18:30
Der knapp 50 Meter hohe Hochzeitsturm, auch "Fünffingerturm" genannt, ist markantes Wahrzeichen der Mathildenhöhe in Darmstadt. Das einzigartige Jugendstilensemble aus Museumsbauten, Wohnhäusern und Parkanlagen gilt als Wiege der Moderne und ist seit 2021 UNESCO-Welterbe. "Ich liebe die Mathildenhöhe so sehr", sagt der Schauspieler Matthias Matschke, der prominente Gast im Museums-Check. Seit Herbst 2024 erstrahlt das Areal in neuem Glanz, nach Jahren umfangreicher Sanierung. 1899 hatte Großherzog Ernst Ludwig die Künstlerkolonie gegründet und zunächst den Designer und Architekten Joseph Maria Olbrich aus Wien nach Darmstadt gelockt. Er entwarf die meisten der Gebäude. Um 1900 lebten und arbeiteten dort 23 Künstler. Sie organisierten vier wegweisende Ausstellungen und machte Darmstadt zu einem Hotspot der Moderne. Heute kann man das "Museum Künstlerkolonie", das "Institut Mathildenhöhe Darmstadt" und den Hochzeitsturm besichtigen und einige der Künstlerhäuser im Rahmen von Sonderführungen. Eine Dauerausstellung veranschaulicht die Geschichte der Mathildenhöhe und die Idee des Gesamtkunstwerks. Die Künstler gestalteten alle Bereiche des Lebens, vom Kuchenlöffel über den Teppich und den Esstisch bis hin zum Gartentor. Ein Highlight im "Museum Künstlerkolonie" ist die Rekonstruktion des 1902 entstandenen Speisezimmers von Peter Behrens. Der Hochzeitsturm entstand als Geschenk der Stadt Darmstadt zur Hochzeit von Großherzog Ernst Ludwig. Die Aussichtsplattform bietet Panoramablicke auf Darmstadt und im Trauzimmer kann man sich das Jawort geben. Wechselnde Sonderausstellungen sind im "Institut Mathildenhöhe" zu sehen. Die Schau "Raise the Roof" zeigt bis zum 1. Februar 2026 Werke von Nevin Aladag. Die Künstlerin mit türkischen Wurzeln greift Themen wie Identität und Migration auf. Sie bringt Alltagsobjekte wie Teppiche und Musikinstrumente in neue Zusammenhänge und schafft sinnliche Installationen. Eigens für die Mathildenhöhe hat sie eine neue Arbeit geschaffen. Der weitläufige Platanenhain wurde schon 1830 angelegt und für die vierte Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie 1914 von dem Bildhauer Bernhard Hoetger umgestaltet. Er schuf mit Skulpturen, Reliefwänden und Inschriften ein Gesamtkunstwerk, das den Kreislauf allen Lebens thematisiert und mit dem Symbol des Wassers verbindet.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:08
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:10
Was haben Polopferde aus Buenos Aires, Schweine auf einem Bauernhof bei München und eine revolutionäre Krebstherapie aus Heidelberg gemeinsam? Bei allen dreien wurde das Erbgut verändert - mit CRISPR-Cas9, der sogenannten Genschere. Doch welche Türen öffnet diese "Gen-Editierung"? "NZZ Format" reist bis in die argentinische Pampa, um die ersten Gen-editierten Polopferde der Geschichte zu besuchen. In Heidelberg trifft das Filmteam einen Shootingstar der Medizin, der mit Gen-editierten Immunzellen an einer Therapie arbeitet, die die Krebsbehandlung grundlegend verändern könnte. Und auf einem Bauernhof bei München besucht es Gen-editierte Schweine, die bald eine Lösung für alle Menschen sein könnten, die weltweit auf ein Spenderherz warten. 2020 erhielten zwei Wissenschaftlerinnen den "Nobelpreis für Chemie" für diese revolutionäre Entdeckung. Doch auch die Risiken der Gen-Editierung sind groß. Wie gelingt die Balance zwischen wissenschaftlichem Fortschritt, ethischer Verantwortung und gesellschaftlicher Kontrolle? Ist CRISPR-Cas9 der Anfang vom Ende des Lebens, so wie wir es bis jetzt kennen?
