04:25
Milch, Eier, Mehl und Fett zum Braten: daraus zaubert man in Österreich Palatschinken, in Deutschland Pfannkuchen und auch in anderen Ländern sind die Teigfladen aus der Pfanne beliebt. Anita Lackenberger macht sich in Österreich und den Nachbarstaaten auf die Suche nach traditionellen und kreativen Palatschinken-Rezepten. Gefüllt werden die zarten Teigfladen mit Marmelade, Topfen oder Schokoladensauce, bestreut mit gehackten, gerösteten Nüssen und mit Staubzucker, garniert mit einem Tupfer Schlagobers. Das Lieblingsessen vieler Kinder gibt es auch in pikanten Varianten etwa mit Fleisch- oder Spinat-Käse-Füllung. Süße wie salzige Varianten werden vielerorts im Backofen überbacken. Eine klassische Variante der Wiener Küche sind die Frittaten: in dünne Bahnen geschnittene Palatschinken, die in einer herzhaften Rindsuppe am besten schmecken und in österreichischen Gasthäusern und Restaurants zum Standard-Repertoire gehören. Trennt man die Eier und schlägt das Eiklar zu Schnee, wird aus dem Palatschinkenteig die Basis für Kaiserschmarren. Dabei wird der flaumische Teig ebenfalls in der Pfanne von beiden Seiten angebraten, dann aber während des Bratvorgangs mit der Gabel zerrissen und erhält so sein bröckeliges Aussehen. Serviert mit Zwetschgenröster ist er ein Klassiker der österreichischen Mehlspeisküche.
05:10
In keinem anderen Bundesland Österreichs wird das Osterfest so zelebriert wie in Kärnten. Dazu zählen die üppige Osterjause, geklöppelte Weihtücher und diverse Osterspiele für Jung und Alt. Der Film führt auf Märkte, zu traditionellen Kunsthandwerksbetrieben, in Kärntner Küchen und an öffentliche Schauplätze, wo vielfältige Osterbräuche ausgeübt werden. Das traditionelle Osterfest beendet die kirchliche Fastenzeit, eine Zeit, in der Altäre oder Kreuze mit sogenannten Fastentüchern verhängt werden. Wie alt und auch heute noch bedeutend diese Tradition in Kärnten ist, lässt sich an zwei besonderen Fundstücken in Klagenfurt ablesen: So findet sich in der Christkönigskirche ein spätgotisches Fastentuch aus der Wallfahrtskirche Maria Bichl bei Lendorf, das bis 1924 verschwunden war und jetzt restauriert wieder bewundert werden kann. Im Kontrast dazu kann man im Klagenfurter Dom ein sehr modernes, neues Fastentuch der Kärntner Künstlerin Lisa Huber bewundern. Generell spielen die Kirchen eine wichtige Rolle beim Osterfest. In Klagenfurt segnet der Dompfarrer Peter Allmaier am Samstagmorgen das Osterfeuer, das von den Gläubigen mit glühenden Baumschwämmen nach Hause gebracht wird. Einst wurde mit dieser geweihten Glut der Küchenherd angezündet, und erst dann konnte der Schinken gekocht werden. Und auch die Osterjause, verpackt in prächtigen Weihkörben, erhält den kirchlichen Segen. Die Weihdecken für diese Körbe entstehen nach alter Tradition, werden mit geklöppelten Spitzen gesäumt und bestickt. Auch die Eier werden oftmals besonders behandelt, mit Pflanzenfarben gefärbt und mit Abdrücken von Frühlingskräutern geschmückt. So ist jedes Osterei einzigartig, ein Abbild des Frühlings. Im Zentrum der Kärntner Osterjause steht der Kärntner Reindling, ein Germteigkuchen, der mit viel Zucker, Zimt und wahlweise Rosinen und Nüssen gefüllt wird. Gebacken wird er in einem Topf, der sogenannten "Rein", daher rührt auch der Name des Kärntner Reindlings. Genossen wird der süße Reindling mit salzigen Speisen wie Schinken und Meerrettich. Die Osterjause ist das erste üppige Mahl nach der kargen Fastenzeit, die in Kärnten mit den Fastennudeln einen symbolischen Höhepunkt findet. Diese Dampfnudeln werden aus den Resten des Reindlingteigs zubereitet und nach strengen Fastenregeln am Karfreitag ohne Butter, Zucker und Mohn gegessen. Kulinarisch finden sich in Kärnten noch weitere regionale österliche Spezialitäten, wie die mit Alkohol und Mohnmasse "gefüllte Butter" oder der "Röhrlsalat" aus frisch geschnittenen Frühjahreslöwenzahnblättern.
