16:46
Mexikos Süden ist vor allem durch seine "Riviera Maya" bekannt - den langen Küstenabschnitt südlich von Cancún mit weißen Traumstränden und luxuriösen Hotels. Doch abseits dieser Badedestination auf der Yucatán-Halbinsel, im Inselinneren, leben die Nachfahren der alten Maya. Sie knüpfen an ihre prähispanische Vergangenheit an und versuchen, alte Bräuche und Traditionen der jahrtausendealten Hochkultur neu zu beleben. Das sind beispielsweise die Chicleros, die 30 Meter hohe Breiapfelbäume besteigen und aus Kautschuk Bio-Kaugummi herstellen; eine Modedesignerin, die mit Blüten recycelte Dessous ökologisch färbt und entwirft, oder eine Bienenzüchterin, die die einheimische stachellose Melipona-Biene wieder neu ansiedelt. Auch in den angrenzenden Bundesstaaten Chiapas und Oaxaca, den ärmsten Gegenden Mexikos, besinnen sich Mexikaner ihrer indigenen Wurzeln - zum Beispiel als Tamales-Verkäufer im Foodtruck. Mexikanische von Hand gemachte Maisfladen werden in einem alten VW-Bulli angeboten, der jeden Tag an einem anderen Platz in San Cristóbal de las Casas hält. Die Hochkultur der Maya, die ihre Blütezeit zwischen 600 und 900 nach Christus hatte und dann plötzlich verschwand, gehört trotz intensiver Forschung noch immer zu den großen Mysterien dieses Planeten. Von ihrem universellen Wissen zeugen ihre astronomischen Karten, die genauer als die unsrigen waren. Auch verfügten sie über große Kenntnisse in Mathematik, Architektur und bildender Kunst. Das Filmteam macht sich auf die Suche nach Vertretern dieser alten Kultur in Mexikos Süden und lernt dabei neben der beeindruckenden, vielfältigen Natur - vom Tiefland bis ins Hochgebirge - sympathische, selbstbewusste Menschen kennen, die stolz sind auf ihr Land und ihre Vergangenheit.
17:31
Extreme Landschaften, visionäre Ideen und beeindruckende Menschen: Eine Reise in den Norden Chiles zwischen Wüste, Ozean und Anden eröffnet überraschende Perspektiven. Die Dokumentation führt durch die Atacama-Wüste, entlang des Humboldtstroms und bis in die Anden. Unterwegs trifft das Filmteam Forschende, Unternehmer und Abenteurer - von Walbiologen über Astronomen bis zu Surfern. Im Valle del Elqui wird mit Sonnenenergie gekocht, vor der Küste erforscht ein Meeresbiologe Finnwale. Astronomen entdecken am Paranal-Observatorium neue Himmelskörper. In der Wüste entsteht Bier aus Nebelwasser, während in Arica eine lebendige Surfszene internationale Gäste anzieht. Eine eindrucksvolle Reise zu Menschen, die in einer der extremsten Regionen der Erde leben.
18:15
Strände, wie sie auf Postkarten abgebildet sind, tropische Regenwälder und knallbunte Häuser: Guadeloupe erfüllt alle Karibik-Klischees - und erzählt zugleich überraschende Geschichten. Der zu den Kleinen Antillen gehörende Archipel ist französisches Überseegebiet und Teil der EU. Französisches Flair trifft auf karibisch-kreolische Gelassenheit - doch das Leben dort ist teuer, und wer Erfolg haben will, braucht Ideen. So wie Teddy Belgrain, der mit Kokosnüssen Guadeloupe und am liebsten gleich die ganze Welt verbessern will. Aus Schalen und Fasern stellt er Biokohle her - für Grills und als Filter gegen Wasserprobleme. Die Kokosnussberge im Garten seiner Mutter wachsen weiter, sehr zu ihrem Stolz - und leichten Missfallen. Fred Bernier und sein Team bergen regelmäßig Wracks vor Guadeloupe. Doch eine seit zehn Jahren verrottende Segeljacht bringt selbst die Profis an ihre Grenzen. In den stürmischen Gewässern des Hurrikangebiets sind Schiffswracks keine Seltenheit. Emilie Flemin fährt mit ihrem mobilen Schönheitssalon über die Inseln und bringt Masken, Massagen und Maniküren in entlegene Orte. Ihr Kalender ist voll, denn Schönheit ist wichtig - und das Gespräch ebenso. Im Zentrum von Pointe-à-Pitre verfallen kreolische Häuser, doch Freiwillige restaurieren nutzen jeden Sonntag zum Restaurieren. Der Verein "Pli Bel La Ri" - "Unsere Straße soll schöner werden" - bringt Farbe zurück. Belohnt wird das Engagement mit Ti Punch. Marie-Galante hat sich seinen ursprünglichen Charme bewahrt. Dort lebt Pierre Mouda als Selbstversorger und bewahrt ein seltenes Handwerk: Er ist der letzte Indigofärber der Insel.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:20
