19:20
Queere Codes sind heute überall: in Musik, Mode, Werbung. Ist die Avantgarde im Mainstream aufgegangen? Ist das Vielfalt pur oder der Verlust des Besonderen? Designer Kilian Kerner, Schauspieler Lamin Leroy Gibba und Popsängerin Luna erzählen, wie queere Ästhetik vom Rand in die Mitte der Gesellschaft wanderte. Von Drag Queens über Popstars bis TikTok: Was bedeutet Queerness, wenn sie alle nutzen? Die Folge blickt auf neue queere Ikonen und Stars wie den Rapper Lil Nas X oder Popsängerin Chapell Roan. Während Social Media Sichtbarkeit schafft, verliert sich zugleich das Gemeinsame: Aus Avantgarde werden Trends, aus Kämpfen Marketing-Strategien. War dies das Ziel oder ist es das Ende der Differenz. Ist queere Kreativität heute Triumph oder nur Trend? Zwischen Emanzipation und Gegenreaktion entfaltet sich ein schillerndes Bild der Gegenwart.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
$M1Programm: $M0 Franz von Suppè, Ouvertüre zur Operette "Leichte Kavallerie" Arrigo Boito, "Son lo spirito che nega", Arie des Mefistofele aus der Oper "Mefistofele" Giacomo Puccini, Intermezzo zum 3. Akt aus der Oper "Manon Lescaut" Giuseppe Verdi, "Ehi! paggio!", Arie des Falstaff aus der Oper "Falstaff" Peter I. Tschaikowsky, Trepak aus dem Ballett "Der Nussknacker" Florence Price, "Adoration" (Arrangement: Elaine Fine) Erich Wolfgang Korngold, "Straussiana" Richard Wagner, "Abendlich strahlt der Sonne Auge" aus der Oper "Das Rheingold" Jules Massenet, "Méditation" aus der Oper "Thaïs" Solist: Rainer Honeck Maurice Ravel, "Daphnis et Chloé", Suite Nr. 2 Jerry Bock, "If I Were a Rich Man", Lied des Tevje aus dem Musical "Fiddler on the Roof" Vor der Traumkulisse von Schloss Schönbrunn laden die Wiener Philharmoniker auch 2026 zum traditionellen Open-Air-Konzert ein. Erstmals dirigiert Lorenzo Viotti das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker. Auf dem Programm stehen bekannte Melodien aus Oper, Operette und Musical. Als Solist ist der walisische Bariton Bryn Terfel zu erleben. Der Schwerpunkt des diesjährigen Programms liegt auf bekannten Opern- und Operettenmelodien sowie auf Musical-Hits. Der international gefragte Dirigent Lorenzo Viotti hat sich insbesondere im Opern- und Konzertrepertoire einen Namen gemacht und begeistert durch seine energiegeladene, präzise und zugleich emotional tiefgehende Interpretation. Der walisische Bariton Bryn Terfel zählt zu den herausragenden Sängern seiner Zeit und ist weltweit für seine ausdrucksstarken Opernrollen sowie seine eindrucksvolle Bühnenpräsenz bekannt. Die Wiener Philharmoniker gelten zu Recht als einer der bedeutendsten kulturellen Botschafter Österreichs. Die verbindende Kraft der Musik ist ihnen dabei wichtig - als Zeichen von Hoffnung, Toleranz und Völkerverständigung. Redaktionshinweis: Mit dem "Sommernachtskonzert Schönbrunn 2026" startet der diesjährige "3satFestspielsommer". Bis Ende September zeigt 3sat herausragende Konzerte und Opern-Highlights der großen Klassikfestspiele im deutschsprachigen Raum.
21:45
Mit Angel Blue (Sopranistin), Julia Hagen (Cellistin) und Bogdan Volkov (Tenor) Die Sommernachtsgala in Grafenegg zählt zu den schönsten Traditionen des Musiklandes Österreich. Zum Auftakt in die Saison präsentiert das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Chefdirigent Fabien Gabel ein ebenso prunkvolles wie abwechslungsreiches Programm. Mit Charme, Witz und großer Spielfreude erklingt ein musikalischer Bogen von prachtvollen Orchesterstücken über mitreißende Arien und Duette bis hin zu konzertanter Musik. Als Solisten mit dabei sind drei außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten: Die aus den USA stammende Sopranistin Angel Blue, deren Stimme große Bühnen weltweit füllt, der ausdrucksstarke, für sein warmes Timbre gefeierte Tenor Bogdan Volkov sowie die österreichische Cellistin Julia Hagen, die mit technischer Brillanz und feinem Gespür für Klangfarben begeistert. Vor der beeindruckenden Kulisse des Wolkenturms entfaltet sich so ein Konzertabend, der nicht nur den Sommer, sondern auch festlich und lebendig den 20. Jubiläumssommer in Grafenegg feierlich einläutet.
23:10
Seit seiner Gründung hat sich das Grafenegg Festival in Niederösterreich zu einem der bedeutendsten Musikfestivals Europas entwickelt. Diese Dokumentation widmet sich zum 20-Jahr-Jubiläum diesem Festival mit seinem hochkarätigen Programm, architektonischen Besonderheiten und der malerischen Kulisse, die Grafenegg zu einem unverwechselbaren Ort der Kultur macht. Zu Wort kommen Wegbereiter, Künstlerinnen und Künstler und Menschen, die den Zauber von Grafenegg lieben.