06:00
Die Victoriafälle gehören zu den spektakulärsten Naturwundern Afrikas. Aber nicht nur Menschen zieht es dorthin - auch viele Wildtiere, denn dort können sie ihren Durst löschen. Der Sambesi speist die mächtigen Victoriafälle. Um an seinen Ufern zu trinken, laufen Elefanten oft durch die Stadt Victoria Falls, denn die liegt mitten auf einer ihrer alten Wanderrouten. Das führt immer wieder zu Konflikten zwischen Menschen und Elefanten. Der schottische Missionar und Afrikaforscher David Livingstone hatte im November 1855 ein Erlebnis, das ihn zutiefst beeindruckte. Er gilt als der erste Europäer, der die größten Wasserfälle Afrikas erblickte und nannte sie "Victoria Falls" - zu Ehren der damaligen britischen Königin Victoria. Mittlerweile gehören sie zum Weltnaturerbe der UNESCO. Lange vor Livingstone taufte die einheimische Bevölkerung die Fälle "Mosi-oa-Tunya", was "donnernder Rauch" bedeutet. Diesen klangvollen Namen verdienen die Victoriafälle vor allem nach der Regenzeit, wenn riesige Wassermassen in die Tiefe stürzen und hohen Sprühnebel entstehen lassen, der noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen ist. Daher regnet es in unmittelbarer Umgebung der Wasserfälle fast ständig. Die Anziehungskraft der Victoriafälle besteht auch darin, dass die Umgebung bis heute ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat. Landschaft und Wasserfälle sehen noch weitgehend so aus, wie Livingstone sie vorgefunden hatte. Besondere Bedeutung hat der Sambesi auch für Wildtiere, denn die Victoriafälle liegen mitten in einem wichtigen Netzwerk großer Schutzgebiete. Obwohl es an den Fällen Wasser im Überfluss gibt, ist ihre Umgebung sehr trocken. Die Tiere sind auf das lebenspendende Wasser des Sambesi angewiesen. Die Stadt Victoria Falls wurde mitten auf einer alten Wanderroute von Elefanten errichtet, die immer wieder in der Stadt auftauchen und Menschen gefährden. Lokale Naturschützer statten daher Elefanten mit Sendehalsbändern aus. Eine heikle Operation, doch die Mühe lohnt sich. Mit den Ergebnissen möchten die Naturschützer von "Connected Conservation" und vom "Victoria Falls Wildlife Trust" mehr Informationen über die Wanderungen der Dickhäuter erhalten. Ziel ist es besser zu verstehen, wann die Elefanten gefährlich werden. Die Dokumentation von Axel Gomille zeigt in herausragenden Bildern die Schönheit eines der größten Naturwunder Afrikas und geht der Frage nach, wie die Koexistenz von Menschen und Elefanten besser gelingen kann.
06:30
Anita Lackenberger stellt Frischkäse-Kreationen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Slowenien vor und zeigt, welche pikanten oder süßen Gerichte damit hergestellt werden können. Frischkäse mit Rote-Rüben-Paste und Kren, Kürbiskern-Aufstrich mit Chili, geräucherter Schafkäse im Speckmantel oder eine slowenische Topfen-Gibanica -das sind nur einige der schmackhaften Leckerbissen, die in der Dokumentation gezeigt werden. Gibanicas - ein herzhaftes oder süßes Blätterteiggebäck - gibt es in verschiedenen Varianten. In dem Film von Anita Lackenberger ist es eine süße Form mit Topfenfülle und einer Rahmschicht, die mit einem perfekt von Hand gezogenen Strudelteig umhüllt ist. Außerdem gibt Anita Lackenberger Einblick in die Frischkäse-Erzeugung und -Verarbeitung in unterschiedlichen Betrieben. Unter anderem führt sie auf Bauernhöfe in Niederösterreich, Kärnten, Bayern und der Nordslowakei und zu Sennereien in Tirol und in der Schweiz. "Topfen" - wie "Quark" in Österreich und Bayern genannt wird - ist immer schon eine einfache und schmackhafte Form gewesen, Milch umzuwandeln und etwas länger haltbar zu machen. Bei den "Milchmäderln", einer Käserei in der