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In der Dokumentation erzählen prominente Zeitzeugen vom neuen Leben in Österreich nach dem Kriegsende 1945. Der Alltag wurde durch die vier Siegermächte im Land "plötzlich international". Statt Völkerball spielte man in den wiederaufgebauten Turnsälen etwa Basketball. Was heute einer jungen Generation YouTube beim Englischlernen ist, das war für den österreichischen Altkanzler Vranitzky das Radio der Amerikaner. Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky, die Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi, die Tänzerin Susanne Kirnbauer-Bundy, der 2024 verstorbene Alt-ORF-Intendant Thaddäus "Teddy" Podgorski, die Schauspielerin Erika Pluhar und der Jazz-Experte Felix Dillmann zeichnen das Bild von einem Aufbruch und einem neuen internationalen Einfluss auf das Alltagsleben in Österreich, in dem gerade Radio und Kino das Tor zur Welt weit öffnen.
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Herbert Ammann will nach seinem Tod zu Kompost werden. Die beiden offiziellen Bestattungsformen der Kremation und Erdbestattung passen ihm nicht. Weder will er verbrannt werden noch in einem Sarg unter der Erde vermodern - sondern zu fruchtbarer Erde werden. In der Schweiz gibt es vielleicht bald eine dritte Bestattungsform, nämlich die "Kompostbeerdigung". Herbert Ammann hat in Zürich erfolgreich eine Einzelinitiative lanciert, welche sich dem Thema annimmt. In 40 Tagen wird ein Mensch zu Erde. Dann kann er auf dem Friedhof beigesetzt werden oder Angehörige könnten die Erde auch zu sich nach Hause nehmen. Genau das möchte Herbert Ammann: Als Kompost in seinem Garten landen, damit ein Nussbaum aus seinen irdischen Überresten wachsen kann. Aber seine Krankheit schreitet wohl schneller voran, als dass der politische Prozess die dritte Bestattungsform abgesegnet hat.