpark schwimmen - und vor allem auch tauchen oder schnorcheln. Überall auf Madeira begegnet Anne Willmes die Bewunderung für den Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Der Flughafen trägt den Namen des berühmten Fußballspielers, im Hafen von Funchal steht eine riesige Bronzestatue vor dem Ronaldo-Museum, wo seine Trophäen und Ebenbilder ausgestellt sind: Ronaldo virtuell, lebensgroß, in Gold und ganz aus Schokolade. Das Haus seiner Familie im Stadtteil Santo António steht nicht mehr, aber eine Nachbarin erinnert sich an den Knirps, genauso wie der Präsident des Amateurklubs "Andorinha", wo Ronaldo als Achtjähriger seine ersten Spiele absolvierte. Der uralte Lorbeerwald zieht sich bis auf eine Höhe von 1300 Metern. Er bedeckt ein Fünftel der Insel Madeira und ist für den Wasserhaushalt dort unentbehrlich. Denn die Feuchtigkeit aus den Nebeln schlägt sich als Wasser auf den Bäumen nieder. Anne Willmes macht eine Wanderung ins Reich der Wasserfälle und Levadas, die schon ab dem 14. Jahrhundert auf Madeira in den Fels gehauen wurden.
16:15
Das goldene Licht der "Costa de la Luz" bezaubert Tamina Kallert auf ihrer Reise durch den Südwesten Andalusiens ebenso wie die kilometerlangen Strände. Sie startet in Tarifa, dem südlichsten Punkt Europas und internationalen Treffpunkt der Surfer, und folgt der Route der weißen Dörfer, die alle auf eine maurische Vergangenheit zurückblicken. In Jerez de la Frontera, der Stadt der berühmten Kartäuser-Pferde, kommt Tamina Kallert bei Tapas und Sherry dem Lebensgefühl der Andalusier ziemlich nahe. Das Wandern über die schmalen Holzplanken des "Caminito del Rey" entlang der Felswände ist ein spektakuläres Abenteuer, genau wie das Klettern auf dem Vía Ferrata, der in Ronda die berühmte Schlucht El Tajo senkrecht nach oben führt. Sevilla schließlich entführt sie in ein Märchen aus 1001 Nacht mit modernen Anklängen. Nur 14 Kilometer sind es von Tarifa, dem südlichsten Zipfel Europas, bis nach Afrika. Dazwischen: die Straße von Gibraltar. Durch das Aufeinandertreffen von Mittelmeer und Atlantik herrschen ganz besondere Windbedingungen, die Kiter und Surfer aus aller Welt anziehen. Tamina Kallert "schwebt" beim "Wing Foiling" mithilfe luftgefüllter Flügel übers Wasser. Dann geht es zum Whalewatching hinaus in die Meerenge, die von sieben Wal- und Delfinarten bevölkert wird. Von der Küste schlängelt sich die "Ruta de los Pueblos Blancos", die "Route der weißen Dörfer", durch das bergige Hinterland: Ronda liegt auf einem hohen Felsplateau und ist geteilt von einer tiefen Schlucht. Über die führt die steinerne Puente Nuevo, das Wahrzeichen des Orts. In "Setenil de las Bodegas" besichtigt Tamina Kallert eins der berühmten Höhlenhäuser, in "Zahara de la Sierra" hilft sie bei der Olivenernte, und in Grazalema, einst Hochburg der Tuchindustrie, besucht sie den letzten Familienbetrieb, der gewebten Decken aus Schurwolle herstellt. Sevilla ist voll von architektonischen Meisterwerken aus allen Epochen: Bei einem Besuch im Real Alcázar und seinen einmaligen Gärten fühlt sich Tamina Kallert wie in einem Märchen aus 1001 Nacht. Der ehemalige Königspalast in Sevilla ist ebenso wie die Kathedrale "Santa María de la Sede" UNESCO-Weltkulturerbe. Im drittgrößten Gotteshaus der Welt hat Christoph Columbus seine letzte Ruhestätte gefunden. Eine große Ehre ist für Tamina Kallert der Unterricht bei einer der berühmtesten Flamencotänzerinnen der Welt - stilecht im Flamenco-Museum.
