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ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:16
Penicillin ist auch 100 Jahre nach seiner Entdeckung das wichtigste Antibiotikum der modernen Medizin und wird bei Operationen sowie Krebs- und Infektionsbehandlungen eingesetzt. Das medizinische Wundermittel ist eine genuin europäische Erfindung und Entwicklung, droht nun aber durch die Globalisierung der "Alten Welt" verloren zu gehen. Ohne asiatische Lieferungen könnte ein großer Teil der modernen Heilkunst in Europa unmöglich werden. Die Entdeckung des Penicillins und die daraus resultierende Entwicklung der Antibiotika waren abgesehen von hygienischen Maßnahmen und Impfungen wohl die größte medizinische Revolution überhaupt. Ohne Antibiotika keine modernen Operationen, keine aufwendige Krebsbehandlung, ohne Antibiotika viel mehr Spitalsaufenthalte und Todesfälle. Die erfolgreiche Bekämpfung von Keimen hat weite Teile der klinischen Medizin erst möglich gemacht, und Antibiotika - immer noch speziell Penicilline - sind eine der wichtigsten Säulen des Gesundheitswesens überhaupt. Aber wie lange werden die europäischen Entdecker diese Superkraft noch zur Verfügung haben? Resistenzen könnten diese medizinische Waffe stumpf oder sogar wirkungslos machen. Der leichtfertige Einsatz in der Humanmedizin und in der Tiermast führt dazu, dass immer mehr Keime unempfindlich werden gegen die vorhandenen Antibiotika. Neue Entwicklungen aus der Pharmazie können hier gegensteuern - und gerade Penicillin ist trotz seines "Alters" relativ unempfindlich gegen Resistenzbildungen. Eine andere Bedrohung ist wohl viel größer: Europa, der Kontinent, auf dem das Penicillin entdeckt wurde und der lange die Forschung im Bereich der Antibiotika dominiert hat, ist - wie in vielen anderen Bereichen - vom innovativen Produktionsstandort zum bloßen Konsumparadies verkommen. Beim Pro-Kopf-Verbrauch liegen viele europäische Länder auf Spitzenplätzen, und dennoch gibt es nur eine einzige verbliebene Produktionsstätte in Europa, die Penicillin herstellen kann, ohne auf asiatische Lieferketten zumindest bei den unabdingbar nötigen Rohstoffen angewiesen zu sein. Die letzte Produktionsstätte auf dem Kontinent im kleinen Tiroler Ort Kundl wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg als erste Penicillinfabrik des Kontinents errichtet. Heute stellen die globalen Entwicklungen auf dem Pharmamarkt und vor allem der Aufstieg Chinas die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens infrage. Es brauchte bereits einen Schulterschluss mit der Politik, um den Standort zu erhalten. Für die Entdeckung des Penicillins 1928 wurde der schottische Arzt Alexander Fleming mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Mehr als ein halbes Jahrhundert vor Fleming publizierte der Wiener Chirurg Theodor Billroth zur "keimtötenden Wirkung des Pilzes Penicillium", seine Forschungen gerieten aber in Vergessenheit. Der erste Mensch wurde 1941 damit behandelt: ein Polizist in England, ein Europäer also. Und jetzt? Verliert der Kontinent die Kontrolle über eine der schärfsten medizinischen Waffen überhaupt? Christian Kugler vereint in seinem Film die spannende Historie, die hoch relevante Gegenwart und eine höchst unsichere Zukunft für die moderne europäische Medizin.
