Weihnachten in Lettland

Weihnachten in Lettland

ORF III ORF III 09.12., 13:45 - 14:15 Uhr
Dokumentation 201530 Minuten 

Ein einsamer Ziegenhof im Osten Lettlands. Steffen, ein junger Geologe aus Zwickau, seine lettischen Frau Ruta und der 7-jährige Sohn Rusins sind viel früher als sonst aufgestanden. Es ist Heilig Abend. Wie jeden Tag muss auch heute gearbeitet werden. Doch zuvor schmücken sie den Weihnachtsbaum, nach alter Tradition mit Strohsternen und heidnischen Symbolen aus Holz. Gehören doch in Lettland seit jeher vorchristliche Bräuche zur christlichen Weihnacht dazu. Dann geht es in den Stall, wo 130 Ziegen gemolken werden wollen. Aus deren Milch entstehen auf dem kleinen Hof zahlreiche Käsesorten. Die verkauft die Familie auf dem Markt im 150 Kilometer entfernten Riga. Auch am Heiligabend. Erst danach kann das Weihnachtsfest beginnen.

Pünktlich um acht öffnen die fünf Hallen des Rigaer Zentralmarktes. Er ist der größte Handelsplatz des Baltikums und auch an den Weihnachtstagen geöffnet. Steffen und Ruta stehen mit ihrem Käsestand vor einem der Eingänge in der Kälte. Täglich kommen bis zu 150.000 Kunden zum Markt. Dabei kreuzen sich die Wege von Letten und Russen ständig, da beide Nationalitäten je eine Hälfte der Rigaer Bevölkerung ausmachen. Auf dem Markt ist ihr Miteinander Normalität. In der Fleischhalle hat die Familie Plechanow ihren Geflügel-Stand. Zum russischen Kleinunternehmen gehört auch die Lettin Irina. Sie fühlt sich inzwischen fast als Familienmitglied der Russen. Doch wie feiert Irina Weihnachten - lettisch oder russisch? Nach der russisch-orthodoxen Religion ist der Heilige Abend erst am 6. Januar.

Die Reportage vermittelt Einblicke, wie zwei Familien, eine lettische und eine russische, den 24. Dezember verleben. Während die eine das Fest mit der heidnischen Wintersonnenwende beginnt und bis zur Bescherung ausgelassen tanzt und schlemmt, ist die andere in ihrer Vorweihnachtszeit zum Fasten, zu Besinnung und Buße verpflichtet. Ein Kontrast, der im alltäglichen Umgang zwischen Letten und Russen beinahe verborgen bleibt.

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