17:45
Weiß ist die Grundfarbe an der Costa Blanca: weißer Sandstrand, weiß gekalkte Häuser, weiß blendende Hochhausfassaden an der Promenade von Benidorm. Dort wurde in den 1950er-Jahren der Massentourismus erfunden, treffen sich immer noch die Urlauberströme aus ganz Europa. Doch gerade weil sich die meisten Touristen auf die Hotspots konzentrieren, gibt es zahlreiche abgelegene Felsbuchten oder Lagunen zu entdecken. Schwindelfreiheit, absolute Trittsicherheit und Mut sind die Voraussetzungen für den Beruf, den Alvaro Garcia Abreu ausübt: Er seilt sich an den Hochhäusern Benidorms ab, um schadhafte Balkonbrüstungen zu reparieren, Fassaden zu streichen und um die Fenster zu putzen. Sein schwierigster Job: die Fensterfront des "Gran Hotel Bali". 186 Meter hoch, 52 Stockwerke, 750 Scheiben, eine Sisyphusarbeit. Die lange verschmähten Hochhäuser erfreuen sich einer überraschenden neuen Wertschätzung. Denn in puncto Flächen-, Baustoff- und Energieverbrauch haben sie eine erstaunlich gute Bilanz. "Rüpelrentner", die mit ihren Elektrofahrstühlen die Promenade von Benidorm unsicher machen, Taschendiebe, illegale Strandverkäufer: Paco Albero erkennt sie alle. Und das aus einem halben Kilometer Entfernung und aus der Luft. Mit seiner 17,5 Kilogramm schweren Drohne patrouilliert er die Strände. Bis zu zweieinhalb Stunden kann sein Gefährt in der Luft bleiben, die Akkus werden von einem Benzingenerator gespeist. Ein bisschen hört es sich so an, als wenn ein Rasenmäher abhebt, wenn die Drohnenpolizei mit ihrer Aufklärungsarbeit beginnt. Seine Ermittlungsergebnisse sendet er direkt an die Bodentruppen. Die Beamten der Strandpolizei stellen die Missetäter nur wenige Augenblicke später. "Moros y Cristianos" ist eine Feiertradition an der Costa Blanca, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Dabei wird die Reconquista nachempfunden, die Wiedereroberung Spaniens durch christliche Heere. Spanien war von 711 bis 1492 in unterschiedlichen Anteilen von den muslimischen Mauren beherrscht worden. Eins der bedeutendsten Feste findet in Santa Pola statt: Der große Umzug ist weit über die Grenzen des Küstenstädtchens berühmt. Schon Tage vorher probieren Triana Buenos und ihre Freundinnen Kostüme an und proben Tanzschritte. Allein für das Make-up haben sie für den Nachmittag vor dem Umzug mehrere Stunden angesetzt. Sie verwandeln sich in arabische Prinzessinnen. Am südlichen Ende der Costa Blanca erstreckt sich die größte Salzwasserlagune Europas. "Mar Menor", "das kleinere Meer", nennen die Spanier die Lagune liebevoll. Sie wird sowohl als "Badewanne mit Heilschlamm", aber vor allem als Naturidyll geschätzt. Doch durch giftige Einleitungen aus den nahe gelegenen riesigen Gurken- und Tomatenanbaugebieten droht das Ökosystem zu kollabieren. Viele Anwohner und Unterstützer wollen das Mar Menor retten, unter ihnen ein Adeliger: Gonzalo Quijano besitzt mitten im Mar Menor die "Isla del Barón", seit fünf Generationen in Familienhand. Er hat das Eiland zu einem privaten Naturschutzgebiet umgewandelt und sich dem Kampf gegen die schleichende Vergiftung der Lagune angeschlossen.
