Stirbt unser Wald?

Stirbt unser Wald?

MDR Live-TV MDR 22.09., 22:30 - 23:15 Uhr
Wissenschaft45 Minuten 

Das Ökosystem Wald kippt und die Öffentlichkeit trifft es völlig unvorbereitet. Vor allem unseren Forst- und Wirtschaftwäldern droht der Verlust vieler Baumarten, allen voran der Fichte. Derzeit sind in Deutschland rund 120.000 Hektar Wald gefährdet oder bereits abgestorben. Besonders im Harz ist das ein schlimmer Anblick. Aber auch der Thüringer Wald, die Sächsische Schweiz, das Erzgebirge sind stark betroffen. Sogar geschützte Buchenwälder wie der Nationalpark Hainich leiden schwer unter dem sogenannten Trockenstress, der die Abwehrkräfte der Bäume herabsetzt und sie für Pilze, Käfer, Stürme und Brände anfällig werden lässt.

Die Doku beobachtet Wissenschaftler und Waldökologen bei den umfangreichen Forschungen zur Waldgesundheit. Auf Satellitenbildern können sie das Ausmaß der Schädigung unserer Wälder erschreckend gut erkennen. Am Beispiel des Nationalparks Hainich zeigen sich großflächig Baumbestände die unwiederbringlich verloren sind und die Wissenschaftler erklären auch, was die Erdbeobachtung für unsere Wälder leistet.

Es gibt aber auch gute Beispiele, wie zum Beispiel die Heiligen Hallen in Mecklenburg Vorpommern. Hier können wir sehen, wie ein gesundes Waldökosystem funktioniert, wie es kommuniziert und sich systematisch gegen Feinde wehrt. Ein Vorbild für die kranken Bäume ist so ein naturbelassener Wald trotzdem kaum, weil über 96% der deutschen Wälder Forst- und Wirtschaftswälder sind. Der deutsche Wald ist kein Märchenwald sondern ein Rohstofflieferant. Gerade in den Forsten ist es aber notwendig, ein stabiles Ökosystem zu etablieren, das in der Lage ist, sich gegen Trockenheit, Schädlinge und Stürme zu behaupten.

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