Zerbrechliche Kämpfer - Oswald und seine Brüder
Alle drei leiden an der Glasknochenkrankheit und gestalten in erstaunlicher Weise ihr Leben. Petra Wiegers hat die Brüder Utz porträtiert. Die drei Brüder Oswald, Roland und Stefan Utz sind unterschiedlich, wie Geschwister eben sind. Nur eines haben sie gemeinsam: ihre Krankheit. Alle drei haben die Glasknochenkrankheit und sitzen im Rollstuhl: Ihre Knochen brechen leicht wie Glas. Oswald, der Älteste, ist der Vorkämpfer. Mit fünf Jahren ist er in ein Heim für behinderte Kinder gekommen, genau wie später seine Brüder. Weit weg vom Elternhaus in einem fränkischen Dorf. 'Entwöhnung' hieß das in den 60er-Jahren. Alle drei führen heute ein eigenständiges Leben. Oswald ist vor einigen Monaten Vater geworden. Seine Freundin ist nicht behindert. Ein Wagnis, denn allein kann er nur eingeschränkt sein Kind versorgen. Stefan und Roland teilen eine Leidenschaft: den Sport. Sie spielen in der Nationalmannschaft Elektrorollstuhl-Hockey. Stefan will sich nun einen Traum erfüllen. Er will die E-Hockey-Weltmeisterschaft nach München holen. Roland hat vor einem Jahr einen neuen Job angefangen. Als Sozialarbeiter arbeitet er mit Schlaganfall-Patienten. Anders als bei ihm haben sie die Chance, wieder laufen zu lernen. Die drei Brüder kämpfen wie andere Behinderte auch um ein ganz normales, integriertes Leben in einer Gesellschaft von Nichtbehinderten. Aber anders als bei anderen, kämpfen sie auch darum, wer von den drei Brüdern sein Leben besser hinbekommt. Die drei Brüder sind eben auch Konkurrenten.