18:30
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:18
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:20
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Der Nordwesten Afrikas ist gefangen: im Süden und Osten von der größten Sandwüste der Erde, im Westen vom Atlantik und im Norden vom Mittelmeer. Dieser Einschluss in Verbindung mit drei großen Gebirgsketten, die den Regen fangen, schuf ein breites Spektrum an Lebensräumen. Durch den Hohen Atlas wird Marokko in zwei Lebensräume für Tiere und Pflanzen unterteilt. Der Gebirgszug ist natürliche Barriere und Klimascheide zwischen dem feuchteren Nord- und dem wüstenhaften Südmarokko. Das Rifgebirge und der mittlere Atlas fungieren als Wolkenfänger und ließen den Norden Marokkos ergrünen, in ausgedehnten Urwäldern aus Zedern, Stein- und Korkeichen. Die Wasserläufe und Flussdeltas sind für Zugvögel willkommene Rast- und Fressplätze. Eleonorenfalken kommen aus Madagaskar, um im September zu brüten und die nach Süden migrierenden Singvögel auf ihrer Winterreise nach Afrika auf einer Essaouira vorgelagerten Insel abzufangen. Auf der nordafrikanischen Seite der Meerenge von Gibraltar fällt der Meeresboden in einen tiefen Graben bis zu 2000 Meter ab. Die Mischzone aus Atlantik- und Mittelmeerwasser schafft an der Küste eine besonders artenreiche Unterwasserwelt. Sie ist Wanderroute und Fanggrund für ziehende Fische und Meeressäuger. Marokkanische Kleinfischer und Killerwale liefern sich dort jeden Sommer einen dramatischen Showdown um die Thunfische. Aber auch an Land und in der Luft finden sich ökologische Hotspots. Zwischen Marokko und Südspanien ist eine von drei Vogelzugrouten zwischen Afrika und Europa. Einigen ist die weitere Reise zu mühsam, sie beginnen vor Ort mit dem Nisten. Denn sie finden dort beste Bedingungen: Der regenreiche Poniente peitscht vom Atlantik her über den Norden Marokkos und staut sich an den Gebirgszügen. Drei große Erhebungen fangen die Wolken ein: das Rifgebirge im Norden, der Mittlere Atlas und der Hohe Atlas in Zentralmarokko. Die Berge sind Inseln des Lebens inmitten des vom Regen vernachlässigten Flachlandes und Heimat Hunderter oft endemischer Reptilien, Amphibien und Säugetiere. Auch entlang und an den Deltas der aus den Bergen in riesigen Wasserfällen zu Tal stürzenden Flussläufe findet sich ein überraschender Reichtum an tierischen Migranten, Siedlern und tropischen Relikten einer längst vergangenen Zeit - nicht selten die letzten ihrer Art. Je nach Höhenlage dominieren Steineichen oder uralte Zedernwälder die Landschaft. Tiefe Schluchten mit reißenden Strömen und riesigen Wasserfällen zeugen vom feuchten Klima. Bis über 3000 Meter erhebt sich der Gebirgszug, in der kalten Jahreszeit gruppieren sich die Berberaffen zwischen den verschneiten Zedern, um die Kälte besser zu ertragen. Die Makaken leben dort in mehreren promiskuitiven Clans - Verwandtschaftsverhältnisse untereinander sind ungeklärt. So werden die am Anfang schwarzen, dann immer helleren Jungtiere vom gesamten Clan aufgezogen.
