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TV Programm für 3sat am 01.10.2026

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ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.

Vor der Eiszeit - Jagd nach dem ältesten Erbgut der Welt 20:15

Vor der Eiszeit - Jagd nach dem ältesten Erbgut der Welt

Dokumentation

Zwei Millionen Jahre alte DNA in Grönland enthüllt eine verlorene, heiße Welt - ein Blick in die Vergangenheit, die auch unsere klimatische Zukunft sein könnte. Ein hartnäckiger Wissenschaftler glaubt an seine Idee von der Umwelt-DNA und setzt sich gegen alle Hindernisse durch. Am Ende einer langen Forschungsreise enthüllt er eine zwei Millionen Jahre alte, heiße Welt auf Grönland mit einer reichen Tierwelt. Im Zentrum steht der dänische Wissenschaftler Eske Willerslev mit einer Idee, für die er am Anfang seiner Karriere nur Spott erntet: aus Dreck, Eis und der Umwelt Erbgut zu extrahieren, sogenannte Dirt- oder auch Umwelt-DNA. Denn nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen hinterlassen DNA in der Erde - bis zu Millionen Jahre alt, abhängig von den Temperaturen, denn Erbgut konserviert sich in einer kalten Welt besser als in einer warmen. Heute ist Eske Willerslev ein gefeierter Evolutionsgenetiker, in seiner Zunft weltweit ein Star. Doch ist sein Forscherleben kein geradliniger Weg - und es ist ein kleines Wunder, dass aus ihm ein renommierter Wissenschaftler wurde. Als 20-Jähriger begibt er sich mit seinem Zwillingsbruder Rane in einem Kanu auf Entdeckungsfahrt nach Sibirien. Dort wollen die Brüder ein fast ausgestorbenes Volk finden, die Yugakirs. Zwar gelingt es ihnen, aber Rane kehrt nach Dänemark zurück, und für Eske beginnt die härteste Zeit seines Lebens in Einsamkeit, gepaart mit Hunger und Kälte. Nach seiner Rückkehr nach Dänemark durchlebt Eske Willerslev mehrere Krisen und denkt sogar an Suizid. Bis er eines Tages aus seinem Fenster schaut und im strömenden Regen einen Hund sieht, der sein Geschäft macht, was ihn zum Nachdenken bringt: Was passiert mit der DNA in dem Häufchen des Hundes? Was mit dem Erbgut von verwelkenden Blättern, Wurzeln und allem anderen, was lebt? So entsteht in seinem Kopf die Idee von der Extraktion der DNA aus Schmutz, Erde und Eis. In Eis deshalb, weil die älteste DNA fast sicher auch die kälteste sein muss, da sie in der Wärme großen Verfallsprozessen ausgesetzt ist. Doch seine Idee wird von seinen damaligen Kollegen und seinem Chef mit Spott aufgenommen, und so macht sich Eske Willerslev auf eine fast 15-jährige Reise, um seine These vom Erbgut, das sich überall in der Umwelt finden lässt, zu belegen. Neben dem nie nachlassenden Willen und Ehrgeiz, seine Annahme zu beweisen, baut der dänische Wissenschaftler auf modernste DNA-Sequenzierung, die vor einigen Jahren in einem neuen Verfahren den Durchbruch und den Beweis seiner These von der Umwelt-DNA erbringt. Aus dem einst Verspotteten wird ein Star der Evolutionsgenetik. Gefeiert in Fachjournalen und ausgezeichnet mit Wissenschaftspreisen. Über fast 20 Jahre zeichnet der Film Eske Willerslevs Reise nach und zeigt eine der ungewöhnlichsten Geschichten der Wissenschaft auf. Eine Geschichte, die auch Relevanz für die Zukunft hat: Denn das Erbgut, das Willerslev in Grönland findet und analysieren kann, bringt uns eine Welt von vor zwei Millionen Jahren nahe, die viel heißer war als heute, bewohnt von einer reichen Tierwelt mit dem Mastodon, dem Vorläufer des Elefanten, als dem überraschendsten Fund. Und mit Erkenntnissen für heute. Denn die Erkenntnisse aus der damaligen Erdepoche, dem Pliozän, einem Zeitalter mit ähnlichen CO2-Werten wie heute, sind nicht nur für die Vergangenheit bedeutsam: Sie bieten auch eine Anleitung für die Herausforderungen unserer Zukunft. "Das Klima des Pliozäns ist wie ein Handbuch für das, was kommt", sagt Maureen Raymo, Paläoklimatologin der Columbia University. Um für diese zukünftige Zeit gerüstet zu sein, wird in Dänemark bereits an Pflanzen geforscht, die in einer heißeren Welt Nahrung für uns alle garantieren können. So wurde durch die Arbeit von Willerslevs Team auch eine industrielle Revolution in der Sequenzierung uralter DNA eingeleitet. Mithilfe dieser Technologie wurde bereits die erste Pflanze - arktische Gerste - entwickelt, die für eine heiße Zukunft geeignet ist. "Wir stehlen die genetischen Geheimnisse der Vergangenheit, um die Zukunft zu retten", erklärt Eske Willerslev.

