Václav Havel, ein freier Mensch

Václav Havel, ein freier Mensch

DokumentarfilmFrankreich  

Die Tschechen behalten Václav Havel (1936-2011) als unbeugsamen Dissidenten, großen Staatsmann und herausragenden Vertreter des Absurden Theaters in Erinnerung. Václav Havel gilt auch über seinen Tod hinaus als moralisches Gewissen der Tschechen. 1977 wird Havel Mitbegründer und Sprecher der Menschen- und Bürgerrechtsbewegung Charta 77. In der Folgezeit wird er mehrfach festgenommen und wegen "staatsfeindlicher" Aktivitäten zu insgesamt fünf Jahren Haft verurteilt. Nach der Samtenen Revolution wird Havel im Dezember 1989 einstimmig zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten der CSSR bestimmt. Im Januar 1993, nach dem Zerfall der Tschechoslowakei in zwei eigenständige Republiken, wird der parteilose Havel vom Parlament in Prag zum Präsidenten der Tschechischen Republik gewählt.

Als Schriftsteller, Dramaturg, Lebemann, Charmeur, Dissident, politischer Gefangener und schließlich als Präsident der Republik trug er nach dem Kalten Krieg dazu bei, die Einheit des europäischen Kontinents wieder herzustellen. Über diesen Mann, der einer der großen Europäer des letzten Jahrhunderts war, sagt die Regisseurin Andrea Sedlácková: "1989 war ich 20 Jahre alt. Für mich, wie für meine ganze Generation, ist er der Mann, der uns die Freiheit brachte."

Als junger Rebell wandte sich Havel gegen die bürgerlichen Verhältnisse, aus denen er stammte, konnte sich jedoch nicht mit dem tristen Arbeiterschicksal abfinden, das ihm das System auferlegen wollte. Im Künstlerischen findet er seine Freiheit, findet zu sich selbst und zu einem Leben mit anderen. Aus dem Künstler wurde dann durch einen Zufall der Geschichte ein Politiker und umjubelter Staatsmann. Eines blieb er allerdings immer: ein freier Mensch.

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