Zwischen den Fronten: Syriens Kinder
Sommer 2013. Zwei Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs ist Syriens zweitgrösste Stadt Aleppo in einer Pattsituation. Einige Gebiete werden von Assads Truppen kontrolliert, andere von den Rebellen, die ihn stürzen wollen. Während der heftigsten Kämpfe haben 200 000 Menschen die Stadt verlassen. Aber einige Männer haben beschlossen, zu bleiben und weiterzukämpfen. Ihre Familien harren mit ihnen aus. Ingenieur Abu Ali und seine Frau Hala leben in einem früheren Mittelstandsviertel von Aleppo, heute eine der Frontlinien der Stadt. Sie haben vier Kinder: Helen, Farah, Sara und Mohammed.
Die achtjährige Farah hilft ihrem Vater am liebsten Bomben bauen und erzählt erstaunt, dass sie einen Raketenangriff überlebt hat, obwohl sie sich tot glaubte. Ihre kleinere Schwester, die fünfjährige Sara, erinnert sich an die unbeschwerte Zeit vor dem Krieg, als sie mit ihren Geschwistern in Aleppo umherziehen und Eis kaufen konnten. Jetzt dürfen sie nicht mehr aus dem Haus. Sara hat oft Albträume und ist froh, als sie einmal träumt, wie ihr Vater sie in einem Flugzeug vor Heckenschützen rettet und mit ihr davonfliegt.
Da praktisch alle Schulhäuser zerstört wurden oder als Militärstützpunkte dienen, können die Kinder nicht zur Schule gehen. Die 13-jährige Helen unterrichtet deshalb ihre jüngeren Geschwister. Sie möchte vor allem, dass diese glücklich sind, spielen und lernen können und eine möglichst normale Kindheit haben.
Ihr Bruder, der 14-jährige Mohammed, vermisst seine Schulkameraden, die fast alle weggezogen sind. Auch ihm fehlt die Schule. Er will viel lernen. Das ist nötig, findet er, damit seine Generation eine bessere wird.
Der Film zeigt jedoch auch die bedingungslose Loyalität der Kinder zu ihren Eltern. Das Kind liebt seinen Vater - und damit seine Ansichten. Die Eltern, Abu und Hala Ali wissen das und machen sich deswegen auch Vorwürfe.