Willkommen - was jetzt?

Willkommen - was jetzt?

Gesellschaft und Soziales 

"Das war es dann mit dem schönen, friedlichen Köln-Brück. Meine Heimat geht nach und nach zugrunde". Das postet Anfang des Jahres ein Brücker auf Facebook, da war von bis zu 800.000 Flüchtlingen noch gar keine Rede. Der Anlass: Mitten in dem idyllisch-bürgerlichen Kölner Stadtteil wird ein Flüchtlingsheim errichtet. Mittlerweile sind es schon zwei und das dritte ist bereits im Bau. "Brück ist sozial aufgestellt und kann das vertragen", markiert dagegen Fritz Bilz. Mit anderen Anwohnern gründet er die ehrenamtliche Initiative "Willkommen in Brück", um den Kritikern "eine starke Kraft entgegen zu setzen" und Flüchtlingen beim Start in das erhoffte neue Leben zu helfen.

"Mein Traum ist, endlich sicher leben und arbeiten zu dürfen.", sagt der 22-jährige Hermon aus Eritrea. Drei Jahre dauerte seine Flucht, er wurde verschleppt und misshandelt. Seit Januar ist er hier und hofft, endlich einen Asylantrag stellen zu dürfen. Amar, 23, aus Algerien lernt ehrgeizig schnell Deutsch und will Feuerwehrmann werden. Was passiert, wenn Menschen aus 21 Nationen auf Deutsche mit Vorgarten treffen? Wie verkraftet der kleine Kölner Stadtteil in kurzer Zeit mehr als 300 Flüchtlinge? Schaffen es die Mitglieder der Willkommensinitiative, sich nicht bis zur Erschöpfung auszupowern bei dem Versuch, den Flüchtlingen zu helfen und den Alteingesessenen ihre Ängste und Skepsis zu nehmen?

Ein halbes Jahr lang begleitet tag7 die Menschen im Stadtteil Köln-Brück, der exemplarisch für so viele in Deutschland steht.

Eine Reportage in zwei Folgen, die fragt, wohin die Zukunft geht: die von Köln-Brück, die der Flüchtlinge und auch die von Deutschland.

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