21:00
Der Nordwesten Afrikas ist gefangen: im Süden und Osten von der größten Sandwüste der Erde, im Westen vom Atlantik und im Norden vom Mittelmeer. Dieser Einschluss in Verbindung mit drei großen Gebirgsketten, die den Regen fangen, schuf ein breites Spektrum an Lebensräumen. Durch den Hohen Atlas wird Marokko in zwei Lebensräume für Tiere und Pflanzen unterteilt. Der Gebirgszug ist natürliche Barriere und Klimascheide zwischen dem feuchteren Nord- und dem wüstenhaften Südmarokko. Der Hohe Atlas ist Lebensvernichter und -spender zugleich. Seine Gipfelregionen fangen die Wolken nach Süden hin ab und bilden damit das Tor zur Sahara. Doch die Niederschläge sammeln sich über das Jahr als Sickerwasser oder Schnee, um dann dosiert nach Süden in die Wüste geschickt zu werden und dort Oasen spezialisierten Lebens zu bewässern. Viele Wüstenbewohner haben sich über die Jahrmillionen spezialisiert, sich Trockenheit und Hitze angepasst. Sogar Säugetiere wie der Wüstenfuchs können so die unwirtlichsten Lebensräume besiedeln. Er muss fast nie trinken, über seine riesigen Ohren leitet er die Tageshitze ab, seine behaarten Pfoten erlauben ihm die Fortbewegung über glühenden Sand. Silberameisen haben feinste Härchen, über die sie das Sonnenlicht reflektieren. Hitzeschutzproteine machen eine Körpertemperatur von 54°C möglich. Die Hautpigmente der Dornschwanzagame ändern sich je nach Sonnenstand. So kann sie Hitze entweder reflektieren oder aufnehmen. Sandratten haben sich auf wasserspeichernde Pflanzen als Nahrung spezialisiert, so müssen auch sie nie trinken. Fast allen Wüstenbewohnern ist gemeinsam, dass sie die Nacht zum Tag machen. Wüstenhornvipern gehen auf die Suche nach Springmäusen, ein Afrikanischer Wüstenigel ist auf der Suche nach Walzenspinnen. Stachelschweine graben im Savannengrund nach Knollen und Wurzeln. Während der letzten Eiszeit war der Süden Marokkos wasserreich. Die Hinterlassenschaften der mächtigen Flussläufe prägen heute das Landschaftsbild: die Wadis - ausgetrocknete Flusstäler einer längst vergangenen Zeit. In den Höhlen ihrer ausgewaschenen Geröllhänge haben Afrikanische Goldwölfe ihr Zuhause. Doch manchmal kommt der Regen. Dann füllen sich diese vertrockneten Bachläufe und Lagunen. Sie werden Rastplatz für Zug- und Standvögel wie Flamingos oder Rostgänse. Die Wüste blüht während eines kurzen Zeitfensters. Dann muss alles ganz schnell gehen: Vogelküken müssen aufgezogen werden, Amphibien müssen sich verwandeln. Der Süden Marokkos stellt die Tier- und Pflanzenwelt vor große Herausforderungen, doch die Evolution hält erstaunliche Antworten bereit.
21:45
Die höchsten Sanddünen der Welt, tiefe Schluchten, Afrikas größte Wildtiere: Das ist Namibia. Das Land im südlichen Afrika zählt zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Welt. Eine Mischung aus afrikanischen und europäischen Einflüssen machen Namibia zu einem unvergesslichen Reiseziel. Der 3000 Kilometer lange Roadtrip ist ein einzigartiges Erlebnis.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:25
Mit Marko Feingold Marko Feingolds Erlebnisse in der NS-Diktatur bestimmten sein gesamtes Leben. 1938 wurde er in Wien von den Nazis verhaftet, danach überlebte er vier Konzentrationslager. Nach dem Krieg wurde er zum Fluchthelfer für Zehntausende ehemalige KZ-Gefangene, die er über die Alpen nach Italien und weiter nach Palästina schleuste. Neben Marko Feingolds Geschichten werden in diesem Film auch moralphilosophische Fragen aufgeworfen.