niederösterreichischen Gemeinde Wallsee-Sindelberg, steht zur Jause oft ein Topfengugelhupf mit Schaftopfen aus eigener Erzeugung auf dem Tisch. Der Schaftopfen hat einen milden Geschmack und sorgt dafür, dass die Süßspeise saftig wird. Auf Tiroler Bauernhöfen wird viel Topfen hergestellt - meist in einer solchen Fülle, dass er früher sogar an die Hühner verfüttert wurde - war doch Getreide teurer als Milch. Daher gibt es auch so viele Tiroler Topfenrezepte. Topfen ersetzt in dem einen oder anderen Rezept die Milch, wie man es zum Beispiel bei "Kasspatzeln" tun kann, die mit gut gerösteten Zwiebeln serviert werden. In Kärnten besucht Anita Lackenberger einen Bauernhof in den Gurktaler Alpen, auf dem Frischkäse gern zu ausgefallenen Kreationen verarbeitet wird, etwa mit Trüffelpaste und rotem Pfeffer oder Rote-Rüben-Paste und Kren. Dort wagt man sich auch an eine österreichische Traditionssüßspeise, den Topfenstrudel, und verwendet dafür Topfen - nicht nur von der Kuh, sondern auch von Schaf oder Ziege, je nach Wunsch und spontaner Laune der einzelnen Familienmitglieder. Beim "Anderlbauern" in Bayern wird - neben vielen anderen Käsespezialitäten - Frischkäse gern mit selbst gepflücktem Bärlauch vermengt. In der Nordslowakei besucht Anita Lackenberger einen Bauernhof, in dem "Brimsen" hergestellt wird. Für traditionellen Brimsen wird reine Schafmilch verwendet, reichlich Salz kommt hinzu. Typisch slowakisch sind Kartoffel-Nockerln - "Halušky", die mit Brimsen vermischt und oft mit Speckstückchen und Schnittlauch serviert werden. In Wernetshausen in der Schweiz zeigt Anita Lackenberger eine Sennerei, die "Blanc battu" produziert. Diese Frischkäse-Variation besteht aus Magermilch, die durch spezielle Milchsäurebakterien und ein wenig Lab zum Gerinnen gebracht wird. Sie ist mit Quark eng verwandt, aber anders als für Quark wird für "Blanc battu" die Molke nicht abgetrennt, sondern zusammen mit dem geronnenen Eiweiß zu einer sämigen Masse aufgerührt. Eine Vanillesauce mit "Blanc battu" ist besonders sämig. "Blanc battu" eignet sich aber auch als perfekte Basis für Kräuteraufstriche und viele andere pikante oder süße Gerichte.
07:15
Was läuft aktuell im Kino? Welches sind die neuesten Hits auf der Leinwand? "kinokino" stellt die wichtigsten Neustarts und Themen aus der Filmwelt vor. Das Magazin zeigt Porträts und Interviews mit Schauspielern und Regisseuren. Welche Filme lohnen sich? Welche sollte man lieber meiden? "kinokino" kritisiert die Tops und Flops und berichtet von den spannendsten Festivals.
07:30
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
09:00
Die Kurzausgaben der österreichischen Nachrichtensendung "Zeit im Bild" (ZIB) liefern neben klassischen Nachrichten Informationen über Entwicklungen auf den Finanzmärkten und Expertenanalysen.
09:05
Die Marienvesper gilt als Summa und Vermächtnis von Monteverdis geistlicher Musik. Vor der malerischen Kulisse des Schwetzinger Doms gastiert das Ensemble La fonte musica mit dem Sakralwerk. Monteverdis Marienvesper bewegt sich an der Schwelle: Sie bezieht auch Formen weltlicher Musik mit ein, und sie verbindet den Rückblick auf eine große Tradition der Vokalmusik mit dem Ausblick auf einen neuen Stil und eine neue Zeit. Das Ensemble La fonte musica, gegründet, um Musik des ausgehenden Mittelalters und der Renaissance zeitgerecht zu interpretieren, geht damit historisch an seine vorderste Grenze, dorthin, wo sich die Renaissance zum Barock hin öffnet, gleichsam ins Quellgebiet der Neuzeit.
10:40
Die Italiener haben's raus, auch in der Küche. "Erlebnisreisen" begibt sich auf eine kulinarische Reise von Nord nach Süd, schaut in die Töpfe und entdeckt inspirierende Rezepte und Zutaten.
