13:57
Die französische Insel Martinique ist ein voll integrierter Teil der EU. Im Landesinnern gibt es sogar einen "Canton Suisse" - es ist der 27. Kanton der Schweiz. Seit einigen Jahren produziert eine kleine Kooperative auf der Karibikinsel Grenada Schokolade. Ihre dunkle Bioschokolade ist mittlerweile so gut, dass sie von einer englischen Jury mit Höchstlob ausgezeichnet wurde. Hinter der Schokoladenfabrik steckt ein umtriebiges Duo: Mott Green, ein Aussteiger aus New York, und der Rastafari Edmond Brown. Auf der französischen Karibikinsel Guadeloupe sind die sozialen Spannungen zwischen Weißen und Schwarzen eskaliert. Die Folge: wochenlange Streiks, die Wirtschaft und Tourismus schädigten. Der Anführer der Opposition, Élie Domota, ist zum Helden vieler Menschen geworden.
14:42
Dominica ist eine grüne, paradiesische Insel. Dorthin ist die Schweizer Familie Burkard ausgewandert. Ihr Leben dreht sich vor allem um Sport. Dank der Burkards haben heute alle 10.000 Schüler auf Dominica Sportunterricht. Eine Insel weiter, auf Montserrat, spuckt der Vulkan Soufrière Hills heftig Asche. Eine weitere Station ist St. Thomas, eine der amerikanischen Jungferninseln. Auf dem karibischen Meeresboden liegen wertvolle Schätze von versunkenen Kolonialschiffen. Früher wurden die Kostbarkeiten von Piraten gejagt, heute haben es waghalsige Schatztaucher auf die Fracht abgesehen - trotz Verbots. Was auf dem Meeresboden liegt, ist geschütztes Kulturgut. Bananen sind das bekannteste Exportgut aus der Karibik. Amerikanische multinationale Konzerne haben sich damit jahrzehntelang eine goldene Nase verdient. Unter dem Druck der Konsumenten in Europa hat sich die Bananenproduktion verändert. Sie wurde sozialer und umweltfreundlicher.
15:27
Die Karibikinsel St. Martin ist so groß wie der Schweizer Vierwaldstättersee - circa 145 Quadratkilometer - und zur Hälfte holländisch, zur Hälfte französisch. Deshalb gibt es zwei Währungen. Man kann mit Euro und Antillen-Gulden bezahlen. Im Tortuguero-Nationalpark in Costa Rica hat Fotograf Thomas Marent Urwaldtiere fotografiert. Die Bilder wurden millionenfach auf Abziehbilder kopiert und gesammelt. Nun sucht er im Regenwald nach Weißen Fledermäusen. Der kürzeste Weg vom Atlantik in den Pazifik führt seit 1914 durch den Panamakanal. Früher ging der Weg über den Grenzfluss Río San Juan zwischen Nicaragua und Costa Rica. Die Insel Saba in den Niederländischen Antillen hat 1500 Einwohner, keine Sandstrände, kein Handynetz, dafür aber den höchsten Berg der Niederlande.
16:12
Kein Land hat so viele international erfolgreiche Schönheitsköniginnen wie Venezuela. Viele junge Frauen werden dort mit Skalpell und Kalkül für die Misswahlen geformt. Mehr als 20 Millionen sonnenhungrige Touristen suchen jedes Jahr Erholung an den traumhaften Stränden der Karibik, unter anderem am Maho Beach in St. Martin. Dort donnert alle paar Minuten ein Jet über den schmalen Strandstreifen. Er landet unmittelbar hinter der Sandbank auf dem internationalen Flughafen und begeistert die Urlauber. In Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, versucht der in der Schweiz aufgewachsene Franmil Tavarez sein Glück als Urimat-Vertreter. Er ist fest entschlossen, dem wasserlosen Pissoir - eine helvetische Erfindung - in der Heimat seiner Eltern zum Durchbruch zu verhelfen.
16:58
Die Karibik hat auch eine andere Seite als weiße Sandstrände, Palmen und lebensfrohe Menschen: Armut, politische Instabilität und Naturkatastrophen machen den Staaten zu schaffen. Seit dem Erdbeben im Januar 2010 auf Haiti haust Familie Gard in einem Zelt. Marise hat bei dem Erdbeben ein Bein verloren. Die Spezialisten des neuen Prothesenzentrums im Hôpital Albert Schweitzer konnten ihr helfen. Die Filmstudentin Keziah Jean erzählt, wie sie während eines Übungsfilms vom Erdbeben überrascht wurde und die ersten Bilder der Katastrophe machte - Aufnahmen, die um die Welt gingen. Seither dokumentiert Keziah Jean die Folgen des Erdbebens und hofft, dass ihr Land nicht wieder in Vergessenheit gerät.
