14:00
Mit der Bahn durch die Algarve: Abseits der bekannten Traumstrände liegt das größte natürliche Riff Portugals. Aus dem traditionellen Rohstoff Kork werden dort Taschen und Schuhe produziert. Und überall spielt Wind eine Rolle, als Freund oder Feind. Von Vila Real de Santo António an der spanischen Grenze geht es über Faro und Tunes bis nach Lagos im Westen. In der Algarve fahren 60 Jahre alte Dieseltriebwagen der portugiesischen Staatsbahn CP, die andernorts längst ausrangiert worden sind. Verbreiten sie einerseits eine gute Portion Nostalgie, stellen sie andererseits eine ordentliche Herausforderung für die Lokführer dar, die die Fahrzeuge unterwegs schon mal notdürftig reparieren müssen. Mindestens drei Stunden brauchen die betagten Züge für die 140 Kilometer lange Strecke - genügend Zeit, um ein Gefühl für die Landschaft der Algarve, der südlichsten Region Portugals, zu entwickeln. Der flache Osten ist geprägt durch Sonne, Sand und Salz, der felsige Westen durch Wald, Wind und Wellen. Die Einheimischen nutzen, was sie haben. Castro Marim ist bekannt für vorzügliches Meersalz und Santa Luzia für köstliche Kraken. Herzmuscheln gedeihen in der Laguna Formosa, einem 60 Kilometer langen Naturpark vor der Sandküste östlich von Faro. Sandstein kommt in unterschiedlichen Ausprägungen vor, von weich an der spektakulären Felsküste westlich von Faro bis vergleichsweise hart, verbaut in der Burg von Silves. Städte wie Silves, Tavira, Faro und Lagos erzählen von Blütezeiten im Mittelalter, sowohl als in der Algarve Muslime herrschten, als auch später, als portugiesische Seefahrer von dort zu Entdeckungsreisen aufbrachen. Schon die Seefahrer damals schätzten den unermüdlichen Algarve-Wind, so wie heute noch Segler und Kiter. Salzbauern dagegen lieben Wind nur aus bestimmten Richtungen, und Waldbauern fürchten ihn sogar, weil er verheerende Brände entfachen kann. Mit Zugwind geht es auf eine abwechslungsreiche Reise.
14:45
Der Naturpark "Douro Internacional" in Portugal beeindruckt mit spektakulären Schluchten und Ausblicken auf den Fluss Douro. Die steilen Klippen bieten bedrohten Greifvögeln wie Schmutzgeiern, Steinadlern und Gänsegeiern Zuflucht. Im Park befinden sich auch die älteste Weinbauregion der Welt sowie der Archäologische Park "Vale do Côa", der für prähistorischen Felsgravuren bekannt ist. Mit über 170 Vogelarten, darunter Schwarzstörche und Rotmilane, ist der Park außerdem ein Paradies für Ornithologen. Das UNESCO-Weltkulturerbe Douro-Tal beeindruckt mit der ältesten Weinbauregion der Welt und dem majestätischen Fluss Douro, der sich durch die steilen, terrassenförmig angelegten Weinberge schlängelt. Die Einheimischen nennen es liebevoll "Tal der Verzauberung" - eine Landschaft aus Geschichte und Tradition. Biologen, Umweltingenieure und Naturschützer arbeiten daran, die Natur für kommende Generationen zu bewahren. Außerdem engagieren sich Organisationen wie APEGA und Faia Brava für den Schutz bedrohter Arten: Faia Brava erwirbt Land, um es vor Industrialisierung zu bewahren, und schafft Futterplätze für Geier. Joana Braga da Conceição setzt sich für den Mirandese-Esel ein - ein Symbol regionaler Kultur und nachhaltigen Tourismus. Der Naturschützer und Ranger José Jambas dokumentiert die beeindruckende Vogelwelt und kämpft für ihren Fortbestand.
