21:00
Longevity verspricht langes Leben bei möglichst guter Gesundheit. Alena Buyx und ihre Gäste diskutieren, wo dabei seriöse Altersforschung endet und kruder Unsterblichkeitswahn beginnt. Longevity ist nicht nur ein Trend - Longevity ist ein Milliardengeschäft und trägt in Teilen religiöse Züge. Medizinisch gesehen sind viele der Praktiken harmlos. Vor allem sind sie eins: Luxusartikel für Menschen, die es sich leisten wollen. Ein langes, gesundes Leben - das wünschen sich nahezu alle Menschen. Bei den Investoren herrscht daher Goldgräberstimmung. Techmilliardäre wie Peter Thiel, Jeff Bezos und Mark Zuckerberg investieren Milliarden in Longevity. Zwischen seriösen medizinischen Ansätzen und fragwürdigen Heilsversprechen eröffnet sich ein moralisches Spannungsfeld: Wie gerecht ist Forschung, deren Ergebnisse sich am Ende nur Reiche leisten können? Während für viele Menschen weltweit eine solide Gesundheitsversorgung unerreichbar bleibt, fließen immense Summen in Unsterblichkeitsfantasien. Longevity ist mehr als Lifestyle - sie verändert das menschliche Selbstverständnis. Was bedeutet ewiges Leben für Gesellschaft, Ethik und Religion - und wo liegt die Grenze zwischen Fortschritt und Hybris? Darüber diskutiert Alena Buyx mit ihren Gästen im "NANO Talk - Longevity-Hype - wie wir gesund länger leben". Gäste: Heike Bischoff-Ferrari ist eine der führenden Forscherinnen für gesunde Langlebigkeit in Europa. Mit großen Interventionsstudien wie DO-HEALTH untersucht sie, wie Bewegung, Ernährung und Prävention die gesunden Lebensjahre messbar verlängern. Sie ist Professorin für Geriatrie an der Universität Basel. Martin Booms befasst sich mit ethischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Aspekten des Umgangs mit dem Lebensende und liefert damit zentrale Impulse für den Longevity-Diskurs. Er ist Professor für Philosophie, insbesondere Gesellschafts- und Wirtschaftsethik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter/Bonn und Direktor der Akademie für Sozialethik und Öffentliche Kultur. Tim Schreder ist Journalist, Autor und Dokumentarfilmer. In seinem Buch über Langlebigkeit, seinen Recherchen zu internationalen Longevity-Studien sowie seiner vielbeachteten Dokumentation über den 48-jährigen Bryan Johnson zeigt er, wie Wissenschaft, Lebensstil und gesellschaftliche Faktoren ein langes, gesundes Leben prägen.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
"La Dolce Vita" - das süße Leben: Kaum ein Begriff steht so sehr für das italienische Lebensgefühl wie dieser. Er beschreibt Leichtigkeit, Leidenschaft und eine Haltung, die sich tief in die Identität des Landes eingeschrieben hat und weltweit fasziniert. Doch was ist von diesem Mythos geblieben - in einer Zeit politischer und gesellschaftlicher Umbrüche? Im Vorfeld der Parlamentswahlen 2027 richtet diese ZDF-Dokumentation den Blick auf ein Italien im Wandel. Die Regierung unter Giorgia Meloni hat gute Chancen auf eine Wiederwahl und prägt eine politische Entwicklung, die das Land nachhaltig verändert. Zwischen Aufbruch und Rückbesinnung ringt Italien um seine Zukunft - und um sein Selbstverständnis. Die Dokumentation begibt sich auf einen Streifzug von Nord nach Süd und zeichnet ein vielschichtiges Porträt der Gegenwart: von Mailand als Spiegel des wohlhabenden Nordens über Rimini, Sinnbild vergangener Lebenslust, weiter in die oft übersehenen Abruzzen bis nach Neapel, wo sich die ganze Intensität italienischer Kultur entfaltet. Den Abschluss bildet die abgelegene Insel Pantelleria - ein Ort zwischen Ursprünglichkeit und Isolation. Der Film stellt zentrale Fragen: Ist das "Dolce Vita" heute Motor oder Mythos? Steht es für neue Kraft oder für Stillstand? Wo prägt es noch den Alltag der Menschen - und wo ist es längst verblasst? "Auf der Suche nach Dolce Vita" ist eine atmosphärisch dichte Reise durch ein Land zwischen Tradition und Transformation - und eine Spurensuche nach dem Herzschlag Italiens von heute.