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Laut Umfrage fühlt sich jede dritte Frau in Deutschland finanziell abhängig vom Staat oder Partner. Selbst mit guter Ausbildung stecken viele in Teilzeitfalle, Altersarmut oder Bürgergeld. Melanie, Gisela und Carolin kämpfen wie viele Frauen gegen das Minus auf dem Konto. Strukturelle Hürden wie geringe Bezahlung, fehlender Ausgleich für Care-Arbeit, Teilzeitfalle und Altersarmut machen den Weg aus der Finanzmisere schwer - doch sie geben nicht auf. "Wenn ich mir was wünschen könnte, dann wäre es, einfach mal eine Nacht ohne Geldsorgen durchzuschlafen." Es ist ein bescheidener Wunsch der alleinerziehenden Mutter Melanie, dessen Erfüllung aber dennoch unerreichbar bleibt. Trotz guter Ausbildung ist sie seit Jahren abhängig von Bürgergeld, weil sie sich 145 Stunden pro Woche um ihren Sohn kümmert, der Autismus hat. Ein täglicher Kampf gegen das Minus auf dem Konto und das Minus im Leben, das durch die ständige Geldnot entsteht. Ein Hamsterrad aus Sorgen, Rückzug, Einsamkeit und noch mehr Sorgen. Am meisten ärgert sich Melanie darüber, dass sie sich auch noch für ihre Situation schämt. Für die Armut, die finanzielle Abhängigkeit, das Gefühl des Abgehängtseins, für das sie gar nichts kann und das sie mit Millionen Frauen teilt. "Ich bin selbst bei einer alleinerziehenden Mutter groß geworden und habe mir geschworen, ich werde auf eigenen Beinen bleiben, ich werde immer arbeiten. Ich wollte nie finanziell abhängig sein. Und genau das bin ich jetzt seit Jahren. Dafür habe ich kein Abi gemacht, dafür habe ich keine Ausbildung gemacht und Berufserfahrung gesammelt, um jetzt so zu versauern." Beim Anblick der Tierarztrechnung versagen Gisela die Beine, sie muss sich erst einmal setzen. Die Katzen sind alles, was sie hat. Doch die hohen Kosten für die Behandlung ihrer geliebten Kater Schnuffel und Filou wird die Rentnerin nicht länger stemmen können. "Es sieht wirklich so aus, als müsste ich einen abgeben", so Gisela. "Das ist hart, weil ich bin viel alleine hier, und das sind meine kleinen flauschigen Familienmitglieder." Mehr als 35 Jahre hat sie Vollzeit gearbeitet, als Erzieherin, später als Bürokauffrau. Doch wie bei vielen schlecht bezahlten typischen "Frauenberufen" reicht nun die Rente hinten und vorne nicht. Da sie nie geheiratet hat und schon immer allein lebt, muss sie auch alle Kosten allein zahlen. "Manchmal sag ich mir jetzt: Ach, hätte ich mir einen Mann genommen, dann hätte ich jetzt mehr Geld. Aber ein Mann wäre auch eine Abhängigkeit gewesen." Fest steht: Ohne staatliche Aufstockung der Rente und die Lebensmittel der Tafel könnte Gisela in München nicht überleben. Zu hause wird sie drei Tage den gleichen Eintopf essen, um sich das Geld für die Katzenmedikamente im wahrsten Sinne des Wortes vom Mund abzusparen. Wie so oft. Und trotzdem bleibt die Frage, ob sie sich die Katzen weiter wird leisten können. Ist bei ihr gerade die typische Teilzeitfalle zugeschnappt, oder findet sie noch rechtzeitig wieder heraus? Das fragt sich Carolin gerade jeden Tag, wenn sie zwischen Babybrei und Windelwechseln versucht, ihr Medizinstudium zu schaffen. Gerade ist die Patchwork-Mama mit ihrem zweiten Kind in Elternzeit, die Familienausgaben stemmt derzeit hauptsächlich ihr Mann. Aber gerade weil sie schon einmal eine Trennung hinter sich hat, will Carolin so schnell wie möglich wieder finanziell unabhängig werden. Nur wie, wenn sie ständig verantwortlich für die Kinder ist und kaum Zeit fürs Studium bleibt? Das Dilemma: Wenn sie ihr Studium durchzieht, ist sie mindestens noch vier Jahre komplett abhängig vom Ehemann. Wenn sie die zuverdienende Teilzeitmama bleibt, entstehen Erwerbslücken, und sie wird eines Tages nur eine geringe Rente bekommen, so wie Gisela. "Es ist für mich vom Kopf her schwierig zu sehen, dass er das ganze Geld verdient und ich gerade gar nichts. Ich bin quasi abhängig von meinem Mann. Und wenn wir dann zum Beispiel einkaufen gehen, habe ich ein schlechtes Gewissen, obwohl ich das nicht zu haben bräuchte, weil wir sind ja verheiratet, eine Familie." Wie trifft man als Paar eine faire Entscheidung? Für Carolin ist es ein ständiger Spagat zwischen ihrem Wunsch, eine gute Mutter zu sein, und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und finanzieller Unabhängigkeit. Wie wird sie sich entscheiden? Wird sie das Studium durchziehen und ihrem Traum, unabhängige Landärztin zu werden, treu bleiben?