19:40
Die Van-Nelle-Fabrik in Rotterdam, 1926 bis 1931 erbaut, verkörpert wie das deutsche Bauhaus die architektonische Avantgarde der Klassischen Moderne. Seit 2014 ist sie UNESCO-Welterbe. Funktionalität und Ästhetik gehen eine Symbiose ein. Der Industriebau wurde nach dem amerikanischen Vorbild der Daylight Factory konzipiert. Dabei fanden ganz neue Techniken ihre Anwendung. Le Corbusier sprach 1931 vom "schönsten Anblick der modernen Zeit". Rotterdam, der größte Seehafen Europas, wurde im Zweiten Weltkrieg fast völlig durch deutsche Bomben zerstört. Heute präsentiert sich die Hafenstadt mit spektakulären Bauten, entworfen von Stars der zeitgenössischen Architekturszene. Doch avantgardistische Architektur-Highlights bietet die Seemetropole nicht nur an der Nieuwe Maas: In Schiedam, einem westlichen Vorort, steht die Van-Nelle-Fabrik. Bis 1995 werden hier Tabak, Kaffee und Tee verarbeitet. Dann schließt die Fabrik. 60 000 Quadratmeter müssen neu genutzt werden. Nachdem die Stadt Rotterdam den Kauf - und damit die Verantwortung - für die Van-Nelle-Fabrik abgelehnt hat, kann ihre Zukunft nur durch die Transformation zu einem Ort der Kreativindustrie gesichert werden. Design-Ateliers, Architekturbüros, Kanzleien, Werbe- und Filmproduktionen ziehen in den Industriebau ein. Hier zu arbeiten ist Teil ihrer Corporate Identity. Der Name "Van Nelle" geht auf ein Kolonialwarengeschäft zurück, das 1782 in Rotterdam eröffnet wird. Als die Familie Van der Leeuw das Ruder übernimmt, beginnt mit Plantagen-Gründungen in Niederländisch-Ostindien, mit dem Handel und der Verarbeitung von Tee, Kaffee und Tabak, der Aufstieg zu einem global operierenden Unternehmen. Die Rohstoffe aus Übersee werden nach Rotterdam verschifft und dort in der Van-Nelle-Fabrik im alten Leuvehafen weiterverarbeitet. Das Geschäft floriert, die Kapazitäten reichen bald nicht mehr aus. Der neue Standort liegt an einem großen Kanal, in Nachbarschaft zur Bahnstrecke Paris - Amsterdam. Jedes Produkt - ob Tabak, Kaffee oder Tee - erhält einen eigenen Bereich. Mit der Planung des Industriebaus profiliert sich Chefarchitekt Leendert van der Vlugt als vielversprechender Protagonist des Neuen Bauens. Doch die Van-Nelle-Fabrik ist eigentlich das Projekt des jungen Cees van der Leeuw, der von der Eigentümerfamilie bestimmt wird, die Verwirklichung in die Hand zu nehmen. Den Jungunternehmer interessieren amerikanische Produktionsmethoden. Er begeistert sich für moderne Architektur und abstrakte Malerei, ist Mitglied der Theosophischen Gesellschaft und Anhänger des spirituellen Lehrers Jiddu Krishnamurti. Mit der Van-Nelle-Fabrik verfolgt Cees van der Leeuw nichts weniger als ein Gesamtkunstwerk, das die Rationalität industrieller Produktion, die Kunst des Neues Bauens sowie die Suche nach einem ganzheitlichen Menschenbild in sich vereinen soll. Der Bau selbst ist eine Pionierleistung der Ingenieurskunst. Um in dem schwammigen Boden ein sicheres Fundament zu gründen, werden Tausende über 20 Meter lange Stahlbetonnägel an Ort und Stelle gegossen und dann mithilfe der aus den USA eingeführten Thomson-Dampframme in den Untergrund gestoßen. Auch Pilzstützen aus Stahlbeton, die das Skelett des Industriebaus bilden, waren bis dahin in Europa nicht bekannt. Sie sind mit dem Fußboden vergossen und bilden so eine belastbare Einheit, die Träger für die Decken überflüssig macht. Vorhangfassaden auf beiden Seiten des 17 Meter breiten Industriebaus sorgen für optimalen Einfall des Tageslichts. Die Form folgt der Funktion. In den Treppenhäusern schaffen Chrom und Keramik Eleganz. Die Fabrik soll schön sein, die Arbeit darin Freude bereiten. Dies zeigt sich auch bei der Ausstattung der Toiletten und Duschen. Die Sanitäranlagen kommen mit den Tabakschiffen aus den USA. Für die Direktoren der Van-Nelle-Fabrik entwirft Hausarchitekt Leendert van der Vlugt auch Villen in der Stadt. Das Sonneveld House, eine "Machine à Habiter", ist heute Museum. Es ist komplett im Stil der Neuen Kunst gestaltet und befindet sich wieder in dem Zustand, wie es Direktor Bertus Sonneveld mit seiner Familie bezogen hat. Ausgestattet ist es mit Möbeln des Designers Willem Hendrik Gispen, der auch für die Interieurs der Van-Nelle-Fabrik verantwortlich war.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Ist die Energiepolitik von Katherina Reiche eine Zeitenwende oder eine Rolle rückwärts? Das Anstaltsensemble um Maike Kühl und Claus von Wagner schaut genauer in die Pläne der Ministerin. Zwischen Wärmepumpe und Gasturbine suchen sie mit ihren Gästen Katie Freudenschuss, Berni Wagner und Matthias Egersdörfer den Turbo in den Energieplänen der Regierung. Sie finden so manche gasgetriebene Bremse auf dem Weg zu Klimaschutz und günstiger Energie.