22:58
Russlands Geheimdienste sind das Rückgrat von Putins Machtstruktur. Ex-Agenten packen exklusiv aus über eine Schattenarmee, die das Land kontrolliert. Sie wurden vom System fallen gelassen, enttarnt oder sind geflohen. Sie erzählen von Gewalt und Gewissensnot, von der Unterwanderung im Ausland und hybrider Kriegsführung. Es sind packende Geschichten über Niedergang und Wiederaufstieg eines Herrschaftssystems. Ein Geheimdienstoffizier, der als Agentenführer jahrelang daran arbeitete, jede Opposition im Keim zu ersticken. Ein weltweit gesuchter Cyberverbrecher, der für Putins Kriegspläne ein ganzes Land in den Blackout hackte. Eine unscheinbare Kleinfamilie, die Staatsgeheimnisse aus Westeuropa an den Kreml schickte. Ein Computer-Nerd, der mit digitalen Fallen ahnungslose Bürger ins Straflager brachte. Von Putins Agenten hört und sieht man gewöhnlich nichts, denn sie operieren mit Decknamen, Legenden und verwischten Spuren. Russlands Geheimagenten treten eigentlich niemals aus dem Schatten. In der ZDF-Dokumentation erzählen Ex-Agenten aus dem Inneren dieses Geheimdienstsystems. Ehemalige offizielle und inoffizielle Mitarbeiter packen aus über Putins mächtige Schattenarmee. Über viele Monate hat ein Team von Investigativjournalisten daran gearbeitet, Zugang zu ehemaligen russischen Agenten zu finden. Sie hoffen auf ein neues Leben. An geheimen Orten erzählen sie exklusiv aus der russischen Agentenwelt. Sie berichten von Methoden der Rekrutierung, von Gewalt und Gewissensnot, von der Unterdrückung aller Kritik in Russland, der Unterwanderung im Ausland und vom Vorstoß in eine neue Dimension. Kaum beleuchtet ist bisher die Rolle von Cyberagenten als Teil von Putins hybrider Kriegsführung. Diese Erlebnisse werden analytisch eingeordnet von westlichen Geheimdienstexperten und russischen Exilreportern. Es sind packende Geschichten über die Entwicklung von Russlands Geheimdiensten seit dem Machtantritt von Wladimir Putin. Der Film zeigt, wie der ehemalige junge KGB-Offizier Wladimir Putin den Geheimdiensten in Russland nahezu unbegrenzte Macht einräumt. Die Geheimdienste, vom Inlandsgeheimdienst FSB bis zu Putins Palastwache FSO, kontrollieren heute die staatlichen Schlüsselindustrien und öffentliche Institutionen, und sie spinnen ihr Netz der Unterdrückung. Ihre Lizenz zum Töten gilt seit der Regentschaft von Putin auch im Ausland. "Putins Schattenkrieger" offenbart die innere Logik von Putins Machtsystem als einem Staat, der von Geheimdiensten beherrscht und von deren Regeln geprägt ist. An der Spitze steht mit Wladimir Putin einer aus ihrer Mitte.
23:43
Seit Januar 2026 bekommen alle 18-Jährigen Post von der Bundeswehr - ein Fragebogen zum neuen Wehrdienst. Junge Männer müssen, junge Frauen können antworten. Freiwillig können sie dann zur Bundeswehr gehen. Was erwartet sie dort? Wie erleben junge Rekruten die militärische Ausbildung? "Y-Kollektiv"-Reporter Frederik Fleig bekommt einen intensiven Einblick in die dreimonatige Grundausbildung von Helena, Lucius und Jan. Warum entscheiden sich junge Männer und Frauen für den Dienst mit der Waffe? Um Deutschland und die Demokratie zu verteidigen, sagen sie. Und was hat sich verändert bei der Bundeswehr? Gibt es immer noch hauptsächlich Drill und Disziplin, oder auch moderne Abwehrtechniken wie Drohnen und Roboter? Das Filmteam besucht eine Präsentation neuester Waffentechnik in Erding und bekommt Einblick in einen neuen Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr in Flamersheim.