17:44
1000 Kilometer fährt Mona Vetsch durch das farbenprächtige Kuba, bis sie in Havanna - dem Ziel ihrer großen Karibikreise - ankommt. In der Schweinebucht erzählt ihr ein alter Kämpfer, wie es damals war, als die USA zur Invasion Kubas ansetzten. Auf Kuba lebt die Bienenelfe, der kleinste Vogel der Welt. Dieses Vögelchen ist etwa so groß wie eine Libelle. Sie ist schwer zu finden. Der Schweizer Erich Ritter ist ein weltberühmter Haiforscher. Auf der Insel Grand Cay auf den Bahamas betreibt er eine Haischule, wo abenteuerlustige Tauchtouristen lernen, mit Haien umzugehen.
18:30
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:20
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:22
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:16
Afrika ist der zugleich jüngste und älteste Kontinent. Durch Wissenschaft und Innovationen weist das Zukunftslabor elf der 20 weltweit am stärksten wachsenden Volkswirtschaften auf. "Bei Afrika denken die meisten an Armut oder an Safari", sagt der Journalist Dipo Faloyin. Doch auf dem Power-Kontinent mit der jüngsten Altersstruktur entwickeln immer mehr junge Wissenschaftler Innovationen, die unsere globalen Probleme lösen könnten. Die Herausforderungen Bevölkerungswachstum und Klimakrise sind in Afrika immens. Mithilfe der Innovationskraft junger Forscher senken in Kenia neue Technologien in der Futtermittelproduktion die Preise von Kraftfutter. Mobile Kommunikationslösungen aus Nairobi liefern Wissen und Bildung in indigenen Sprachen auch in den letzten Winkel Ostafrikas. Kenia und Uganda werden schon heute zu mehr als 90 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt. Dies nutzt ein junger afrodeutscher Unternehmer in Kampala zur Elektrifizierung des Individualverkehrs. Und im westafrikanischen Accra wird bereits die erste künstliche Intelligenz Afrikas im Gesundheitswesen eingesetzt. In Zukunft muss Afrika in seiner Entwicklung Quantensprünge machen, um gegen den Klimawandel gewappnet zu sein. Denn 70 Prozent der 1,4 Milliarden Afrikaner aus 54 Ländern leben in Küstenregionen, die vom steigenden Meeresspiegel bedroht werden. Für das Jahr 2050 wird in Afrika eine Bevölkerungsgröße von etwa 2,5 Milliarden Menschen erwartet. Auf dem Kontinent entstehen deshalb neue Gebäudeideen, um in Lagos die Vision einer schwimmenden Stadt, die sich dem Meeresspiegel anpassen kann, Realität werden zu lassen.
21:00
Der Kolonialismus von heute wütet auch im Internet, in der Tiefsee und im Weltall. Wie dabei dieselben Mechanismen wie früher greifen, darüber diskutiert Stephanie Rohde mit ihren Gästen. Der moderne Kolonialismus unterscheidet sich kaum vom Kolonialismus der frühen Neuzeit. Auch wenn die Kolonialherren andere Namen tragen, bleiben die Mechanismen gleich: Es wird geraubt, ausgebeutet und Abhängigkeit geschaffen. Mit der "Entdeckung" Amerikas begann das koloniale Zeitalter. Damals ging es hauptsächlich um Landnahme, Gold und Versklavung. Heute geht es auch um digitale Daten, seltene Erden und eine Vormachtstellung im Weltall. Die neuen Kolonialmächte sind nicht mehr nur Staaten, sondern auch Firmen wie Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Huawei und DeepSeek. Hat das Kolonialzeitalter am Ende gar nicht aufgehört zu existieren? Versklavt der moderne Kolonialismus per Glasfaser uns alle? Geht es am Ende wieder um globale Allmachtsfantasien und Weltherrschaft? Darüber diskutiert Stephanie Rohde mit ihren Gästen.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
"auslandsjournal extra" zeigt politische Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen in den Ländern der Welt. Das Magazin berichtet über Hintergründe von Konflikten, beobachtet Entwicklungen der internationalen Politik, und Auslandskorrespondenten liefern Analysen.
