Streng nach Protokoll

Streng nach Protokoll

DokumentarfilmNL  

«Notrufzentrale, Guten Tag. Was ist passiert?» - «Mein Bruder ist runtergefallen.» - «Atmet er noch?» - Keine Antwort.
«Aus welcher Höhe ist er gestürzt?» - «Aus drei».
«Aus dem dritten Stock, aus drei Metern?» - «Woher soll ich das wissen, aus drei!!».
Inge und Esmeralda sind die beiden Disponentinnen, welche die Hilferufe entgegennehmen und in kürzester Zeit die Fälle erfassen und die richtigen Schritte einleiten müssen. Die Anrufer sind verzweifelt und voller Angst. Es geht um Stürze, Unfälle, um Betrunkene, um Kinder, Alte, um Vergewaltigung. Meist haben die Fälle eine grosse Dramatik in sich, manchmal sind sie auch bizarr und komisch. Es kommt auch vor, dass die Disponentinnen übel beschimpft werden.
Das Filmteam um Anne-Marieke Graafmanns zeigt die Gesichter von Inge und Esmeralda, zu hören sind die Anrufe, die sie entgegennehmen. An ihren Gesichtern lässt sich ablesen, unter welchem Stress Inge und Esmeralda stehen, nicht nur wegen der Notfälle, sondern auch wegen eines neuen Arbeitsinstruments: Vor einiger Zeit wurde in der niederländischen Notrufzentrale nach US-Vorbild ein Frageprotokoll eingeführt. Es verlangt, dass die Disponentinnen die Fragen streng nach einem vorgegebenen System stellen. Ziel ist grösstmögliche Rentabilität auch in diesem Bereich der medizinischen Versorgung. Eine der beiden Disponentinnen kommt mit dieser Arbeitsweise besser zurecht als die andere.
Alles spielt sich im Raum der Notrufzentrale ab: kurze private Gespräche, die Verpflegung, aber vor allem die hoch konzentrierte Arbeit - streng nach Protokoll.

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