Vom Glyndebourne Festival: Saul

Vom Glyndebourne Festival: Saul

Klassische MusikF  

Als im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts die gängigen, am italienischen Vorbild orientierten Opern beim Publikum zunehmend an Beliebtheit verloren, hatte Georg Friedrich Händel eine zukunftsträchtige Alternative parat: Seine szenischen Oratorien erlaubten ihm nicht nur, Texte in der Volkssprache Englisch zu vertonen, sondern vor allem auch, dem Chor eine zentrale Rolle im Bühnengeschehen zuzuweisen. Die dramatische und szenische Wucht der Händelschen Chorpartien machte diese neue Gattung zum durchschlagenden Publikumserfolg. Barrie Kosky macht aus der tragisch verwickelten Geschichte um König Saul, der nach Davids Sieg über Goliath seine Autorität und Macht bedroht sieht, eine ebenso bewegende wie bunte Show und transportiert den barocken Theaterzauber ins 21. Jahrhundert. Das Feuilleton feierte die Inszenierung als "five-star-evening" ("The Guardian") und fand Koskys Händel "besser als Andrew Lloyd Webber, brandheiß und magisch!" ("Daily Mail").

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