Zona Norte

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2001 hat Regisseurin Monika Treut die Menschenrechtlerin Yvonne Bezerra de Mello porträtiert, die sich um Straßenkinder in Rio kümmert. Jetzt fragt Treut nach dem Stand des Hilfsprojekts.
Aus der langjährigen Arbeit hat Yvonne Bezerra de Mello mittlerweile eine neue Pädagogik entwickelt, die durch Gewalt und Krieg traumatisierten Kindern weltweit helfen kann, ihre Erfahrungen und die daraus resultierenden Lernprobleme zu überwinden.
15 Jahre nach Monika Treuts Film "Kriegerin des Lichts" hat sich vieles verändert, vor allem die Stadt Rio ist nicht mehr wiederzuerkennen: Die Fußball-WM 2014 und die Vorbereitung auf die Sommer-Olympiade 2016 haben ihre Spuren hinterlassen. Der den Mega-Sportereignissen geschuldete, extreme Militäreinsatz gegen die Bewohner der Favelas hat bürgerkriegsähnliche Zustände provoziert. Fast täglich eskaliert die Gewalt.
Wie geht Bezerra de Mellos Hilfsprogramm "Projeto Uerê" mit der veränderten Lage um? Und was ist aus den Kindern geworden, die in "Kriegerin des Lichts" vor der Kamera standen?

Der damals 13-jährige Tiago hatte als Sechsjähriger das Candelaria-Massaker überlebt, bei dem acht Straßenkinder brutal von der Polizei ermordet worden waren. Der HIV-positive Junge trug als Schuhputzer zum Unterhalt seiner zehnköpfigen Familie bei und träumte davon, Automechaniker zu werden.
Vanessa, ein begabtes, lernbegieriges Mädchen, sehnte sich nach einem Leben ohne Leid und hoffte, später Anthropologin zu werden.
Die Schwestern Pamela, Joice und Gessica erfuhren nur in Yvonne Bezerra de Mellos sicherem Haus, dass das Leben nicht nur aus Gewalt, Drogen und Vernachlässigung besteht.
Aus den Kindern von damals sind heute junge Erwachsene geworden, die aus ihrem Leben berichten. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass eine alternative Pädagogik langfristig den Teufelskreis von Armut und Gewalt zu durchbrechen vermag.

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