17:00
Olaf Hintz ist ein Ekel und Misanthrop. Nach Jahren des Kümmerns hat seine Schwester Elfie genug. Sie geht und vermietet ihren Teil der gemeinsamen Wohnung an die alleinerziehende Trixie. So zieht Hintz' Albtraum samt den drei Blagen Murat, Afia und Sean bei ihm ein. Der kleinen Familie erklärt der reaktionäre Senior sogleich den Krieg. Als Hintz Murat beim Klauen erwischt, nutzt er die Gelegenheit und setzt alle direkt wieder vor die Tür. Doch im pensionierten Lehrer Hintz keimt eine Idee auf: Er will von einer Anzeige gegen Murat absehen und alle wieder einziehen lassen, wenn Murat ab sofort das Schulschwänzen lässt und unter seiner Aufsicht büffelt. Dabei findet "das Ekel" nicht nur heraus, dass der Junge musikalisch hoch talentiert ist, sondern auch, warum Trixie gleich mit mehreren schlecht bezahlten Jobs jongliert: Sie kann weder lesen noch schreiben. Jetzt ist der alte Pauker in Hintz endgültig geweckt. Doch mit Unterricht allein sind weder die Probleme von Trixie noch die von Hintz zu lösen.
18:30
300.000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte unter einem Dach vereint das Landesmuseum Mainz. Ein Highlight des Museums ist die umfangreiche Sammlung zum Impressionisten Max Slevogt. Multimedial kann man "Slevogts Welt" mittels VR-Brillen erleben. Zu Gast im "Museums-Check" ist diesmal die Journalistin Petra Gerster. Bis 2021 war sie Anchorwoman von ZDF-"heute" und ist ihrer Wahlheimat Mainz bis heute treu geblieben. Wichtig war und ist Petra Gerster, sich für die Rechte von Frauen einzusetzen. So moderierte sie über viele Jahre das ZDF-Frauenmagazin "ML Mona Lisa" und war eine der Ersten, die im Fernsehen genderte, denn "Gendern macht Frauen sichtbar", meint Petra Gerster. Außerdem veröffentlichte sie Bücher wie "Ihrer Zeit voraus. Frauen verändern die Welt". Im Landesmuseum Mainz, das sie gut kennt, zeigt sie Markus Brock ihre Lieblingswerke. Den Grundstock für das Landesmuseum legte 1803 Napoleon Bonaparte. Er überließ dem damals französischen Mainz 36 Gemälde, darunter Meisterwerke von Jacob Jordaens und Philippe de Champaigne. Das Museum im barocken Gebäude des ehemaligen kurfürstlichen Marstalls vereint heute Kunst und Kunsthandwerk: von archäologischen Artefakten über historische Möbel bis hin zu Jugendstilglas. In der Steinhalle ist die römische Sammlung zu sehen mit Grabsteinen, Militaria und einer bedeutenden Glassammlung. Einzigartig ist die Große Mainzer Jupitersäule (um 68 n. Chr.), die älteste und größte ihrer Art, die bisher im deutschsprachigen Raum gefunden wurde. Vom Glanz der einstigen Kurfürstenstadt erzählt die Abteilung "Mainzer Barock". Nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg begann 1689 für Mainz eine über 100-jährige Blütezeit. Die Ausstellung versammelt kostbares Porzellan, die einzigartige Bozzetti-Sammlung des Mainzer Bildhauers Johann Sebastian Barnabas Pfaff und Gemälde von so bedeutenden Malern wie Giovanni Battista Tiepolo und Claude Lorrain. In der gerade neu konzipierten "Abteilung der Moderne" kann man Spitzenwerke von Max Beckmann, Arnulf Rainer und Pablo Picasso neu entdecken. Die Sonderausstellung "Archäologisches Schaufenster" zeigt spannende Neufunde und lässt hinter die Kulissen von legalen und Raubgrabungen blicken. Im Juni 2024 wurde bei Schlierschied im Hunsrück ein illegal aufgegrabenes Loch entdeckt. Darin zurück blieb eine Steinkiste mit Deckel aus der römischen Zeit (1.-3. Jahrhundert n. Chr.). Was es damit auf sich hat und wie das Landesmuseum Mainz im "Museums-Check" abschneidet, ist in diesem "Museums-Check" zu sehen.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:08