11:05
Im Isarwinkel gibt es eine Vielzahl an Menschen, die das Osterfest in der eigenen Gemeinde prägen, gestalten und den Bräuchen nachgehen. Besonders das österliche Triduum, das vom Karfreitag bis zum Ostersonntag dem Tag der Auferstehung Jesu Christi geht, steht im Mittelpunkt des Kirchenjahres. Mit Verzicht und Ruhe begeht man das österliche Triduum, das Fest rund um das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu. Wichtige Arbeiten erfüllen die Mesner, wie Heinz Bader in Bad Tölz. Besonders schön schmückt er die Kalvarienbergkirche Heilig Kreuz, die am Karfreitag zahlreich besucht wird - sei es, um die heilige Stiege "raufzubeten" oder um das Heilige Grab zu schauen. In der Jachenau werden am Karsamstag Baumschwämme im Osterfeuer entzündet. Diese wurden bereits viele Wochen zuvor gesammelt und sorgfältig getrocknet. Kleine glühende Abschnitte davon verteilen die Buben im Ort zum Dazulegen in die Holzöfen. Das soll das ganze Jahr über den Segen über Haus und Hof bewahren. Der Organist und Chorleiter Marcus Rummel aus Reichersbeuern umrahmt in diesen Tagen in drei Gemeinden die verschiedenen Messen und Liturgien. Mit seinem besonderen Orgelspiel und seiner Art, Chöre und Kirchenorchester zu leiten, begeistert er viele Menschen. Eindrucksvoll stellt er das in der Osternacht unter Beweis. Der Ostersonntag, der Tag der Auferstehung Christi, wird in den Haushalten unterschiedlich gefeiert. Meist bei gutem Essen mit geweihten Speisen wie dem Osterfladen, dem gebackenem "Osterlamperl" und Speck. Am Ostermontag, dem zweiten Osterfeiertag, machen sich in Bad Tölz ein paar Familien nach Fischbach auf. Der dem Evangelium nachempfundene Emmausgang endet im Biergarten des Dorfwirts. Während die Jugend nördlich vom Isarwinkel an diesem Tag einem weiteren beliebten Brauch nachgeht: Sie nennen den Ostermontag auch den "Schnapstag". Wer bei dem gemeinsamen Treffen ein rotes Ei von der Gastgeberin bekommt, darf sich etwas einbilden, denn er hat gute Chancen bei ihr.
11:50
Von den Ostersängerinnen, die in der Osternacht mit Chorälen die Auferstehung des Herrn verkünden, bis hin zur kunstvollen Verzierung sorbischer Ostereier: alte Bräuche leben fort. Junge Frauen in Sielow haben sich zusammengefunden, um alte Gesänge zu erforschen, traditionelle wendische Trachten wiederzuentdecken und das jahrhundertealte Ostersingen in ihrem Ort zu beleben. Mit großem Engagement proben sie in der Passionszeit, um am Ostermorgen vor Sonnenaufgang singend durch die Straßen zu ziehen. Doch nicht nur die musikalischen Bräuche erleben eine Renaissance - auch die kunstvolle Gestaltung der sorbischen Ostereier fasziniert immer mehr Menschen. Mit traditionellen Wachs- und Ätztechniken entstehen wahre Kunstwerke, die mehr sind als bloße Dekoration: Die Muster und Symbole erzählen Geschichten, vermitteln Schutz und Segen und sind ein wichtiger Bestandteil sorbischer Identität. Jedes Jahr finden in der Lausitz Wettbewerbe um das schönste Osterei statt. Eine der erfolgreichsten Künstlerinnen ist Silke Roßbach-Schreier aus Cottbus, die ihre Leidenschaft nicht mehr losgelassen hat. Was einst in einer Schul-Arbeitsgruppe begann, entwickelte sich zu einer lebenslangen Leidenschaft, die sie inzwischen mit ihrer ganzen Familie teilt. Seit der Reformation ist es üblich, Patenkindern zwischen Gründonnerstag und Ostern neben der Patensemmel oder einem großen Pfefferkuchen auch Eier zu schenken: Diese Sitte hat sich bei den Sorben/Wenden bis heute erhalten. Das Osterfest wird so zu einem Symbol für Kontinuität und Wandel für die tiefe Verbundenheit der Sorben und Wenden mit ihrer Geschichte - und für die Kraft der Gemeinschaft, die alte Rituale in eine lebendige Zukunft trägt. Die Dokumentation zeigt, wie Tradition und Moderne in der Lausitz verschmelzen. Junge Menschen tauchen in das kulturelle Erbe ihrer Vorfahren ein, beleben Bräuche, die fast vergessen waren, und führen sie mit neuer Begeisterung fort.
