17:05
Konrad Hansen kämpft in China gegen eine illegale Fabrik, die gefälschtes Hansen-Marzipan zu Schleuderpreisen auf den Markt wirft. Zu seiner Überraschung stecken persönliche Motive dahinter. In Schanghai trifft Konrad auf eine alte Geliebte und wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Mei Jing, die einst bei Hansens in Lübeck lebte, brachte in China Konrads Sohn Tao zur Welt. Tao ist Leiter der Fälschungsfabrik und will sich an Konrad rächen. Konrad reist mit Ruth an seiner Seite nach China, um seinen Widersacher zu finden. In Schanghai trifft er sich mit Mei Jing. Konrad, bereits verheiratet, hatte in Lübeck eine Affäre mit der talentierten jungen Musikerin. Um der Familienehre willen schickte er Mei Jing fort und speiste sie mit Geld ab. Damals ahnte Konrad nicht, dass sie schwanger war. So wuchs sein unehelicher Sohn Tao in China heran, besessen von dem Gedanken, sich an seinem Vater zu rächen. Mit seiner illegalen Fabrik fügt Tao dem Hansen-Imperium schweren Schaden zu. Doch Konrad spürt die nicht genehmigte Produktionsstätte auf. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die chinesischen Behörden dem Produktpiraten das Handwerk legen. Konrad fliegt zurück nach Europa. Er wähnt sich bereits auf der Siegerstraße, als ihn ein erneuter Schicksalsschlag trifft: Sein Sohn Sven, an Depressionen leidend, nimmt sich nach einer Auseinandersetzung mit dem Patriarchen das Leben. Erst nach Svens Tod ist Konrad bereit, sein eigenes Handeln zu hinterfragen. Seine Vertraute und Freundin Ruth macht ihm klar, dass er nach vorne blicken muss. Konrad gelingt es, die Familie wieder zu einen. Nun muss er sich nur noch mit seinem Sohn Tao aussprechen, denn der ist aus demselben Holz geschnitzt wie sein Vater. Und er versteht auch eine Menge von Marzipan. Unterhaltungsspezialist Michael Steinke inszenierte das packende Familiendrama um eine hanseatische Marzipan-Dynastie. Die Rolle des grantigen Patriarchen wurde passgenau auf Mario Adorf zugeschnitten. Als Konrads spirituelle Ratgeberin setzt Hannelore Elsner schauspielerische Akzente. Außerdem sind Max Urlacher, Kai Scheve, Ursula Karven, Julia Richter, Heio von Stetten und Tina Bordihn zu sehen. Für das Buch war die renommierte Autorin Brigitte Blobel verantwortlich.
18:30
Antoine Lange ist einer der letzten Reparateure von Morbier-Pendeluhren, auch Comtoise genannt, in der Schweiz. Mit 94 Jahren ist dieser Hüter der Zeit und Autodidakt noch lange nicht müde. Er, der kaum noch sehen kann, repariert und renoviert historische Pendeluhren mit Hilfe seines Tastsinns. Auch zusammen mit seinem Sohn Benoît Lange, der nach langen Jahren des Suchens und nach vielen Berufen gemerkt hat, welches außergewöhnliche Erbe er antreten kann.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:08
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:10
In einer Welt, in der schlanke Körper als das ultimative Statussymbol gelten, wirkt ein Medikament, das den Appetit dämpft, wie ein Verrat am gesellschaftlichen Ideal. Plötzlich erreichen viele Menschen etwas, das sich zuvor nur wenige vermeintlich mühsam erkämpft haben. Und sofort flammt eine Debatte auf: Ist die medikamentöse Adipositas-Behandlung eine medizinische Notwendigkeit oder eine bequeme Abkürzung für Undisziplinierte? Die Endokrinologin Katja Leitner vom Kantonsspital Aarau kann darüber nur den Kopf schütteln. Adipositas ist eine chronische Erkrankung, von der weltweit jeder Achte betroffen ist und die zu zahlreichen Folgeerkrankungen führen kann. "Die Aussage 'Iss weniger, beweg dich mehr' greift zu kurz. Der Lebensstil ist nur ein Faktor." Entscheidend seien ebenso Aspekte wie Genetik, Alter, Hormone und Umwelt, betont Leitner. Die Soziologin Katja Rost von der Universität Zürich sieht im Aufruhr rund um GLP-1-Medikamente hingegen ein gesellschaftliches Muster: "Schlanksein ist heute ein rares Gut und gesellschaftlich hoch angesehen. Gerade weil es als hart erarbeitet gilt." Diese Exklusivität gerät nun ins Wanken. Für Corina Preisig, die mit Wegovy knapp 30 Kilo verloren hat, ist diese Dynamik Alltag: "Als übergewichtige Person kann man es den Menschen nicht recht machen. Wenn du dick bist, passt es ihnen nicht, und wenn du abnimmst, wirst du ebenfalls kritisiert." Auch Chiara Kroop kennt den moralischen Unterton, wenn es ums Thema Abnehmspritze geht. Sie dokumentiert ihr Abnehmen mit Mounjaro auf Social Media und erhält dort regelmäßig Kommentare wie "Einfach mal weniger fressen" oder "Mit Spritze abnehmen ist keine Leistung". Fritz Scheidegger, der schon lange mit Adipositas lebt, pfeift auf die öffentliche Kritik. Für ihn zählt nur, dass er sich mit jedem Kilo weniger wieder aktiver fühlt. "NZZ Format" zeigt, was hinter der hitzigen Debatte steht: Menschen, die Unterstützung brauchen - und eine Gesellschaft, die Körper weiterhin moralisch bewertet.