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:10
Sintflutartige Regenfälle, tödliche Überschwemmungen, monatelange Dürren - die Extreme des Klimawandels sind längst Realität. In Valencia sterben über 200 Menschen nach Starkregen. In Kopenhagen fällt an einem Tag so viel Regen wie sonst in zwei Monaten, im Ahrtal bringt das Wasser Tod und Zerstörung. Je stärker sich die Erde erwärmt, desto heftiger werden die Gegensätze: Flut und Dürre, Überfluss und Mangel. Doch es gibt Wege, sich anzupassen, und sie beginnen dort, wo wir leben - in unseren Städten. Der chinesische Landschaftsarchitekt Kongjian Yu, der das Konzept der Schwammstadt prägte, hat jahrzehntelang gegen die Versiegelung der Städte gekämpft. Seine Idee: Urbane Räume sollen Wasser nicht abwehren, sondern aufnehmen - wir sollen Böden, Parks und Flächen wieder durchlässig machen. Yu hat in über 200 Städten Chinas mehr als 500 solcher Schwammparks realisiert. Sein Ansatz inspiriert längst die Welt - etwa Kopenhagen, das nach der Flut von 2011 mit dem "Skybrudsplan" die Stadt umgekrempelt hat. Die Landschaftsarchitektin Mette Skjold des Büros SLA führt im Film durch Parks, die Kopenhagen nicht nur sicherer, sondern auch lebenswerter machen. Doch kann das Konzept auch in ländlichen Gebieten wirken? Holger Schüttrumpf von der RWTH Aachen und sein Team untersuchen im Ahrtal, wie sich die Idee der Schwammstadt auf Mittelgebirgsregionen übertragen lässt. Ein Film über Städte, Landschaften und Menschen, die lernen, mit dem Wasser zu leben - und darüber, wie aus einer Idee ein globales Überlebenskonzept werden könnte.
19:40
Safran, die kostbare Blume und das Gewürz der Liebe, gab ihr einst den Namen: Fast 700 Jahre lang war die Kleinstadt Safranbolu Drehkreuz für die Handelskarawanen auf der Seidenstraße. Knapp 200 Kilometer nördlich der heutigen türkischen Hauptstadt Ankara gelegen, galt Safranbolu den Osmanen schon früh als "Hintergarten des Topkapi-Serail", des Herrscherpalastes am Bosporus. Seine Bewohner - Türken, Griechen und Juden - waren berühmt für ihre Handwerkskunst. Schmiede, Töpfer, Gerber und andere Handwerker bestimmten über Jahrhunderte hinweg das Alltagsbild. Viele arbeiteten am Sultanshof in Istanbul, manche stiegen gar in hohe Regierungsämter auf und schafften es wie der legendäre Izzet Mehmet Pascha zum Großwesir des Osmanischen Reiches. Das brachte Wohlstand und die nötigen Mittel für prächtige Stadtvillen. Zwei Großwesire stifteten Moscheen, sorgten für Infrastruktur, Stadtplanung und mit dem Bau des ersten Uhrenturmes im Osmanischen Reich auch für die Einkehr einer neuen Zeitrechnung. Die Segnungen der Moderne, breite Ausfallstraßen, große Geschäftsgebäude und Industriekomplexe, erreichten die kleine Stadt nie. Sie wurde schlicht vergessen. Doch dann realisierte man, dass dadurch ein einzigartiges Juwel ursprünglicher anatolischer Stadtkultur konserviert wurde. Seit 1994 wird das urbane Schmuckstück als Weltkulturerbe der UNESCO geschützt. Ein spätes Glück, das Safranbolu ein zweites Leben als "Echo des orientalischen Mittelalters" inmitten der türkischen Moderne bescherte.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
