Wüstenschiffe

Wüstenschiffe

DokumentationA / F  

In der Mongolei ist Filmemacher Georg Misch auf der Suche nach den 'baktrischen' Kamelen, den letzten echten Wildkamelen der Erde. Nur noch 400 Exemplare existieren in der Wüste Gobi, in einem Gebiet halb so groß wie Österreich. Die widerstandsfähigen und genügsamen Tiere überleben extreme Temperaturschwankungen und begnügen sich mit Salzwasser. Trotz widrigster Umstände sind Georg Misch erste Aufnahmen von 'Geisterkamelen' - wie sie auch genannt werden - in ihrem natürlichen Lebensraum gelungen. Ganz anders ist die Situation in Saudi-Arabien. In einem speziellen Krankenhaus für Kamele in Al-Hofuf kommt ausgefeilte Hightech zum Einsatz. Kranke Kamele, auch aus Nachbarländern, werden dort gratis behandelt. Wie in einem Science-Fiction-Film schweben die mächtigen Tiere von an der Decke angebrachten Schienen durch die Gänge in den OP-Saal. In der Türkei versammeln sich nahe den antiken Stätten von Ephesus bei Selçuk jährlich 20.000 Menschen, um Kamelen bei traditionellen Kamelringkämpfen zuzusehen. Bei dieser Veranstaltung treten die 'Tülü', eine Kreuzung aus arabischen und asiatischen Kamelen, gegeneinander an. Die riesigen, kämpferischen Bullen gelten als besonders wertvoll und werden von ihren Besitzern liebevoll gepflegt. Vor allem dürfen die kostbaren Tiere beim Ringen nicht zu Schaden kommen. Der Uluru - oder Ayers Rock - im Zentrum des australischen Outbacks wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von den Kolonisten mit Hilfe von Kamelen entdeckt. Später spielten die Tiere eine Schlüsselrolle beim Bau von Telegrafenleitungen, Eisenbahnen und Landstraßen. Nachdem Straßen- und Eisenbahnnetze fertig ausgebaut waren, hatte man für die Tiere keine Verwendung mehr und gab sie 1923 zum Abschuss frei. Doch einige Hundert Tiere entkamen und vermehrten sich schnell. Heute trinken circa eine Million verwilderter Kamele Wasserlöcher und sogar Schwimmbäder leer. Und von Helikoptern aus werden sie von den Verkehrswegen vertrieben.

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