Neuer Kolonialismus - Kampf um Macht in neuen Sphären 21:00

Neuer Kolonialismus - Kampf um Macht in neuen Sphären

Zeitgeschehen

Der Kolonialismus von heute wütet auch im Internet, in der Tiefsee und im Weltall. Wie dabei dieselben Mechanismen wie früher greifen, darüber diskutiert Stephanie Rohde mit ihren Gästen. Der moderne Kolonialismus unterscheidet sich kaum vom Kolonialismus der frühen Neuzeit. Auch wenn die Kolonialherren andere Namen tragen, bleiben die Mechanismen gleich: Es wird geraubt, ausgebeutet und Abhängigkeit geschaffen. Mit der "Entdeckung" Amerikas begann das koloniale Zeitalter. Damals ging es hauptsächlich um Landnahme, Gold und Versklavung. Heute geht es auch um digitale Daten, seltene Erden und eine Vormachtstellung im Weltall. Die neuen Kolonialmächte sind nicht mehr nur Staaten, sondern auch Firmen wie Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Huawei und DeepSeek. Hat das Kolonialzeitalter am Ende gar nicht aufgehört zu existieren? Versklavt der moderne Kolonialismus per Glasfaser uns alle? Geht es am Ende wieder um globale Allmachtsfantasien und Weltherrschaft? Darüber diskutiert Stephanie Rohde mit ihren Gästen.

ZIB 2 22:00

ZIB 2

Nachrichten

Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.

auslandsjournal extra 22:29

auslandsjournal extra

Auslandsreportage

"auslandsjournal extra" zeigt politische Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen in den Ländern der Welt. Das Magazin berichtet über Hintergründe von Konflikten, beobachtet Entwicklungen der internationalen Politik, und Auslandskorrespondenten liefern Analysen.

