Steht auf, Genossinnen!

Steht auf, Genossinnen!

Zwölf Stunden täglich am Webstuhl schuften, Sprechverbot, missbraucht von den Aufsehern - ein Hungerlohn als Gegenleistung. So sieht 1890 die Realität der Arbeiterinnen in der Seidenfabrik Duplan in einem Ort nahe Grenoble aus. Die junge Seidenspinnerin Lucie Baud arbeitet seit ihrem zwölften Lebensjahr in der Fabrik und erlebt dort zusammen mit den anderen Frauen die Hölle auf Erden. Als ihr Mann Pierre plötzlich verstirbt, ist sie als Witwe, Alleinverdienerin und Mutter zweier Töchter auf sich allein gestellt.

Doch trotz alledem verliert Lucie nie die Hoffnung. Mit Kreativität, Elan, Kampfgeist und der Kraft des Gesangs setzt sie sich für die Rechte der Frauen ein. Sie ist in der von Männern dominierten kapitalistischen Gesellschaft im Frankreich des 19. Jahrhunderts eine Ausnahmeerscheinung. Als ihr Patron Duplan den Arbeitern den Lohn um die Hälfte kürzt und billige italienische Zwangsarbeiterinnen nach Frankreich holt, organisiert Lucie Streiks der gesamten Arbeitergemeinschaft. Sie fordert bessere Arbeitsbedingungen und die Anhebung des Lohns. Der Gewerkschafter der sozialistischen Arbeiterbewegung Charles Auda ist begeistert von Lucies Kampfgeist und wird zu ihrem größten Bewunderer und Unterstützer.

Unerschrocken engagiert Lucie sich auf einem nationalen Kongress der Textilgewerkschaft und versucht, repräsentativ für die Frauen aus der Arbeiterklasse ihre Stimme zu erheben. Für ihre Überzeugungen stellt die junge Frau sich und sogar ihre beiden Töchter hintan und riskiert, dass ihre Familie ihr bald den Rücken kehrt. Bis zuletzt beugt sich die Frauenrechtlerin nicht dem in dieser Zeit für sie bestimmten Schicksal - doch schafft sie es, mit ihren revolutionären Gedanken tatsächlich etwas zu bewegen? Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film zeichnet die Biografie einer starken Frauenrechtlerin, die für ihre Überzeugungen bis ins Gefängnis und fast in den Tod ging.

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