15:25
Der Naturpark "Vale do Guadiana" ist einer der letzten unberührten Lebensräume Südeuropas. Dort schützen Naturschützer bedrohte Arten und erhalten die ursprüngliche Landschaft. Die Region ist geprägt von Flüssen, Steilhängen und Wäldern. Besonders der Iberische Luchs steht im Mittelpunkt: Einst fast ausgestorben, kehrt er dank gezielter Schutzmaßnahmen in seinen Lebensraum zurück. Der Naturpark "Vale do Guadiana" ist eine der letzten wilden Landschaften Portugals. Abseits der Touristenströme bietet er unberührte Natur und eine bemerkenswerte Artenvielfalt. Dort leben Tiere, die anderswo längst verschwunden sind - darunter der Iberische Luchs, eine der seltensten Katzenarten der Welt. Sein Überleben hängt maßgeblich vom Wildkaninchen ab. Als Hauptnahrung vieler Raubtiere ist es eine Schlüsselspezies im Ökosystem des Parks. Um seinen Bestand zu sichern, wurden gezielt Maßnahmen entwickelt: Schutzgebiete, in denen die Tiere ungestört leben und sich vermehren können. Biologe Carlos Carrapato setzt sich mit seinem Team für den Erhalt dieses fragilen Gleichgewichts ein. Durch gezielte Habitat-Pflege und spezielle Schutzstrukturen sorgt er dafür, dass sowohl Beute- als auch Raubtiere optimale Bedingungen vorfinden. Er ist überzeugt: Ohne das Wildkaninchen gäbe es weder Luchse noch viele andere Tiere des mediterranen Ökosystems. Die Landschaft des "Vale do Guadiana" ist geprägt von Flüssen, Steilhängen und mediterranen Wäldern. Biologen und Naturschützer arbeiten dort mit lokalen Gemeinden zusammen, um das Gleichgewicht zwischen Natur und menschlicher Nutzung zu erhalten. Dank dieser Bemühungen kehrt der Iberische Luchs langsam in seinen ursprünglichen Lebensraum zurück.
16:10
England in den frühen 2000er-Jahren: Profifußball ist Männersache und David Beckham das nationale Idol. Die 18-jährige Jesminder "Jess" Bhamra möchte genauso gut spielen wie Beckham. Die jüngste Tochter einer aus Indien stammenden Arbeiterfamilie himmelt Beckham nicht nur an wie ein Groupie - sie behauptet sich beim Kicken im Park auch lässig gegen angeberische Jungs - und wird von einer Vereinsspielerin entdeckt. Die selbstbewusste Juliette "Jules" Paxton lädt sie zum Probetraining ein. Selbst der kritische Nachwuchscoach Joe erkennt ihr Talent und nimmt Jess sofort ins Team auf. Sie weiß jedoch, dass sie eine noch höhere Hürde nehmen muss: Dass ein Mädchen lieber Fußball spielt, als ans Heiraten zu denken, ist für ihre traditionsbewussten Eltern inakzeptabel. Um Zeit fürs Training und die Matches zu bekommen, erfindet Jess einen Aushilfsjob. Nur ihre ältere Schwester Pinky, die zum Stolz der Familie bald eine traditionelle Hochzeit feiert, weiß um das heimliche Doppelleben. Als die Lüge herauskommt, steht Jess vor Entscheidungen, die ihr Leben verändern. "Kick It Like Beckham" feierte im Jahr 2002 nicht nur einen Überraschungserfolg, sondern wirkte auch wie eine Initialzündung für den Frauenfußball. Endlich fanden Spielerinnen in der ganzen Welt weibliche Idole für ihren Wunsch nach Gleichstellung und Anerkennung: Hauptdarstellerin Parminder Nagra begeistert als mutige Teenagerin, die sich über Traditionen und Geschlechterrollen hinwegsetzt, um ihren Traum zu leben. In der Nebenrolle einer androgyn-selbstbewussten Fußballerin rückte die damals weitgehend unbekannte Keira Knightley ins Rampenlicht. Der titelgebende Starkicker David Beckham unterstützte die britische Komödie mit einem Cameo-Auftritt.
