Wenn das Eis schmilzt

Wenn das Eis schmilzt

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Die Pine Island Bay in der Westantarktis ist eine einzige unermessliche Eisfläche, aus der nur einige karge Felsrücken herausragen. Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler, in die schwer zugängliche Bucht, ein Gebiet von der Größe Deutschlands, vorzudringen. Aber meistens mussten die Forschungsschiffe umkehren, und so sind weite Gebiete der Pine Island Bay unerforscht. Es gibt keine Karten und nur wenige Daten. Der Pine-Island- und der Thwaites-Gletscher, zwei riesige Eisströme, münden in diese Bucht und beide verlieren Eis in dramatischem Ausmaß. Mehr als vier Kilometer gehen Jahr für Jahr verloren. Würden diese Gletscher ganz abschmelzen, würde das den Meeresspiegel weltweit um anderthalb Meter ansteigen lassen. Und wenn der Eisschild der gesamten Westantarktis kollabieren würde, stiege das Wasser sogar um sechs Meter an. Im Januar 2010 brechen 52 Geologen, Ozeanographen und Geophysiker von Neuseeland in die Westantarktis auf. Ihr Forschungseisbrecher 'Polarstern' ist ein Großlabor hinter doppelwandigem Stahl. Sie haben ein ganzes Bündel von Fragen im Gepäck. Was geschieht in der Pine Island Bay? Woher kommt die Wärme, die das Eis zum Schmelzen bringt? Verbirgt sich dort unter dem kilometerdicken Eis ein unterirdisches System von Vulkanen, das das Wasser von unten anheizt? Und wie stabil ist der Eisschild in der Westantarktis? Neun Wochen lang waren der Filmemacher Kai Voigtländer und sein Kameramann Guido Kilbert mit den Wissenschaftlern auf der 'Polarstern' unterwegs. Das Team hat die Forscher dabei beobachtet, wie sie aus Proben vom Meeresboden die Klimageschichte der Antarktis rekonstruieren.

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