Zu Tisch in...

Zu Tisch in...

Am Rande des Rodnagebirges, das die Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine bildet, befindet sich das kleine Dörfchen Sacel. Es streckt sich am Fluss Iza entlang und war früher vor allem für seine zahlreichen Mühlen bekannt. Ob Mais oder Mehl gemahlen werden musste, Holz gesägt oder Wolle geflachst, dafür gab es acht Mühlen für Kunden aus der ganzen Umgebung. Heute ist nur noch eine dieser Mühlen in Betrieb. Danila Mecles hat sie von seinem Vater übernommen, und dieser wiederum von den Österreichern, die sie bereits 1874 gebaut hatten. Über 100 Jahre nun ist die Mühle in Familienbesitz. Täglich kommen Kunden, um in der Mühle ihr Getreide oder die Wolle ihrer Schafe verarbeiten zu lassen. Zwar bringen die großen Bauern ihr Getreide längst zu den modernen elektrischen Mühlen. Dort aber ist die Qualität des Mehls, so schwört Danila, deutlich schlechter. Aber selbst in Sacel, in der hintersten Ecke Rumäniens, schreitet der Fortschritt unerbittlich voran. Und so muss auch Danila allmählich fürchten, das seine Mühle bald nur ein Museumsstück sein wird. Von der Mühle allein können die Mecles längst nicht mehr leben. Sohn Daniel hat sich bereits eine andere, eine 'moderne' Arbeit in der Stadt gesucht und studiert nebenbei Wirtschaft. Neben dem Waschen der Teppiche kümmert sich Mutter Titiana vor allem um den Haushalt und die 85-jährige Großmutter. Manchmal hat sie so viel zu tun, dass sie kaum Zeit zum Kochen hat. Auf dem alten Kachelofen in der Küche steht deshalb immer ein Topf mit einer sehr schmackhaften Suppe mit Bohnen, etwas Speck und Sahne. Alle Zutaten sind aus eigener Herstellung, darauf sind die Mecles stolz. Müller Danila findet, dass das gute Essen aus eigenem, unvergiftetem Anbau ein Luxus ist, der so manche finanzielle Not aufwiegt.

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