21:00
Dort, wo das Tote Gebirge schroff in den Himmel ragt und tosendes Wasser auf alpine Stille trifft, beginnt das Steyrtal - eine der eindrucksvollsten Naturlandschaften Oberösterreichs. Die Steyr ist Kraftquelle, Naturwunder und das Herz einer Region - kristallklar, ungestüm und voller Geschichten. Als Transportweg, Arbeitsstätte und Lebensraum war sie einst unverzichtbar. Heute ist der Fluss ein Paradies für Erholungssuchende und Wassersportler.
21:45
Einsame Hochgebirgstäler, ursprüngliche Aulandschaften, Gebirgsketten: Ein Drittel des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg ist unberührte Natur. Auch Kulturlandschaften wie beispielsweise das Gaflunatal, ein Seitental des Silbertales, in dem vor 400 Jahren noch Bergbau betrieben wurde, zählen dazu. Ziehen sich die Menschen zurück, können sich Pflanzen und Tiere wieder ausbreiten. Der legendäre Bär Bruno hat auf seiner Wanderung von Graubünden quer durch Vorarlberg nach Bayern die Route über diese unberührten Landschaftsräume gewählt. Damit diese Naturräume vor intensiver landwirtschaftlicher oder touristischer Nutzung verschont bleiben, soll es eine klare rechtliche Regelung nach dem Raumplanungsgesetz geben. Der Film führt vom Saminatal auf 900 Meter Seehöhe bis in die 3000er-Region in der Silvretta.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
In den 1970er-Jahren entschied der rumänische Diktator Nicolae Ceau?escu, im Verwaltungskreis Alba ein Bergwerk zu betreiben. Die Region enthielt das größte Kupfervorkommen des Landes. Seitdem werden giftige Bergbauabfälle in ein nahe gelegenes Tal geleitet, wo einst das Dorf Geamana lag. Über Jahrzehnte wurde es von fast 50 Millionen Tonnen Giftschlamm verschluckt. Nur eine ältere Frau ist geblieben und harrt in der fast menschenleeren Heimat aus. Der See, der sich durch die anhaltenden Bergbauarbeiten gebildet hat, steigt unaufhörlich an. Bis zum heutigen Tag haben über 400 Familien ihre Existenzen verloren. Sie wurden enteignet, mussten vor den Schlammmassen fliehen und ihre Grundstücke zurücklassen. Doch eine ältere Frau harrt noch aus: Valeria Prata lebt in einem der letzten Häuser, die von Geamana übrig geblieben sind. Es liegt direkt neben dem giftigen See, der durch die Abwässer des Bergwerks orangerot gefärbt ist. Früher hat Valeria im Dorf als Verkäuferin gearbeitet und war bestens vernetzt. Heute ist das ehemalige Zentrum des Orts von verunreinigtem Wasser und Schlamm bedeckt. Seitdem ihr Mann gestorben ist und die Kinder weggezogen sind, ist das Leben für Valeria immer einsamer und beschwerlicher geworden. Mittlerweile ist ihr Heimatort fast menschenleer. Nur eine Kuh und ein Hund leisten ihr noch Gesellschaft. Doch der Tag rückt näher, vor dem sie sich schon immer gefürchtet hat: Denn sobald der See die Haustür erreicht, muss auch Valeria Prata ihre Heimat für immer verlassen.
23:51
Jedes fünfte bis sechste Kind in Deutschland wächst mit einem suchtkranken Elternteil auf. Viele von ihnen werden vernachlässigt, werden Opfer psychischer oder physischer Gewalt. Diese Belastungen prägen Kinder suchtkranker Eltern oft ein Leben lang. Was haben diese heute Erwachsenen erlebt, und was bedeutet das für das weitere Leben? Nur wenige Betroffene gehen an die Öffentlichkeit. Tanja (38) ist Kinderkrankenschwester. Sie musste sich schon als Kind um ihre alkoholabhängige Mutter kümmern. Von ihr wird Tanja übel beschimpft, und sie ist dennoch immer für sie da - bis an die Grenze des Machbaren. "Du funktionierst in deinem System. Jeder hat eine Rolle. Meine war halt, dass ich beschützen wollte." Erst als Erwachsene stellt Tanja fest, dass sie mit dieser Aufgabe heillos überfordert war und ist. Sie möchte nun die Vergangenheit aufarbeiten und geht an die Öffentlichkeit - gegen den Willen ihrer Eltern. Die brechen daraufhin den Kontakt zu ihr ab. Wenn Mandys (47) Vater betrunken aus der Kneipe kommt, ist er oft aggressiv. Unter seiner Gewalt hat besonders Mandys Mutter gelitten. Sie verlässt nach 15 Jahren Ehe die Familie über Nacht. Da ist Mandy erst 16 Jahre alt. Aber sie entscheidet sich, bei ihrem Vater zu bleiben. Für ihn macht sie neben ihrer Ausbildung den Haushalt, putzt, kauft ein. Bis heute kämpft Mandy mit ihren ambivalenten Gefühlen zu ihrem Vater. Nicolas' Mutter stirbt an ihrer Sucht, als er gerade zehn Jahre alt ist. Für ihn ist das extrem hart, er kommt erst nicht gut zurecht. Heute sieht er den Tod seiner Mutter im Rückblick als Chance: "Weil sie nicht mehr da war, habe ich mehr Sicherheit im Leben bekommen." Nicolas (23) geht offen mit seiner Geschichte um. Er engagiert sich ehrenamtlich in einer Gruppe für Kinder aus suchtbelasteten Familien, die ihm selbst damals sehr geholfen hat. "Meine Botschaft ist einfach: Sucht euch Hilfe. Du entscheidest, wie dein Leben läuft und nicht deine Eltern. Und du bist auch nicht schuld an ihrer Krankheit." "37°" begleitet drei erwachsene Kinder aus suchtkranken Familien. Tanja, Mandy und Nicolas brechen ihr Schweigen - für die anderen, die bis heute unter den Erfahrungen ihrer Kindheit leiden.