20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:16
Aggression und Ärger nehmen zu: Laut Umfragen erleben 84 Prozent mehr Verrohung und eskalierende Konflikte im Alltag - ob im Straßenverkehr oder online. Werden wir zur Wutgesellschaft? Wut kennt jeder. Sie spaltet, treibt an und verbindet. Sie wirkt zerstörerisch, aber auch konstruktiv: Wut mobilisiert, macht Missstände sichtbar und verändert unser Zusammenleben stärker, als vielen bewusst ist. Doch was passiert, wenn Wut zur Norm wird? Wut äußert sich nicht nur öffentlich - etwa in sozialen Medien, auf Demonstrationen oder im Straßenverkehr: Auch im Körper löst sie Stressreaktionen aus, die unsere Gesundheit beeinträchtigen können. Forschungen aus Psychologie, Neurobiologie und Soziologie zeigen, warum Menschen unterschiedlich auf Ärger reagieren, welche Rolle Neurotransmitter und Hirnareale spielen und wie Kinder erst lernen müssen, Impulse zu kontrollieren. Die "NANO Doku" untersucht Ursachen und Mechanismen hinter der steigenden Gereiztheit. Sie begleitet die Polizei im Einsatz, eine Schulklasse bei einem Projekt zur Impulskontrolle und testet, wie wir effektiv Wut abbauen können. Sie zeigt Betroffene, die mit ihrer eigenen Aggression kämpfen, und Menschen, die Wege gefunden haben, sie in etwas Positives zu verwandeln. Und sie zeigt, wie aus einem explosiven Gefühl ein Werkzeug werden kann - für Veränderung, Widerstand und ein besseres Miteinander. Um 20.15 Uhr beleuchtet die NANO Doku relevante wissenschaftliche Themen, die uns bewegen; um 21.00 Uhr diskutieren die Moderatorinnen Alena Buyx und Stephanie Rohde im Wechsel im "NANO Talk" mit ihren Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven über das Thema.
21:00
Liberale Demokratien geraten unter Druck. Faschistoide Systeme etablieren sich. Moderatorin Alena Buyx diskutiert mit Ihren Gästen, was Wähler dazu bringt, die Freiheit abzuwählen. Der Virus des Faschismus verbreitet sich schnell. Eine veränderte globale Weltordnung befördert Unsicherheit. Geringerer Wohlstand schürt Unzufriedenheit mit dem Etablierten. Autoritäre Systeme versprechen dagegen klare Ordnung und Besserung der Verhältnisse. Aktuelle Untersuchungen zur Krise westlicher Demokratien zeigen: Viele Menschen werden von Frustration und Wut getrieben. Der Eindruck, mit ihren Bedürfnissen von der politischen Führung nicht gehört zu werden, lässt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl politischer Ohnmacht entstehen. Dazu kommt, dass demokratische Entscheidungsprozesse oft als kompliziert und zu weit entfernt vom eigenen Alltag wahrgenommen werden. Der ideale Nährboden für Populisten und autoritär faschistische Bewegungen. Aber die Geschichte zeigt: Autoritäre faschistische Regime halten ihre Heilsversprechen nicht. Am Ende stehen die Auflösung aller Rechtstaatlichkeit, der Verlust der Freiheit und die Missachtung der Menschenrechte. Wie ist es möglich, dass sich auf dem Boden demokratischer Verfassungen faschistische Strukturen etablieren und demokratische Instrumente missbraucht werden, um autoritäre Systeme zu schaffen? Warum scheint die Demokratie so anfällig für Zerstörung zu sein? Welche Rolle spielen dabei Bildung und Medien? Wie lässt sich die Resilienz der Demokratie stärken und der Erfolg der Populisten stoppen? Darüber diskutiert Alena Buyx im "NANO Talk" mit ihren Gästen. Gästeliste: Prof. Dr. Rainer Mühlhoff ist Professor für Ethik der Künstlichen Intelligenz am Institut für Kognitionswissenschaft und am philosophischen Institut der Universität Osnabrück. Der studierte Philosoph und Mathematiker hat sich schon früh mit Informatik beschäftigt und Berufserfahrung als Softwareentwickler gesammelt. Heute warnt er vor faschistischen Kräften in den USA die mit Hilfe von KI und Datenanalyse die Demokratie abschaffen wollen. Prof. Dr. Oliver Nachtwey ist Professor für Gesellschaftswissenschaften an der Uni Basel. Nachtwey arbeitet zu gesellschaftlichen Modernisierungs- und Individualisierungsprozessen sowie zum Wandel der Arbeit. Und er forscht über die Entwicklung sozialer Konflikte, Digitalisierung und dem neuen Autoritarismus. Prof. Dr. Sven Reichardt ist Professor für Zeitgeschichte an der Universität Konstanz. Er arbeitet zur Geschichte des globalen Faschismus, zu sozialen Bewegungen und zur Zivilgesellschaft in Europa und den USA, zur globalen Geschichte von Krieg, Bürgerkrieg und Terrorismus sowie zur Umweltgeschichte mit den Schwerpunkten Ökologie von Kriegen, nachhaltiger Tourismus und Umweltwissen in den 1970er-Jahren.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
Ungarn hat die Wahl: weitere vier Jahre unter Viktor Orbán? Oder gelingt dem Oppositionsführer Péter Magyar die Sensation? So oder so steht viel auf dem Spiel. Für Ungarn, aber auch für die gesamte EU und nicht zuletzt für die Ukraine. Denn auf europäischer Bühne hat sich Ungarn unter Orbán immer mehr ins Abseits gestellt mit seinen nationalistischen und russlandnahen Positionen. In Ungarn selbst werden ihm und seiner Partei massive Vetternwirtschaft, Autoritarismus und Beschädigung der Unabhängigkeit von Justiz und Medien vorgeworfen. Und für die Ukraine steht viel auf dem Spiel, weil die Regierung Orbán stets ein Ende der militärischen Unterstützung Kiews fordert. ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge analysiert die politische Ausgangslage in Budapest und Brüssel. Er ist unterwegs im Land, trifft Wähler, analysiert die Rolle von Bots und KI im Wahlkampf und beleuchtet die Lage der Menschenrechte in Ungarn unter Orbán, der nach wie vor insbesondere auf dem Land auf viel Rückhalt zählen kann.
23:13
Trotzige Kinder, Gewaltausbrüche, Panikattacken, überforderte Eltern und Fachstellen: Was bedeutet es für Familien, wenn Kinder mit Blockaden oder gewalttätigen Wutausbrüchen reagieren? Der neunjährige Livio ist ein lieber, aufgeweckter Junge - solange er bestimmen kann. Werden an ihn aber Anforderungen gestellt, kann er ausrasten. Seine Eltern und Fachpersonen sind überfordert. Auch die 15-jährige Emilia und der fünfjährige Lion zeigen ein ähnliches Verhalten. Neuere Forschungen begründen die extreme Vermeidung von Anforderungen neurologisch. Das Syndrom: "Pathological Demand Avoidance" (PDA) - eine krankhafte Vermeidung von Anforderungen. Ob es mit einer Autismus-Spektrum-Störung im Zusammenhang steht, ist umstritten. PDA ist im deutschsprachigen Raum noch wenig erforscht. Schätzungen gehen davon aus, dass nur wenige Kinder von PDA betroffen sind. Umso gravierender sind aber die Folgen für Familien und Umfeld. Die Dokumentation porträtiert Kinder und Jugendliche, die wegen ihrer PDA-Verhaltensstörung jedes System ans Limit bringen.