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:22
Der historische "Goldenpass Belle Époque", ein Nachbau des "Golden Mountain Pullman Express" der 1930er-Jahre, ist ein Zug der Extraklasse. Er bietet zugleich Nostalgie, Luxus und Abenteuer. Zweimal am Tag fährt er vom palmengesäumten Ufer in Montreux nach Zweisimmen im Berner Oberland. Dafür schlängelt er sich durch die Weinberge des malerischen Lavaux und passiert auch die historischen Werkstätten der Montreux-Berner Oberland-Bahn in Chernex. Durch den Jaman-Tunnel auf 1100 Metern Höhe verlässt der "Goldenpass Belle Époque" den Kanton Waadt und kreuzt den Kanton Freiburg und damit das Greyerzer Tal. Die Käse der Region sind auf der ganzen Welt beliebt. Jahrhundertelang wurden die Milchprodukte von Gruyère über den Jaman-Pass bis nach Montreux oder Vevey auf dem Rücken von Maultieren transportiert. Pierre Gendre versucht mit seinen Maultiertouren ein Kulturgut zu bewahren und an junge Leute weiterzugeben. Die Etappe zwischen Monbovon und Rossinière gehört zu den eindrücklichsten Landschaften, die der "Goldenpass Belle Époque" durchfährt. Es geht vorbei am Lac du Vernex, einem Stausee, der von der Saane gespeist wird. Bekannt ist das Tal für seine Tradition des Scherenschnitts. Pionier war Jean-Jacques Hauswirth. Wann immer sich die Gelegenheit ergab, holte der arme Köhler Papier und Schere hervor und machte Scherenschnitte. Diese tauschte er dann gegen Mahlzeiten ein. 1871 starb Hauswirth. Aber die Tradition lebt weiter. Corinne von Karnstädt macht Scherenschnitte und zeigt ihr filigranes Kunsthandwerk. Maxim Lenoir steuert den "Goldenpass Belle Époque" mit viel Fingerspitzengefühl. Seinen Traumberuf als Lokführer, den erfüllt sich Maxim auch privat, denn zu Hause geht die Fahrt einfach weiter. Unter dem Dach seines Hauses baut Maxime die Strecke von Montreux nach Zweisimmen mit viel Liebe zum Detail nach. Der Bahnhof von Château-d'Oex ist preisgekrönt und ein touristischer Hotspot für Eisenbahnfreunde und Kunstliebhaber gleichermaßen. Das Stationsgebäude besteht komplett aus Holz und wurde in seinen alten Chalet-Stil zurückgebaut. Aber das Beste liegt unter den Gleisen: Die preisgekrönte Unterführung zeigt mit aufwendigen Wandmalereien des Franzosen Franck Bouroullec die Geschichte der Gegend und zeugt vom Handwerk und den Traditionen dieser Region. Der "Röstigraben" markiert inoffiziell und mit großem Augenzwinkern die Sprachgrenze zwischen der deutschen und französischen Schweiz. Der "Goldenpass Belle Époque" überquert den Röstigraben nach Rougemont, lässt die französischsprachige Schweiz hinter sich und befindet sich ab Saanen im Berner Oberland - und damit in der deutschen Schweiz. Saanen ist eines der schönsten Chaletdörfer des Berner Oberlandes. Die Saanengeiß - ohne Hörner - ist das Wahrzeichen des Orts. Aber mindestens genauso bekannt ist der blumenverzierte Bahnhof, den die 85-jährige Silvia Gysler mit viel Liebe hegt und pflegt. Gstaad ist mit 1049 Metern über dem Meeresspiegel einer der höchsten Orte auf der Strecke des "Goldenpass Belle Époque". Nachdem Gstaad 1905 an die Eisenbahn angeschlossen wurde, entwickelte sich das kleine Dorf zu einem mondänen Ort für den internationalen Jetset. Davon profitierte auch das Grandhotel "Gstaad Palace". 1913 öffnete das Haus seine Pforten. Seitdem genossen unzählige Berühmtheiten ihre Drinks an der Hotelbar: Louis Armstrong, Feldmarschall Montgomery, das Skandalpaar Elizabeth Taylor und Richard Burton und Roger Moore. Züge wie der "Goldenpass Belle Époque" bringen täglich Hunderttausende von Fahrgästen sicher und schnell bis in die entlegensten Winkel der Schweiz. In aufwendigen Landschaftsbildern porträtiert der Film einen Zug der Extraklasse und erzählt von Menschen, die an seiner Strecke arbeiten und leben.