22:58
Sogenannte kriminelle Clans sind nicht nur ein Phänomen, das sich auf die typischen Hotspots wie Berlin, Bremen und Essen beschränkt. Mittlerweile sind die Familien bundesweit aktiv. Clanbosse beziehen Villen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, verkaufen in Niedersachsen Drogen im großen Stil und erwirtschaften ein illegales Vermögen. Die Gelder aus den Aktivitäten verleihen den Clans immer mehr Macht und Einfluss. Sie spannen ein Netz aus Abhängigkeiten bis hinein in den Sicherheitsapparat, wie exklusive Recherchen belegen. In diesem Film sprechen Insider aus Polizei- und Ordnungsbehörden sowie Mitglieder sogenannter Clan-Familien. Ein Mitglied behauptet, es gebe sogar Kontakte zum Zoll. "Wer den Zoll in der Hand hat, kann fast machen, was er will. Das ist das Tor für viele Geschäfte", sagt Mann im ZDF-Interview. Dabei spiele der Zoll eine zentrale Rolle, wenn es darum gehe, den Clans die illegal erlangten Gelder wegzunehmen. "Es herrscht auch bei der Polizei auf manchen Dienststellen Verzweiflung. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Immer wenn wir große Telefonüberwachungsverfahren hatten, sind immer wieder Polizisten in diese Verfahren hineingefallen. Das ist Wahnsinn, man glaubt es kaum", beschreibt ein ehemaliger LKA-Ermittler, der auch heute noch bestens vernetzt ist, die Situation. Aktuell wird gegen mehrere Polizeibeamte ermittelt, die in einem typischen Clan-Hotspot eingesetzt wurden. Angeblich haben sie im Gegenzug für Bargeld und Luxusartikel im Wert von mehreren Hunderttausend Euro Dienstgeheimnisse verraten und eine Clan-Familie bei Drogengeschäften unterstützt. "Solche Dinge treffen einen ins Mark, und man geht am nächsten Tag ganz anders in den Dienst, weil man große Angst hat, dass sich der Kollege gegenüber oder die Kollegin im Nachbarbüro ebenfalls hat kaufen lassen - und man dadurch möglicherweise in große Gefahr geraten kann", sagt ein Behördenmitarbeiter, der regelmäßig mit einem der Beschuldigten zusammengearbeitet hat. Das Netz der Clans reiche nicht nur in den Sicherheitsapparat, sondern auch in die Privatwirtschaft. Die Doku "Kriminelle Clans in Deutschland - Ist der Staat machtlos?" geht der Frage nach, ob dies alles Einzelfälle sind oder ein generelles Problem. "Das ist für die Korruptionsforschung ein relativ neuer Bereich, weil das, was Clans entwickelt haben, wie sie Korruption für ihre kriminellen Ziele nutzen, eine Kombination aus verschiedenen Methoden ist, die wir in den Jahren zuvor so vielleicht noch gar nicht gesehen haben", sagt Karin Holloch von Transparency International Deutschland.
23:43
"Operation epischer Zorn", so lautet der amerikanische Codename für den Iran-Krieg. Doch mit jedem Tag mehr wird der Krieg zum "epischen Desaster". Ein Desaster, das nicht nur den Nahen Osten, sondern die gesamte Weltwirtschaft mit sich reißt. - Drei Reporter begeben sich auf Spurensuche. Nach martialischen Drohungen von US-Präsident Trump, Häme aus Teheran, amerikanisch-israelischen Luftschlägen, iranischen Gegenangriffen auf Israel und die arabischen Nachbarländer, der Sperre der Straße von Hormus, einer höchst fragilen Waffenruhe und gescheiterten Friedensgesprächen steht fest - Unsicherheit ist die einzige Konstante in diesem Krieg. Was es heißt, nie zu wissen, was der nächste Tag bringt, erfahren die ORF-Korrespondenten nicht nur am eigenen Leib, sondern auch im Gespräch mit den Menschen in ihrer Region. Der Waffenstillstand bringt der israelischen Bevölkerung gerade eine Verschnaufpause. Doch kaum jemand traut der aktuellen Ruhe. Korrespondent David Kriegleder, der selbst seit Wochen ein Leben zwischen Bunker und Live-Berichterstattung führt, macht sich ein Bild von der Stimmung im Land. Er trifft Israels bekannteste Instagram-Familie und einen Musiker, um über ihre Kriegserfahrungen, Hoffnungen und Sorgen zu sprechen. Und er spricht mit Menschen im israelisch-libanesischen Grenzgebiet, wo die Kämpfe zwischen Israel und der Terrormiliz-Hisbollah andauern. Korrespondentin Rosa Lyon konnte am Tag, als der Krieg im Iran begonnen hat, gerade noch das Land verlassen. Seither ist sie mit Menschen vor Ort in Kontakt und erfährt, dass sich viele Gegner und Kritikerinnen des Regimes im Iran dieser Tage hinter ihre Regierung stellen. Der Hass gegenüber den beiden Erzfeinden Israel und USA eint. Tausende Menschen sind bereits bei Luftangriffen getötet worden, noch mehr verletzt. Schulen, Krankenhäuser, Brücken, Energieanlagen wurden zerstört. Die Menschen im Iran haben keine Bunker, in denen sie Schutz suchen können, die Bemühungen um Freiheiten und Menschenrechte sind in den Wirren des Krieges erstickt. Rund eine Milliarde Dollar kostet die USA - Schätzungen zu Folge - ein Tag Krieg gegen den Iran. Für viele Amerikanerinnen und Amerikaner ist dieser Krieg, den ihr Präsident begonnen hat, zwar geographisch weit entfernt, doch die Auswirkungen werden im Alltag immer spürbarer - allem voran an der Tankstelle. Korrespondent Christophe Kohl macht sich für "WeltWeit" auf den Weg nach Oklahoma. Er besucht einen Farmer, der neben den hohen Spritkosten mit massiven Preisschwankungen bei Düngemitteln zu kämpfen hat. Diese Unsicherheit bringt viele Betriebe an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Experten warnen, dass die steigenden Produktionskosten langfristig auch die Lebensmittelpreise in den USA weiter in die Höhe treiben könnten.