"Happy Hour" ist Stand-up-Comedy mit Herz, Hirn und Humor. Heute dabei: Tahnee, Horst Evers, Florentine Osche, Tony Bauer und Fil. Zur besten Sendezeit zeigen Till Reiners und seine Gäste, wie vielseitig satirische Bühnenunterhaltung sein kann. Ob Stars oder Newcomer, ob Stand-up-Comedy, Kabarett oder Musik - hier ist alles willkommen, was für Spaß mit doppeltem Boden sorgt. In dieser Ausgabe berichtet Till vom wichtigsten Test seines Lebens. Tahnee sinniert über die Nebenwirkungen von Latzhosen und Schwangerschaften. Horst Evers steht kurz vorm Hausverbot im Supermarkt. Florentine Osche vertreibt unerwünschte Gefühle. Tony Bauer begeistert sich schon in jungen Jahren fürs Alter und Fil hat ein Liebeslied mitgebracht, das er selbst zum ersten Mal in voller Schönheit hört. Till Reiners ist erfolgreicher Stand-up-Comedian, Moderator und Podcaster. Seit 2022 ist der Gastgeber der "Happy Hour". Im Sommer 2025 hat er mit "Till Tonight" seine erste eigene Late-Night-Show im ZDF-Hauptprogramm moderiert. Im April 2026 feiert er Premiere mit seinem neuen Soloprogramm "Das ist alles Teil der Show".
21:00
Gefährden die Faulen, Kranken und Teilzeit-Hobbyisten Deutschlands Wohlstand - oder ist der Sozialstaat ein Grundpfeiler für gesellschaftlichen Zusammenhalt? Sarah Bosetti und ihre Gäst*innen Rainald Grebe, Maja Göpel, Helena Steinhaus und Oliver Nachtwey räumen mit Mythen und Gerüchten über das Sozialwesen auf und fragen: Ist Solidarität wirklich ein Auslaufmodell oder die Lösung für eine gerechte Gesellschaft? Sarah Bosettis Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Poesie und die Komik des Streits auf den Punkt bringen. Mit den verschiedensten satirischen Spielarten und kabarettistischen Gästen geht sie den Problemen auf den Grund, mischt festgefahrene Debatten gründlich durch und sortiert sie neu. Anschließend spricht Sarah Bosetti mit kompetenten Gästen aus dem aktuellen Diskurs auf ihre einzigartig tiefgehende und einfühlsame Art über das jeweilige Thema. So bekommt sie immer wieder Antworten jenseits standardisierter Politinterviews. Auch das Publikum wird über Social Media, einem Rednerpult im Studio und dem "Bullshit Button" in die Debatte involviert. 2024 wurde die Late-Night-Show mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.
21:45
Die junge Touristikmanagerin Vicky versemmelt bei einer Präsentation ihre große Chance. Als Gespött der Branche ist sie bei ihrem Vater, ihrem Chef und den Kolleginnen unten durch. Nach einem kurzen Durchhänger gibt Vicky wieder ordentlich Gas. Sie wird die Curling-Weltmeisterschaft der Frauen nach Eisenstadt holen. Dazu braucht sie nur - eigentlich alles. In erster Linie ein Eisenstädter Curling-Team. Ohne Team keine Bewerbung. Vom olympischen Sport Curling hat sie keine Ahnung. Aber die Chance, die sie ohnehin nicht hat, wird sie eiskalt nutzen. Sie ist ja die Vicky.
23:10
In einer scheinbar idyllischen amerikanischen Kleinstadt verschwindet ein zwölfjähriger Junge spurlos. Es ist nicht das erste Kind, das dort verschwindet. Detective Greg Harper leitet die Ermittlungen und steht unter enormem Druck, einen Täter zu präsentieren. Auch privat belasten ihn Probleme. Nach einem Seitensprung seiner Ehefrau Jackie leiden er und Sohn Connor unter dem angespannten Familienverhältnis. Als sich im Haus der Harpers dann auch noch eine mysteriöse Präsenz einschleicht und die Familie terrorisiert, droht die Illusion der friedlichen Kleinstadtidylle endgültig zu zerbrechen.
