Vor 100 Jahren: Völkermord an den Armeniern

Vor 100 Jahren: Völkermord an den Armeniern

Dokumentation 

"Flieht, flieht alle!" Die letzten Worte des im Sterben liegenden Großvaters verheißen Unheilvolles. Auf der Trauerfeier ist die Luft zum Schneiden. Armenier und Türken unter einem Dach. Erst fließen die Tränen. Dann fließt das Blut.

1915. Das Osmanische Reich kämpft mittlerweile seit einem Jahr an der Seite des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns. Der Kollaboration mit dem Kriegsgegner Russland bezichtigt, muss das armenische Volk als Sündenbock herhalten. Mit aller Grausamkeit plant die Regierung der sog. Jungtürken die Auslöschung der christlichen armenischen Minderheit.

Aram, Sohn des verstorbenen Großvaters, unterschätzt die Gefahr. Zusammen mit anderen Armeniern zieht er sich auf seinen Landsitz zurück. Ein Moment der Unbeschwertheit, den er teuer bezahlen wird.

Die Drahtzieher hinter den Verschleppungen, Massenmassakern und Todesmärschen: Enver Pascha, Talat Pascha und Cemal Pascha. Zum Tod verurteilt, gelingt es ihnen nach dem Ersten Weltkrieg ins Ausland zu fliehen. Talat Pascha, der letzte Innenminister des Osmanischen Reiches, zieht in eine 3-Zimmer-Wohnung nach Berlin-Charlottenburg. Am 21. März 1921 wird er von dem armenischen Studenten Soghomon Tehlirian erschossen. Kopfschuss. Ein Racheakt. Es kommt zum Prozess. Der Völkermord an den Armeniern, der bis dato wie Ruinen unter Erdschichten im kollektiven Bewusstsein verschüttet lag, kehrt wieder ans Tageslicht. Mit den Filmen "Hinrichtung auf offener Straße - Der Armenier Tehlirian rächt den Völkermord" und "Das Haus der Lerchen" erinnert ARTE an den sich zum 100. Mal jährenden Genozid an den Armeniern.

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