19:40
Wer sich dem UNESCO-Weltkulturerbe "Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin" nähert, wird von Schloss Sanssouci und seiner direkten Umgebung fasziniert sein. Das kleine Palais auf dem Weinberg, sein knorriger Besitzer, der Alte Fritz: In der Tat ist der Park Sanssouci mit seinem Lustschloss auf dem Weinberg so etwas wie das Herz der preußischen Parklandschaft. Er steht im Mittelpunkt, aber er steht nicht allein. Das Kurfürstentum Brandenburg wurde, als es in die Hände der Hohenzollern kam, gemeinhin als landschaftlich reizlos und wirtschaftlich hoffnungslos betrachtet. In seinem Zentrum, um Potsdam und Berlin, eine ideale Landschaft schaffen zu wollen, schien eine verwegene Idee. Anfangs ließen die Landesherren, jeder nach Geschmack, Talent, Neigung, Mode und Staatskasse, ihre Schlösser bauen und ihre Parks dazu arrangieren. Friedrich der Große gestaltete den Park Sanssouci voller offener und versteckter Bezüge und Bedeutungen, sein Neffe, Friedrich Wilhelm II., den Neuen Garten geheimnisvoll und esoterisch, die Pfaueninsel exzentrisch und irreal. Spätestens mit der Berufung des jungen Gartenbaumeisters Peter Joseph Lenné jedoch, begann die Zusammenfassung der Parks zu einem großen Landschaftskunstwerk. In der Nachkriegszeit wurde es mit der Teilung der Welt in Ost und West zerschnitten, teilweise Sperrgebiet und Todesstreifen. Der Wert dieses Gesamtkunstwerks wurde nicht mehr erkannt. Auf der Pfaueninsel plante der Westberliner Senat etwa den Bau eines Atomkraftwerks.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
"Happy Hour" ist Stand-Up-Comedy mit Herz, Hirn und Humor. Dieses Mal dabei: Maxi Gstettenbauer, Ana Lucía, Herr Schröder, Rasmus Syman und Paula Carolina. Zur besten Sendezeit zeigen Till Reiners und seine Gäste, wie vielseitig satirische Bühnenunterhaltung sein kann. Ob Stars oder Newcomer, ob Stand-up-Comedy, Kabarett oder Musik - hier ist alles willkommen, was für Spaß mit doppeltem Boden sorgt. In dieser Ausgabe macht sich Till Sorgen um das Wohlbefinden von Spitzenpolitikern. Maxi Gstettenbauer hat ein emotionales Verhältnis zu Hundewelpen und zu Friedrich Merz. Ana Lucía möchte es nicht mehr allen recht machen und hat eine gewagte Idee. Herr Schröder erklärt, warum Schule keinen Spaß machen darf. Rasmus Syman ist genervt von authentischen Urlaubern und Paula Carolina feiert ihre ganz eigene Neue Deutsche Welle. Till Reiners ist erfolgreicher Stand-up-Comedian, Moderator und Podcaster. Seit 2022 ist der Gastgeber der "Happy Hour". Im Sommer 2025 hat er mit "Till Tonight" seine erste eigene Late-Night-Show im ZDF-Hauptprogramm moderiert. Im April 2026 feiert er Premiere mit seinem neuen Soloprogramm "Das ist alles Teil der Show".
21:00
Jan Philipp Zymny beobachtet in "Illegale Straßentherapie" seinen skurrilen Alltag und wechselt von philosophischem Unsinn zu sehr persönlichen Perspektiven. Stand-up-Comedy der Extraklasse. Es entfaltet sich eine ebenso kluge wie komische Performance. Zymny wechselt mühelos zwischen Ernst und Albernheit und macht genau aus seiner Eigenheit seine größte Stärke. - 3sat zeigt den Auftritt aus dem "Frankfurter Hof" in Mainz. "Ich bin verrückt. Ich habe Dokumente, die das belegen": eine selbstironische Steilvorlage für Jan Philipp Zymnys neues Programm "Illegale Straßentherapie". Der Bochumer Poetry-Slam-Meister und Autor begeistert mit komplett neuen Gags, tiefgründiger Ironie und der Gabe, sein Publikum punktgenau mitzunehmen. Comedy, die nicht nur unterhält, sondern auch den Verstand herausfordert: Mit feinem Gespür für das Absurde spielt er mit den kleinen und großen Verrücktheiten des Alltags - mal scharfsinnig, mal absurd, immer voller unvorhersehbarer Wendungen. Zymny jongliert mit den vielen Facetten des Humors und nimmt sein Publikum mit auf eine Reise, die klug, überraschend und dabei unverschämt komisch ist. Ein Abend, der zum Lachen bringt, zum Staunen und manchmal auch zum Kopfschütteln. Mental Health? Spielt aktuell eine große Rolle, doch Zymny macht daraus große Unterhaltung voller Witz und Intelligenz.
