12:45
Im letzten Teil von Christian Reichholds Dokumentation über die Hörbigers kommt die mittlerweile erfolgreiche "Dritte Generation" zu Wort. Paul Hörbigers Enkel Mavie Hörbiger und Christian Tramitz sowie Maresas Sohn Manuel Witting, Christianes Sohn Sascha Bigler und Elisabeth Orths Sohn Cornelius Obonya, der wie sein Großvater Attila als "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen begeistert, blicken zurück. Sie erinnern sich an Begegnungen mit ihren Großeltern und an die Reaktionen in der Familie, als diese von ihren Berufswünschen erfuhr. Vor allem das Verhältnis der angehenden Schauspieler zu ihren Großeltern, das zwischen Ehrfurcht, Angst und Respekt pendelte, bietet interessante Einblicke in ihre Anfänge. Bis auf Mavie mussten (oder durften) alle von ihnen ohne den großen Namen Hörbiger ins Berufsleben starten. Während "die Jungen" die Karriereleiter empor kletterten, absolvierten Paula Wessely und Attila Hörbiger ihre letzten Auftritte, ehe sie sich von der Bühne des Lebens verabschiedeten. Christiane Hörbiger und Maresa Hörbiger, die nach dem Tod der Wessely aus dem Hörbiger-Haus das "Theater zum Himmel" machten, stehen ohne Vorbehalt zu ihrem Mutterstolz, während Elisabeth Orth, inzwischen Ehrenmitglied und Doyenne des Burgtheaters, mit dem Wort "Stolz" zwar hadert, die Leistungen ihres Sohnes Cornelius Obonya aber als "phänomenal" bezeichnet. Mittlerweile spielt auch schon die "Vierte Generation": Paul Sedlmeir, 1981 im Todesjahr seines Großvaters geboren und daher nach ihm benannt, wird bereits für Hauptrollen in TV-Krimis engagiert. Cornelius Obonya, Manuel Witting und Mavie Hörbiger stellen sich schließlich auch der Frage, wie sie reagieren würden, sollten ihre Kinder dereinst den Wunsch äußern, selbst Schauspieler zu werden.
13:35
Als die Gestapo die Jüdin Henriette, Ehefrau des Klavierproduzenten Hans Alt, verhaften will, stürzt sie sich aus dem Fenster, ehe ihr Sohn Hermann, ein fanatischer Nazi, eingreifen kann. "Der Engel mit der Posaune" ist der Glücksbringer der österreichischen Klavierbauer-Familie Alt, deren wechselhafte Geschichte der Film vom Niedergang der österreichisch-ungarischen Monarchie bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges erzählt. Karl Hartls erste Regiearbeit nach zehnjähriger Pause gab 1948 dem Schauspieler-Ehepaar Paula Wessely und Attila Hörbiger die Möglichkeit, sich vom NS-Regime zu distanzieren. Das österreichische Publikum honorierte die "Rehabilitierung des Österreichertums", wie es der österreichische Regisseur Franz Antel formulierte, indem es "Der Engel mit der Posaune" zum besten Film des Jahres erkor.
15:50
Durch einen spektakulären Finanzbetrug ihres Mannes, der sich mit seiner jungen Geliebten ins Ausland absetzt, steht die Millionärsgattin Anna Ewald Klahsen über Nacht vor dem Nichts. Sie muss ihre Hamburger Villa räumen und bezieht in ihrer alten Heimat Wien ein billiges Zimmer. Der Arbeitsmarkt hat auf eine ungelernte Frau fortgeschrittenen Alters nicht gerade gewartet. Eine Paraderolle für Christiane Hörbiger. Zufällig trifft Anna ihre alte Schulfreundin Heidi wieder, die ihr einen Obst- und Gemüsestand überlässt. Anna ist fest entschlossen, ihre zweite Chance zu nutzen. Doch auf dem legendären Wiener Naschmarkt braucht man einen weiteren Gemüsestand so dringend wie Sand in der Wüste. Außerdem gibt es noch den zwielichtigen Spekulanten Charly Seckar, der sie mit kriminellen Aktionen von ihrem Stand zu vertreiben versucht. Gerüchte über die Millionen, die sie angeblich auf die Seite geschafft haben soll, erleichtern ihr den Einstieg ins Marktleben nicht. Überraschende Hilfe erhält Anna von dem charmanten Schlitzohr Bernhard Jeschke, genannt der Kammersänger, der ihr einige überlebenswichtige Tricks beibringt und dabei auch ihr Herz erobert. Durch eine glückliche Eingebung entdeckt Anna schließlich mit frisch gepressten Gemüsesäften eine echte Marktlücke. Tatsächlich beginnt ihr "Saftladen" zu florieren - sogar die alteingesessenen Marktfrauen zollen Anna nun Respekt. Doch als ihr Stand niederbrennt und ausgerechnet Bernhard sich als Komplize des mutmaßlichen Brandstifters Charly Seckar erweist, steht Anna erneut vor dem Aus. Großzügige Hilfe erhält sie von völlig unerwarteter Seite. Charakterdarstellerin Christiane Hörbiger überzeugt in der Paraderolle einer willensstarken Frau, die alles verliert und sich eine neue Existenz als Marktfrau aufbaut. An ihrer Seite spielt Publikumsliebling Friedrich von Thun einen verkrachten Kammersänger, der zwischenzeitlich schräge Töne von sich gibt. Unterhaltungsspezialist Karsten Wichniarz inszenierte in Hamburg und Wien. Das Buch verfasste Christiane Hörbigers Sohn Sascha Bigler zusammen mit Susanne Freund.
