The Lobster - Hummer sind auch nur Menschen

The Lobster - Hummer sind auch nur Menschen

LiebesdramaGR / IR / NL / GB / F  

Eine Frau steigt im strömenden Regen aus einem Auto, rennt zu einer Herde von Eseln, die am Strassenrand weidet, und erschiesst eines der Tiere. Kurz darauf sieht man, wie der eben von seiner Frau verlassene David in einem abgelegenen Hotel an der Atlantikküste eincheckt. Er wurde an den Ort, genannt «Das Hotel», gebracht, weil Erwachsene ohne Beziehung in der Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Wer allein ist, hat sein Existenzrecht verwirkt. David hat nun 45 Tage Zeit, unter den Hotelgästen eine neue Lebenspartnerin zu finden, sonst wird er in ein Tier seiner Wahl verwandelt. Gleich beim Eintrittsgespräch muss er angeben, welches Tier er in diesem Fall werden möchte. Er wählt den Hummer.

Danach beginnt der Alltag im Hotel, der nach strikten Regeln abläuft. Jeder Teilnehmer, der sich nicht daranhält, wird aufs Rabiateste bestraft. Als einer von ihnen beim Masturbieren erwischt wird, muss er seine Hand in den Toaster halten. Jeden Nachmittag gehen die Gäste im Wald auf Jagd nach Einzelgängern, die vor der Zwangsverwandlung geflohen sind. Es winkt ein Preis: Ein Tag Fristverlängerung für jeden erlegten Single. Zunächst fügt sich der zurückhaltende übergewichtige David diesen menschenverachtenden Regeln. Doch irgendwann wird es ihm zu viel und er flieht.

Im Wald schliesst er sich einer Gruppe von Widerstandskämpfern an, die sich dem strikten Single-Dasein verschrieben haben. Schnell wird klar, dass diese sich ebenso radikal verhalten, wie die von ihnen verhasste Gesellschaft. Ihre Anführerin (Léa Seydoux) bestraft jeden, der sich verliebt, aufs Grausamste: Ein Kuss etwa wird mit dem Zerschneiden der Lippen geahndet. Für David wird diese neue Zweckgemeinschaft erneut zur Gefahr, als er sich in eine kurzsichtige Schönheit verliebt.

Die «FAZ» nennt Yorgos Lanthimos Gesellschaftssatire einen grossen Film im Geist des europäischen Surrealismus, «eine Parabel von Liebe und Betrug in Zeiten der verordneten Partnerwahl? Seit dem späten Buñuel hat es keinen Film mehr gegeben, der die Grenze zwischen Wirklichkeit und Traum so mühelos überschreitet.» Und «Die Zeit» meint: «'The Lobster' des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos ist wohl einer der surrealsten, düstersten, aber auch ehrlichsten Filme über die Liebe der letzten Jahre.» Der Film wurde am Filmfestival von Cannes 2015 mit dem Jury Preis ausgezeichnet und erhielt verschieden weitere Preise. Hauptdarsteller Colin Farrell ist auch in Lanthimos erster grosser US-Produktion «The Killing of a Sacred Deer» zu sehen, für die der Regisseur in Cannes 2017 den Preis für das beste Drehbuch gewann. Neben Farrell ist «The Lobster» mit Rachel Weisz, Léa Seydoux, Ben Whishaw und John C. Reilly auch in den weiteren Rollen prominent besetzt.

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