22:29
Ortsbürgermeisterin Claudia Voss steht vor einer Herausforderung: Der Landkreis beschließt, ausgerechnet im beschaulichen Neustadt-Linden ein Heim für Geflüchtete einzurichten. Claudia will das Beste aus der Situation machen, doch die Pläne für die Gemeinschaftsunterkunft stoßen schnell auf Widerstand, angeführt von Unternehmer Veith Landauer. Claudia ahnt anfangs nicht, dass sie immer weiter ins Visier der rechten Szene gerät. Je mehr Claudia sich bemüht, zu vermitteln, desto heftiger werden die Einschüchterungen und Anfeindungen. Schließlich muss sogar ihr Privathaus unter Polizeischutz gestellt werden. Claudia und ihre Familie stehen vor einer Zerreißprobe: Ist ihr Engagement es wert, ihre Tochter Leonie, den Familienbetrieb ihres Mannes Peter und sich selbst in Gefahr zu bringen? Claudia erlebt ohnmächtig und zunehmend isoliert, wie sich die Angst in ihr Leben einschleicht.
23:58
"10 vor 10" ist eine Informationssendung von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Vertiefende Berichte, Reportagen, Porträts und Live-Gespräche informieren über die wichtigsten Themen des Tages aus der Schweiz und der Welt.
00:25
Heinz Fischer setzt seine Österreich-Reise fort - diesmal im Süden. Der Altbundespräsident, der in seiner aktiven Zeit viel gereist ist, nimmt sich die Zeit, das Land umfassend zu erkunden. Heinz Fischer erkundet mit dem Hubschrauber unter anderem Bad Radkersburg an der slowenischen Grenze, das prachtvolle Rosental mit Drau und Klagenfurter Becken, die Saualpe umgeben vom Wolkenmeer und das eindrucksvolle Museum Liaunig in Neuhaus. Dazu erzählt er von seiner persönlichen Verbindung zu den Stiften Admont und Seckau sowie von seinen Wanderungen in den Nockbergen. Fischers biografische Erzählungen verbinden die Schauplätze zu einer persönlichen Rückschau auf Österreich.
01:15
Die Streetart-Szene in Tirol ist klein, aber aktiv. Künstlerinnen und Künstler wie Lilee Imperator und HNRX bringen Kunst auf die Straße - zwischen Illegalität und offizieller Anerkennung. Streetart ist eine kulturelle Ausdrucksform, die sich von der Protestkunst zur gefeierten Urban Art entwickelt hat. Welches Potenzial steckt in der Szene - und braucht es sie überhaupt? Die Street-Dance-Bewegung, die Wurzeln in den 1970er-Jahren hat, verkörpert urbane Tanzkultur. Trotz fehlender finanzieller Mittel entwickelten Tänzerinnen und Tänzer eine lebendige Kunstform, die Freiheit und Kreativität feiert. Das Street Noise Orchestra ergänzt diese Szene mit musikalischem Aktivismus: Seit 2014 bringen sie Musik auf die Straßen Innsbrucks und Europas. Ihre Botschaft: Jeder soll auf der Straße Musik machen dürfen. Die Dokumentation "Rebellion und Respekt - Tirols Straßenkunst" zeigt diese vielfältigen Ausdrucksformen der Straßenkunst, was sie voneinander unterscheidet und was sie gemeinsam haben.
01:40
Unterwegs zwischen dem Mont Blanc und der Côte d'Azur, in einem Renault-4-Kastenwagen: Ein Schwesternpaar erkundet die französischen Alpen entlang der legendären "Route des Grandes Alpes". Erlebnisreich, wenn auch nicht immer reibungslos, führt die Reise über einige der höchsten Pässe der Alpen gen Süden. Die beiden Schwestern begegnen Menschen, die in den französischen Alpen zu Hause sind und mit Enthusiasmus die Zukunft ihrer Berge mitgestalten. Südlich der alten Festungsstadt Briançon erklimmt eine Bergführerin die Steilwände des Nationalparks Les Écrins. Im Queyras, wo 300 Tage im Jahr die Sonne scheint, bereiten sich die Mitarbeiter einer einsam gelegenen Sternwarte auf die Sommersaison vor. Am Lac de Serre-Ponçon bereichern junge Wissenschaftler mit schwimmenden Inseln das Unterwasserleben. Im Nationalpark Mercantour stärkt eine Rangerin die Widerstandskraft von Steinböcken, und in den südlichen Seealpen kultiviert eine Biobäuerin ein exotisches Gewürz.
