Taxi malagasy - im Renault 4 auf Madagaskar

Taxi malagasy - im Renault 4 auf Madagaskar

LänderporträtD / RM  

Am Steuer sitzen Monsieur Landry und andere Inselbewohner, die den Zuschauer mitnehmen, in ihre madagassische Lebenswirklichkeit: Ein dokumentarisches Road-Movie in die Wunderwelten eines Inselstaates, dessen Verkehrssystem ganz entschieden auf ein überall sonst auf der Welt längst verlassenes Relikt der 60er und 70er Jahre aus Frankreich setzt: den alten, klapprigen Renault 4, dem offiziellen Taxi auf Madagaskar. Als Deutscher staunt man nicht schlecht, dass die Kiste überhaupt noch fährt. Tut sie auch nicht, jedenfalls nicht so häufig wie hier, in Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars, wo das überall sonst längst ausgestorbene, revolutionäre Relikt allgegenwärtig ist. Denn hier, in der ehemaligen französischen Kolonie, fahren sie noch tausendfach: in stumpfen Grün- und Rottönen, verblichen zwar und längst dutzendfach aus ihren verschrotteten Brüdern zusammengeschraubt, aber sie fahren (wenn sie fahren) - und zwar als Taxis über Land und durch die Stadt. Winden sich durch die Serpentinen der Hochlandstraßen, stecken im Stau oder gerade mal wieder in der Werkstatt. Sie werden von ihren Besitzern gehegt und gepflegt, geputzt und nachlackiert. Die Geschichten der Autos erzählen viel über die Lebensverhältnisse und Chancen hier. Seinen Renault 4, Baujahr 1969, besitzt Monsieur Landry seit 27 Jahren. Nicht nur er liebt dieses Auto: Hoher Radstand und weiche Federung machen den Wagen zu einem perfekten Gefährt für die unglaublichen Straßen der Insel. Und kostengünstig ist es auch: Mit 30 Litern Benzin schaffe das Auto 250 Kilometer. Das stellt Monsieur Rivel unter Beweis und nimmt die Zuschauer mit, über eine der gefährlichsten Strecken Madagaskars, ins 150 Kilometer im Wald von Andasibe. Lemuren schreien, markieren ihr Gebiet, Schlangen und Echsen suchen Schatten unter der Vielfalt der Baumarten Madagaskars. Über 80 Prozent der Flora und Fauna hier findet sich nur auf Madagaskar. Eine von vielen Geschichten, die links und rechts der Piste auf die Fahrgäste warten.

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