Tugan Sokhiev dirigiert Berlioz "Symphonie Fantastique"
Das Werk von 1830 gilt als Meilenstein der Musikgeschichte und zählt zu den populärsten Werken der Romantik: Es hat die Grenzen der Musikwelt erweitert und viele große Komponisten wie Wagner, Liszt und Beethoven beeinflusst. Mit ihrem von Berlioz selbst verfassten fantastischen Programm gilt sie als Prototyp einer Programmmusik, die über bloß nachahmende Schilderungen hinaus literarischen und dramatisch-darstellenden Anspruch erhebt.
Über die Instrumentation gelang es Berlioz, echte Klangbilder zu schaffen, unter anderem die "dämonische" Aura des "Hexensabbath", des fünften und letzten Satzes seiner "Fantastischen Symphonie". Wegen dieses letzten Satzes kam es bei der Uraufführung zum Skandal. Berlioz beschreibt darin die Seelenqualen des Musikers, der im Opiumrausch Visionen hat und sich am Sabbath als Zeuge seiner eigenen Beisetzung sieht.
Die musikalische Ausdruckskraft erreicht hier unter anderem auch durch den Einsatz von Instrumenten mit ungewöhnlichen Registern einen Höhepunkt, der über mehrere Jahrzehnte hinweg unerreicht blieb.