23:35
Tiefe Zuneigung verbindet Sophie mit ihrem Vater Calum. Doch etwas Tragisches liegt über ihrem letzten gemeinsamen, sonnendurchfluteten Sommerurlaub. Ein stilles, herzzerreißendes Spielfilmdebüt und internationaler Festivalerfolg. Shooting-Star Paul Mescal und die zwölfjährige Frankie Corio als liebevoll-tragisches Vater-Tochter-Paar, das man nicht vergisst. Gemeinsam mit ihrem 20 Jahre älteren Vater Calum verbringt die elfjährige Sophie einen entspannten Urlaub in einem typischen Badeort in der Türkei. Beide vereint eine tiefe Verbundenheit. Sophies Eltern haben sich getrennt. Während Calum jetzt in London lebt, musste Sophie bei ihrer Mutter in Schottland bleiben. Mit Aufenthalten am Pool und kleinen Ausflügen aufs Meer und in die nähere Umgebung verstreichen die Tage bei Müßiggang und endlosem Sonnenschein. Drachenflieger gleiten immer wieder schwerelos am Himmel entlang. Calum überlegt, Sophie einen teuren Teppich als Andenken zu schenken. Die wiederum beobachtet um sich herum die Liebesgeplänkel anderer Teenager, mit einem gleichaltrigen Jungen erlebt sie ihren ersten Kuss. Und doch mischen sich ungute Zeichen zwischen die Idylle. Welche Verletzung hat Calum am Arm erlitten - und wobei? Was hat es mit seinen Entspannungsübungen auf sich, warum weint er oft vor sich hin, wenn Sophie nicht da ist? Schließlich muss Sophie einen Karaoke-Auftritt vor den versammelten Touristen allein bestreiten, obwohl das zu einem Urlaubsritual mit ihrem Vater zählt. Und Calum tanzt wie aufgelöst und befreit zu "Under Pressure" von Queen. Wertvolle Zeit verfließt. Und schon steht der unvermeidliche Abschied am Flughafen bevor. Charlotte Wells' Debütfilm "Aftersun" war 2022/2023 einer der international erfolgreichsten Arthouse-Filme. Die Filmdatenbank IMDb listet allein 93 Preise für den Film auf, besonders für die Regie und als bester Film, aber auch für Shooting-Star Paul Mescal und seine junge Kollegin Frankie Corio, die Sophie einen Charme verleiht, dem man sich kaum entziehen kann. Für Paul Mescal ("All of Us Strangers", "Gladiator II") bedeutete "Aftersun" mit einer Oscarnominierung nach der erfolgreichen Serie "Normal People" der endgültige Durchbruch. Er verleiht seiner Vaterfigur eine unglaubliche Präsenz, gibt ihr Tiefe und scheinbare Lässigkeit zugleich - und lässt ihr das Geheimnis, das seine später erwachsene Tochter - und der Zuschauer mit ihr - zu ergründen sucht. Doch "Aftersun" lässt sich nicht allein an der Zahl der Auszeichnungen bewerten. Bei den meisten Zuschauern hinterließ der komplexe, doppelbödige Film, der eher einem erinnernden, melancholischen Gedankenstrom gleicht, einen lange nachhallenden, emotionalen Eindruck. Neben der subtilen originalen Filmmusik von Oliver Coates, der schon neben Jonny Greenwood von Radiohead bei Filmen von Paul Thomas Anderson mitgearbeitet hatte, setzen zwei populäre Musikstücke starke emotionale Akzente: Da ist zum einen Sophies herzzerreißender Karaoke-Auftritt zum R.E.M.-Hit "Losing My Religion" und gegen Ende Calums Tanz zu "Under Pressure" von Queen und David Bowie, bei dem er Glück und Leichtigkeit erfährt. Der Ire Paul Mescal, geboren 1996, zählt zu den angesagtesten internationalen Stars. Zunächst ein begabter Gaelic-Football-Spieler, kam er auf dem Trinity College Dublin zur Schauspielerei und hatte in Dublin (unter anderem in "The Great Gatsby") und London erste Auftritte. 2023 erhielt er den Laurence-Olivier-Award für seine Rolle des Stanley Kowalski in Tennessee Williams "Endstation Sehnsucht" am Almeida Theatre London. International bekannt und zum Idol gerade jüngerer Menschen wurde Mescal in der BBC/Hulu-Miniserie "Normal People" an der Seite von Daisy Edgar-Jones. Auch danach verkörperte er in Filmen wie "God's Creatures", "Enemy" und zuletzt "All of Us Strangers" junge Männer mit einer starken physischen Präsenz, die aber immer auch eine überraschende Verletzlichkeit und eine geheimnisvolle Anziehungskraft auszeichnet. Diese Vielschichtigkeit überzeugte wohl auch Ridley Scott, der Paul Mescal in seinem "Gladiator II" mit der Hauptrolle als Lucius besetzte.