12:20
Waren die Ostereier früher wirklich bunter? Und der Frühjahrsputz gründlicher? Das Osterwetter sonniger und die Frühlingsgefühle euphorischer? Oder wird die Vergangenheit verklärt? Wie war die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten in den vergangenen Jahrzehnten in Berlin wirklich? Der Film blickt zurück und zeigt viele fast vergessene Aufnahmen aus der Stadt an der Spree im Frühlingsrausch. Die Berliner beschäftigten in der aufregendsten Zeit des Jahres die unterschiedlichsten Themen: die Blumendekorationen am Ku'damm und Alexanderplatz, der Kampf gegen die Frühjahrsmüdigkeit, die Ausrichtung von Jugendweihe und Konfirmation, der Herrentag in lustiger Runde und - nicht zu vergessen - der Aprilscherz. In jedem Jahrzehnt hegten und pflegten die Berliner Ost wie West ganz spezielle Traditionen und Rituale.
13:05
Die Dokumentation geht zwischen dem bayerischen Oberfranken, Tirol, Niederösterreich und der Steiermark auf die Suche nach unterschiedlichen Ostertraditionen und den besten Osterspeisen. Filmemacherin Anita Lackenberger präsentiert eine Auswahl der interessantesten Gerichte und Geschichten rund um Ostern in unseren Breiten. Für evangelische Christen beginnen die Osterfeierlichkeiten schon am Karfreitag. Für Katholiken hingegen gilt an diesem Tag noch strenges Fasten. Im niederösterreichischen Mitterbach zum Beispiel frühstücken evangelische Familien am Karfreitag im Festgewand einen "Osterschober" und brechen anschließend zur Messe auf. Zu Mittag wird dann bereits wieder gegessen - etwa ein deftiger Schweinsbraten. Gründonnerstags- und Karfreitags-Eier werden gesammelt und an verschiedenen Stellen in Haus und Garten verteilt. Sie sollen das Anwesen schützen. Außerdem sind sie bis zum Karfreitag des nächsten Jahres haltbar. Vor allem die Kinder sind begeistert, Eier aufschlagen zu können, die sich nach einer solch langen Zeit immer noch gut backen und fürs Osterbrot am Ostersamstag verwerten lassen. Auch im katholischen Pielachtal werden auf diese Weise verschiedene Striezel und Osterbrote gebacken. Jedes Haus hat sein eigenes Rezept. Manchmal wird ein selbst geselchter Osterschinken eingebacken und in die Weihe-Körbe gelegt. Am Karfreitag gibt es am besten nur eine Gemüse- oder Stosuppe, eine einfache Suppe aus gestockter Milch. Geschlemmt wird erst am Ostersamstag mit einer deftigen Jause, bei der frischer Schafskäse nicht fehlen darf. Von der ersten Frühlingskräuter-Milch schmeckt er am besten. Am Ostersonntag werden dann die Ostereier gesucht, anschließend wird ein Osterbraten serviert. Eine typisch evangelische Tradition am Karfreitag in der steirischen Ramsau sind geselchte Lamm-Ripperln mit Sauerkraut. In der schwer zugänglichen Bergregion waren die jungen Lämmer das erste Fleisch, das im Frühling zur Verfügung stand. Auch in den Tiroler Alpen ist Ostern das erste Frühlingsfest. Noch sind die Bergspitzen weiß, oft reicht der Schnee weiterhin bis tief ins Tal. In der Karwoche werden Osterbrote und Osterzöpfe gebacken. Zum Fest wird etwa in Gallzein im Bezirk Schwaz Tiroler Lammbraten genossen. Auch im bayerischen Oberfranken, zwischen Schwabach und Kammerstein, existieren evangelische und katholische Ostertraditionen. Vom Roggenbrot bis zur Schlachtschüssel ist dort vieles zu finden.