00:40
Was ist Europa, wie entstand der Kontinent? Diese Folge der "Europa-Saga" schildert, wie sich auf dem vielgestaltigen kleinen Erdteil erstmals ein europäischer Kulturraum entwickelte. In großen Bögen erzählt der Historiker Christopher Clark die Geschichte Europas: Die ersten Menschen wanderten aus Afrika ein. Später entstanden Volksgruppen wie die Kelten, Staatengebilde wie Griechenland, das Imperium der Römer, das weite Teile Europas umfasste. Ein einheitliches Recht, gemeinsame Währung, Wirtschaft und Kultur schufen den verbindenden Rahmen dieses ersten Reichs in Europa. Die Verbindung mit dem Christentum, das über die Jahrhunderte Staatsreligion in weiten Teilen wurde, verlieh dem Kontinent ein Fundament, das Macht und Glauben miteinander vereinte. Schon lange vorher war der viel zitierte Entstehungsmythos Europas entstanden: Dabei ging es um die Liebe des Göttervaters Zeus zu einer Prinzessin namens Europa. Der liebestolle Griechengott entführte sie aus Sidon in Phönizien auf jenen Erdteil, der später nach ihr benannt wurde: nach Europa. Dieser Mythos ist wohl auch Sinnbild für den Einfluss und die Impulse, die der Okzident aus dem Orient erhielt. Es ist ein Geben und Nehmen. Künftige Kulturen in Europa lösten einander nicht nur ab, sie nahmen die Errungenschaften der Vorgänger jeweils auf, bis die Karten durch die Völkerwanderung neu gemischt wurden. Am Ende sind Griechisches, Römisches, Keltisches, Germanisches, Heidnisches und Christliches miteinander verschmolzen. Das ändert nichts daran, dass Europa bis heute ein Schauplatz vielfältiger Migration geblieben ist. In der sechsteiligen "Europa-Saga" wirft Christopher Clark einen neugierig-unterhaltsamen Blick auf den Kontinent, besucht die schönsten und schicksalhaftesten Orte Europas und bringt etwas Ordnung in die so verwirrend vielfältige Geschichte.
01:25
Europa, das christliche Abendland - so eine gängige These. Welche Rolle spielt der christliche Glaube für die Identität Europas? Gibt es neben dem christlichen auch ein islamisches Abendland? Christopher Clark geht in dieser Folge der Frage nach, woran die Europäer glauben: Das Christentum war die erste offene Volksreligion, Gemeinden und Klöster wurden zur Keimzelle gemeinsamer Konfession, Pilgerwege zu einem verbindenden europäischen Netzwerk. Doch bald schon gingen die Christen im Osten und Westen Europas getrennte Wege. Was sie für kurze Zeit wieder zusammenbrachte, war eine neue, gemeinsam empfundene Bedrohung: der Islam, der auch in Europa auf dem Vormarsch war. Doch bedeutete dies für den Kontinent mehr als nur ein Feindbild: Auf der spanischen Halbinsel, in "al-Andalus", prägten Muslime über ein halbes Jahrtausend die Kultur im westlichen Europa mit, die Herrschaft der Osmanen hinterließ im Südosten Spuren. Die Juden Europas trugen in ihrer Rolle als religiöse Minderheit ebenfalls zur kulturellen Vielfalt bei, brachten die Wirtschaft in Gang und waren doch immer wieder Opfer grausamer Verfolgung. Die Kreuzzüge und Türkenkriege verstärkten den Antagonismus der Religionen. Wenn nicht Gegner von außen für den Zusammenhalt sorgten, brachen unter den Christen immer wieder Konflikte aus. Zur entscheidenden Spaltung führte die Reformation im frühen 16. Jahrhundert. Martin Luther prangerte nicht nur die Missstände in der Kirche an, er stellte auch die klerikal geprägte Herrschaftsordnung infrage. So spalteten sich in Europa Macht und Glaube. 100 Jahre nach der Reformation verwüsteten verheerende Schlachten zwischen Katholiken und Protestanten den Kontinent. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges wuchs der Wille, das Verhältnis der Völker künftig auf Prinzipien der Vernunft zu begründen. Es galt, Religion und Politik in den Beziehungen der Mächte zu trennen. Die europäische Staatengemeinschaft schuf mit dem Westfälischen Frieden eine verbindliche Ordnung, die den Ausgangspunkt für das moderne Völkerrecht bildete.