DDR Herbst '89 - Stimmen einer Revolution 22:58

DDR Herbst '89 - Stimmen einer Revolution

Geschichte

Die entscheidenden Tage in der DDR im Herbst 1989, von der Prager Botschaft am 30. September bis zur Leipziger Montagsdemo am 9. Oktober: unkommentiert, nur mit Originalfilm- und Tonmaterial. Aus den Bildern von TV-Kameraleuten und Amateurfilmern sowie Funksprüchen und Telefonaten von DDR-Staatssicherheit und Volkspolizei entsteht ein faszinierendes Bild dieser zehn Tage, in denen es auf Messers Schneide stand, ob die Revolution friedlich bleiben würde. Einige dieser Aufnahmen wurden noch nie im deutschen Fernsehen gesendet. Zum Beispiel Bilder von der Montagsdemonstration in Leipzig am 2. Oktober, als eine Woche vor dem "Tag der Entscheidung" 25.000 Menschen auf die Straße gingen. Ein Reporter eines amerikanischen TV-Senders war damals als Tourist in der DDR. Er hatte mit einer Videokamera gedreht und die Bilder dann in den Westen geschmuggelt. Auf ähnliche Weise gelangen auch andere Aufnahmen, wie beispielsweise in Dresden. Die DDR-Führung um Erich Honecker hatte entschieden, die Menschen in der Prager Botschaft zwar in den Westen ausreisen zu lassen, die Flüchtlingszüge zuvor aber über DDR-Territorium zu schicken. Daraufhin kam es am Dresdner Hauptbahnhof mehrere Nächte lang zu regelrechten Straßenschlachten. Dort und an anderen Orten filmten auch Angehörige der Staatssicherheit und der DDR-Volkspolizei - vorrangig mit dem Ziel, "Rädelsführer" der Proteste auszumachen und festzusetzen. Mit dem "Spuk antisozialistischer Kräfte" müsse "durch energisches Vorgehen Schluss" gemacht werden, lauteten die Anweisungen der Staatsmacht. Vor allem Leipzig kam dabei eine entscheidende Rolle zu. Vor der Montagsdemonstration am 9. Oktober fürchteten Oppositionelle die Abrechnung - zu Recht, wie eine heimlich mitgeschnittene Ansprache des Leipziger Oberbürgermeisters vom Morgen dieses Tages zeigt: Es müssten jetzt "ein paar Leute aus dem Verkehr" gezogen werden, erklärte er. "Schluss! Das kann sich der Staat und können wir uns nicht mehr bieten lassen." Dass es trotz dieser Ankündigungen und trotz eines massiven Aufgebots von bewaffneten Einheiten dann doch anders kam, gehört zu den großen Wundern dieses Herbstes 1989.

Wilde Zeiten. Das letzte Jahr der DDR 23:44

Wilde Zeiten. Das letzte Jahr der DDR

Zeitgeschichte

Als 1989 die Mauer fällt, ist nichts mehr so wie vorher. Das Jahr bis zur Wiedervereinigung ist wild, verrückt und chaotisch. Keiner weiß, was die Zukunft bringt, alles scheint möglich. Nach 40 Jahren sozialistischer Diktatur bricht plötzlich die staatliche Kontrolle weg. Viele DDR-Bürger fühlen sich befreit, viele aber auch verunsichert und alleingelassen. Im ganzen Land herrscht eine Stimmung zwischen Aufbruch und Anarchie. Die Erstürmung der Stasi-Zentrale in Ostberlin geht um die Welt. Aber die Bürger der DDR räumen auch anderswo auf. Parteichefs, Bürgermeister und Schuldirektoren werden aus ihren Ämtern gefegt. Die Volkspolizei ist höchstens noch geduldet, längst nicht mehr respektiert. In Ostberlin tanzen Tausende in verlassenen Kellern am Todesstreifen, ehemaligen Bunkern und Industrieruinen. Techno wird das große Freiheitserlebnis, vereint Ossis und Wessis in Trance. Auch Wohnungsbesetzungen sind ein Phänomen dieser Zeit. Allein in Berlin entstehen im Sommer 1990 über 100 solcher "Hausprojekte". Freiheit endlich auch beim Thema Sex: Überall in der noch-DDR schießen Sexshops aus dem Boden. Mit Dildos, Pornofilmen und Dessous erzielen die neuen Erotikläden Rekordverkäufe. Der Kaufrausch nach bunten Waren aus dem Westen macht auch vor Gebrauchtwagen nicht halt. Schrottautos aus dem Westen werden zu völlig überhöhten Preisen im Osten verhökert. "Wenn sie rosten, ab in den Osten!", heißt es unter Autohändlern. Zeitzeugen aus Ost und West, darunter die Schauspielerin Christiane Paul und Jimmy Hartwig, damals erster Fußballtrainer aus dem Westen in der DDR, berichten über die "Wilden Zeiten" im Jahr nach dem Mauerfall.