21:01
Klimaerwärmung, Monokulturen und dichte Lebensräume schaffen ideale Bedingungen für Krankheitserreger. Sie bedrohen die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Welche Rolle Tigermücken, sexbesessene Bakterien oder versalzte Gewässer bei der Ausbreitung von Pathogenen spielen, wird in den Laboren der "One Health"-Forschung untersucht. Dort werden Ökosysteme, Tiergesundheit und Humanmedizin gemeinsam betrachtet. Längst ist die Tigermücke ein lästiger Mitbewohner in vielen Kleingärten. "Diese Mücke ist reisefreudig, braucht es warm und liebt kleine Pfützen", erklärt die Zoologin Karin Bakran-Lebl von der AGES - der österreichischen Gesundheitsbehörde. Dort wird die Entwicklung und Verbreitung der invasiven Mücke genau beobachtet und dokumentiert. Interessierte Laien, sogenannte Citizen Scientists, helfen dabei mit. Sichtungen können per App erfasst werden. Anders als heimische Stechmücken kann die Tigermücke Zika-Viren oder Tropenkrankheiten wie Denguefieber übertragen. "Die Frage ist nicht ob, sondern wann Tropenkrankheiten auch in Europa zum Problem werden", warnt der Insektenexperte Andreas Vilcinskas. Er hat in Gießen das Fraunhofer-Institut für Insektenbiotechnologie aufgebaut. Dort werden biotechnologische Bekämpfungsmethoden erforscht. "Mit Pestiziden vernichten wir ganze Ökosysteme, das schädigt nicht nur die Umwelt, sondern letztlich die Menschen", betont Vilcinskas. Im Fokus steht neben der Tigermücke auch die Schilf-Glasflügelzikade. Sie überträgt Bakterien auf Zuckerrüben und Kartoffeln und sorgt für massive Ernteausfälle. Auch in den Niederlanden ist man den Keimen auf der Spur. "Zugvögel können Viren nach Europa bringen, wo sie von Stechmücken auf Menschen übertragen werden", hält die Virologin Reina Sikkema fest. Mit ihrem Team erfasst sie Reiserouten und die Gesundheit von Vögeln. Bei einem Feldversuch mit Stechmücken haben die Forscher herausgefunden, dass diese mit Klimaveränderungen besser zurechtkommen als ihre Fressfeinde. Die Nutztiere im Blick behält man in Tirol. Im Sommer gehen die Kühe aus verschiedenen Betrieben gemeinsam auf die Almen. "Das ist ein wunderbarer Pool, um sich gegenseitig mit diversen Erregern anzustecken", erzählt der Veterinärmediziner Lorenz Khol. Beispielsweise mit einem Subtypen des Staphylococcus aureus. Das Bakterium verursacht bei Kühen Euterentzündungen. Gelangt es in die Milch, kann es, wenn daraus Rohmilchkäse hergestellt wird, bei Menschen zu Durchfallerkrankungen führen. Neben der Ausbreitung von Keimen zählen Antibiotikaresistenzen zu den großen Herausforderungen in der "One Health"-Forschung. Nicht nur Medikamentenmissbrauch, sondern auch Umweltbedingungen haben Einfluss auf die Verbreitung. "Wenn Bakterienstämme bei Kläranlagen aufeinandertreffen, kommt es zum 'Bakteriensex', und Resistenzen werden zwischen Bakterien ausgetauscht", erklärt Julia Vierheilig, Mikrobiologin an der Technischen Universität in Wien. Ihr Kollege Norbert Kreuzinger erforscht an der Abteilung für Wassergütewirtschaft Methoden, Spurenschadstoffe im Abwasser unschädlich zu machen. Positiver Nebeneffekt seiner Versuche mit einer "Minikläranlage" im Labor mit Ozon und engmaschigen Sieben: Auch Bakterien werden entfernt. Die Dokumentation "Keimen auf der Spur - Wie eng Mensch, Tier und Umwelt verbunden sind" gibt Einblick in die Labore und Arbeitsfelder interdisziplinärer Gesundheitsforschung. Grafiken und eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen machen den Film zu einer abwechslungsreichen Reise durch die Welt der Forschung.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
Josef und seine Nichte Nina verbindet eine besondere Geschichte: Als sie klein war, haben sie im Spiel zusammen einen Drachen getötet. Dank der Begegnung mit Nina hat Josef es geschafft, seine Sucht in den Griff zu bekommen. Jahre später bekommt er die Gelegenheit, sich zu revanchieren. - "Prinzessin" ist ein warmherziges Drama über zwei Menschen, die sich gegenseitig neuen Lebensmut schenken. Der alkoholabhängige Josef lebt einsam und verwahrlost im geerbten Elternhaus mit Garten. Weil er sich weigert, das Haus zu verkaufen, zieht seine alleinerziehende Schwester mit ihrer vierjährigen Tochter Nina kurzerhand in die zweite Wohnung ein. Zwischen Josef und dem aufgeweckten Mädchen entsteht eine unerwartete Freundschaft. Während Ninas Mutter arbeitet, verbringen sie viel Zeit miteinander. Sie spielen Ritter und Prinzessin und gehen zusammen Drachen jagen. Frei von Vorurteilen begegnet Nina ihrem Onkel und hilft ihm, ohne es zu ahnen, Schritt für Schritt von seiner Sucht loszukommen. Jahrzehnte später kreuzen sich die Wege der beiden erneut. Nun ist es Nina, die Hilfe benötigt. Sie ist in jungen Jahren in den Drogensumpf abgedriftet, hat ihre Eltern jahrelang belogen und bestohlen und ist schließlich in die Ukraine abgehauen. Als Josef davon erfährt und realisiert, dass von der Familie niemand mehr bereit ist, ihr zu helfen, macht er sich sofort auf den Weg, um nach ihr zu suchen.