13:50
Palmbuschen binden, Kinder, die mit Ratschen gehen, Speiseweihe, Osterfeuer, "Gükalar ufhänga" oder die Wache am Heiligen Grab: Osterbräuche in Österreich. Der Film stellt sie vor. Die meisten österreichischen Osterbräuche haben eine katholische Wurzel. Bei andern weiß man nicht, wie sie entstanden sind - wieder andere werden nur in wenigen Orten gepflegt oder leben wieder auf, nachdem sie beinahe verschwunden waren. Das "Greangehen" - ins Grüne gehen - gehört in einigen Orten im Weinviertel seit 2019 sogar zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Am Ostermontag laden die Weinbauern zu "weißem Brot, rotem Wein und Geselchtem" in die Kellergasse ein. Osterbräuche aus allen neun Bundesländern zeigen, wie lebendig diese lieb gewordenen Gepflogenheiten auch heute noch sind, wie sie den Menschen am Herzen liegen, die sie jedes Jahr in der Karwoche aufleben lassen. Die Ethnologin Helga Maria Wolf spricht über die katholischen Wurzeln der Bräuche, die Versuche der Jesuiten, den Glauben für die Menschen "angreifbarer" zu machen. Insbesondere Bräuche wie die Speiseweihe waren für die Menschen, die früher 40 Tage lang gefastet und verzichtet hatten, ein besonderes Fest. Zu Ostern erst durfte wieder geschlemmt werden - mit Eiern und Schinken, mit Weihbutter im Salzburger Lungau oder mit besonderem Gebäck wie dem Kärntner Reindling.
14:35
Inmitten der Holsteinischen Schweiz liegt das Pony-Gestüt Immenhof. Dort leben Oma Jantzen und ihre Enkelinnen Angela, Dick und Dalli. Oma Jantzen ist pleite, und ein Besuch kündigt sich an. Nach einem Jugendroman von Ursula Bruns gedrehter erster "Immenhof"-Film. Die rüstige Oma Jantzen führt mit ihren drei aufgeweckten Enkelinnen Angela, Dick und Dalli das Pony-Gestüt Immenhof. Während die 26-jährige Angela die Bücher führt, kümmern sich ihre beiden Schwestern, die 16-jährige Dick und der kecke zwölfjährige Blondschopf Dalli, um die Betreuung der über hundert Ponys auf den Koppeln. Obwohl die Zucht berühmt ist, sind Ponys momentan nicht gefragt, und so plagen Oma Jantzen finanzielle Sorgen: Der Gerichtsvollzieher hat mit Pfändung gedroht. Das zum Gut gehörende Forsthaus wurde bereits an den Dressurreiter Jochen von Roth verpachtet, der dort eine florierende Reitschule betreibt und langfristig eine Pferdezucht aufbauen will. Momentan sind glücklicherweise Schulferien, und so erwartet Oma Jantzen wenigstens einen zahlenden Gast: Cousin Ethelbert, der aus einer betuchten Familie stammt. Als Dick und Dalli den arroganten Schnösel vom Bahnhof abholen, sind sie mächtig enttäuscht. Die beiden Mädels zeigen dem feinen Pinkel in seiner affigen Reituniform die kalte Schulter - bis Ethelbert sich besinnt und durch die selbstlose Rettung eines Ponys beweist, dass er doch ein ganzer Kerl ist. Unterdessen haben Angela und Jochen von Roth sich ineinander verliebt. Der erfolgreiche Reitlehrer hat einen Plan, wie er den finanziell angeschlagenen Immenhof retten kann, und macht schließlich Oma Jantzen ein Angebot, das diese nicht ablehnen kann. Der warmherzige Heimatfilm nach Ursula Bruns' Roman "Dick und Dalli und die Ponys" zählt zu den großen Kassenerfolgen der 1950er-Jahre und zog eine Reihe erfolgreicher Fortsetzungen nach sich. Die damals erst 13-jährige Hauptdarstellerin Heidi Brühl avancierte mit ihrer Backfisch-Rolle über Nacht zum Publikumsliebling.