03:10
In dem Hochgebirgszug mit rund 200 Gipfeln über 3000 Meter hoch, steilen Schluchten, abgeschiedenen Tälern und Bergdörfern leben die Menschen in enger Verbundenheit mit der wilden Natur. Doch so einzigartig die Pyrenäen sind, die meisten Menschen kennen sie nur von der Überquerung auf dem Weg von Frankreich nach Spanien. Die Dokumentation begibt sich der Länge nach auf die Reise, vom Mittelmeer bis zum Atlantik, durch die französischen Pyrenäen. Es ist zugleich eine Reise durch das Jahr in diesem besonderen Stück Europa. Der "Pic du Midi de Begorre" ist eines der Wahrzeichen der Pyrenäen. Der 2877 Meter hohe Berggipfel liegt im Département Hautes-Pyrénées, berühmt für das Observatorium mit dem größten Spiegelteleskop Frankreichs. Mit einem weiteren Teleskop ließ die NASA in den 1960er-Jahren die Mondoberfläche nach geeigneten Landeplätzen für die Apollo-Mission absuchen. Im Winter geht es dort für Julie Constant auf eine Piste, um die sie alle Skifahrerinnen und Skifahrer beneiden: Im Tiefschnee fährt sie 1700 Höhenmeter vom Pic du Midi hinab ins Tal, durch enge Schluchten und mit waghalsigen Sprüngen von hohen Klippen. Das dürfen nur Menschen wie Julie: Sie ist ausgebildete Bergretterin und -führerin in diesem Gebiet und dort aufgewachsen. Ins Herz der Pyrenäen führt der "Petit Train Jaune", der "Kleine gelbe Zug". Ein regulärer Nahverkehrszug, aber wohl auch der ungewöhnlichste der französischen Bahngesellschaft. Einige Wagen sind 100 Jahre alt. Für Régis Bienvenue und die anderen Techniker in der Werkhalle von Villefranche ist die Instandhaltung dieses Oldtimers eine Herausforderung. Im Sommer sind es dann aber hauptsächlich Touristen, die die Fahrt durch die engen Schluchten über schwindelerregende Brücken und durch zahlreiche Tunnel genießen. Gisèle Gouazé ist eine der letzten Schafzüchterinnen. Sie treibt ihre Herde noch jedes Frühjahr auf die Sommerweide im Hochgebirge. Für die traditionelle Transhumance, den Almauftrieb, ist sie mit ihrer Familie und 300 Schafen tagelang zu Fuß unterwegs. Doch seit in den Pyrenäen wieder Braunbären angesiedelt wurden, fallen jedes Jahr Hunderte Schafe den Bären zum Opfer. Ganze Herden geraten in Panik vor den Bären und stürzen die Klippen hinab. Auch Gisèle hat in einer der vorherigen Sommersaisons bereits über 200 Schafe verloren. Daher macht sie sich in diesem Jahr voller Sorgen auf den Weg hinauf auf die Sommerweide. Das Vallée d'Ossau ist die Heimat der Gänsegeier. Mit einer Flügelspannweite von 2,70 Metern gehören sie zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Didier Peyresqué seilt sich an den Steilwänden zu den Nestern ab. Riskant, doch notwendig, um die Jungvögel beringen zu können und damit zu schützen. Die Gänsegeier galten lange als vom Aussterben bedrohte Art. Inzwischen leben im Vallée d'Ossau, dem Tal der Geier, wieder über 140 Gänsegeierpaare. Die Pyrenäen sind nicht zuletzt eine der großen Herausforderungen der alljährlichen Tour de France, die Bergetappen sind traditionell die anstrengendsten des Radrennens. Marc Lebreton sammelt historische Fahrräder und fährt mit anderen Enthusiasten die legendären Routen auf originalen, 100 Jahre alten Rennrädern nach. Ohne Gangschaltung.
