Wildnis in Mitteldeutschland

Wildnis in Mitteldeutschland

Der Hainich Ein Film von Anne Mesecke Ein Wald zwischen den Fronten. Fast siebzig Jahre ist der Hainich Kampfgebiet und Sperrzone zugleich. Truppenübungsplatz für Russen, NVA und Bundeswehr. Jetzt ist hier Deutschlands 13. Nationalpark. Ein Naturschutzgebiet, wo über Jahrzehnte Artilleriegeschütze, Panzer und Granaten im Einsatz waren? Keine einfache Sache. Der Film erzählt, was getan werden muss, bevor Besucher in die ehemaligen Sperrzonen vordringen können und welche besonderen Herausforderungen dieses Gebiet an die Nationalparkmitarbeiter stellt. Schon Ende Juni 2011 könnte ihr größter Traum Wirklichkeit werden: Dann entscheidet die UNESCO, ob der Buchenwald des Hainich Weltnaturerbe wird - der 'Ritterschlag' für jedes Naturschutzgebiet. Morgens halb sechs im Hainich. Diethard Böttger, Ranger im Nationalpark, stapft auf eine Gruppe von Männern in Schutzanzügen zu: Munitionsräumdienst. Böttger kennt die Männer von früheren Einsätzen. Im Norden des Hainich, dort wo die NVA war, sind bereits fast alle Flächen gesichert. Die Männer haben heute ein hartes Stück Arbeit vor sich: Sie beräumen ein Stück des 'Kindel' - das ehemalige Übungsgelände der Sowjetarmee. 'Dort wo die Russen geschossen haben, muss man auf alles vorbereitet sein', bemerkt der Chef trocken. Ist das geschafft, steht schon morgen ein Stück Hainich offen, in dem sich gerade ein beeindruckender Wiederbewaldungsprozess abspielt. Ein wichtiger Ort für den Nationalpark. 1935 errichtet die Wehrmacht den Truppenübungsplatz Kindel, damals noch Künkel. 1945 übernehmen die Sowjets das Gebiet für ihre Artillerieübungen. 1965 dann die Erweiterung: Die NVA eröffnet am Nordhang den Schießplatz Weberstedt. Im Wald gelegene Höfe werden enteignet, ganze Siedlungen für Schießbahnen abgerissen. Doch der härteste Umbruch für die Menschen: Ihr Wald ist ab jetzt Sperrzone und verschwindet von allen Landkarten. Neben den Soldaten dürfen nur Forstarbeiter noch in den Hainich.

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