21:05
Es wird heiß in der Stadthalle, wenn die besten Kabarettisten aus Österreich und Deutschland über "Hitzewelle und Sommerfrische" sprechen. Für Andreas Vitásek hat sich ein lang gehegter Sommertraum erfüllt, er lebt im Burgenland. Reparaturbedürftiges Haus, Windräder und Jungbäume inklusive. Omar Sarsam denkt bei Sommer an seine Herkunft und zeigt sehr gelenk, wie der arabische Tanzstil entstand. Im Gespräch mit einem Espresso-Vollautomaten führt er durch eine grandiose internationale Sprachenlehre. International ist auch Clemens Maria Schreiner im Sommer unterwegs. Ihn lockt das Abenteuer, und so geht es direkt von der A4 Richtung Osten - bis nach China. Dort angekommen, muss auch er Geld verdienen und arbeitet als Texter für Glückskekse. Lieber daheim bleibt Berni Wagner, das schont das Klima. Aber auch da ist er von Sorgen nicht gefeit, denn seine Freundin möchte einen Hund, einen Mops. Das auch noch! Trotz der Angst vor Hunden ist Berni kein Unmensch und verhilft dem Tier für einen guten Zweck zum Partnerglück. Glücklich ist auch Martina Schwarzmann, die ihren Urlaub in Wien beim "Kabarettgipfel" verbringen darf. Das freut auch den Rest ihrer Familie, mit der Distanz intensiviert sich ja bekanntlich die Liebe. Gemeinsam mit der "Kabarettgipfel"-Band besingt Martina Schwarzmann den Ritt in den Sonnenuntergang mit ihrem Pony.
21:55
Seit Monaten ermittelt der korrupte Wiener Polizist Albert Schuh erfolglos im Mordfall an seinem ehemaligen Freund und Kollegen. Dann bekommt er einen jungen, überambitionierten Partner. Die Krimikomödie lebt vom gelungenen Zusammenspiel seiner Hauptdarsteller Wolfgang Böck als Wiener Urgestein und Florian Bartholomäi als ambitionierter deutscher Nachwuchspolizist mit Pennäler-Charme. Der deutsche Kollege Thorsten Richter ist ein Ausbund an Korrektheit und Ehrgeiz, und damit das genaue Gegenteil des Wieners, der "Zuwendungen" aus der kriminellen Szene durchaus aufgeschlossen ist. Da die beiden sich nicht leiden können, bleibt der Streit nicht aus. Der Österreicher halst dem Deutschen einen unnötigen Undercover-Job bei einer Erotik-Chat-Line auf und ermittelt allein weiter.
23:25
Ein Jahr, nachdem die achtjährige Maisie auf mysteriöse Weise verschwunden ist, kehrt deren trauernde Familie in ihre Heimatstadt zurück. Dort gerade wieder angekommen, bemerken sie merkwürdige Lichter aus einem nahe gelegen Wald. Als sie dem Treiben auf den Grund gehen, stellen sie fest, dass die Lichter von außerirdischen Besuchern erzeugt werden, die die Familie scheinbar terrorisieren wollen. Allerdings wissen sie auch, was hinter dem Verschwinden der Tochter steckt.