18:00
- 30 Minuten Filmfest München 2026 Moderatorin Christina Wolf präsentiert die Höhepunkte des Festivals - mit großen Premieren, internationalen Stars, spannenden Entdeckungen und exklusiven Interviews. - "Lieblingsmenschen" Freundschaft kennt kein Alter - "23 000 Leben" Seenotretter-Drama mit Starensemble - Großmeister des queeren Kinos Regie-Ikonen Almodóvar und Sachs - "Was haben wir gelacht" Frauen und Humor im Fernsehen - "Noga" Musik zwischen Bühne und Krieg - Außerdem in "kinokino": Die Gewinnerinnen und Gewinner des Förderpreises Neues Deutsches Kino, ein Blick auf das historische Biopic "Bruno - Der junge Kreisky" sowie das Drama "Transit Times", das die deutschen Produzenten noch während des Festivals selbst in die Kinos bringen.
18:30
"SCHWEIZWEIT" zeigt dem Zuschauer Filme und Reportagen mit Impressionen aus den verschiedenen Regionen der Schweiz. Die Beiträge sind unmoderiert.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:08
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:10
Kenia ist eine Laufnation. Doch für viele Athletinnen entscheidet der Sport über weit mehr als einen Sieg: Er wird zur Frage von Sicherheit, Selbstbestimmung und Existenz. Kenia ist weltweit bekannt für seine Langstreckenläuferinnen. Doch hinter Medaillen, Rekorden und internationalem Ruhm verbirgt sich eine Realität, die selten thematisiert wird: Armut, Abhängigkeit und Gewalt. "NZZ Format" begleitet die Marathonläuferin Daizy Jemutai Rutto, die aus extrem armen Verhältnissen stammt und in Iten, dem berühmten "Home of Champions", trainiert. Für sie ist Laufen nicht nur Leidenschaft, sondern eine Überlebensstrategie - die einzige Chance, ihrer Tochter eine Zukunft zu ermöglichen und ihrer Familie ein Leben in Würde zu sichern. Parallel dazu folgt die Dokumentation Joan Chelimo, international erfolgreiche Athletin und Mitbegründerin der NGO "Tirop's Angels". Nach dem Mord an ihrer Freundin Agnes Tirop bricht sie das Schweigen über geschlechtsspezifische Gewalt im kenianischen Laufsport und kämpft für Schutz und Selbstbestimmung der Athletinnen. Zwischen dem Trainingsalltag in Kenia und dem internationalen Marathon in Venedig zeigt "NZZ Format" Athletinnen, die in einem System bestehen müssen, das sie feiert und zugleich im Stich lässt.
19:40
"Crespi d'Adda" war einst eine Fabrik, die sich ihre eigene kleine Welt leistete. Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Familie Crespi diese Fabrik und Wohnhäuser am Fluss Adda bauen lassen. Heute stehen die Turbinen des bankrotten Unternehmens still, und keiner hat mehr Zugang zu den Räumen. Doch die Fabrik mit ihren Fliesen, ihrem Parkett und ihren Wandmalereien, die in jedem Detail ästhetisch anspruchsvoll sind, hat ihre Faszination bewahrt. Am Ufer des Flusses Adda wurde die Fabrik einst errichtet, und entlang der Hallen entstand der Ort Crespi mit Wohnhäusern, einer Kirche, einem Kinderhort und einer Schule. Am Ende des Weges steht ein Monument, wie Pharaonen es sich bauen ließen, nur im Geschmack der Zeit um die Jahrhundertwende: Das Denkmal über der Familiengruft ist fast so hoch wie die Fabrikschornsteine. Davor befindet sich ein Feld, reihenweise bestellt mit kleinen Kreuzen. Auf dem Friedhof der Crespi durfte jeder aus ihrer Arbeiterschar seine letzte Ruhestätte finden. Eine reiche Saat zu Füßen des Fabrikanten, des Wohltäters und Nutznießers seiner Wohltaten. Das Haus, das er und seine Nachkommen zu Lebzeiten bewohnten, ist ein Schloss mit Turm und Zinnen, direkt neben der Fabrik. Aber auch die Häuser seiner Arbeiter waren großzügig geplant und eingerichtet, die der höheren Angestellten noch großzügiger - zufriedene Arbeiter arbeiten besser. Das Werk blieb nicht im Familienbesitz. Mehrfach wechselte die Leitung im Laufe des 20. Jahrhunderts. 