02:10
Diese Folge erzählt die Geschichte der europäischen Expansion von den Wikingern bis zum Britischen Empire: Warum zog es die Europäer in die Weite, wie bekamen sie Macht über Teile der Welt? Europa und die Welt, eine Historie von Entdeckergeist und Unternehmertum, aber auch von Imperialismus, Unterdrückung und Ausbeutung. Historiker Christopher Clark führt die Zuschauer an Ausgangspunkte des Aufbruchs wie Lissabon, Amsterdam und London. Und er begibt sich an Bord der "Endeavour", jenes Schiffes, mit dem James Cook die Südsee erforschte und Australien für Großbritannien in Besitz nahm. Warum zog es die Europäer immer wieder in die Weite? "Weil wir ein Kontinent der engen Räume, aber auch der Küsten sind", erklärt Professor Clark. Die Griechen, Römer und Wikinger machten es vor, nahmen Europas Küstenregionen in Besitz. Über die Seewege der Hanse kam Wohlstand in Hunderte nord- und mitteleuropäische Städte. Heute wird dieser Handelsbund gern als Vorläufer der Europäischen Union gepriesen. Im Süden geschah der globale Aufbruch vom Mittelmeer aus: Venedig begründete die Handelswege nach Asien, von Spanien aus erfolgte schließlich der Schritt in die Neue Welt. Nord- und Südamerika gaben Millionen von Europäern Hoffnung - aber die Bevölkerung der eroberten Länder fiel dem zum Opfer, wurde versklavt, ihre Kulturen zerstört. Noch vor 100 Jahren konnte man von einem europäischen Weltreich sprechen. Christopher Clark schildert auch, wie der Machtkampf der Rivalen in den Ersten Weltkrieg führte, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.
02:55
Diese Folge der "Europa-Saga" erzählt von Europas Beitrag zur Weltkultur. In Kunst, Unterhaltung, Philosophie und Wissenschaft wurde Unvergängliches geschaffen - oft ohne Rücksicht. Christopher Clark reist in die Metropolen und erlebt Europas Meisterwerke. Ob das Kolosseum oder der Eiffelturm, die "Mona Lisa", Beethovens Neunte oder die Songs der Beatles, Platons "Staat" oder Shakespeares "Sturm". Immer wieder gelang es den Europäern, mit klassischen Werken zeitlose Geltung zu erschaffen. Romanik, Gotik, Barock, Jugendstil, Klassizismus und Bauhaus sind Begriffe aus dem Vokabular europäischer Architekturgeschichte. Euripides' "Medea", Shakespeares "Hamlet", Bizets "Carmen" und Puccinis "La Bohème" sind von den Weltbühnen nicht wegzudenken. Hinzu kommt eine große Zahl bahnbrechender Entdeckungen und technischer Erfindungen, ob die Dampfmaschine, die Batterie, das Automobil oder Flugzeug, das Penicillin oder die Kernspaltung. Auch bei der Entwicklung der Kommunikationstechnik, bei Telefon, Radio, Fernsehen und Computer, standen Köpfe aus Europa Pate. Physiker, Chemiker und andere Naturwissenschaftler waren stets führend in der Riege der Nobelpreisträger. Fast immer, wenn man von klassischen Epochen spricht, von Errungenschaften mit zeitloser universeller Geltung und Ausstrahlung, führen die Wege nach Europa. In der vierten Folge der "Europa-Saga" geht es um herausragende Namen, bedeutende Werke und ihre Wirkung, um Europäisches, das zum Weltmaßstab wurde. Es geht aber auch um Anmaßung und darum, dass Europa vor allem seine technische Überlegenheit gegenüber anderen ausspielte, ohne Rücksicht und Toleranz. Nicht ohne Grund ist die Kritik am Fortschritt so alt wie viele Errungenschaften selbst. Kaum ein Kontinent hat die Erde so nachhaltig geprägt wie Europa - im Guten wie im Schlechten. Und so steht seine glanzvolle Geschichte und Kreativität auch für rücksichtslose Plünderung von Ressourcen und Ausbeutung der Welt.