16:00
Der traditionsreiche Immenhof soll wegen hoher Verschuldung verkauft werden. Durch eine Liebesheirat erhält er jedoch eine neue Besitzerin, die das Anwesen in ein Ferienhotel umwandelt. Die Fortsetzung von "Die Mädels vom Immenhof" setzt zwei Jahre später an: Oma Jantzen hat den Immenhof nicht halten können. Alle Versuche, Geld aufzutreiben, um das Gestüt als Pony-Hotel rentabel zu halten, sind gescheitert. Der Immenhof soll versteigert werden. Neffe Ethelbert ist es, der überraschenderweise die verzweifelte Situation rettet. Ethelbert ist noch immer in Dick verliebt, muss jedoch betrübt feststellen, dass seine Angebetete sich mehr zu dem Musiker Ralf hingezogen fühlt. Der Cousin platzt vor Eifersucht, und als Dick ihm auch noch vorwirft, er hätte sich gar nicht verändert und würde immer nur an sich denken, ist er völlig verzweifelt. Um Dick zu imponieren, schmiedet Ethelbert einen verwegenen Plan: Er hat zufällig mitbekommen, dass Jochen von Roth den Immenhof durch den Umbau zu einem Pony-Hotel retten will. Leider findet sich hierfür kein zahlungswilliger Investor. Ethelbert ruft seinen wohlhabenden Onkel Pankraz auf den Plan und bittet ihn, finanziell einzuspringen. Pankraz, der von der idyllischen Landschaft und den Ponys begeistert ist, wäre nicht abgeneigt. Doch als er mitbekommt, dass seine hübsche Tochter Margot sich in Jochen verliebt, sieht der Onkel in diesem zunächst nur einen Mitgiftjäger. Es kommt zu einem handfesten Streit. Doch auf Jochens und Margots Hochzeitsfeier überrascht Pankraz das Brautpaar mit einem ganz besonderen Hochzeitsgeschenk.
17:30
Das kleine, idyllische Pony-Gestüt Immenhof hat sich inzwischen zu einem "Pony-Hotel Immenhof" gemausert. Nun fehlen nur die Gäste. Also lassen sich die Kinder eine Werbeaktion einfallen. Dicks Freund, der Grafiker Ralf, bietet an, einen flotten Werbeprospekt zu gestalten, während Jochen nach Hamburg fahren will, um mit einem großen Reisebüro zu verhandeln. Auch die Teenager Dick, Dalli und Ethelbert möchten die Werbetrommel für den Immenhof rühren. Gemeinsam reiten sie nach Lübeck und verteilen Ralfs Prospekte, die sie zuvor allerdings gehörig "aufgepeppt" haben: Plötzlich verfügt der Immenhof über einen Swimmingpool und andere luxuriöse Einrichtungen. Ganz klar, dass die ersten Gäste empört wieder abreisen, als sie keine der versprochenen Annehmlichkeiten auf dem Pony-Hof vorfinden. Da Jochen glaubt, Ralf habe die Flunkereien in den Prospekt geschrieben, kommt es zu einem schweren Streit zwischen den beiden. Nun fürchtet Dick, dass unter dem Disput auch Ralfs Liebe zu ihr leiden könnte. Unterdessen hat das Waisenkind Fritzchen den zweiwöchigen Gratisurlaub auf dem Immenhof gewonnen. Und es dauert nicht lange, bis alle den putzigen Jungen in ihr Herz geschlossen haben. Wenig später kommen schließlich auch die ersten regulären Gäste auf den Immenhof. Da gibt es die attraktive Gisela, die schon bald mit Dicks Freund Ralf flirtet, den gewichtigen und stets hungrigen Herrn Ottokar mit seiner Frau Käthe und die zickige Künstlerin Fräulein Madler. Um alle Gäste zufriedenzustellen, müssen Oma Jantzen, Dick und Dalli sich mächtig ins Zeug legen - denn mit Herrn Weskamp ist auch der Chef des Hamburger Reisebüros angereist, um den Immenhof höchstpersönlich zu inspizieren.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:14
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:15