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"10 vor 10" ist eine Informationssendung von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Vertiefende Berichte, Reportagen, Porträts und Live-Gespräche informieren über die wichtigsten Themen des Tages aus der Schweiz und der Welt.
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"Caren Miosga" diskutiert mit Entscheidern in Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft das aktuell relevanteste Thema der Woche. Dabei sollen unterschiedliche Standpunkte und Sichtweisen auf ein Problem sowie die dahinterstehenden politischen Prozesse deutlich werden. Ziel ist es, Mehrwert und Erkenntnisgewinn zu generieren und Gesprächswert für die kommende Woche zu schaffen.
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Seit 15 Jahren sind Werner Schmidbauer und Martin Kälberer ein fester Bestandteil des Line-Ups beim Münchner "Tollwood"-Festival: mit ihrem Programm "Schmidbauer und Kälberer laden ein ...". Diesmal haben sie die Mitglieder ihrer früheren Band "SchmidbauerS" eingeladen und feiern mit ihnen und dem Publikum ein großes Jubiläum: 30 Jahre nach Veröffentlichung ihres ersten Albums und nach zehnjähriger Pause haben sie nämlich ein neues Album aufgenommen. Das Studioalbum trägt den Titel "Mia san oans". Diese Wiedervereinigung wurde auf dem "Tollwood"-Festival mit einem großen Konzert gefeiert. Als besonderer Gast war die Folksängerin Valerie McCleary eingeladen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet ein stimmungsvoller Musikabend mit Hits wie "An am Abend so wia heit", "Am liebstsn'n daad i jetz" und "Strandlied".
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Bei ihrem Auftritt auf dem Münchner "Tollwood"-Festival laden Werner Schmidbauer und Martin Kälberer immer einen Gast zum gemeinsamen Musizieren ein. Diesmal Hannes Ringlstetter. Die beiden Gitarristen Schmidbauer und Ringlstetter werden von Multi-Instrumentalist Martin Kälberer begleitet, der die musikalischen Welten gekonnt verbindet. Das Trio spielt Hits wie "An am Abend so wia heit", "Niederbayern", "Heller Schein" und "Pfeilgradaus". Der niederbayerische Unterhaltungskünstler, TV-Moderator, Schauspieler, Kabarettist und Buchautor Hannes Ringlstetter brilliert vor allem als Musiker mit hintersinniger Ironie. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet ein unterhaltsamer und stimmungsvoller Musikabend.
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Noch nie hatten sie gemeinsam Musik gemacht, persönlich kannten sie sich kaum: Comedian und Musiker Helge Schneider und Starpianist Igor Levit. Eingeladen von "Z'am rocken" stellten sich die beiden einen ganzen Tag lang einer besonderen Herausforderung: tagsüber Proben - am Abend dann ein gemeinsames Konzert vor Publikum. Mit Unterhaltungskünstler Helge Schneider würde er gern einmal zusammenspielen, sagte Starpianist Igor Levit verblüffender Weise 2017 in einem Interview. Und wenn ein Levit anfragt, sagt ein Helge Schneider nicht "Nein". Und so begegneten sich einer der größten Pianisten unserer Zeit und ein begnadeter Komiker, der zugleich ein außergewöhnlicher Musiker ist, für eine besondere Herausforderung: Nur einen Tag hatten sie Zeit, sich - im Wortsinne - aufeinander einzuspielen und auf ihre eigenen Art miteinander Musik zu machen. Begleitet wurden sie dabei im weltberühmten Münchener Hofbräuhaus von Bayerns bekanntester Musikerfamilie, den Wells.