03:55
Gutes Essen, endlose Strände, malerische Städte - es gibt viele Gründe für einen Roadtrip mit dem Campervan in den Süden Frankreichs. Also machen die Filmemacherinnen Maike Tschorn und Tanja Höschele sich auf in die Region zwischen Montpellier und Collioure. Tanja an der Kamera dokumentiert, wie sich Maike unterwegs mal als Austernfischerin und mal als Kitesurferin versucht. Dabei treffen sie immer wieder beeindruckende Menschen, die ihnen ihre Lebensgeschichte erzählen und ihnen verraten, warum sie diesen traumhaften Landstrich im Süden Frankreichs so sehr lieben. Eine unvergessliche Reise für das Camper-Duo.
04:40
Korsika mutet wie eine Alpenlandschaft im Mittelmeer an, eine Insel mit dramatischen Felsformationen, romantischen Buchten und stolzen Bewohnerinnen und Bewohnern. Sie sehen sich in erster Linie meist als Korsen und erst dann als Franzosen. Die Griechen in der Antike nannten das Eiland "Kalliste": "die Schöne". "mareTV" erkundet diese beeindruckende Bergwelt im Mittelmeer. Die Hafenstadt Bonifacio ganz im Süden der Insel thront hoch über dem Meer auf einem beeindruckenden Kreidefelsen. Die imposante mittelalterliche Stadt ist ein Ort mit Geschichte. Dort trifft man auf den äußerst stolzen Hausmeister Daniel Lefèvre. Schon früh morgens um 7.00 Uhr fegt er die legendäre Treppe des Königs von Aragon. Jede einzelne der 187 Stufen bekommt eine Streicheleinheit. Die Architektur der erhabenen Villen am Rand der dramatischen Klippen sind der Stolz der Korsen. Doch die privilegierte Lage ist nicht ganz ungefährlich, in den Kreidefelsen wurden Risse entdeckt. Das Cap Corse ganz im Norden der Insel ist für seine halsbrecherische Küstenstraße mit den vielen Kurven bekannt. Viele der malerischen Dörfer dort oben sind von der Jugend halb verlassen. In Canari aber regt sich etwas: Dort lassen sich gegen den Trend junge Familien nieder und beleben traditionelle Berufe wie die Imkerei, Tischlern, Landwirtschaft, alles mit Meerblick. Sabrina Lorenzi stellt wieder typisch korsischen Schafkäse her. Und aus der Milch wird ein ganz neues Produkt kreiert: Schafmilcheis. Meersalz und Bergkräuter prickeln erfrischend auf der Zunge. Pierre-Alain Debeurme lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Dabei hätte er allen Grund, gestresst zu sein: 400 Jachten lagern aufgebockt auf seinem Werftgelände. Es ist Saison, und alle Eigner wollen ihr Boot jetzt möglichst schnell im Wasser sehen. Doch zackzack läuft dort gar nichts, denn die Straße zum Hafen hinunter ist schmal, und die Schiffe sind ganz schön breit. Der Rogen der Meeräsche, "la Boutargue", gilt als Kaviar des Mittelmeers. Auf Korsika haben die Fischer eine ganz eigene Methode entwickelt, um die Fische zu fangen: Im Étang de Palo stellen sie ihre Netze so geschickt auf, dass die Meeräschen auf ihren Zug Richtung Meer automatisch in die Falle schwimmen. Julien Cugorno, 70 Jahre alt, ist ein Meister in dieser Disziplin und ein Meister in der Gewinnung von Boutargues. Da er schlimme Rückenschmerzen hat, ist er gezwungen, einen jungen Fischer als Nachfolger für ihn einzuarbeiten. doch so viel Tradition und Wissen lassen sich nicht von heute auf morgen vermitteln.