1995 wurden die Fabrik und der ganze Ort als Beispiel einer Industriekultur, die schmuckvolle Architektur mit Funktionalität in Einklang brachte, in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen. Damals allerdings war die heute sinnlose Weitläufigkeit der riesigen Hallen vom Maschinenlärm gefüllt. 2003 musste die Fabrik Insolvenz anmelden. Heute haben Verfall und Zerstörung ihre eigene Schönheit entwickelt.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Mit Anastasia Kobekina (Violoncello) Programm: - Antonín Dvorák: Cellokonzert h-Moll op. 104 - Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 1 D-Dur "Titan" Seit Anastasia Kobekina im Rahmen des "Schleswig-Holstein Musik Festival 2024" den "Leonard Bernstein Award" erhielt, kennt ihre Karriere weiterhin nur eine Richtung: nach oben. 2024 wählte Kobekina für ihr Debüt bei den "BBC Proms" Dvoráks Cellokonzert. Mit dieser Perle wird die Ausnahmemusikerin bei der Eröffnung des SHMF zu hören sein und sowohl ihre technische Reife als auch ihre große "lyrische Begabung" (FAZ) unter Beweis stellen. In der zweiten Konzerthälfte präsentiert das NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Karina Canellakis Gustav Mahlers erste Sinfonie, die in ihrer bunten und kontrastreichen Verquickung von zitierten volkstümlichen Liedern, ironischen Brechungen, mystischen Naturtönen und strahlender Klangpracht fasziniert. Die New Yorkerin Karina Canellakis sorgt seit einigen Jahren nicht nur als Chefdirigentin des Netherlands Radio Philharmonic Orchestra für Furore, sondern dirigierte beispielsweise auch die Nobelpreis-Konzerte sowie die legendäre "First Night of the Proms".
22:35
Witwe Clara und Witwer Ulf verbindet eine ungewöhnliche Gemeinsamkeit: Beide trauern um ihre Ehepartner, die sie aber nicht für tot erklären lassen können. Zwar besteht weder am mutmaßlichen Freitod von Ulfs Frau Anke noch an dem tödlichen Gletscherabsturz von Claras Gatten Enno irgendein behördlicher Zweifel, doch für die Beurkundung besteht der Beamte auf eine Leiche - und die gibt es in beiden Fällen nicht. Um sich wenigstens beim emotionalen Loslassen zu unterstützen, gründen Clara und Ulf nach dem zufälligen Kennenlernen eine informelle Zweier-Selbsthilfegruppe. Schon bald erwachen bei der selbstbewussten Parfümeurin und dem erfolgreichen Romanautor überraschende Gefühle, die über die gängige Trauerarbeit weit hinausgehen. Noch mehr erstaunt die beiden jedoch die Entdeckung, dass offenbar auch gewisse Gemeinsamkeiten ihre Ehepartner verbinden. Ein verräterisches Foto von Anke mit Enno, ihr fast zeitgleiches Verschwinden und die Komplizenschaft bei einem millionenschweren Betrug lassen den Verdacht aufkommen, dass sich die Dahingeschiedenen zusammen aus dem Staub gemacht haben. Auch wenn es noch mehr wehtut: Jetzt wollen Clara und Ulf die ganze Wahrheit herausfinden. Niemals geht man so ganz - vor allem, wenn den trauernden Ehepartnern die letzte Gewissheit fehlt und plötzlich Zweifel an dem Dahinscheiden aufkommen. Diesen makabren Stoff nimmt "Wer einmal stirbt dem glaubt man nicht" zum Ausgangspunkt für eine mit bittersüßer Ironie erzählte Komödie. Zur schauspielerischen Höchstform laufen Julia Koschitz und Heino Ferch als Hinterbliebenen-Duo auf, das einander näher und einem perfiden Schwindel auf die Schliche kommt. Roman Knižka und Sabine Waibel spielen ein untotes Ganovenpaar, dessen perfekter Plan zu scheitern droht. Grimme-Preisträger Dirk Kummer inszenierte die unterhaltsame Geschichte nach einem Drehbuch von Uli Brée.