19:22
- Trumps Deal mit Iran Plötzlich ein Atomabkommen? - Der überforderte Staat Gespräch mit Philipp Staab - Die AFD und die Schweiz Theaterstück "Die weisse Madonna von Einsiedeln" - Johan Oettinger Puppenspieler und Trickfilmer
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Eineinhalb Jahre lang ist Christoph Feurstein tief in eine Welt großer Tabus eingetaucht. Es geht um Sex und Drogen. Und um die toxische Verbindung der beiden. Chemsex ist ein besorgniserregender Trend: In einer Welt, in der Konkurrenzkampf, Leistungsdruck und Selbstoptimierung im Vordergrund stehen, greifen immer mehr Menschen zu Drogen, um sich bei der "schönsten Sache der Welt" entspannen zu können. "Mein Freund und ich haben eigentlich immer nur Sex auf Drogen gehabt. Je öfter man konsumiert und dann Sex hat, desto weniger interessiert einen Sex ohne Drogen", sagt Tanja. Die 46-jährige Burgenländerin ist durch den sexualisierten Substanzkonsum drogenabhängig geworden und leidet bis heute unter schweren Depressionen und Angstzuständen. Davor war sie 15 Jahre lang verheiratet. In der Ehe war das Sexleben am Ende kaum mehr vorhanden, und sie ist aus der Beziehung ausgebrochen. Die neu erhoffte Freiheit mit scheinbar ungezwungenem Sex auf Drogen wurde für sie zur Falle. Der praktische Arzt Horst Schalk ist dankbar, dass das Thema endlich aufgegriffen wird. Er ist in der Szene zu einer Anlaufstelle für Betroffene geworden. Täglich hat er in seiner Praxis mit den Folgen von Sex unter dem Einfluss chemischer Substanzen zu tun. Die neue Art chemischer Drogen macht nicht nur schnell und schwer abhängig, sie mindert auch das Schmerzempfinden und schädigt die inneren Organe dauerhaft. Auf sogenannten Chemsex-Partys, bei denen Gruppen von Menschen oft tagelang miteinander Sex haben, werden nicht selten die eigenen Grenzen und die der anderen überschritten. "Das Äußerste, glaube ich, was ich unterwegs war, waren tatsächlich fünf Tage am Stück. Ich war körperlich völlig am Ende. Aber noch immer getrieben von der Substanz", erzählt der 29-jährige Dorian. Er galt als Jugendlicher als politisches Talent, doch die Drogensucht hat seine Karriere zerstört. Chemsex-Süchtigen merkt man nach außen hin oft nichts an. Unter ihnen sind auch erfolgreiche Menschen. Sie funktionieren im Beruf, daneben der Drogenexzess. Das praktizieren manche jahrelang, bis Körper und Psyche nicht mehr mitspielen, sagen der Psychotherapeut Christof Mitter und die Suchtberaterin Miriam Alvarado-Dupuy von der Hilfseinrichtung an.doc.stelle. Die Betroffenen lernen in langwierigen Therapien, wieder nüchternen Sex zu haben. Um zu genesen, müssen sie in ihrer Vergangenheit weit zurückgehen. Was Sex auf Drogen mit uns als Gesellschaft zu tun hat, zeigen Christoph Feurstein und Jakob Egger in einem "Thema Spezial" auf eindrückliche Weise.
21:04
Die Stadt Steyr in Oberösterreich hat zuletzt Platz zwei bei der Abwasserkonzentration der Droge Crystal Meth belegt, gleich nach Wiener Neustadt. Konsumieren im ländlichen Bereich mehr Menschen Drogen als in der Großstadt? Die Fernsehmoderatorin Tiba Marchetti war mehrere Wochen in Oberösterreich unterwegs und hat dokumentiert, wie abseits von Wien die Drogenproblematik in den Bundesländern immer massiver wird.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
Um Geld für ihre Familie in der Ukraine zu verdienen, kümmert sich Marija rund um die Uhr um den an Demenz erkrankten Curt und landet im zwischenmenschlichen Minenfeld einer deutschen Familie. Curts Tochter Almut fühlt sich von ihrem Vater nicht wertgeschätzt. Curt beginnt, Marija für seine verstorbene Frau Marianne zu halten. Marija lässt sich auf das skurrile Spiel ein und bringt die fragile Dynamik der Familie unfreiwillig durcheinander. Zurückversetzt in das Lebensgefühl der 1970er-Jahre entwickelt der alte Herr neue Lebensfreude - wäre da nicht auch eine tief vergrabene, schmerzliche Erinnerung. Emilia Schüle ("Jugend ohne Gott"), Fabian Hinrichs (Franken-"Tatort"), Anna Stieblich ("Türkisch für Anfänger") und Günther Maria Halmer brillieren in dieser klugen Tragikomödie von Nadine Heinze und Marc Dietschreit über einen an Demenz erkrankten Patriarchen, seine ukrainische Pflegerin und seine überforderten Kinder. Durchaus kritisch beleuchtet das Spielfilmdebüt dabei auch den Umgang mit Pflegekräften aus dem Ausland, die oft mit ihrem Lohn in ihrer Heimat die Familie ernähren.