03:35
Im Lauf der Jahrhunderte reift die Idee der europäischen Einigung. Dieser Teil der "Europa-Saga" zeigt Versuche, Europa zur Einheit zu formen: mal mit Gewalt, mal mit Vernunft. Sir Christopher Clark besucht Schauplätze großer Konflikte und Einigungsbemühungen. Erst spät setzt sich in Europa die Überzeugung durch, dass ein Miteinander den Völkern mehr dient als ein Gegeneinander. Es folgte der Aufbruch in die Europäische Union. Der Gedanke an ein Europa freier Völker entstand im Zeitalter der Aufklärung. Zum Schlüsselereignis aber wurde die Französische Revolution 1789. Viele Menschen in Europa ließen sich von den Verheißungen der revolutionären Dreifaltigkeit begeistern: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Es war die Botschaft an das kommende Jahrhundert. Es ging um freiheitliche Verfassungen und politische Mitbestimmung, auch um die Vision eines einigen Europas der freien Völker. Ideen, die auch bei weiteren Revolten gegen die Monarchien oder internationalen Kundgebungen wie auf dem Hambacher Fest 1832 eine Rolle spielten. Doch erst nachdem Nationalismus, Imperialismus, Diktaturen und Weltkriege den Kontinent in den Abgrund gestürzt hatten, mehrten sich die Stimmen für ein freiheitliches und geeintes Europa. Mit der Gründung des Europarates und der ersten Europäischen Gemeinschaften in den 50er-Jahren wurde der Grundstein gelegt, nahm der Zusammenschluss demokratischer Staaten Gestalt an - zunächst im Westen, nach dem Fall der Mauer auch in Osteuropa.
04:20
Brexit, Finanzkrisen und Flüchtlingswellen haben in Europa Skepsis an die Stelle früherer Aufbruchstimmung rücken lassen. Doch es gibt auch Optimismus. Quo vadis, Europa? Professor Christopher Clark zeigt auf seiner Reise durch die europäischen Metropolen, wie Gemeinsames erzielt wurde, von dem die Gründer nur zu träumen wagten: das Ende des Kalten Krieges, die Öffnung nach Osten, die große Zahl der Mitglieder, eine Währung. Der Fortschritt der Einigung zeigt in Zeiten der Krise auch seine Schattenseiten: mangelnde Übereinstimmung unter den vielen Partnern, Zweifel an gemeinsamen Werten, nationale Rückbesinnung, weil europäische Lösungen ausbleiben oder auf sich warten lassen. Es sind gleich mehrere Konfliktherde, die das Gemeinschaftswerk auf die Probe stellen. Was können die Leitlinien sein für die Zukunft Europas? Am derzeitigen "Staatenverbund" festhalten oder die Bahn frei machen für eine Bundesrepublik Europa? Mehr Kompetenzen in zentralen Politikbereichen zulassen oder doch eher etwas zurückrudern? Es bleibt wohl auf absehbare Zeit erst einmal beim Krisenmanagement, beim Navigieren auf Sicht. Dennoch: Die Freude, der "schöne Götterfunke", von dem Schillers Ode "An die Freude" und das Motiv aus Beethovens "Neunter" als Europahymne künden, ist nicht erloschen. Denn jeden Tag machen Menschen in Europa eine großartige Erfahrung: Es gibt das Europa der gemeinsamen Kultur, des selbstverständlichen Austauschs, der alltäglichen Begegnung, der Freizügigkeit, der Musik und des Sports - vom Eurovision Song Contest bis zur Champions League. Was sagen die Umfragen? Wie denken die Bürger über die Union, wie über ihre Nachbarn, was erwarten sie von der gemeinsamen Zukunft? Quo vadis, Europa? Darauf sucht Christopher Clark in der letzten Folge der "Europa-Saga" Antworten.