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Eigentlich stürmte das SEK nur die Wohnung eines Dealers. Dessen Nachbar Boris Gerg gerät dadurch allerdings in Panik - denn er hat einen Menschen getötet und flieht vor der Polizei. Als seine Wohnung durchsucht wird, findet die Polizei eine Leiche. Auf dem Schreibtisch liegen Fotos von sechs Menschen - jeweils mit einem Kreuz und einem Datum versehen. Handelt es sich um eine Todesliste? Nina Petersen und Benjamin Lietz beginnen, zu ermitteln. Das Opfer war Geschäftsführer einer Online-Partnervermittlungsagentur. Die Firma ist seriös, die Kunden sind zufrieden, und im privaten Umfeld des Ermordeten gibt es keinerlei Hinweise auf ein mögliches Motiv. Bei der Auswertung der Fotos entdecken die Ermittler, dass auf einem Benjamin Lietz zu sehen ist. Das Team versucht, die Identitäten der anderen auf der Liste zu klären. Sie stehen vor der Frage, ob sie die Fotos veröffentlichen sollen, um die Betroffenen zu warnen, oder ob sie sie zurückhalten sollen, um dem Mörder nicht zu signalisieren, dass sie ihm auf den Fersen sind. Benjamin Lietz findet einen Ansatzpunkt: Auf einer Abbildung hat er die Frau erkannt, mit der er sich einmal getroffen hat. Kennengelernt hat er sie über die Partnervermittlung des Ermordeten. Zusammen mit seinem Kollegen Karl Hidde macht er sich auf den Weg zu ihr und findet sie tot auf. Währenddessen entdeckt Nina Petersen, dass der Täter den Geschäftsführer der Online-Agentur gekidnappt und ihn gezwungen hat, sich von außen in das System zu loggen. So ist er wahrscheinlich an die persönlichen Daten seiner Opfer gekommen. Doch nach welchem Muster sucht er diese aus? Den Daten der Agentur zufolge hatte sich die ermordete Frau neben ihrem toten Freund nur mit einem weiteren Mann getroffen: Boris Gerg. Für Nina beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit.
21:45
Kann man planen, eine Legende zu werden? Timothée Chalamet will zu den ganz Großen gehören - und bekommt ausgerechnet von Leonardo DiCaprio entscheidenden Rat. Mit nur 30 Jahren ist Chalamet bereits zum dritten Mal als bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert. "Pop Secret Stories" blickt auf eine Begegnung im Jahr 2015 zurück, die seine Karriere maßgeblich geprägt haben könnte. Der ambitionierte Schauspieler möchte Kinos allein durch seinen Namen füllen. Doch was braucht es wirklich, um zu einer Ikone zu werden? Und warum kommt der entscheidende Impuls vom "ewig Nominierten" Leonardo DiCaprio?
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
Das heutige Braunkohlekraftwerk auf dem Industriegelände von Schwarze Pumpe ist eine Kathedrale der Stromerzeugung. Und doch ist es eher klein im Vergleich zu dem Energiezentrum, das hier ab 1955 aus dem Boden gestampft wurde. Es versorgte fast die gesamte DDR mit Stadtgas und das halbe Land mit Strom. 20.000 junge Leute zogen in die damals fast menschenleere Lausitz. Es war der Wilde Westen des Ostens, Aufbruch und neue Heimat.
23:14
Am äußersten Rand Deutschlands, abgeschieden und nur von der Ostsee umgeben, liegt Peenemünde - die nördliche Spitze der Insel Usedom. Der Aufstieg und Untergang eines geheimen Militärkomplexes im Zweiten Weltkrieg haben sich dort tief in die Landschaft eingeschrieben und prägen sie bis heute. Eine Landschaft der Kriegsgeschichte, die sich die Natur inzwischen zurückerobert hat. Wo einst ein verschlafenes Fischerdorf lag, bauten die Nationalsozialisten innerhalb weniger Jahre einen riesigen industriellen Militärkomplex. Mehr als 10.000 Menschen, darunter auch etwa 1500 Zwangsarbeiter, lebten zeitweise in der 25 Quadratkilometer großen "Heeresversuchsanstalt", um im Geheimen Raketen und sogenannte Vergeltungswaffen zu entwickeln und zu testen. Die Alliierten enttarnen dieses Raketenforschungsgelände. Luftangriffe folgen, bei denen 11.000 Sprengbomben sowie rund 93.000 Brandbomben über dem Landstrich niedergehen. Bis heute sind diese Narben in die Landschaft eingeschrieben, und weite Teile des Areals sind noch immer vermintes Sperrgebiet. Doch gerade diese Sperrung ist heute ein Glück für das Gelände - es hat sich zu einem Refugium für seltene, geschützte Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Auch immer mehr menschliches Leben kehrt auf die Insel zurück.