Vom weltberühmten Wiener Schnitzel, über ein buntes Puszta Schnitzel mit Letscho bis hin zum eleganten Cotoletta alla Milanese, jedes Rezept hat eine eigene regionale Geschichte. Was haben alle Schnitzel, ob natur oder paniert, gemeinsam? Es ist der Schnitt des Fleisches, der ein Stück ermöglicht, das eine ähnliche Fleischtextur und einen vergleichbaren Geschmack bietet. Das Fett zum Herausbacken kann variieren, von Öl über Schmalz zu Butter. Kein Wien-Besuch ohne ein originales Wiener Schnitzel, kein Ungarn-Besuch ohne ein Puszta-Schnitzel mit Letscho, und in Italien gilt die Cotoletta alla Milanese als das älteste Schnitzelrezept für die "goldene" Panier. Was man immer schon über Schnitzel wissen wollte, findet man in Anita Lackenbergers Dokumentation "Golden, zart und voller Traditionen - Schnitzelvariationen in Europa". Jedes Schnitzelrezept hat seine eigene regionale Geschichte. Manche Rezepte traten von ihrer Ursprungsregion aus einen Siegeszug durch die europäischen Küchen an - und oft auch darüber hinaus in die ganze Welt. Das Wiener Schnitzel ist wohl das bekannteste Schnitzelrezept der Welt. Jedes Schnitzel birgt in seiner Zubereitung das eine oder andere Küchengeheimnis, das es für ein bestmögliches Ergebnis zu entdecken gilt. Schnitzel kann man aus vielen Fleischarten schneiden, es ist die Form, auf die es ankommt. Das Herausbacken und die Wahl des Fettes sind ein eigenes Küchenabenteuer. Auch die Panier kann variieren, bis hin zum geschmacksintensiven Kürbiskern-Schnitzel. Im Restaurant, oder in der Familie und mit Freunden: Schnitzelessen heißt immer zusammenkommen und gemeinsam genießen.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Inspektor Featherstone von Scotland Yard untersucht die unheimlichen Vorgänge auf dem Schloss des Millionärs Bellamy, wo ein grüner Bogenschütze sein tödliches Unwesen treibt. Auch Bellamys junge Nichte Valerie sieht sich auf dem Schloss um und gerät dabei in tödliche Gefahr. - Düstere Gemäuer, knöcheltiefer Nebel, unheimlich maskierte Mörder und ein dunkles Familiengeheimnis - das ist "Edgar Wallace" pur!
21:45
Eine Mordserie erschüttert London. Opfer sind ausnahmslos schwerreiche, ältere Ausländer. Scotland Yard nimmt die Ermittlungen auf. Schon bald ist Inspektor Holt einer Bande auf der Spur. Die Mordopfer waren alle bei derselben Versicherung mit horrenden Summen versichert. Als bei einem Toten zwei Pergamentstreifen mit Blindenschrift entdeckt werden, führt die Spur zu einer Bande blinder Hausierer, den "toten Augen von London". Inspektor Holt schleust die ehemalige Blindenpflegerin Nora Ward in ein Blindenheim ein. Doch alle, die der Polizei wichtige Hinweise geben könnten, kommen auf schreckliche Weise ums Leben. Nora und Inspektor Holt geraten in höchste Gefahr, als sie dem wahren Drahtzieher der Morde immer näher kommen.
23:20
Ein Wirtschaftsboss lädt eine hübsche, arbeitslose Sekretärin in eindeutiger Absicht zu einer Bermuda-Reise ein. Die junge Frau sagt zu, bleibt gegenüber dem Playboy aber anfangs zugeknöpft. Dann verliebt sie sich in ihn und bringt das Wunder fertig, sich den Junggesellen als Ehemann zu angeln. - Präzises Timing, Dialogwitz und seine Stars Cary Grant und Doris Day sichern der leicht frivolen Komödie noch immer einen hohen Unterhaltungswert. Der Wirtschaftsboss und Frauenheld Philip Shayne spritzt die kleine Angestellte Cathy Timberlake an einem regnerischen Tag in New York mit seinem Rolls-Royce nass. Sie will ihn zur Rede stellen, doch er bezirzt sie mit seinem Charme. Allerdings ist sie nicht leicht zu erobern. Zwar begleitet sie Shayne auf eine Reise auf die Bermudas, doch seine eindeutigen Absichten macht sie mit allerlei Tricks zunichte. Cathy hat sich mehr vorgenommen als ein flüchtiges Abenteuer: Sie will den notorischen Herzensbrecher Shayne in den Hafen der Ehe lotsen. "Ein Hauch von Nerz" bietet mit seinen beiden Stars Cary Grant und Doris Day eine romantische Hollywoodkomödie der alten Schule rund um Liebe, Sex und Treue. Nach "Ein Pyjama für zwei", ebenfalls von Regisseur Delbert Mann, hatte Days Leinwand-Traumpartner Rock Hudson erwartet, hier erneut die männliche Hauptrolle zu spielen. Mann wollte jedoch den 20 Jahre älteren Grant, und so übernahm dieser zum letzten Mal die Rolle des Playboys, der einer jüngeren Frau den Hof macht. "Ein Hauch von Nerz" wurde für drei Oscars nominiert und gewann den Golden Globe als beste Filmkomödie.