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Weiß ist die Grundfarbe an der Costa Blanca: weißer Sandstrand, weiß gekalkte Häuser, weiß blendende Hochhausfassaden an der Promenade von Benidorm. Dort wurde in den 1950er-Jahren der Massentourismus erfunden, treffen sich immer noch die Urlauberströme aus ganz Europa. Doch gerade weil sich die meisten Touristen auf die Hotspots konzentrieren, gibt es zahlreiche abgelegene Felsbuchten oder Lagunen zu entdecken. Schwindelfreiheit, absolute Trittsicherheit und Mut sind die Voraussetzungen für den Beruf, den Alvaro Garcia Abreu ausübt: Er seilt sich an den Hochhäusern Benidorms ab, um schadhafte Balkonbrüstungen zu reparieren, Fassaden zu streichen und um die Fenster zu putzen. Sein schwierigster Job: die Fensterfront des "Gran Hotel Bali". 186 Meter hoch, 52 Stockwerke, 750 Scheiben, eine Sisyphusarbeit. Die lange verschmähten Hochhäuser erfreuen sich einer überraschenden neuen Wertschätzung. Denn in puncto Flächen-, Baustoff- und Energieverbrauch haben sie eine erstaunlich gute Bilanz. "Rüpelrentner", die mit ihren Elektrofahrstühlen die Promenade von Benidorm unsicher machen, Taschendiebe, illegale Strandverkäufer: Paco Albero erkennt sie alle. Und das aus einem halben Kilometer Entfernung und aus der Luft. Mit seiner 17,5 Kilogramm schweren Drohne patrouilliert er die Strände. Bis zu zweieinhalb Stunden kann sein Gefährt in der Luft bleiben, die Akkus werden von einem Benzingenerator gespeist. Ein bisschen hört es sich so an, als wenn ein Rasenmäher abhebt, wenn die Drohnenpolizei mit ihrer Aufklärungsarbeit beginnt. Seine Ermittlungsergebnisse sendet er direkt an die Bodentruppen. Die Beamten der Strandpolizei stellen die Missetäter nur wenige Augenblicke später. "Moros y Cristianos" ist eine Feiertradition an der Costa Blanca, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Dabei wird die Reconquista nachempfunden, die Wiedereroberung Spaniens durch christliche Heere. Spanien war von 711 bis 1492 in unterschiedlichen Anteilen von den muslimischen Mauren beherrscht worden. Eins der bedeutendsten Feste findet in Santa Pola statt: Der große Umzug ist weit über die Grenzen des Küstenstädtchens berühmt. Schon Tage vorher probieren Triana Buenos und ihre Freundinnen Kostüme an und proben Tanzschritte. Allein für das Make-up haben sie für den Nachmittag vor dem Umzug mehrere Stunden angesetzt. Sie verwandeln sich in arabische Prinzessinnen. Am südlichen Ende der Costa Blanca erstreckt sich die größte Salzwasserlagune Europas. "Mar Menor", "das kleinere Meer", nennen die Spanier die Lagune liebevoll. Sie wird sowohl als "Badewanne mit Heilschlamm", aber vor allem als Naturidyll geschätzt. Doch durch giftige Einleitungen aus den nahe gelegenen riesigen Gurken- und Tomatenanbaugebieten droht das Ökosystem zu kollabieren. Viele Anwohner und Unterstützer wollen das Mar Menor retten, unter ihnen ein Adeliger: Gonzalo Quijano besitzt mitten im Mar Menor die "Isla del Barón", seit fünf Generationen in Familienhand. Er hat das Eiland zu einem privaten Naturschutzgebiet umgewandelt und sich dem Kampf gegen die schleichende Vergiftung der Lagune angeschlossen.