19:30
Kamele tragen zu Recht den Namen "Wüstenschiffe": Seit etwa 5000 Jahren durchquert der Mensch mit seinem "Geschenk Allahs" die kargsten und trockensten Gebiete der Welt. In Saudi-Arabien sind sie so wertvoll, dass der Staat Spitäler für Kamele eingerichtet hat. In der Türkei sind sie die Publikumslieblinge bei Ringkämpfen. In Australien wurde mit ihrer Hilfe das riesige Outback-Territorium erschlossen, heute sind sie dort eine Plage. In der Mongolei ist Filmemacher Georg Misch mit den Wissenschaftlern Chris Walzer und Pamela Burger auf der Suche nach den Baktrischen Kamelen, den letzten echten Wildkamelen des Planeten. Nur noch 400 Exemplare existieren in der Wüste Gobi, einem Gebiet, das halb so groß wie Österreich ist. Sie überleben extreme Temperaturschwankungen und begnügen sich mit Salzwasser. Trotz widrigster Umstände sind erste Aufnahmen von "Geisterkamelen", wie sie auch genannt werden, in ihrem natürlichen Lebensraum gelungen. In einem Kamel-Spital in Al-Hofuf hingegen läuft alles mit Hightech: Kranke Kamele aus ganz Saudi-Arabien und sogar aus Nachbarländern werden dort gratis behandelt. Wie in einem Science-Fiction-Film schweben die mächtigen Tiere von an der Decke angebrachten Schienen durch die Gänge in den OP-Saal. In der Türkei, nahe den antiken Stätten von Ephesus bei Selçuk, versammeln sich jährlich 20.000 Menschen mit 120 Kamelen zu den traditionellen Kamel-Ringkämpfen. Bei diesem "Sumoringen unter Kamelen" treten "Tülü"-Bullen, eine Kreuzung aus Arabischen und Asiatischen Kamelen, gegeneinander an. Die riesigen, kämpferischen Bullen gelten als besonders wertvoll und werden von ihren Besitzern liebevoll gehegt und gepflegt. Vor allem dürfen die kostbaren Tiere beim Ringen nicht zu Schaden kommen. Der Uluru - Ayers Rock - im Zentrum des australischen Outback wurde Mitte des 19. Jahrhundert von den Kolonisten mithilfe von Kamelen entdeckt. Später spielten die Tiere eine Schlüsselrolle beim Bau von Telegrafenleitungen, Eisenbahnen und Landstraßen. Die Protagonistin Debbie Robinson führt heute noch die Tradition der "Cameleers" genannten Kamel-Pioniere fort: Kamele ziehen ihren Wagen wochenlang durch das Outback, um die entlegensten Siedlungen mit Proviant zu beliefern. Nachdem Straßen- und Eisenbahnnetz fertig ausgebaut waren, hatte man für die Tiere keine Verwendung mehr und gab sie 1923 zum Abschuss frei. Doch einige Hundert Kamele entkamen und vermehrten sich rasend schnell. Heute trinken circa eine Million verwilderter Kamele Wasserlöcher und sogar Schwimmbäder leer. Für Autofahrer endet eine Kollision mit einem Kamel oft tödlich. Deshalb werden sie von Helikoptern aus von den Verkehrswegen vertrieben. Ein Scheich hat eine besonders clevere Lösung gefunden: Mit Hubschraubern lässt er die Tiere zusammentreiben und per Schiff auf die saudi-arabische Halbinsel bringen, wo die flinksten Tiere bis zu drei Millionen Dollar pro Kamelrennen gewinnen können. Die erstaunlichsten Fakten über Kamele gilt es noch zu entdecken. Die Beduinen haben ihr altes Wissen bewahrt und schwören auf die Heilkraft von Kamelmilch und Kamelurin. Jetzt erforschen Wissenschaftler in modernen Labors die medizinischen Eigenschaften dieser beiden Zutaten, und ein französischer Kamelexperte der UNO widmet sich in seiner Freizeit der Produktion von Kamelkäse, den er sogar in Europa zu vermarkten gedenkt.