17:15
Wien war lange der Lebensmittelpunkt von Restauratorin Henriette, doch für den Musiker Ferdinand Sternheim zieht sie ins idyllische Krems. Dort weckt ein mysteriöser Todesfall ihre Neugier. In einer Galerie findet Henriette den Superstar der einheimischen Kunstszene tot auf. War es ein Unfall oder Mord? Gemeinsam mit ihrem jungen Assistenten Jonas begibt sich Henriette auf Spurensuche. Launige Krimikomödie mit Christiane Hörbiger. Gewohnt willensstark zieht die Grande Dame des heimischen Fernsehfilms alle Register, als in der beschaulichen Donaumetropole Krems ein Mord geschieht. Unterstützt vom bewährten Filmpartner Erwin Steinhauer und Neffe Manuel Witting liefert die Hobby-Kriminologin ein Glanzstück messerscharfer Kombinatorik ab.
18:45
Marie Gruber betreibt ein urgemütliches Wiener Kaffeehaus in bester Berliner Lage. Als ohne Vorwarnung die Handwerker mit Zollstock anrücken, ist die passionierte Wirtin geschockt. Schnell stellt sich heraus, dass das Haus verkauft wurde. Für die Kündigung des Pachtvertrags hat ihr Exmann eine hübsche Summe kassiert und ist längst über alle Berge. Neuer Hausbesitzer ist die Frankfurter Investmentfirma Prospecta. Diese will die begehrten Räumlichkeiten an eine Coffeeshop-Kette verpachten, die das Fünffache an Miete zahlt. Schon an diesem Wochenende soll der neue Vertrag abgeschlossen werden. Das muss Marie unbedingt verhindern. Glücklicherweise hat ihr deutsch-türkischer Konditor Erci bei einem Gewinnspiel einen Aufenthalt just in jenem Berliner Nobelhotel gewonnen, in dem das Geschäft zum Abschluss gebracht werden soll. Marie will den Prospecta-Manager abfangen - doch dazu kommt es nicht, denn sie bleibt im Fahrstuhl stecken. Mit im Lift ist ausgerechnet Gerd Fürst, der unter Klaustrophobie leidende Vorstandsvorsitzende von Prospecta. Ohne zu wissen, mit wem sie eingeschlossen ist, gelingt es Marie, den panischen Manager zu beruhigen. Die beiden kommen sich näher. Als Gerd Fürst jedoch erfährt, wer Marie ist, glaubt er, sie habe sich nur an ihn herangemacht, um ihr geliebtes Café zu retten. Zum Glück gibt es den umsichtigen Empfangschef, der mit Takt und Diskretion die Geschicke der Liebenden zu lenken versteht. Die Publikumslieblinge Christiane Hörbiger und Michael Mendl spielen die Hauptrollen in der romantischen Komödie "Niete zieht Hauptgewinn" über ein Paar, das erst nach einigen Turbulenzen zueinander findet.
20:15
Adelgunde, emeritierte Professorin für Zeitgeschichte an der Uni Wien, ist eine engagierte Wissenschaftlerin und soll ein neu gegründetes Institut für Europäische Sozialgeschichte aufbauen. Scheinbar zu Studienzwecken kommt die junge russische Historikerin Jekaterina nach Wien. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit will sie Nachforschungen über die Reparationsleistungen in der russischen Zone anstellen, und Adelgunde soll ihre Betreuerin werden. Doch Jekaterina hat auch einen sehr privaten Grund, mit Adelgunde in Kontakt zu treten: Adelgundes Vater war nach dem Krieg während der russischen Besatzung Arbeiter auf den niederösterreichischen Ölfeldern. Eines Tages wurde er nach dem Vorwurf der Sabotage nach Sibirien verschleppt, und die Familie hat erst einige Jahre später von seinem Tod erfahren. Was Adelgunde, ihre Mutter Irmgard und auch ihre jüngere Schwester Heidrun nicht wissen, ist, dass er im Lager eine neue Familie gegründet hat, der Jekaterina entstammt. Sie behauptet, die Enkelin von Adelgundes verschollenem Vater zu sein. Als die beiden Frauen anfangen, Nachforschungen in der Vergangenheit anzustellen, die auch mit einem aktuellen Mordfall zu tun haben, stoßen sie auf persönliche wie politische Widerstände. Und ein lange gehütetes Familiengeheimnis drängt ans Licht.
21:40
Margarete Kämmerer und Professor Burian, während des Zweiten Weltkriegs erbitterte Todfeinde, treffen an Bord eines Schiffes aufeinander und müssen sich der Vergangenheit stellen. Aufwühlende Verfilmung des gleichnamigen Romans von Pavel Kohout, in der Christiane Hörbiger, Mario Adorf und Veronica Ferres als Charakterdarsteller glänzen. Die wohlhabende Witwe Margarete Kämmerer geht in Begleitung ihres Neffen Sigi auf Kreuzfahrt. Die Reise verläuft allerdings nicht gerade friedlich. An Bord des Schiffes trifft sie auf Professor Burian, der in Begleitung seiner Schwiegertochter Sylva unterwegs ist. Margarete ist entsetzt, als sie in Burian jenen tschechischen Arzt wiedererkennt, der Ende des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Sudetendeutsche hinrichten ließ - darunter ihren Mann Sepp. Sigi und Sylva versuchen zu vermitteln, müssen aber bald feststellen, dass beileibe nicht alle Konflikte von damals Geschichte sind.
23:10
Als Ehemann Nummer eins Trixis Liebe zur Rennbahn nur über seine Leiche gestatten will, nimmt sie ihn beim Wort. - Christiane Hörbiger in ihrer Glanzrolle als Männer mordende Trixi Jancik. Mit einer Serie von Giftmorden und anschließenden Erbschaften ebnet Trixi sich den Weg zu Glück und Wohlstand, bis am Ende gar die große Liebe winkt. Zumindest deutet alles darauf hin.