Thérèse Desqueyroux

Thérèse Desqueyroux

Claude Miller inszeniert den Roman von François Mauriac als Porträt einer rätselhaften Frau, das sich, wie der Roman auch, zu einem kritischen Gesellschaftsbild entwickelt. "Die Anpassung an die bigotten sozialen Spielregeln erscheint dabei als Gewaltakt, der in Thérèses heimtückischer Tat seine perverse, aber konsequente Entsprechung findet", schreibt der "Filmdienst". Anders als das Buch erzählt Miller die Dinge chronologisch, was dem Film seine Spannung verleiht.

Audrey Tautou und Gilles Lellouche verkörpern wunderbar diese Ehe ohne Liebe: Gilles als Bernard mit Blindheit geschlagen und Audrey mit ihrer Gefühllosigkeit als Thérèse. Eine Rolle, diametral entgegengesetzt zu der der "Amélie". Claude Miller, Jahrgang 1942, machte rund 20 Filme, wurde aber nur einmal, 1982, mit einem César belohnt, für das Drehbuch zu "Das Verhör". "Thérèse Desqueyroux" sollte sein letzter Film werden. Die Premiere des Films in Cannes, wo er als Abschlussfilm und als Hommage an den Regisseur und seine Epoche lief, erlebte Miller nicht mehr, der kurz zuvor verstarb.

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