20:15
Der Brite T. E. Lawrence wird im Ersten Weltkrieg nach Ägypten versetzt, wo die arabischen Stämme gegen die Türken kämpfen. Dem Offizier wird klar, dass er sich mit den Arabern verbünden muss. Der Monumentalfilm von David Lean gewann 1963 sieben Oscars. Sein profaner Tod scheint seines Lebens unwürdig: Colonel Thomas Edward Lawrence verunglückt tödlich bei einem Motorradunfall. Bei der Beerdigung wird auf sein Leben und seine Leistungen zurückgeschaut: Im Ersten Weltkrieg soll Lawrence als britischer Offizier den Kriegsschauplatz Osmanisches Reich beobachten. Schnell wird dem ebenso intelligenten wie sprachkundigen Lawrence klar, dass er die Unterstützung der Araber braucht, um die Türken besiegen zu können. Zuerst zieht er Prinz Faisal auf seine Seite, der ihm Sherif Ali Ibn El Kharisch als Führer seines Stammes zur Seite stellt. Zusammen mit ihm schmiedet Lawrence einen tollkühnen Plan: Die strategisch wichtige Hafenstadt Akaba soll erobert werden - nicht von der See aus, wo sie durch zahlreiche türkische Kanonen geschützt wird, sondern über den Landweg. Lawrence wagt mit 50 Freiwilligen den endlosen Marsch durch die Wüste, wohl wissend, dass er mit seiner winzigen Truppe kaum etwas ausrichten kann. Aber sein Charisma und sein unbefangener Umgang mit den Streitigkeiten unter den arabischen Stammesfürsten helfen ihm, das Lager der Araber zu einen. Der Aufstand der Araber gegen das Osmanische Reich kann beginnen. Doch im weiteren Verlauf der Ereignisse wird es für Lawrence immer schwieriger, zwischen der Loyalität zu seinem Land und der Freundschaft zu seinen arabischen Kampfgefährten einen gangbaren Weg zu finden. Mit der Eskalation des Krieges verändert sich die Persönlichkeit des nun "El Aurens" genannten Offiziers. Grausam gegenüber Freund und Feind, verliert er allmählich die Aura des tapferen Befreiers von Arabien. Regisseur David Lean und Drehbuchautor Robert Bolt sahen von heroisierenden Eingriffen in das historische Material ab und stellen Lawrence nicht als strahlenden Helden dar, sondern als zutiefst zerrissenen Mann, dessen Ziele und Motivationen bis zuletzt zweifelhaft bleiben. Aufgrund der meisterhaften Kameraarbeit und der epischen Wüsten- und Kampfszenen gilt der Film mit seiner handwerklichen Perfektion bis heute als Meisterwerk.
23:45
Für die Reihe "unterwegs" bereist Moderatorin Wasiliki Goutziomitros Marokko. Gleich zu Beginn ihrer Reise taucht sie in die Souks von Marrakesch ein. In schmalen Altstadtgassen bieten Händler Waren feil, und Handwerker fertigen geschickt kleine Kunstwerke. Es ist eine sinnliche Welt, mitten in der Medina - voller Düfte, Farben und Klänge. Im malerischen Essaouira an der Atlantikküste leben immer noch einige Alt-Hippies. Im Hohen Atlas, wo die Berge zum Teil über 4000 Meter hoch sind, besucht Wasiliki Goutziomitros eine Schweizerin, die in einem kleinen Berberdorf eine Pension leitet. Die Berber dort führen ein einfaches Leben. Noch einfacher allerdings ist das Leben der Nomaden in der Wüste. Wasiliki Goutziomitros wird in der Sahara mit einem herzlichen "Salem aleikum" empfangen. Nie wird der Zauber Marokkos für die Moderatorin spürbarer als an jenem Abend in der Wüste, zusammen mit der Nomadenfamilie am Feuer, bei Couscous und Tee.
00:25
In Kenia, dem Land der weiten Savannen und der großen Gastfreundschaft, leben Elefanten, Löwen und Giraffen in freier Wildnis. Andrea Jansen hat dort vielfältige Eindrücke gesammelt. Dabei wurde sie stets mit einem herzlichen "Karibu!" willkommen geheißen. In Lamu, an der Ostküste Kenias, beginnt ihre Reise. Die Zeit scheint dort zuweilen stehen geblieben, ganz im Gegensatz zu Nairobi, der nächsten Station. Auf das hektische Treiben in der Millionenstadt folgen endlose Weiten in der Masai Mara, dem Endpunkt von Andrea Jansens Reise. Mit dem Massai James erlebt Andrea Jansen die unvergessliche Wildnis Afrikas: Sie beobachtet Giraffen, Nilpferde, Zebras und Elefanten und erlebt sogar eine dramatische Flussüberquerung von Hunderten von Gnus hautnah mit. Ihr großer Wunsch ist es, den König der Löwen endlich einmal in freier Wildbahn zu sehen. Hakuna Matata! - alles kein Problem.