21:45
Der abgehalfterte Ex-Journalist Ralph muss als Aushilfslehrer an einer Abendschule anheuern und lernt dabei am Ende mehr als seine Schützlinge. Ralph führte eigentlich ein wunderbares Leben als junger erfolgreicher Printredakteur mit seiner fabelhaften Frau Laila in der gemeinsamen Traumwohnung. Eigentlich. Denn diese Zeiten sind lange vorbei, wie Ralph nun bitter feststellen muss. An seinem 50. Geburtstag findet er sich als arbeitsloser, verschuldeter, geschiedener Untermieter bei seinem ehemaligen Praktikanten und dessen Oma wieder. Während seine Ex-Frau mit ihrem neuen aufstrebenden Partner nach wie vor im Luxus schwelgt, wird Ralph vom Arbeitsamt dazu verdonnert, als Lehrer an einer Abendschule anzufangen. Widerwillig erkennt Ralph, dass er, um wieder dazuzugehören, die Herausforderung annehmen muss. Zumal sich sozial engagierte Tätigkeiten nicht nur im Lebenslauf und in seinem alten Freundeskreis gut machen - vielleicht imponiert er damit auch Laila? So schwer kann es ja wohl nicht sein, ein paar unmotivierten ehemaligen Schulabbrechern die deutsche Sprache beizubringen. Doch es ist schwer. Denn Ralphs Klasse stellt sich als ganz schön bunter Haufen heraus: eine übermüdete junge Mutter, die dauernd einschläft. Ein 65-jähriger Analphabet mit Erstlese-Fibel. Eine überschminkte Handysüchtige. Ein hoch motivierter Junge mit Downsyndrom. Ein kleinkrimineller Jugendlicher mit Null-Bock-Haltung. Und ein intelligenter Haitianer, der sich von einer deutschen Frau unterjochen lässt und Ralph mit seinem Voodoo-Zauber in den Wahnsinn treibt. Und dann kommt alles anders: Nicht nur, dass seine Schüler im Gegensatz zu ihm tatsächlich etwas lernen wollen, vor allem die strengen Auflagen der Rektorin Dörte Wiedebusch machen ihm, gelinde gesagt, das Leben zur Hölle.
23:15
Ein vielfach dekorierter US-Leutnant ist angeklagt, den Vergewaltiger seiner Ehefrau umgebracht zu haben. Vor Gericht erkämpft sein Strafverteidiger ein überraschendes Urteil. Der psychologische Kriminalthriller mit James Stewart als Rechtsanwalt seziert mit den Spannungselementen eines Sensationsprozesses fast wissenschaftlich die seelische Anatomie der Beteiligten. Für seine Rolle erhielt Stewart 1959 eine Oscarnominierung. Der junge Leutnant der US-Armee, Frederick Manion, steht wegen Mordes vor Gericht. Er soll in einer Kleinstadt den Barbesitzer Quill erschossen haben. Der Fall scheint eindeutig. Rechtsanwalt Paul Biegler soll die Verteidigung übernehmen. Bevor dieser allerdings endgültig das Mandat annimmt, lässt er sich vom Angeklagten den Hergang erzählen. Manion begründet die Tat damit, dass Quill seine Frau Laura vergewaltigt habe. Der Polizeiarzt hat bei Laura allerdings keinerlei Spuren einer Vergewaltigung gefunden. Außerdem ist zwischen der angeblichen Vergewaltigung und Manions Tat ungewöhnlich viel Zeit verstrichen. Deshalb plädiert die Staatsanwaltschaft auf Mord. Bei seinen Gesprächen mit Manion erkennt Biegler dessen Eifersucht und Jähzorn. Er sieht darin eine Chance für die Verteidigung. Mithilfe seines alten Freundes und Kollegen Parnell McCarthy gräbt er ein Präzedenzurteil aus. Biegler plädiert daraufhin auf Unzurechnungsfähigkeit aufgrund eines unwiderstehlichen Impulses - und damit auf Freispruch. Doch Staatsanwalt Claude Dancer liefert Biegler während der Verhandlung ein wortgewaltiges Duell. Regisseur Otto Preminger lässt in seinem meisterhaft inszenierten Thriller Ankläger und Verteidiger um die Frage kreisen, inwieweit Laura selbst für die Tat verantwortlich ist und ob ihr Mann tatsächlich im Affekt handelte.