01:05
Unberührte Natur, endlose Weiten und eine abwechslungsreiche Tierwelt: Tansania bietet die wohl spektakulärsten Landschaften des afrikanischen Kontinents. Es gibt die schier endlosen Ebenen der Serengeti, den riesigen, tierreichen Ngorongoro-Krater und den Nationalpark des Lake Manyara. Die Reportage führt auf eine Reise durch den afrikanischen Staat und geht auf Tuchfühlung mit Land, Tieren und Leuten. Sie beginnt in Arusha, einer verschlafenen Kleinstadt am Fuße des Meru, dem zweithöchsten Berg Tansanias, wo die Schweizerin Barbara Schachenmann sich auf ein bevorstehendes Busch-Abenteuer einstimmt. Nach einem Besuch im Kindergarten des Afrika-Experten Jörg Gabriel und einer Foto-Safari zu Flusspferden im Ngorongoro-Krater geht es mit einem Massai-Krieger zum Lake-Manyara.
01:50
Der fünfte und letzte Teil der Reihe beschäftigt sich mit der Wüste, die wie keine andere die Vorstellung von traumverlorener Unendlichkeit verkörpert: der Sahara. Ob das Weiß der bolivianischen Hochebenen, die unzähligen Rot-Töne des Colorado-Plateaus oder das blasse Rosa des Wadi Rum in Jordanien - die Farbpalette der Wüste ist immens. Die Reihe enthüllt die Geheimnisse einer der faszinierendsten Landschaftsformen der Erde.
02:30
Der dritte Teil der Reihe erkundet das rosafarbene Wadi Rum in Jordanien. Eine irdische Landschaft, die - so sagen Astronauten - der Oberfläche des Mondes gleicht. Ob das Weiß der bolivianischen Hochebenen, die unzähligen Rot-Töne des Colorado-Plateaus oder das blasse Rosa des Wadi Rum in Jordanien - die Farbpalette der Wüste ist immens. Die Reihe enthüllt die Geheimnisse einer der faszinierendsten Landschaftsformen der Erde.
03:15
Der zweite Teil der Reihe stellt das Colorado Plateau in den USA vor. Hier reichen die Farbspiele von Rosa über Lila zu Gelb und Orange. Ob das Weiß der bolivianischen Hochebenen, die unzähligen Rot-Töne des Colorado-Plateaus oder das blasse Rosa des Wadi Rum in Jordanien - die Farbpalette der Wüste ist immens. Die Reihe enthüllt die Geheimnisse einer der faszinierendsten Landschaftsformen der Erde.
04:00
Es ist eines der unzugänglichsten Gebiete des südlichen Afrika: das Kaokoveld. Die atemberaubende Landschaft ist Heimat der letzten Wüstenlöwen, einer ganz besonderen Art. Ein Mann hat sich ihrer Erforschung und ihrem Schutz gewidmet: Philip Stander. Mit ihm ist das Kamerateam jahrelang unterwegs, um das Leben der scheuen Könige der Wüste zu erforschen. Die Hoffnung, ihren Fortbestand sichern zu können, richtet sich auf fünf junge Löwen. Für die Jungtiere ist es nun Zeit, sich von der Obhut ihrer Mütter zu lösen. Der Film begleitet die fünf "Musketiere" beim Erwachsenwerden und erzählt die fesselnde Geschichte ihrer Fortschritte und Erfolge, aber auch ihrer Rückschläge. Das Trockengebiet Kaokoveld liegt zwischen den orangefarbenen Dünen der Namib, den einsamen Stränden der Skelettküste und den felsigen Schluchten des Kunene-Flusses. Auf der Jagd nach Beute legen die Löwen lange Strecken zurück, denn auch Antilopen und Gazellen sind ständig unterwegs auf der Suche nach dem spärlichen Grün in dieser kargen Landschaft. Die lebensfeindlichen Bedingungen, aber auch der Vormarsch von landwirtschaftlichen Industrien, haben den Bestand dieser einzigartigen Tiere gefährdet.
04:45
Die fünf jungen, männlichen Löwen haben sich nun von ihren Müttern emanzipiert. Jetzt sind sie auf dem besten Weg, eine neue, starke Population von Wüstenlöwen in der Namib-Wüste zu etablieren. Die Fortsetzung der emotionalen Dokumentation über die fünf "Musketiere" begleitet die erwachsen gewordenen Wüstenlöwen auf ihrer Suche nach Weibchen, mit denen sie sich paaren können. Doch was sich hoffnungsvoll anlässt, endet vorerst dramatisch. Nachdem die Löwen in der Nähe einer Siedlung einen Esel gerissen haben, verenden vier von ihnen an Gift. Nur einer, Tullamore, überlebt und wird umgehend in ein sicheres Revier gebracht. Tatsächlich akzeptiert er das neue Terrain - und wird zum Helden einer neuen Generation. Denn er findet eine Gruppe von Löwinnen, mit denen er sich paart und die eine neue Generation begründen. Doch auch Tullamores Mutter hat Junge zur Welt gebracht. Diesmal sind es ausschließlich Weibchen. Sie sind früher auf der Jagd als seinerzeit die "Musketiere" - und zudem mit schnellen Erfolgen.